Im Trümmerfeld

Auch ohne Mehrspartenhaus wird in Trier weiter Theater gespielt werden. Foto: Vincenzo Laera

Auch ohne Mehrspartenhaus wird in Trier weiter Theater gespielt werden. Foto: Vincenzo Laera

Und nun? Ist guter Rat teuer. Das Stichwort. Mindestens 55 Millionen, vielleicht sogar 110 Millionen Euro wird die geplante Sanierung des Trierer Stadttheaters kosten, so der Betrieb am Augustinerhof weiter als Mehrspartenhaus existieren soll. Indiskutabel. Die Politik steht vor den Trümmern ihrer fatalen Beschlüsse. Es ist dies eine ganze Kette von Fehlentscheidungen, die ein schier unfassbares und beispielloses Chaos angerichtet haben. Der Effekt in der Öffentlichkeit, die in Parteien und Fraktionen ihre Repräsentanten sehen soll, ist fatal: Dilettantismus ist hier noch die harmloseste Bezeichnung. Hybris und Minderwertigkeitskomplexe gehen bei all diesen elementaren Fehlern Hand in Hand. Aussicht auf Besserung besteht kaum. Die Trierer Politik hat sich einmal mehr selbst disqualifiziert. Aber das hindert die sogenannten Volksvertreter nicht daran, weiter hohle Phrasen zu dreschen und sich in Tagträumereien zu ergehen. Ein Kommentar von Eric Thielen

Gesucht wurde die eierlegende Wollmilchsau. Die glaubte der Stadtrat in Karl Sibelius gefunden zu haben. Bar jeder Vernunft und alle Warnhinweise ignorierend, wurde der Mann aus Bregenz zum kulturellen, personellen und finanziellen Alleinherrscher am Augustinerhof bestimmt. Die Kurskorrektur folgt zwei Jahre später. Zu spät. Das Kind liegt längst im Brunnen. Schnappatmung.

Seit einer gefühlten Ewigkeit doktern die Gremien und selbsternannten Gralshüter der hiesigen Kulturszene an der baulichen Gestaltung des Hauses, aber auch an der strukturellen Ausrichtung herum. Dafür wurde sogar ein eigenes (Bau-)Gremium installiert, von dem längst nichts mehr zu hören und zu sehen ist. Der Dezernent prescht vor, weil er den Abgrund kommen sieht – und wird gestoppt. Wie bei der Inthronisierung von Sibelius wissen es die Gralshüter, die dem ausführenden Büro noch nicht einmal finanzielle Vorgaben machten, auch hier besser. Jetzt ist der Aufprall da. Ende der Fahnenstange.

Es musste ja der Nukleus sein, der mit NeroHero starten sollte. Wieder schlug die Politik alle Warnhinweise mit einem arroganten Achselzucken in den Wind. Es folgt der Schock: NeroHero wird abgesagt, weil die Kosten nicht darstellbar, nicht vermittelbar sind. Ein Festival im Festival sollte es sein. Das brauche niemand, sagt Hermann Lewen gestern Abend im Kulturausschuss, der sich ob seiner unterirdischen Performance in den letzten Monaten als krächzender Gesangsverein ohne Stimme ohnehin aus der Riege ernstzunehmender Gesprächspartner katapultierte. Jeder Satz des Intendanten ist ein tiefer Stich ins Herz der Trierer Kulturpolitiker. Lewen liest ihnen die Leviten. Er, der das Mosel Musikfestival mit einem Etat von einer Million Euro zu einer republikweiten Marke aufbaute, wird demnächst eine schwarze Null als Bilanz vorlegen. Punktlandung!

Giftiges Gemisch

Der Kultur-Gesangsverein tagte am Donnerstagabend im Theater-Fooyer.

Der Kultur-Gesangsverein tagte am Donnerstagabend im Theater-Foyer.

In der aktuellen Rathaus-Zeitung spuckt CDU-Chef Udo Köhler große Töne zum “Theater ums Theater”. Ein Eklat jage den nächsten, wettert er. Am Donnerstagabend sitzt Köhler wie ein frischfrisierter Pennäler artig und brav im Foyer des Theaters. Die Grünen schießen sich mit einer unterirdischen Pressemitteilung selbst ab, was sie jedoch nicht daran hindert, weiter mächtig auf den Putz zu hauen. Schamgefühle? Mitnichten. Den Linken ist sowieso alles gleichgültig. 100 Millionen, 200 Millionen, 300 Millionen – wie die Verkäuferin hinter der Wursttheke: Darf’s noch etwas mehr sein? Ist ja nicht unser Geld. Die SPD fordert vehement die Abmahnung für Sibelius. Geht nicht, sagt der eigene Dezernent, juristisch nicht haltbar. Gut, dann eben nicht, sagen die Genossen. Danke fürs Gespräch!

Was ist das? Einfach nur Dilettantismus? Naivität? Dummheit? Unwissenheit? Es ist dies ein für die Stadt giftiges Gemisch aus Hybris und Minderwertigkeitskomplexen. Die Hybris wächst aus der Selbstüberschätzung heraus: Was andere können, das können wir auch! Eben das stimmt nicht. Denn die hochverschuldete Stadt hat andere Prioritäten zu setzen als Tagträumereien in kulturellen Wolkenkuckucksheimen. Die Minderwertigkeitskomplexe aber sind historisch bedingt. Sie fußen auf dem jahrhundertelangen Stiefkind-Dasein Triers als Grenzstadt, die immer im Schatten von Mainz, Koblenz und, über die Grenzen hinweg, auch im Schatten von Luxemburg und Saarbrücken lag. Nun muss und soll es eben immer etwas mehr, immer etwas teurer, immer etwas besser sein. Wer aber mit den Großen pinkeln will, der muss… Der Rest ist Schweigen.


Die komplette Studie auf trier-mitgestalten.de


Explosiv wird dieses giftige Gemisch durch eine aktuelle Trierer Besonderheit. Die schwache CDU, die unter Köhlers Führung zum zahnlosen Tiger mutierte, trifft in der sogenannten Verantwortungsgemeinschaft auf anmaßende Grüne, die ohnehin jedem die Welt erklären können und die im festen Glauben verharren, sie besäßen die alleinseligmachende Wahrheit – in Trier wie auch anderswo. Hinter den Kulissen fliegen dann, wie gestern in der nichtöffentlichen Sitzung des Kultur-Gesangvereins, die Fetzen. Grüne gegen CDU, die Union gegen sich selbst, als es um die Rückkehr des geschassten Schauspielchefs Ulf Frötzschner geht. Weil Köhler seinen Laden nicht im Griff hat, tanzen vor allem die (Kultur-)Mädchen aus der Reihe. Und alle gegen die SPD, denn die Genossen sind seit der OB-Wahl, die immer noch nachwirkt, der erklärte Feind des sinnentleerten schwarz-grünen Bündnisses.

Zwischendrin stehen jene, wie FDP und FWG, die schon immer warnten oder doch zumindest jetzt warnen und fordern. Gehör finden sie kaum. Mittendrin steht aber auch der Oberbürgermeister. Wolfram Leibe kam und stoppte, erst wenige Tage im Amt, die hochfahrenden und größenwahnsinnigen Pläne zum Neubau des Theaters. Der Badener musste dafür noch nicht einmal auf ein einziges Blatt Papier schauen. Gesunder Menschenverstand, Erfahrung und Pragmatismus reichten aus, um die Notbremse zu ziehen. Zu diesem Zeitpunkt dokterten die Fraktionen schon Jahre an ihren Theater-Träumereien herum, ergingen sich in immer neuen Wahnvorstellungen und Phantastereien. Als seien in der hiesigen Kulturpolitik nur Zweite Ludwigs aus dem Königreich Bayern unterwegs. Und ausgerechnet diesen Leibe wollen vor allem die Grünen anschießen, möglicherweise sogar abschießen.

Das Ende ist nicht das Ende

Der Kommentar

Der Kommentar

Nun liegen die Zahlen also vor, und sie sind verheerend. Wer will, der kann die verschiedenen Varianten wie Karten aus dem Stapel ziehen und in ermüdender Statistik vor sich ausbreiten. Eins, zwei oder drei, mit oder ohne Kammerspiele, mit oder ohne Studiobühne, mit oder ohne Proberäume. Eins, zwei oder drei Millionen mehr oder weniger. Das alles ist müßig, weil sinnlos. Zwei Fixpunkte sind entscheidend: Mindestens 55 Millionen Euro für die Sanierung, damit der Betrieb als Mehrspartenhaus gesichert werden kann. 110 Millionen Euro für den Neubau, damit Phantastereien zu Stein werden. Beides ist, ebenso wie alle anderen Varianten zwischendrin, indiskutabel, weil nicht darstellbar und auch nicht vermittelbar.

Denn den neuesten Ergebnissen stehen andere Zahlen entgegen. Nur noch 79.000 Besucher kamen in der letzten Spielzeit ins Theater, 523 kündigten ihr Abonnement. Dabei ist der Schwund aus dem Umland bei den Besuchergruppen noch nicht eingerechnet. Mindestens 150.000 Zuschauer braucht das Theater, um halbwegs über die Runden zu kommen. 1,3 Millionen Euro Defizit für 2015, mindestens 1,3 Millionen für 2016, wobei der Fehlbetrag im dritten Nachtragshaushalt noch nicht gegenfinanziert ist – das ist die schonungslose Realität. Daneben führt ein Intendant Regie, dem künstlerisch nichts vorzuwerfen ist, der aber an seiner eigenen Selbstüberschätzung scheiterte und das Geld mit vollen Händen ausgibt. Keiner wäre auf die Idee gekommen, einem Wolfgang Amadeus Mozart die Leitung eines Theaters anzudienen, geschweige denn die Aufsicht über die Finanzen zu übertragen. Aber in Trier ist eben vieles anders. Fatal anders.

Die Gesellschaft hat sich verändert. Die Kulturszenen unterliegen einem tiefgreifenden Wandel. Das sagt Lewen. Das schrieb der reporter schon vor Monaten. Der Festival-Chef liegt richtig, einfach deshalb, weil es wahr ist. In Trier jedoch wird diese simple Erkenntnis geflissentlich ignoriert, weil nicht sein soll, was nicht sein darf. Die Politik hat jetzt, aber auch nur jetzt, die einmalige Gelegenheit, zur Besinnung zu kommen. Einen Aufschub gibt es nicht mehr.

Der Stadtratsbeschluss zum bedingungslosen Erhalt des Mehrspartenhauses muss sofort aufgehoben werden, möglichst schon in der Sitzung Ende September. Dann ist eine Task Force zu gründen, der maximal ein halbes Dutzend Fachleute aus Kultur und Wirtschaft, aber keine Kommunalpolitiker angehören dürfen – damit nicht wieder zerredet wird, was nicht zerredet werden darf. Der Stadtvorstand muss unmittelbar in den Austausch mit der Mainzer Landesregierung und den anderen Theater-Kommunen wie etwa Koblenz und Kaiserslautern gehen. Rheinland-Pfalz braucht dringend eine Landes-AöR, in der die kommunalen Theater zusammengefasst werden. Die einzelnen Sparten werden dann auf die verschiedenen Städte verteilt und treten je nach Bedarf landesweit auf.

Der irrsinnige Glaube aber, die strukturelle Veränderung des Trierer Theaters bedeute zugleich das Ende des Kulturbetriebes in der Stadt, muss endlich heraus aus der heimeligen Trierer Wohlfühlzone. Auch dann werden Techniker gebraucht, auch dann muss verwaltet und organisiert werden. Auch dann sind Musiker gefragt, werden Schauspieler auftreten und Sänger singen. Abgesehen davon, dass Kultur und Kunst an der Mosel auch abseits des Kulturhauses am Augustinerhof blühen. Und 32 Millionen Euro für die Grundsanierung des Graubner-Baus sind ja auch kein Pappenstiel, aber vielleicht doch zu vermitteln. Das Ende des Mehrspartenhauses, das immerhin 40 Prozent aller Mittel im freiwilligen Leistungsbereich der Stadt verschlingt, ist nicht das Ende der Trierer Kulturszene. Im Gegenteil. Auferstanden aus Ruinen, respektive den Trümmern, unter denen die gesamte Szene nach frischer Luft schnappt, könnte dies sogar ein Neuanfang sein.

Wann, wenn nicht jetzt?

Extra

Intendant Karl Sibelius hat wieder einmal seine Facebook-Seite abgeschaltet. Zuvor “entfreundete” der Bregenzer jedoch fast das gesamte Schauspielensemble. Ensemble-Sprecherin Nadia Migdal schreibt dazu auf ihrem Facebook-Account: “Wenn einen der eigene Intendant einen Monat vor (den) Verlängerungsgespräch(en) bei Facebook entfreundet, ist das wohl der Hinweis darauf, dass man sich nach einem neuen Engagement umgucken sollte…” Die Reaktionen unter dem Post waren heftig. Sie reichen von “unglaublich” bis hin zu “oh nein, ich glaube es nicht”. Die meisten Schauspieler am Theater besitzen Zwei-Jahres-Verträge.

Ob Schauspielchef Ulf Frötzschner wirklich ans Theater zurückkehrt, ist noch keineswegs sicher. Der Kulturausschuss hat es gestern in nichtöffentlicher Sitzung unterlassen, ein Votum abzugeben und die Entscheidung an Steuerungsausschuss und Stadtrat weitergereicht. Derweil haben drei Regisseure ihre Mitarbeit am Theater beendet, weil Frötzschner dort nicht mehr tätig war. Kehrt der Thüringer an den Augustinerhof zurück, hat das Theater zwei Schauspielchefs. Denn der neue Vertrag von Sibelius sieht vor, dass der Intendant auch die Schauspielsparte leitet. Da der Intendant dem Schauspieldirektor übergeordnet ist, wird Sibelius in allen Streitfragen das Sagen haben. “Die Hierarchie ist klar”, hatte Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) bereits von knapp zwei Wochen betont. Vor allem die Grünen wehren sich gegen die Rückkehr Frötzschners. Sie favorisieren die sofortige Vertragsauflösung mit dem Thüringer gegen Zahlung von 112.000 Euro.

Kulturdezernent Thomas Egger (SPD) hat gestern erneut Fehler im Zusammenhang mit dem Rechtsstreit zwischen Frötzschner und der Stadt eingeräumt. In Zukunft will Egger die Gremien früher und umfassender über ähnliche Fälle informieren. Mit der Schnelligkeit der neuen digitalen Medien könne die Verwaltung aber nicht konkurrieren. Intendant Sibelius habe beim Gütetermin in Frankfurt keine Befugnis gehabt, der Gegenseite Angebote zu unterbreiten. Da der Stadt kein Schaden entstanden sei, komme eine Abmahnung für Sibelius nicht infrage. SPD und FWG hatten “personalrechtliche Konsequenzen” für den Intendanten gefordert, die SPD sogar explizit die Abmahnung. (et)


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Erstellt am Autor Eric Thielen in Dossier Theater, Featured, inside54.de, Meinung 42 Kommentare

42 Kommentare zu Im Trümmerfeld

  1. Kruemel

    Die Parteilandschaft in Trier ist einfach nur noch lächerlich.
    Haben sich alle anscheinend richtig lieb (die Blau-Braunen mal außen vor) und wollen sich nicht gegenseitig ans Leder.
    Wenn es nicht so traurig wäre…

     
    • Rainer Landele

      wie? alle haben sich lieb? da steht doch im artikel, die grünen wollen den OB an sein leib, nicht nur teeren und federn, sondern die haut abziehen.

      quatsch:

      https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%A4ngen,_Ausweiden_und_Vierteilen

      wenn schon, dann richtig!

      wobei: yeah, top reporter leistung, von kritik in einer frage aufs ganze zu schliessen. also, wenn die grünen den OB grillen und häuten wollten, dann gäbe es zuvor ein mitgliederversammlung, von der der rasende reporter live berichten könnte, welcher der grünen sich bereit erklärt, dass messer anzusetzen. doch da die grünen ja alles nur vegane luschen sind, wird sich also kein assassin finden…enttäuscht mich selbst ja auch immer wieder, die luschigkeit. kann man kein krieg mit gewinnen, ja noch nicht einmal ein theater schliessen…gutsofties…

       
  2. Paddi

    So gut informiert und aufklärend mancher Enthüllungsartikel der letzten Monate auch war: Der Kommentare bin ich überdrüssig. Immer neue Tiraden auf Feierabendpolitiker, Amateure und Dilettanten. Schwarz-grün als Quell allen Übels, und das nicht schon erst seit gestern. Bloß stammen alle “Krisen” der letzten Wochen und Tage aus dem Spielhause selbst, und der katastrophalen Abstimmung mit dem Dezernat (ich verweise auf alle einschlägigen Artikel dieses Blogs). Als interessierter Bürger, der das kommunalpolitische Treiben mit einiger Neutralität betrachten will (wozu braucht es Parteien auf kommunaler Ebene??), würde ich raten: Stellen Sie sich auf, lassen Sie sich wählen und retten Sie Trier. Es muss ja alles total einfach sein.

     
    • Hans Maier

      Es ist genau so einfach hier auf Kommentatoren zu schimpfen ohne eine eigene Meinung kund zu tun. Die meisten haben jedenfalls eine Meinung.
      Ich kenne Personen, die sind bei der Stadt beschäftigt. Die dürfen zunächst mal nichts sagen, was sie gerne würden und dann dürfen die sich noch nicht einmal für ein lokalpolitisches Amt, sei es noch so unbedeutend, aufstellen lassen. Stichwort: Gemeindeordnung

       
      • Anna Majewski

        Komisch: Auf die DDR wurde geschimpft-Unrechtsstaat- niemand darf die Meinung sagen, welche nicht der Parteilinie entspricht….und was haben wir in der Budnesrepublik? Noch größeres Kuschen und Maul-Halten wegen Angst um Arbeitsplatz, Posten und Pöstchen! Da erkläre mir mal bitte jemand. Die Politik selbst hat sich in der Kuschelzone eingerichtet mit dem einzigen Ziel, oben zu bleiben und mitzunehmen was und solange es geht!

         
        • Rainer Landele

          wie alt sind sie eigentlich? ich frage wegen der “substanz” der kritik.

          aber, egal: kommen sie, legen sie los, gehen sie in eine partei, dienen sie sich hoch, nehmen sie mit, was sie können. keine angst: es gibt immer weniger konkurrenz, denn immer weniger haben lust, sich wegen ihres ehrenamtlichen, sozialen engagement anpissen zu lassen.

          also: der weg ist frei für sie und ihre gesinnung.

          nur, seien sie nicht allzu enttäuscht: was sie mitnehmen, es wird weniger sein, als sie aktuell denken. wovon sie dagegen unendlich viel mit bekommen werden: die klugshicerei und den hass und die wut von…ja, von wem oder was?

           
          • Hans Maier

            Es ist so, wie sie schreiben, Herr Landele. Wenn jmd Pläne usw bearbeitet, sollte das jedoch kein Grund sein, nicht für ein kleines Amt kandidieren zu dürfen. Diese Person macht das ja auch nur auf Anweisung.
            Bei Abstimmungen zu diesem Thema müsste man dann nicht dabei sein.
            Mitarbeiter der Verwaltung mit etwas weniger, ich nenne es mal einfach ‘zu sagen haben’, weil unbedeutend sind die Arbeiten alle nicht, haben schon hier und da z.B. Im Ortsbeirat gesessen. Was ist dann passiert? Ganz einfach: Fraktionszwang. Du stimmst so ab wie wir das sagen! Schon ist der Frust groß und die Lust klein etwas bewirken zu können. Wird auch bei der neuen Partei, die zur Zeit Fruststimmen einfängt, so kommen.

          • P.S. Landele

            Wie alt sind Sie eigentlich Herr Landele, ich meine wegen der “Substanz” Ihrer Kritik und ihres Schreib- und Argumentationsstils?

            Ja Herr Landele, hoch dienen, warum sind Sie dann immer noch in Trier?

            Bei Ihnen hätte ich vor der Konkurrenz auch keine Angst! Gesinnung, ja die anderen Menschen sind alle Gesinnungstäter und Überzeugungstäter, nur die Grünen nicht! 😉

            Och Sie armer Kerl, kommt Leute eine runde Mitleid!

      • Rainer Landele

        upps, da verstehe ich jetzt ihr problem mit der gemeindeordung nicht.

        es ist genau anders herum: wenn jemand einen unwichtigen job in der verwaltung macht, dann kann er/sie auch kandidieren.

        wenn, als beispiel, jemand in der verwaltung die pläne für den umbau von strassen und plätzen in trier bearbeitet – und genau der gleiche mensch sitz im stadtrat und den ausschüssen, welche darüber befinden, ja DANN wäre doch der aufschrei berechtigt, oder etwa nicht?

        ein anderes beispiel, welches die meisten leser*Innen hier bestimmt sofort besser verstehen, weil es ihr abstraktionsvermögen nicht übersteigt, sondern ihre gelebte realität betrifft: wenn der mensch, der im auto der verkehrsüberwachung sitzt, gleichzeitig im stadtrat darüber befinden kann, dass diese überwachung ausgebaut wird, ja DANN wäre das geheule groß. zu recht….

        sowas nennt sich befangenheit. gibt es auch, ohne dass man in der verwaltung arbeitet. (z.b. wenn man architekt ist, oder mitglied eines vereines, welches geld von der stadt bekommt). ein solche entscheidung mitsamt eines “befangenen” wird gerne von gerichten kassiert und daher haben die “feierabendpolitiker” darauf ein besonderes auge…

        komisch daher, was mittlerweile alles für kritikwürdig befunden wird, nämlich selbst die vorschriften der gemeindeordnung, die dafür sorgen sollen, dass man nicht zu seinem eigenem (persönlichen) vorteile beschlüsse fasst…wird immer absurder, die “grundsatzkritik” am system ™…

         
  3. Dr. Norbert Fischer

    In einer anderen Stadt habe ich mal die “Lokalpolitik” mit dem Treiben auf dem Affenfelsen im Kölner Zoo verglichen. Viele Parallelen, wenig Unterschiede.

     
  4. Mario Hau

    Es ist sicherlich ein bemerkenswert hoher Aufwand gewesen, im ganzen Artikel um die AfD herum zu schiffen, so als ob die gar nicht existiere. Man möchte zu dieser stilistischen Meisterleistung geradezu gratulieren.

    Die einzige Fraktion, die sich seit Beginn dieser Thematik realistisch angenommen hat, taucht im gesamten Beitrag nicht ein einziges Mal auf. Stattdessen wird neuerdings die FDP in den Himmel gehoben, die erst aus dem Konglomerat ausscherte, als das Kind so tief im Brunnen war, dass kein Tageslicht mehr nach unten fiel.

    Wer hat denn, durch eine kleine Anfrage, die sinkenden Zuschauerzahlen öffentlich gemacht? Wer hat auf die Unsinnigkeit eines Neubaus hingewiesen, vor dem Hintergrund des Schuldenbergs, der sich in Trier angehäuft hat? Welche Fraktion im Stadtrat Trier hat ein alternatives Konzept entwickelt, das ja auch dem Schreiber dieses Artikels während einer kleinen Pressekonferenz vorgestellt wurde?

    Wir haben das “Theater ums Theater”, wie das Udo Köhler so schön formuliert, von Anfang an begleitet, über Anfragen, Anträge u.v.m., nachzulesen auf unserer Homepage, Herr Thielen.

    Sie mögen sich zwar Trier-Reporter nennen, und stellten bisher auch ein dringend notwendiges Korrektiv zum Volksfreund dar, der gerade in Sachen Theater lange Zeit die Fakten unterm Teppich hielt, aber auch Sie ignorieren mind. 10-15% der Trierer, indem Sie die AfD in den letzten Wochen zunehmend aus Ihrem Wortschatz strichen. Das ist eine tatsächlich unabhängigen und objektiven Mediums nicht würdig, denn wie sowohl Sie als auch wir wissen, entspricht es nicht der Realität.

     
    • Minderwertigkeitskomplexe bei Trierer Parteien

      Minderwertigkeitskomplexe nicht nur bei den Grünen 😉

       
    • AfD?

      “Die einzige Fraktion, die sich seit Beginn dieser Thematik realistisch angenommen hat…”
      waren Sie eigentlich von Beginn an im Stadtrat?! Ich meine so vor paar Jahren?

      “Wer hat auf die Unsinnigkeit eines Neubaus hingewiesen, vor dem Hintergrund des Schuldenbergs, der sich in Trier angehäuft hat? Welche Fraktion im Stadtrat Trier hat ein alternatives Konzept entwickelt, das ja auch dem Schreiber dieses Artikels während einer kleinen Pressekonferenz vorgestellt wurde?” Die FDP!? Die Grünen!? Die SPD? Ach jetzt weiß ich’s wieder die Linke! 😉

      AfD, was ist das? 😉 Biedern Sie sich doch nicht so der “Lügenpresse” an, das haben Sie doch nicht nötig, liebe AfD! Achso, Moment, Afd, was ist das?

      Wir haben das “Theater ums Theater”, […], von Anfang an begleitet,..” ja stimmt, mit einer Hauptrolle beim Theatermachen, und mit welch schlechtem Rollenspiel! 😉

       
  5. Sehr gut!

    Sehr geehrter Herr Thielen,

    erst einmal vielen Dank für diesen tollen Kommentar!

    Die Grünen in Trier? Schamgefühl, selbstkritisch? Schauen Sie sich doch einfach die Kommentare von Herrn Landele an, ein wahrlich gutes Beispiel für die Grünen in Trier!

    “…auf anmaßende Grüne, die ohnehin jedem die Welt erklären können und die im festen Glauben verharren, sie besäßen die alleinseligmachende Wahrheit – in Trier wie auch anderswo.”
    Da haben Sie den Nagel wirklich millimetergenau auf den Punkt getroffen!

    “Verantwortungsgemeinschaft” für Ihre eigenen Posten, sonst nichts!

    “Kulturdezernent Thomas Egger (SPD) hat gestern erneut Fehler im Zusammenhang mit dem Rechtsstreit zwischen Frötzschner und der Stadt eingeräumt.”

    Ja, aber was er zur Abmahnungsmöglichkeit des Herrn Sibelius sagt, ist dann garantiert richtig, wenn ER es sagt! 😉

    Herr Sibelius hat doch offensichtlich seine Kompetenzen überschritten und seinen Dienstherrn nicht ausreichend informiert, was hat das mit einem entstandene Schaden zu tun?

    Dieses Argument von Herrn Egger erschließt sich mir nicht. Herr Sibelius hat sich nicht an eine durch einen Stadtratsbeschluss angewiesene Zuständigkeit gehalten, also reicht das dicke für eine Abmahnung. Er hat sich auch gegen Anweisungen seines obersten Dienstherrn, OB Leibe, verhalten, also?! Es muss doch kein Schaden entstanden sein, um eine Abmahnung zu bekommen!?

    “In Zukunft will Egger die Gremien früher und umfassender über ähnliche Fälle informieren. Mit der Schnelligkeit der neuen digitalen Medien könne die Verwaltung aber nicht konkurrieren.”
    Häh, gründlich arbeiten reicht doch, dann muss er mit keiner Schnelligkeit konkurrieren, nur weil diese seine Fehler schneller aufdecken, als er sie machen kann?!

     
    • Rainer Landele

      und? schon wieder ein heckenschützenkommentar ohne den mut zur eigenen namensnennung? SIE kennen meine position zum theater?

      wenn sie nicht nur des lesens mächtig wären sondern auch des verstehens, dann hätten sie schon lange realisiert, dass gerade ich nicht die mehrheitsposition der grünen hinsichtlich des trierer theaters vertrete. und daher bin ich bei diesem thema gerade kein beispiel für die unterstellte schamlosigkeit der grünen partei.

      was mich definitiv ansickt, ist, wie aus einem großen problem triers ein riesengroßes versagen “der” “feierabendpolitiker” gemacht wird.

      was hier – auch vom rasenden reporter – seit wochen, monaten gemacht wird, ist doch nur skandalisierung und demokratie-bashing. manchen scheint es schlicht gar nicht um das theater und seine zukunft zu gehen, sondern darum, die aktuellen demokratischen prozesse zu diskreditieren.

      dies erklärt auch, warum sie, kommentator*In “sehr gut”, null interessiert und zur kenntnis nehmen, was ich jemals wirklich sagte oder gar denke zum thema theater trier, sondern vielmehr schön weiter ihre unterstellungen verbreiten. “mut zur wahrheit” – lügenpack.

      p.s.: nee wirklich, ihr nickname “sehr gut” ist eine verhöhnung aller, die sich je ums gute und um wahrheit bemüht haben.

       
      • Landele bitte aufhören!

        Herr Landele, lesen Sie erst einmal richtig, bevor Sie antworten!
        Es ging um Ihre sprachlichen Ergüsse hier von der Form und der Art her, nicht um Ihre Position zum Theater. Es ging um die für die Trierer Grünen typische und an Ihnen beispielhaft exemplarische zu beobachtende Überheblichkeit und Arroganz der Grünen im Allgemeinen und Ihnen im Speziellen, einer Abgehobenheit und Hochnäsigkeit, diese gespielte Coolness und das gequälte Trendy-Schreiben was Sie hier abliefern!

        Sie schreiben, dass man denken könnte, Sie seien irgendwo drauf hängen geblieben. Sagen Sie mal, glauben Sie nicht es wäre besser wenn Sie sich mal professionelle Hilfe holen würden? Verfolgungswahn ist ja nichts Schönes!

        “skandalisierung und demokratie-bashing”, ich glaube, Sie haben den Knall noch nicht gehört, Sie verstehen doch gar nicht, worum es hier finanziell und haushaltsmäßig geht!

        Es interessiert mich auch gar nicht was Sie denken und meinen, Sie sind nämlich eigentlich politisch und argumentativ gar nicht mehr ernst zu nehmen! Sie schreiben wie ein Teenie auf Koks! 😉

        Eine freie Presse und freie Meinungsäußerung gehört also für Sie nicht zur Demokratie? Das ist dann “Demokratiebashing”!? Wo leben Sie, in Nordkorea?
        Darf man die “Regierenden” nicht mehr kritisieren, das also ist aus den Grünen geworden!?
        “…komisch daher, was mittlerweile alles für kritikwürdig befunden wird, nämlich selbst die vorschriften der Gemeindeordnung”, ach die Grünen und Sie schreiben jetzt vor, was andere kritisieren dürfen?

        Geht es Ihnen um die Finanzen der Stadt oder wollen Sie nur die Grünen in Trier retten und Ihrem ach so coolen Schreibstil fröhnen? Ich kann mir denken, warum Ihren Parteikollegen Ihre Meinung egal ist, wenn es um das Theater geht. Geht es Frau Kewes um die Finanzen und das Wohlergehen der Stadt oder will Sie Herrn Sibelius verteidigen, komme was da wolle?

        “…ein anderes beispiel, welches die meisten leser*Innen hier bestimmt sofort besser verstehen, weil es ihr abstraktionsvermögen nicht übersteigt, sondern ihre gelebte realität betrifft”. Und Sie unterstellen natürlich allen anderen Mitmenschen, dass sie “blödes Bauern- und Fußvolk” sind, nur die Grünen und Sie stellen die geistige Elite dar!? Merken Sie eigentlich, in welche Richtung Sie und die Grünen sich bewegen?!

         
        • Kruemel

          Da haben Sie recht.

           
      • P.S. Landele

        “p.s.: nee wirklich, ihr nickname “sehr gut” ist eine verhöhnung aller, die sich je ums gute und um wahrheit bemüht haben.”
        Ja die Grünen mit Ihrer Pressemeldung zum Beispiel! Ach Herr Landele, man könnte meinen, Sie sehen schon Drachen?!
        Ich hab Herrn Thielen für seinen Kommentar gelobt, und dann beweisen Sie doch erst einmal mit Fakten, wo Herr Thielen gelogen hat!

        Ja die armen Grünen, nur sie haben sich jemals in der ganzen Menschheitsgeschichte für das Gute und um die Wahrheit bemüht. Und natürlich gleich noch definiert, was das einzig Gute und was die einziger Wahrheit ist, die für alle anderen zu gelten hat! 😉
        Ach ja und bemühen, dass muss Ihnen zugestehen! Sie haben sich stets sehr bemüht!

         
  6. meinung

    Herr Thielen : Sie haben doch selbst geschrieben, dass der Intendant nun Zeit hat, sein neues Schauspielensemble aufzubauen und die Froetzschner Gruppe, die ja, wie sie immer sagt nur wegen ihm nach Trier gekommen ist, kann dann auch mit ihm gehen. Klingt vernünftig!

     
    • Geht doch

      Stimmt genau. Das Ensemble will nur mit Frötzschner und kann dann gerne auch mit ihm gehen. Nur das tun sie nicht, weil sie am Job hängen und nicht an ihm…

       
  7. Stephan Jäger

    „Zwischendrin stehen jene, wie FDP und FWG, die schon immer warnten oder doch zumindest jetzt warnen und fordern.“

    Tja, der feine Unterschied zwischen „SCHON IMMER warnen“ und „JETZT warnen“ ist nur eben der, dass man bekanntermaßen HINTERHER immer schlauer ist.

     
    • Marco Berweiler

      Lieber hinterher schlauer, als gar nicht schlauer…

      Fehler passieren leider immer wieder, aber man muss eben auch ursprüngliche Fehler erkennen, eingestehen, daraus lernen und künftig anders handeln.

      Fakt ist: das Mehrsparten-Theater muss künftig ein “Mehrsparen-Theater” werden, um überhaupt noch existieren zu können.

      Wenn die “Großen” wie CDU, SPD und Grüne weiterhin daran festhalten, fehlt leider der Bezug zur Realität. Die Aussage der Linken ist eine bodenlose Frechtheit.

       
  8. Beobachter

    Sie schreiben, dass Herr Sibelius nun auch die Sparte Schauspiel leitet. Dann ist es auch sein gutes Recht zu entscheiden, mit welchen Schauspielern er in Zukunft arbeiten möchte.
    Wenn die SPD eine Abmahnung von Sibelius fordert, dann irrt sie gewaltig: Sibelius ist vom offiziellen Vertreter der Stadt, nämlich dem Anwalt Robert Kuth zur Verhandlung geladen worden. Dieser Anwalt hätte auch alle anderen Beteiligten informieren müssen. Herr Sibelius hat Egger informiert und auch telefonisch immer auf dem Laufenden gehalten, sogar während des Prozesses. Das hat Egger gesagt und deshalb keine Abmahnung.
    Warum die AfD Sie nun angreift, verstehe ich gar nicht Herr Thielen. Sie fordern eigentlich dasselbe: Abschaffung des Theaters. 250 Mitarbeiter sollen in die Arbeitslosigkeit geschickt werden, ob das der Stadt bzw. dem Staat günstiger kommt?

     
    • Hans Maier

      Er ist lediglich Amtsleiter, der vor der Verhandlung eine Aussagegenehmigung des Dienstherrn benötigt. Die hat er nicht gehabt und selbstherrlich entschieden, dann aber wohl bemerkt, dass das alles eine Nummer zu groß war und dann das Mobiltelefon bemüht.
      Der Anwalt hat kediglich ein (vermutlich letztes) Mandat erhalten. Einen Anwalt hat jeder dabei, der seitens der Stadt schon mal vor Gericht stand. Das kommt häufiger vor, als gemeinhin gedacht, z. B. bei Parkverstössen. Jeder dieser Mitarbeiter muss vorher eine Aussagegenehmigung einholen. Jetzt wird es wieder gedreht wie es gebraucht wird. Schäden ist in dem Moment wohl nicht entstanden. Das kann aber nicht bewertet werden. Alleine die Dreistheit sich so zu geben ist nicht üblich. Bin mal gespannt wenn der nächste Mitarbeiter der Stadtverwaltung vor Gericht seine Aussage tätigt und vorher vergisst den Dienstherrn zu verständigen, ob das auch so lasch gehändelt wird?

       
    • Anna Majewski

      Der Sibelius hat auch das gesamte Weber Ensemble in die Arbeitslosigkeit geschickt, da hat auch kein Hahn danach gekräht. Warum sich also stark machen für die restlichen 210 Mitarbeiter? Die Trier hängen eh nicht an “ihren” Künstlern- das Karussell muß sich drehen und jeder ist sich selbst der Nächster, nicht wahr? Dann kommt eben ein Bespieltheater und die Belegschaft geht Stempeln- na und? Ironie aus.

       
  9. JanPeter

    Ich bin für ein Theater, ggf. auch für ein 3-Sparten -Haus, allerdings muss ohne Frage die Subventionierung von einzelnen Tickets extrem schrumpfen. Ziel ist natürlich 0 Euro. Das wird wohl nie passieren, aber es kann nicht sein, dass elementare Dinge für eine Stadt an der Finanzierung scheitern, ein Luxusbetrieb wie in Theater aber egal wie durch geschleppt wird.

    Solange manche Ortslagen 2016 noch immer nicht annähernd ausreichend an das ÖPNV-Netz angebunden sind, Tickets dafür so hoch sind, dass es unrealistisch ist, dass Familie Bus statt Auto fahren, solange man Brunnen im Sommer ausschaltet, weil sie zu teuer sind, solange kein Geld für deutlich mehr Förderprogramme für Langzeitarbeitslose (ja, das kann auch eine Kommune machen, sie profitiert ja besonders vom Erfolg) da ist, so lange braucht es auch keinen Tempel für Dekadenz. Nichts anderes ist ein Theater direkt in der City. Bis dahin reißt das Ding ab und lasst notfalls dort ein Shopping Center entstehen, wegen mir auch eine ökologische Ausgleichsfläche, einen Streichelzoo oder wie man es in Trier traditionell mit guten Lagen macht, einen Auto-Parkplatz. Aber bitte keine Geldverbrennungsmaschine.

     
    • Rainer Landele

      sehen sie, den vergleich ÖPNV vs. theater teile ich. weil es um teilhabe der menschen am gesellschaftlichen leben geht.

      aber ihre abqualifizierung von (theater-)kultur verstehe ich nicht. sowenig, wie ich verstehe bzw. akzeptiere, dass z.b. eishockey und eissporthalle, weniger wertvoll seien als schwimmbad, eintracht trier oder postsportverein. egal, da zurück zum kern…

      es geht schlicht darum, was die stadt leisten kann, sich leisten kann – und sich leisten will. aber genau dies wird ja gar nicht wirklich thematisiert: das die lobby für sogenannte hochkultur einfach stärker ist, als jene, die dafür kämpft, dass omi und opi aus den stadtteilen an der (innenstadt-)kultur, am sozialen leben teilnehmen können.

      die träumer von links kommen dann und behaupten dann, man dürfe die verschiedenen (ökonomisch schwachen) gruppen nicht gegeneinander ausspielen. toll: darf man nicht – macht es aber. es gewinnt eben die stärkere gruppe. und die ist nicht jene, die den 14 jährigen aus trier west, den behinderten aus dem schammat-dorf oder den rentner aus mariahof im blick haben.

      mit den drohenden kosten für das theater (seit langem bekannt! auch in der höhe! nur gab es darüber kein “neutrales” gutachten…) ist nun eben ein punkt erreicht, welches man (wie heißt es auf andauernd?) “nicht mehr vermitteln” kann. war auch schon vor zwei jahren klar, dass man keine 50-100mio vermitteln kann bei 700mio schulden. selbst wenn die stadt nur einen anteil selbst zu tragen hat.

      zwei ausflüchte haben sich als traumtänzerei erwiesen, wie sie es von beginn an (vor fünf jahren!) bereits waren:

      1. das land beteiligt sich erheblich höher an den kosten.

      2. die landkreise beteiligen sich überhaupt den kosten

      beides passiert nicht – crash!

      alle hoffnung der “feierabendpolitk” zerschlagen. die ganze intendantenquälerei ist da nur das i-tüpfelchen. auch ohne wäre das problem ja vorhanden.

      das manche der weniger theater-affinen “feierabendpolitiker” vielleicht recht froh sind, in dem intendanten nun die sündenbock-abrissbirne gefunden zu haben, darüber schreibt der rasende reporter nix. wäre ja auch VT…

      na ja, was solls, bald haben wir dann eben in trier wieder völkisches theater…dann wird alles gut, “sehr gut”…

       
      • augur

        Herr Rainer Landele, der Verteilungskampf wird wüst werden in Trier in der nächsten Zeit, weil ihre grüne Partei den Neubau einer einzelnen (!) Grundschule für mindestens 5 Mio Euro zur Wiederwahl ihres einzigen grünen Ortsvorstehers zusammen mit der CDU durchgesetzt hat.

        Andere Grundschulen in Trier werden zusammengelegt für einen Neubau. Weitere Schulen brauchen dringend mehr Platz und müssen saniert werden. Die Stadtverwaltung hat bereits die Vorlagen in der Schublade für weitere Zerschlagung von weiterführenden Schulen. Das HGT hat es bereits getroffen, weitere sollen folgen, da vorhandene Gebäude genutzt werden müssen, vor einem Neubau.

        Nur die Grünen bedienen ihr Klientel und haben sich über alles hinweggesetzt.

        Angesichts dessen wird es für das Theater sehr, sehr eng werden. Die Sanierung für die IGS verschlingt über 20 Mio bei sinkender Akzeptanz. Die Feuerwache in Ehrang verschlang Millionen. Der Neubau der Hauptfeuerwache muss dringend angegangen werden.

        Ich warte auf ihre grünen Vorschläge.

        Ihr augur

         
        • Rainer Landele

          oje, sie bringen aber viel hier aufs tablett. wobei, sie haben ja recht: alles hängt mit allem zusammen, insbesondere, wenn alles finanziert werden muss.

          also, als erstes, zur grundschulenproblematik, nein, zur egbert-grundschule (warum benennen sie es nicht konkret?). ist nicht nur nicht meine position innerhalb der grünen, dass dies nicht nur der sache geschuldet ist, sondern eben auch den realen machtverhältnissen. so ist politik… wer meint, es müsse in der politik (=den gesellschaftlichen entscheidungen) nur um “die sache” gehen, der muss halt wissenschaftler werden. und auch da wird er/sie/es/* lernen, dass die teil der sache mehr ist, als nur fakten und finanzen und rationalität…

          also weiter: wo ist ihr problem, wenn in die IGS mehr investiert wird?

          wo ist das problem hinsichtlich feuerwache? die stadt ist gezwungen, diese investitionen zu tätigen. meine meinung: 1euro in mehr (feuer-)sicherheit ist mir lieber als ein euro mehr in vermeintlich hochkultur…

          als letztes: die grünen haben also, lt. ihrer meinung, ihre klientel bedient und sich über alles hineggesetzt. was ist bitte sehr “alles”? ihre interessen?

          mein anliegen als grüner war es nie, alle interessen bedienen, sondern jene, die ich für richtig halte. das sind tendenziell eher jene, die der gesamtheit dienen und nicht einer klientel. aber natürlich kann man behaupten, die unterstützung einer biobäckerei diene nicht der gesamtheit sondern nur einer klientel. so, wie man behaupten kann, der bau eines AKW diene der gesamten gesellschaft… anders, kurz: alle nehmen für sich immer gerne in anspruch, zum wohle alle zu wirken. ist aber weder immer der fall noch immer leicht zu entscheiden, ob es stimmt. also, woher weiß ich, der leser, dass sie nicht nur ihr partikularinteresse vertreten? von daher: solche “vorwürfe” wie “Nur die Grünen bedienen ihr Klientel und haben sich über alles hinweggesetzt” sind schlicht billig und wohlfeil…niemand kann die richtigkeit entscheiden.

          zugleich: sie können natürlich solche meinung bzw. bewertung haben und sie öffentlich vertreten.

          nennt man: demokratie.

          wertvoller als gedacht 😉

           
  10. innenansicht

    @Frau Majewski:: Ihr Kommentar ist nicht ironisch, sondern wie viele Ihrer Aussagen einfach nur widerlich!

     
  11. Tobi Werner

    Muss man da noch was anmerken? Nein

     
    • Rainer Landele

      dann sieben worte zuviel. und ein fragezeichen!11elf!!

       
      • 11 elf

        Helau Herr Landele!
        11 elf 😉
        und da geschah es eines Tages, er zählte bis elf! 11!

        7 Wörter plus ein Fragezeichen = 11elf?!
        Okay, die Grünen biegen sich die Welt, wie sie Ihnen gefällt?
        11elf sind sogar 22! oder die Quersumme 4! 😉

         
  12. Beobachter

    Der Intendant muss als Sündenbock herhalten für eine völlig verfehlte Kulturpolitik. Groß wird über das Millionen Defizit geschrieben und geschimpft. Seit Jahren ist aber bekannt, dass es dieses Defizit geben wird, wenn die Stadt keine Strukturreformen zulässt oder mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden. Die Stadt will ein Theater, alle Sparten, die Menschen, die dort arbeiten sollen, müssen nach Tarif bezahlt werden: Wie soll das gehen, wenn die Mittel nicht reichen? Also: ehrlich sein und zugeben, dass die Stadt und der Trier Reporter dieses Stadttheater so nicht wollen, den Intendanten noch seine Arbeit machen lassen ohne ihn ständig für alles die Schuld zu geben und überlegen, wie es weitergehen soll. Aber nicht über den Trier Reporter, sondern am Diskussionstisch.

     
  13. Berthold

    Ich höre dauernd von wegen Arbeitsplätze?!? Die Leute sind doch durch die Bank städtische Angestellte, also habe sie auch ein Recht auf Weiterbschäftigung. Bei der Stadt gibts genug Stellen zu besetzen, dann müssen sie halt eine Umschulung machen, machen Millionen andere auch oder haben gemacht. Und wer eine Zeitvertrag hat der muss sich halt einen anderen Job suchen.

     
  14. Joachim Baron

    @Landele
    Was ist das für eine flache Logik? Mit dem Totschlagargument kann man jede Kritik für nichtig erklären. Ich darf mein Essen im Restaurant nicht kritisieren, da sich sonst Koch werden müsste und ich darf meine Autowerkstatt nicht kritisieren, da ich sonst KFZ-Mechaniker werden müsste. Niemand zwingt jemanden in der Politik zu gehen, die machen das alle freiwillig.
    Aber back zu stage (Theater). Wenn man auch nur ein Bruchteil des Geldes in TUFA, freie Szene, Projekte investieren würde, hätte man wirklich eine “blühende” Kulturlandschaft. Der Bergbau ist auch begraben, aber deswegen (siehe z.B. Völklingen) ist das wirklich nicht “das Ende”.

     
    • Rainer Landele

      ich habe etwas länger gebraucht, um zu erkennen, worauf sich ihr kommentar bezieht. es geht wohl um meinen vorschlag, jene, die hier dicke klugshicerbacken machen, sollten es endlich mal ernsthaft mit der realität versuchen und selber politik machen.

      wo, bitte sehr,ist das flache logik? doch nur, weil es offensichtlich berechtigt ist. klar kann man fünf jahrzehnte die qualität des essens der angetrauten kritisieren – ohne auch nur einmal selbst aufgetischt zu haben. glaubwürdig oder gar gerecht ist so etwas nicht.

      aber: ich habe die kritik gerade eben nicht für “nichtig” (was heißt das? belanglos? überflüssig? unberechtigt? besserwisserisch?) erklärt, sondern die kritikaster aufgefordert, aus der billigen stammtischecke raus zu kommen und selber das heft des handelns in die hand zu nehmen.

      ich gebe ihnen mal ein lustiges beispiel: jeden tag muss man sich von journalisten anhören, wie man sich als ehrenamtlicher feierabendpolitiker zu verhalten und zu entscheiden hätte. und wenn man konträr dazu stellung bezieht, dann ist man nicht authentisch oder frei oder dem gewissen gefolgt, NEIN!, dann hat man sich ja der partei unterworfen, dem fraktionszwang, den eigenen interessen. weil: die überlegende moralische instanz “journalist” weiß es natürlich besser. ach, schlimmer noch: kritisiert man (als politiker) die form oder die darstellung oder die persönliche verleumdung – ja, dann ist das gleich ein angriff auf die pressefreiheit. LÄCHERLICH! aber so läuft es…

      und genau so bei ihnen: ich kritisiere die kritiker und fordere diese auf, ihre positionen nicht nur aufs billige papier zu bringen, sondern in die arena zu tragen, die agora. der marktplatz, der kampfplatz der demokratie. und schon kommt jemand daher – sie – und heult herum, so etwas dürfe man nicht fordern, weil jeder hätte doch das recht um kritisieren, zum klugshicen, zum besser wissen? aber ich dann nicht das recht, zu fordern: geht ins gefecht, in die heiße küche, ins parlament.

      wir sind bei dieser sache nicht in einer kritik über musik, film, kunst – wo auch jeder gerne eine meinung verkünden darf, ohne jemals eine ahnung von musik, film, kunst gehabt zu haben.

      https://www.youtube.com/watch?v=6ozEA0JJiCY

      wir sind hier bei einer sache, wo JEDE/R* das recht hat, mit zu mischen. ich fordere nur: wenn schon mitmischen, dann schlagt euch auch.

       
      • Flache und elitäre Logik

        Herr Landele, nach Ihrer Argumentation dürfen nur die etwas zur Meinungsbildung beitragen, die sich politisch engagieren.

        Die aber, die vielleicht keine Zeit dafür haben, da sie vielleicht Ihren Müll wegfahren müssen oder für Sie Lebensmittel durch die Gegend karren usw . usw. dürfen hier nicht Ihre Meinung kundtun.
        Es hat nicht jeder Mensch Zeit und Muße wie Sie, in die Politik zu gehen, trotzdem hat jeder Bürger das Recht, seine Meinung zu äußern! Ihr Demokratieverständnis ist vollkommen pervertiert! Mit den Grünen, die einmal angetreten sind, mit der APO usw. haben Sie garnichts mehr gemein!

         
  15. Rowdie

    O Rainer, O Rainer, es wird immer schlimmer und konfuser,Landele gegen den Rest der Welt

     
    • Rainer Landele

      übersteigen meine beiträge ihr verständnisvermögen? manche halten sich ja schon für “das volk”. das sich aber hier der rest der welt findet, das ist mir neu. politisch eher rudis reste rampe…

      oh, jetzt habe ich alle(tm) beleidigt. wollte ich gar nicht. nur den rasenden reporter…

       
      • Gutes Zeug!

        uiuiui, man könnte meinen, dass das wahrlich gutes Zeug zu sein scheint, was hier so anscheinend konsumiert werden könnte!

        Warum gegen den Rest? Er kämpft doch auch schon mit sich selbst?!

        Sie beleidigen sich im Grunde eigentlich nur selbst mit Ihrem Verhalten und Auftreten hier, Herr Landele! 😉

        Es hat Sie doch niemand gezwungen in die Politik zu gehen (wenn Sie da überhaupt sind!?) oder blieb Ihnen nichts anderes übrig?
        Von mir aus können Sie sich auch gerne ein anderes Hobby suchen!

         
  16. Rainer Landele

    @hans meier

    da ich nicht auf ihren kommentar direkt antworten kann, also nun hier:

    den sprung zum fraktionszwanz verstehe ich nun nicht. damit hat die gesamte problematik doch nix zu tun.

    es geht darum, ob jene, die arbeiten bzw. aufräge aus zu führen haben/ausführen wollen, sie selbst diese aufträge geben können sollen.

    es geht um befangenheit – und wo da die grenze ist. wenn man kritisiert, dass da die grenze zu streng gezogen wird, finde ich dies ein wenig witzig, weil andauernd “den” politikern (= politisch tätigen) unterstellt wird, nur ihrem eigenen nutzen zu folgen.

    ich persönlich bin da eher für mehr strenge.

     

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