In Metz wurde Malu Dreyer als große Europäerin geehrt

Die Franzosen ehrten Ministerpräsidentin Malu Dreyer als große Europäerin. Foto: Staatskanzlei

METZ/TRIER. Am heutigen Montag wurde Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei einem Besuch des Département Moselle in Frankreich als große Europäerin geehrt.

“Mehr denn je müssen wir für die europäische Idee eintreten. Nur sie gibt Antworten auf alle großen Fragen der Gegenwart und Zukunft. Es darf keinen Rückfall in nationale Egoismen, Kleinstaaterei oder Abschottung geben, er würde in die Sackgasse führen“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei einem Besuch des Robert-Schuman-Hauses in Scy-Chazelles bei Metz. Das werde gerade hier, an diesem symbolträchtigen europäischen Erinnerungsort deutlich, an dem der Gründungsvater des europäischen Parlamentes seine Idee für ein geeintes Europa entworfen hat. “Robert Schuman war ein mutiger Visionär und ein wahrhaftiger Europäer. Seine Gedanken und seine Lehren sind unentbehrlich sowohl für unser Verständnis des europäischen Einigungsprozesses. Nach der Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus erhielt Deutschland eine Chance, vom Feind zum Freund zu werden. Dafür müssen wir unendlich dankbar sein. Mir bedeutet es viel, hier zu sein“, betonte die Ministerpräsidentin.

Sie besuchte auf Einladung des Präsidenten des Départementalrates, Patrick Weiten, das Wohnhaus und das Grabmal Robert Schumans. Im angrenzenden Museum ehrten die Franzosen Ministerpräsidentin Dreyer und enthüllten in der Galerie der großen Europäer ihr Portraitfoto. Bei dem anschließenden Gespräch mit Präsident Patrick Weiten ging es um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Großregion sowie die Vertiefung der Beziehungen zwischen Rheinland-Pfalz und dem Département Moselle bei Themen wie Mehrsprachigkeit, Mobilität und Berufsbildung. “Die europäische Einigung vollzieht sich nicht nur entlang gemeinsamer Verträge. Sie muss durch persönliche Begegnungen und konkrete Maßnahmen gestaltet werden. Genau das macht unsere Zusammenarbeit in der Großregion so wichtig und erfolgreich. Europa ist hier seit vielen Jahren gelebter Alltag“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Europa muss sein Schicksal in die eigenen Hände nehmen

Sie bezeichnete es als zentrale Aufgabe, junge Menschen stärker einzubinden und sie dafür zu gewinnen, sich für Europa einzusetzen. Dreyer dankte an dieser Stelle auch dem Robert-Schuman Europazentrum, das mit seinem Bildungsprogramm junge Leute mit der europäischen Idee vertraut macht und ihr demokratisches Verständnis fördert. “Wir alle profitieren von Europa, nicht nur bei Urlaubsreisen, sondern auch, wenn wir im Ausland studieren wollen, oder beim Austausch von Waren und Dienstleistungen über Grenzen hinweg. Das können wir gar nicht oft genug deutlich machen“, so die Ministerpräsidentin. Rheinland-Pfalz werde in diesem Sommer den Vorsitz in der Europaministerkonferenz der Länder übernehmen und bei dieser spannenden Aufgabe besondere Akzente bei der deutsch-französischen Zusammenarbeit, bei der Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und auch beim Thema “Europabildung“ setzen. “Es liegt im Interesse von Europa, sein Schicksal in die eigene Hand zu nehmen. Diese Erkenntnis von Robert Schuman ist heute genauso aktuell wie vor 70 Jahren. Wir verdanken ihm viel und können von ihm lernen. Europa braucht Visionen und mutige Menschen wir Robert Schuman“, sagte die Ministerpräsidentin. (tr)


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Erstellt am Autor trier reporter in Die Reporter-Meldungen Hinterlasse einen Kommentar

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