“Investitionen auf Westtrasse nur für Personenverkehr”

Der Lärm durch Güterzüge ist ein Ärgernis für die Anwohner in den westlichen Stadtteilen.

Der Lärm durch Güterzüge ist ein Ärgernis für die Anwohner in den westlichen Stadtteilen.

TRIER. Vor dem Hintergrund der temporären Umleitung von Güterzügen über die Bahnstrecke im Trierer Westen und der damit verbundenen Lärmbelastung der Anwohner weist die Stadt Trier darauf hin, dass entgegen anderslautender Presseberichte kein Zusammenhang zwischen der Zunahme des Güterverkehrs und der für 2018 geplanten Wiederaufnahme des Personenverkehrs auf der Trasse bestehe.

Der Stadtrat hatte im März die Bahn in einer Resolution dazu aufgefordert, den Güterverkehr auf der Weststrecke auf ein Mindestmaß zu beschränken, die Geschwindigkeit auf 50 Stundenkilometer zu reduzieren und die Anwohner rechtzeitig über Umleitungen zu informieren. “Wir werden uns weiter auf verschiedenen Ebenen für eine Reduzierung des Lärms an der Westtrasse einsetzen. Die Pläne zur Reaktivierung der Strecke für den Personenverkehr sind hierfür jedoch nicht die Ursache”, betont der neue Baudezernent Andreas Ludwig (CDU).

Falsch sei, so das Rathaus in einer Presseerklärung, die Darstellung in mehreren Presseberichten, wonach der Güterverkehr für die Überleitung vom Güterbahnhof Ehrang auf die Westtrasse ein Gleis benutze, das im Hinblick auf die Wiederaufnahme des Personenverkehrs instandgesetzt worden sei. Die Güterzüge beführen vielmehr ein schon seit langem bestehendes Verbindungsgleis. Für den Personenverkehr müsse dagegen erst noch ein neues Überleitungsgleis gebaut werden, denn mit dem bestehenden Schienenstrang könne der geplante neue Haltepunkt Hafenstraße nicht bedient werden. “Für die derzeitige Abwicklung des Güterverkehrs hat das neue Überleitungsgleis keinerlei Bedeutung, da es noch gar nicht existiert”, erklärt Wilko Kannenberg, Verkehrsplaner im Baudezernat.

Die Wiederaufnahme des Personenverkehrs auf der Westtrasse ist für den Dezember 2018 vorgesehen. Die Landesregierung stellt für die Reaktivierung der Strecke rund 19 Millionen Euro bereit. Damit wird neben dem neuen Verbindungsgleis für Personenzüge der Bau von vier neuen Regionalbahnhaltepunkten finanziert. “Weitere Schienenausbaumaßnahmen sind nicht geplant. Somit profitiert der Güterverkehr auch nicht von diesem Projekt”, so Kannenberg. Das Gegenteil sei richtig: Durch den geplanten 30-Minuten-Takt im deutlich leiseren Personenverkehr würden weniger Zeitfenster für Güterzüge zur Verfügung stehen. (tr)


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Erstellt am Autor trier reporter in Die Reporter-Meldungen 1 Kommentar

Kommentar zu “Investitionen auf Westtrasse nur für Personenverkehr”

  1. Johannes Schölch-Mundorf

    Klar Herr Kannenberg, wenn tagsüber die Zeitfenster für Güterzüge ab 2018 fehlen, dann fahren die Güterzüge eben täglich nachts und rauben den Anwohner(innen) den Schlaf.

    Johannes Schölch-Mundor
    Stellv. Ortsvorsteher Trier-West/Pallien

     

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