“Jeder Mensch kann einen Beitrag leisten”

Gut 120 Besucher verfolgen am Donnerstag im Theaterfoyer den Auftakt zum zewitägigen Workshop “Alles ums Theater”. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Mit einer zweitägigen Veranstaltung wollen die beiden Vereine “Trier-Forum” und “Baukultur Trier” den Blick der Öffentlichkeit auf das Viertel rund um das Theater Trier lenken. Mit der Sanierung des Theaters müsse auch das Umfeld attraktiver gestaltet werden, lautet eine der Forderungen.

Mehr als 120 Gäste waren am Donnerstagabend der Einladung zu einem ersten Gedankenaustausch in das Theaterfoyer gefolgt. Sowohl Hans-Jürgen Stein (Baukultur Trier) wie auch Daniel Thull (Trier-Forum) machten in ihrer Begrüßung deutlich, dass das zentrale Viertel um das Theater vielfältige Möglichkeiten zu städtebaulichen Änderungen und Entwicklungen bietet.

Welche genau das sind, sollen die Teilnehmer am Freitagmorgen, 16. November, bei einem Rundgang mit Experten selbst erforschen. Die Vorgehensweise erläuterte der Architekt Alois Peitz, der die Idee zu diesem Workshop hatte. An fünf Thementischen sollen nach dem Rundgang Ideen gesammelt werden, die entweder sofort, mittelfristig oder aber als Visionen für einen späteren Zeitpunkt infrage kommen.

Die Sanierung des Theatergebäudes sei ausdrücklich nicht Thema dieser Veranstaltung, betonte der 86-Jährige. Die sehe er bei der Verwaltung in guten, vorbereitenden Händen. Man könne jedoch nicht sanieren, ohne zu wissen, was sich im Umfeld ereigne, sagte Peitz. Die Ergebnisse der Ideensammlung sollen seinen Worten zufolge später in einer Dokumentation zusammengeführt werden. Dass an dieser Diskussion nicht nur Fachleute teilnehmen würden, mache durchaus Sinn, meinte der Architekt und schloss mit den Worten von Nobel-Preisträger Paul Romer: “Jeder Mensch kann einen Beitrag leisten.”

Mit ihrem Vortrag über “Die Bürger und ihre Stadt” sorgt die Architektin Rena Wandel aus Saarbrücken für erste Denkanstöße.

Skepsis gegenüber dem Theater ist Vergangenheit

Über das große Interesse freute sich Kulturdezernent Thomas Schmitt. Dass es solch einen Rückhalt für das Theater gebe, sei wegen der Geschehnisse in der Vergangenheit keine Selbstverständlichkeit. Auch die Entwicklung beim Kartenverkauf stimmt den Dezernenten positiv. Über 50.000 Tickets seien bereits verkauft. Den großen Zuspruch führte Schmitt auf Intendant Manfred Langner zurück, der die große Skepsis der Menschen gegenüber dem Theater gekonnt abgebaut und ins Gegenteil umgewandelt habe. Vor diesem Hintergrund könne man nun auch eine Sanierung wagen. Ein entsprechender Wettbewerb soll seinen Worten zufolge Anfang 2019 ausgelobt werden.

Die Idee für den Workshop begrüßte Schmitt ausdrücklich. “Wir dürfen aber keine Wünsche und Erwartungen wecken, die später unerfüllbar sein werden”, mahnte er an.

Erste Ideen und Anregungen lieferte an dem Abend ein Vortrag der früheren Saarbrücker Baudezernentin, Rena Wandel. Ergänzt wurde dies durch einen “Faktencheck und Vision” von Baudezernent Andreas Ludwig. (-flo-)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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