Konjunktur im regionalen Handwerk: stark und stabil

REGION. Die konjunkturelle Stimmung in den Handwerksbetrieben der Region Trier hat sich erneut verbessert. Die hervorragenden Vorjahreswerte sind nochmals gestiegen. Das hat die Frühjahrsumfrage der Handwerkskammer unter ihren Mitgliedern ergeben. Insgesamt zeigt sich das regionale Handwerk weiterhin sehr stabil und rechnet auch weiterhin mit positiven Entwicklungen.

94,4 Prozent (Vorjahreswerte jeweils in Klammern, hier: 87,9) der befragten Unternehmen bewerten ihre derzeitige Geschäftslage mit “gut“ oder “befriedigend“. Jeder Dritte gibt eine Betriebsauslastung von über 70 Prozent an. Über alle Branchen hinweg liegt der Auftragsbestand im Schnitt bei 11,3 Wochen. Ein Drittel der Befragten gibt an, in das Unternehmen investiert zu haben.

Der vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) in Berlin neu definierte Geschäftsklima-Indikator erreicht mit 154,5 Punkten einen Spitzenwert. Dieser Wert setzt sich aus den Beurteilungen der aktuellen Geschäftslage und den Erwartungen der künftigen Geschäftslage zusammen.

Nach Gewerbegruppen aufgeteilt, ergeben sich die besten Beurteilungen im Gesundheitsgewerbe, wie beispielsweise bei Zahntechnikern oder Augenoptikern, sowie im personenbezogenen Dienstleistungsgewerbe wie Schneidern oder Schuhmacher. Sowohl mit der aktuellen als auch der erwarteten Geschäftslage zeigen sich diese befragten Wirtschaftszweige sehr zufrieden.

Auch im Baugewerbe herrscht gute Stimmung. 95,7 Prozent (86,5) der befragten Zimmerer und Dachdecker sind mit der aktuellen Geschäftslage zufrieden. Von den Befragten im Ausbaugewerbe  sind 95,4 Prozent (91,9) mit der aktuellen und sogar alle Befragten mit der erwarteten Geschäftslage zufrieden.

Deutlich verbessert hat sich die Stimmung in den Handwerken für den gewerblichen Bedarf. Hier geben 92,3 Prozent (77,4) der Befragten an, mit der aktuellen Geschäftslage zufrieden zu sein. Ähnlich gut ist auch die Stimmung im Kraftfahrzeuggewerbe. Hier liegt der Zufriedenheitswert mit 91,3 Prozent knapp unter dem Vorjahreswert (93,3).

Den niedrigsten Wert erzielt derzeit das Nahrungsmittelgewerbe. Allerdings gibt hier nur jeder Fünfte an, mit der aktuellen Geschäftslage nicht zufrieden zu sein. Bäcker und Fleischer erwarten künftig eine noch positivere Geschäftslage.

Branchenübergreifend entwickeln sich auch andere Indikatoren wie Auftragsbestand, Umsatzentwicklung und Investitionstätigkeit weiterhin positiv. So bewerten die Betriebe die vorhandenen Auftragsbestände von 90 Prozent als normal bis überdurchschnittlich für diese Jahreszeit. 83 Prozent (75) der Befragten geben einen gleichen oder gestiegenen Auftragseingang gegenüber dem Vorquartal an. 95 Prozent (91) erwarten für das Folgequartal gleiche oder steigende Auftragseingänge. Die durchschnittliche Auftragsreichweite liegt mit 11,3 Wochen (8,2) ebenso über dem Vorjahreswert.

Der Personalbestand ist laut Umfrageergebnis branchenübergreifend bei rund einem Drittel der Befragten gegenüber dem Vorquartal gleich. Ebenso viele Betriebe erwarten auch künftig keine Veränderung. Weitere 20 Prozent der Befragten möchten zusätzliches Personal einstellen. Demgegenüber geht nur jedes zwanzigste Unternehmen davon aus, Personal zu verlieren oder freistellen zu müssen.

Die Preise für den Einkauf sind insgesamt gestiegen und werden voraussichtlich weiter steigen. Gleich¬zeitig konnten die meisten Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen teurer verkaufen. Das regionale Handwerk rechnet damit, dass die Preise weiter steigen. (tr)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Die Reporter-Meldungen Hinterlasse einen Kommentar

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