Kreisel, Wehr und viel Verkehr

Kann die Feuerwehr ans alte Polizeipräsidium umziehen?

TRIER. Lässt sich die Trierer Hauptfeuerwache auf dem Gelände des ehemaligen Polizeipräsidiums unterbringen? Diese Frage hat ein Verkehrsgutachten geklärt – und dabei die Folgen eines umstrittenen Wohngebietes besonders in den Blick genommen.

Wenn das Castelnaugelände in Trier-Feyen in Zukunft einmal komplett bewohnt ist und womöglich auch das Baugebiet zwischen Mariahof und Brubacher Hof, dann fließt mehr Verkehr aus diesen Bereichen ins Tal. Der Kreisel an den Kaiserthermen wird eine höhere Belastung haben. Kann man trotzdem eine neue Feuerwache auf dem Gelände des ehemaligen Polizeipräsidiums bauen? Diese Frage sollte eine Verkehrsuntersuchung des Ingenieurbüros R+T klären, die vergangene Woche im zuständigen Dezernatsausschuss vorgestellt wurde. Das Ergebnis, das Diplom-Ingenieur Sebastian Hofherr präsentierte, lautete: Ja, der Standort ist möglich.

Die Voraussetzungen Das Verkehrsgutachten hat als Grundlage eine ausführliche Verkehrszählung vom September 2016. Es geht davon aus, dass Castelnau voll entwickelt und ein Baugebiet Brubacher Hof entstanden ist, so wie im Entwurf des Flächennutzungsplans vorgesehen. Das bringe aus dieser Richtung auf den ganzen Tag gesehen rund 20 Prozent mehr Verkehr an den Kreisel, sagte Hofherr. Der Kreisel sei dieser Belastung aber gewachsen. Gleichzeitig geht das Gutachten davon aus, dass die Aulstraße ausgebaut und dort eine neue Brücke gebaut ist, die die Höhenlage entlastet.

Die Gebäude-Anordnung Das Verkehrsgutachten ist noch keine Planung für die Feuerwehrgebäude, aber die Experten haben schon untersucht, wie diese sinnvollerweise dort stehen müssten. Denn das Gelände weist ein Gefälle von der Südallee beginnend auf. Daher sehen die Verkehrsexperten es für weitere Planungen als unerlässlich an, dass die Alarmausfahrt, also die große Fahrzeughalle mit Feuerwehr- und Rettungsfahrzeugen, parallel zur Südallee liegen muss. Eine weitere Zufahrt auf das Gelände mit Zufahrtskontrolle auf den Fahr- zeughof würde über die Straße An den Kaiserthermen erfolgen, an der auch – möglichst weit im Süden – die Ein- und Ausfahrt zu einer neuen Tiefgarage liegen müsste. Die bestehende Tiefgarage der Polizei ist wegen mangelnder Höhe nicht für eine Nutzung durch die Feuerwehr brauchbar. Sie müsste neu gebaut werden.

Der Alarmfall Kann die Feuerwehr an diesem vielbefahrenen Kreisel schnell genug ausrücken? Um das zu testen, haben die Experten verschiedene Szenarien simuliert. Laut Hofherr so, dass die Belastung sogar noch höher ausfallen könnte und auch mit Störungen, die nicht durch den Kreisel verursacht sind – beispielsweise Baustellen auf der Olewiger Straße. Die Ampeln am Kreisel und an der Südallee und Kaiserstraße müssten für den Einsatzfall ein besonderes Programm bekommen. Auch an der heutigen Hauptfeuerwache am Barbara-Ufer wird der Verkehr im Einsatzfall für die Feuerwehr bereits ausgebremst. Zwei zusätzliche Bedarfsampeln nur für den Einsatzfall würden an der Südallee vor der Straße An den Kaiserthermen und gleich gegenüber auf der Kaiserstraße angebracht.

Für den Fall, dass die Feuerwehr in Richtung Kreisel ausrücken müsste, würde der gesamte Kreisel auf Rot geschaltet, der Verkehr aus Richtung Südallee könnte zunächst noch abfließen. Dann bekäme die ausfahrende Feuerwehr Grün. Im Falle eines Einsatzes in Richtung Ufer – also mit Ausfahrt auf die Kaiserstraße – könnte der Verkehr am Kreisel weiter fließen, die Südallee würde auf Höhe des Stadtbades auf Rot geschaltet, die Kaiserstraße gegenüber der Ausfahrt ebenfalls. Innerhalb von rund 70 Sekunden könnte die Feuerwehr störungsfrei auf Südallee und Kaiserstraße ausfahren, folgerte Hofherr. Die Feuerwehr brauche in der Regel von der Alarmierung bis zur Abfahrt zwei Minuten, sagte Feuerwehrchef Herbert Albers-Hain. Er könne mit der vorgeschlagenen Lösung gut leben. Für die Autofahrer am Kreisel bedeutet der Alarmfall maximale Wartezeiten von bis zu zwei Minuten, je nach Belastung der Zufahrtsstraßen, hat das Gutachten ergeben. Durchschnittlich gebe es zwei Einsätze pro Stunde, sagte Albers-Hain.

So geht es weiter Das Verkehrsgutachten wird zunächst auch noch einmal im Bauausschuss vorgestellt. Bei einem möglichen Architektenwettbewerb könnte es als Grundlage dienen. (tr/Quelle: Rathaus-Zeitung)


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