Land startet Kampagne – IHK: “Qualität stärken”

Zusammen mit Wirtschaftsministerin Eveline Lemke und Arbeitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler stellte Ministerpräsidentin Malu Dreyer in Mainz die überregionale Kampagne zur Fachkräftesicherung vor. Foto: Sell/Staatskanzlei

Zusammen mit Wirtschaftsministerin Eveline Lemke und Arbeitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler stellte Ministerpräsidentin Malu Dreyer in Mainz die überregionale Kampagne zur Fachkräftesicherung vor. Foto: Sell/Staatskanzlei

MAINZ/TRIER. Mit einer Fachkräftekampagne will die Landesregierung Fachkräfte für ein Leben und Arbeiten in Rheinland-Pfalz gewinnen. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) startete am Freitag zusammen mit Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne) und Arbeitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) die überregionale Kampagne mit dem Slogan “Rheinland-Pfalz für Fachkräfte”. Ziel ist es, potentiellen Fachkräften zu zeigen, dass man in Rheinland-Pfalz gut leben und arbeiten kann. “Wir gehen verstärkt dahin, wo die Menschen sich heute über berufliche Möglichkeiten informieren, ins Internet. Durch Verlinkungen erhalten vor allem auch potentielle ausländische Fachkräfte die für sie wichtigen Informationen”, erklärte Dreyer. Das Land stelle für die Kampagne bis zu zwei Millionen Euro zur Verfügung.

“Rheinland-Pfalz hat eine Menge zu bieten: Das Land steht sehr gut da und gehört zu den wirtschaftlich erfolgreichsten Ländern in Deutschland. Wir haben die drittniedrigste Arbeitslosenquote, bei uns hat Bildung Priorität. Umfragen bestätigen, dass nahezu alle Bürgerinnen und Bürger gut und gerne in Rheinland-Pfalz leben”, sagte die Ministerpräsidentin. Gleichzeitig hänge die wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen und damit des Landes ganz entscheidend davon ab, dass es auch künftig genügend Fachkräfte gebe. “Wir möchten mit der Kampagne zeigen, dass Rheinland-Pfalz ein attraktiver Arbeitsort mit hoher Lebensqualität ist. Damit möchten wir Fachkräfte gewinnen und gut ausgebildete junge Menschen im Land halten. Im Mittelpunkt der Werbekampagne steht deshalb die Aussage: Rheinland-Pfalz ist ein Chancenland für Fachkräfte. In Rheinland-Pfalz lässt es sich gut arbeiten und leben”, erklärte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Im Rahmen der Kampagne machen Auszubildende, Studierende, Fach- und Führungskräfte Werbung für das Leben und Arbeiten in Deutschlands Südwesten – im Radio, in Zeitungen, auf Plakatflächen in rheinland-pfälzischen Städten, auf einer Info-Tour und auf der mehrsprachigen Internetseite www.fachkraefte.rlp.de. Sie informiert über Karrierechancen, Bildungsmöglichkeiten und Freizeitangebote. “Rheinland-Pfalz hat interessante Arbeitsplätze zu bieten und ist lebenswert. Wir haben kulturell, landschaftlich und touristisch eine Menge zu bieten. Und wir haben eine offene Willkommenskultur. Deshalb werben wir bewusst um Menschen, die außerhalb von Rheinland-Pfalz leben. Ob aus Hessen oder aus Polen: Wir brauchen Fachkräfte. Wir brauchen gezielte Zuwanderung”, so Wirtschaftsministerin Lemke.

Großes Medien-Interesse bei der Kampagnen-Vorstellung in Mainz. Foto: Sell/Staatskanzlei

Großes Medien-Interesse bei der Kampagnen-Vorstellung in Mainz. Foto: Sell/Staatskanzlei

Arbeitsministerin Bätzing-Lichtenthäler ergänzte: “Die Menschen wollen mit Hilfe ihres Arbeitsplatzes nicht nur einfach irgendwie über die Runden kommen. Sie möchten gerne eine gute Arbeit mit gesunden Arbeitsbedingungen. Genauso wichtig ist es, dass sie ihren Beruf mit ihrem Privatleben in Einklang bringen können und Zeit haben für ihre Freizeit und ihre Familien. Die Chancen, eine solche Arbeit zu finden, sind bei uns in Rheinland-Pfalz ausgesprochen gut. Wir haben nicht nur seit Jahren eine der bundesweit niedrigsten Arbeitslosenquoten, sondern auch viele Unternehmen, die für ihre guten Arbeitsbedingungen ausgezeichnet worden sind. Gleichzeitig unterstützt die Landesregierung die Betriebe und ihre Beschäftigten weiter dabei, zukunftsfähige Arbeitsplätze zu schaffen. Und wir sorgen durch den Ausbau von Kita-Plätzen und unsere Pflegestützpunkte dafür, dass Beruf und Familie besser zu vereinbaren sind.”

Die Kampagne stellt zum Start repräsentative Fachkräfte aus Rheinland-Pfalz vor, die ganz unterschiedliche Karrierewege eingeschlagen haben, beispielsweise Geschäftsleitung ohne Abitur oder Studium parallel zur Ausbildung, um zu zeigen, wie durchlässig das Bildungssystem im Land ist und welche Chancen sich daraus ergeben. Auf einer umfangreichen Info-Tour auf Berufs- und Bildungsmessen sowie auf Landesveranstaltungen wird für den Ausbildungs- und Berufsstandort Rheinland-Pfalz geworben. (tr)

IHK: “Standortqualität stärken”

Anlässlich der von der rheinland-pfälzischen Landesregierung gestarteten Kampagne “Rheinland-Pfalz für Fachkräfte” weisen die Industrie- und Handelskammern im Land auf die Anstrengungen hin, die für die Fachkräftesicherung am hiesigen Wirtschaftsstandort unternommen werden müssen. Bereits heute habe jedes vierte rheinland-pfälzische Unternehmen Probleme, offene Stellen längerfristig zu besetzen. “Die IHKs begrüßen, dass Rheinland-Pfalz mit dieser Kampagne als attraktiver Standort für Fachkräfte wahrnehmbar positioniert werden soll”, sagt Arne Rössel, Hauptgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern.

“Gleichzeitig gilt es, weiter intensiv an den Rahmenbedingungen für eine gute Standortqualität zu arbeiten, wenn wir Fachkräfte halten und gewinnen wollen”, betont Rössel. Hierzu seien weitere Anstrengungen bei der Infrastruktur nötig; Verkehrsanbindungen, Schulstandorte, Kinderbetreuung oder Ärzteversorgung seien für Fachkräfte entscheidende Faktoren. Hier dürften die Bemühungen nicht nachlassen.

Im vergangenen Sommer war die “Landesstrategie zur Fachkräftesicherung” gestartet, bei der die zuständigen Ministerien, die Kammern, Arbeitgeberverbände, die Bundesagentur für Arbeit und die Gewerkschaften für die kommenden vier Jahre mehr als 200 Maßnahmen festgeschrieben haben. “Wir lassen selbstverständlich dabei in unseren Anstrengungen nicht nach”, sagt Arne Rössel. Beispielhaft nannte er die IHK-Angebote zur Integration von Studienabbrechern in die berufliche Aus- und Weiterbildung oder die baldige Eröffnung der Welcome-Center für ausländische Fachkräfte. (tr)


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Erstellt am Autor trier reporter in Featured, Politik 2 Kommentare

2 Kommentare zu Land startet Kampagne – IHK: “Qualität stärken”

  1. ChristianTrier

    Erstmal sollte die Landesregierung ihre Angestellten und Beamten vernünftig bezahlen.

     
  2. Stephan Jäger

    Gegen den „Fachkräftemangel“ in der Region gäbe es ein ganz einfaches Mittel: Endlich eine vernünftige, leistungsgerechte Bezahlung statt „Es tut mir leid, aber mehr kann ich…blablabla“. Dann kämen auch Leute her. Aber solange hier nur der kurzsichtige Geiz geil ist, wird sich an dem selbstgemachten Mangel wohl nichts ändern.

    Shlechter als hier sieht es jedenfalls, was die Bezahlung angeht, eigentlich nur im Osten aus:

    http://www.mb-research.de/marktdaten-deutschland/kaufkraft.html

    Dort stehen dem aber nicht absolut durchschnittliche, oder, wie z.B. bei den Mieten, sogar überdurchschnittliche Lebenshaltungskosten gegenüber.

     

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