Medizinische Krankenhaus-Versorgung gefährdet

Bei Ärzten und Pflegern fehlt es gleichermaßen an qualifizertem Personal, sagen die medizinischen Kammern in Rheinland-Pfalz. Foto: Sasint

TRIER/MAINZ. Der Mangel an Ärzten und Pflegepersonal macht nicht nur der Kinder-Onkologie des Mutterhauses zu schaffen. Aktuell schlägt die Landesärztekammer Rheinland-Pfalz im “Ärzteblatt” Alarm.

Der Mangel sei nicht nur im ambulanten Bereich zu spüren, sondern auch im stationären Bereich, sagte der Präsident der Kammer, Günther Matheis, gegenüber dem Ärzteblatt am heutigen Freitag. Es komme häufig vor, dass planbare Operationen, die nicht unverzüglich anstünden, verschoben werden müssten, “weil Ärzte und Pflegepersonal nicht zur Verfügung stehen“. Und weiter: “Das ist inzwischen fast Alltag.“

Nicht bekannt sei der Kammer, dass in Krankenhäusern Stationen wegen Facharztmangels geschlossen werden mussten. Dem hält die Fachpublikation entgegen, dass das Krankenhaus Maria Hilf in Daun angekündigt hat, zum 1. Januar 2019 die Geburtshilfe zu schließen. Der Grund für die Entscheidung sei “die aussichtslose Suche nach Belegärzten für die Fachabteilung Geburtshilfe“ gewesen.

Auch die Geburtshilfe ist vor personellen Engpässen nicht gefeit.

Pflegekammer weiß um die Probleme

Auch die Pflegekammer Rheinland-Pfalz meldet sich zu Wort, hier sind die Probleme der Kinder-Onkologie des Mutterhauses wohlbekannt. Bei dieser Kammer denkt man nicht, dass es sich lediglich um ein Problem eines einzelnen Krankenhauses handelt. Für Andrea Bergsträßer, Vorstandsmitglied der Kammer, ist die Situation im Mutterhaus nur die Spitze des Eisberges. Weil qualifiziertes Personal in den Kliniken fehle, gehe sie davon aus, dass es künftig auch zu Schließungen von Stationen in den Kliniken kommen werde. Das Problem werde dadurch verschärft, dass die meisten Stationen heute ohnehin mit der Mindestbesetzung arbeiten würden. Bei Krankheit oder Urlaub bestehe die Gefahr in eine Abwärtsspirale zu geraten.

Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz, hofft indessen auf das neue Teilzeitgesetz, das er als “einen kleinen Schritt in die richtige Richtung” ansieht. Damit hat der Gesetzgeber am 18. Oktober arbeitnehmerfreundliche Regelungen zur Teilzeit und ein Rückkehrrecht auf Vollzeitbeschäftigung beschlossen. Doch das alleine reiche noch nicht: “Wir brauchen dringend eine massive Verbesserung der Rahmenbedingungen, damit sich junge Menschen dauerhaft für den Pflegeberuf entscheiden.“ (-flo-)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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