Mehr Eigenständigkeit für die Universität Trier

Jetzt liegt die Verantwortung in den Händen des Präsidenten

Jetzt liegt die Verantwortung in den Händen des Präsidenten. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Jetzt ist es amtlich: Michael Jäckel, Präsident der Universität Trier, kann zukünftig selbst Professorinnen und Professoren an die Trierer Uni berufen. Eine entsprechende Vereinbarung mit dem rheinland-pfälzischen Wissenschaftsministerium wurde am Dienstag im Großen Senatssaal der Universität Trier unterzeichnet.

Die Hochschule auf dem Petrisberg kennt Minister Konrad Wolf,  war er doch selbst lange Jahre als Professor für Mikroelektronische Bauelemente und Halbleitertechnologie an der Hochschule Kaiserslautern tätig. Als Wissenschaftsminister und Mitglied des rheinland-pfälzischen Regierungskabinetts war es aber der erste offizielle Besuch im neuen Amt an der Trierer Universität. Und er hatte etwas mitgebracht, was der Universität im Wettbewerb untereinander und gegenüber den Kandidaten einen entscheidenden Vorteil bringen könnte: Das Berufungsrecht.

Bislang war die Universität Trier bei Berufungen nicht autonom. Das rheinland-pfälzische Hochschulgesetz sah vor, dass die Hochschulen im Land dem Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur einen Besetzungsvorschlag vorlegen. Auf dessen Basis wurden dann die neuen Professoren vom Wissenschaftsminister berufen.

Minister Konrad Wolf unterzeichnet die Vereinbarung über das Berufungsrecht.

Minister Konrad Wolf unterzeichnet die Vereinbarung über das Berufungsrecht.

Künftig kann der Senat seinen Wunschkandidaten benennen und dieser dann durch den Universitätspräsidenten selbst berufen werden. Die Universität Trier ist nach der Johannes-Gutenberg Universität in Mainz die zweite Hochschule im Land, die derart agieren kann.

Für die Universität Trier sei das ein wichtiges Ereignis, betonte Präsident Michael Jäckel, der in der Übernahme der Verantwortung aber auch eine große Herausforderung für die Verwaltung sah.

Das sah auch Minister Wolf so, der Berufungen als Schlüsselfunktionen für die Entwicklung einer Hochschule betrachtet. ‟Damit gewinnt die Universität noch mehr Eigenständigkeit bei der Gewinnung von hochqualifizierten Lehrenden und Forschenden“, sagte der Minister bei der Unterzeichnung der Vereinbarung. Die Übergabe der Verantwortung sieht er als wichtigen Baustein für die Entwicklung einer Universität und deren Hochschulautonomie. Deswegen sei es zu begrüßen, dass die Universität Trier und ihr Präsident mit der Übertragung des Berufungsrechtes nun einen neuen Weg beschreiten hätten. (rl)

Extra: Berufung

Die Universität Trier hat laut Auskunft des Präsidenten rund 180 Professuren, allerdings sind nicht immer alle besetzt. Im Wesentlichen gibt es drei Gründe für Berufungen: Im Fall von Pensionierungen, bei einem Stellenwechsel oder aber bei der Einrichtung einer neuen Professur. Jährlich kommt es an der Universität Trier zu 15 – 20 Berufungen.

Das rheinland-pfälzische Hochschulgesetz gibt in § 50 Abs. 3a die Möglichkeit, “die Befugnis zur Berufung von Professorinnen und Professoren auf Antrag einer Hochschule ganz oder teilweise…dem Präsidenten der Hochschule zu übertragen. Grundlage der Berufung in Eigenregie der Universität Trier ist dabei ein zwischen dem Ministerium und der Universität abgestimmtes Qualitätssicherungskonzept.“ (rl)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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