Mehr Geld für Trierer Hochschulen

Wissenschaftsministerin Vera Reiß und der Präsident der Hochschule Trier, Prof. Dr. Norbert Kuhn, unterzeichnen die Zielvereinbarung. Foto: Fredrik v. Erichsen

Wissenschaftsministerin Vera Reiß und der Präsident der Hochschule Trier, Prof. Dr. Norbert Kuhn, unterzeichnen die Zielvereinbarung. Foto: Fredrik v. Erichsen

TRIER. Mehr Qualität in Studium und Lehre bei anhaltend hohen oder gar weiter steigenden Studierendenzahlen, bessere Chancen für Frauen in der Wissenschaft und die weitere Öffnung der Wege in die Hochschulen – das sind drei zentrale Anliegen der Wissenschaftspolitik der Landesregierung. Mit dem von Bund und Ländern gemeinsam finanzierten Hochschulpakt 2020 erhalten die Hochschulen des Landes seit 2007 Mittel zur Umsetzung dieser drei Ziele. Seit Jahresanfang läuft die auf fünf Jahre angelegte dritte und nach jetzigem Stand abschließende Phase des Hochschulpakts. “Durch die Haushaltsmittel des Landes und mit den zusätzlichen Geldern aus dem Hochschulpakt werden wir gute Rahmenbedingungen für ein erfolgreiches Studium in Rheinland-Pfalz auch weiterhin sicherstellen”, betonte Wissenschaftsministerin Vera Reiß (SPD) anlässlich der Unterzeichnung der Zielvereinbarungen mit den Präsidenten der elf Hochschulen des Landes am Montag in Mainz.

Die Hochschule Trier geht davon aus, in den kommenden Jahren weiterhin zu wachsen. Insgesamt rechnet die Hochschule mit über 2.500 zusätzlichen Studienanfängerinnen und -anfängern in den Jahren 2016 bis 2020. Das Land stellt der Hochschule Trier für den Ausbau dieser Studienplätze rund 33 Millionen Euro aus den Mitteln des Hochschulpakts zur Verfügung. Damit kommt die Hochschule Trier ihrer Verpflichtung nach, für die Region und deren Unternehmen die Verfügbarkeit von Fachkräften sicherzustellen. Ein großer Teil der zusätzlichen Studienplätze soll in den Studiengängen Informatik, Ingenieurwissenschaften und Betriebswirtschaft entstehen, also in Bereichen, in denen eine hohe Nachfrage des Arbeitsmarkts besteht. Darüber hinaus sind auch Studienplätze in den gestalterischen Studiengängen und in der Gesundheitswirtschaft (Physio-, Logo- und Ergotherapie) geplant. Letzteres ist ein neuer, im Aufbau befindlicher Bereich der Hochschule Trier. Für die zusätzlichen Studierenden ist die Anmietung neuer Flächen erforderlich, wofür in der Zielvereinbarung ebenfalls Mittel seitens des Landes bereitgestellt werden.

Um auch bei steigenden Studierendenzahlen die Qualität der Hochschulausbildung sicherzustellen, stehen der Hochschule Trier 4,5 Millionen Euro aus der Programmförderung zur Verfügung. Hier wurden verschiedene Projekte vereinbart, deren Erfolg jährlich überprüft werden soll. Einer der Schwerpunkte in diesem Bereich ist die Umsetzung von Mentoren- und Tutorenprogrammen. Ältere Studierende fördern und betreuen jüngere Studierende. Beide Seiten profitieren davon, indem die Älteren lernen, Wissen zu präsentieren, weiterzugeben bzw. zu unterrichten und die Jüngeren gezielt bei fachlichen sowie persönlichen Fragen unterstützt werden. Durch Tutorien erhalten sie direkte Rückmeldung zu ihrem Leistungsstand und Kenntnis über mögliche Defizite, was hilft, Studienabbrüche zu vermindern.

Ein zweiter Schwerpunkt ist die Entwicklung von E-Learningangeboten, mit einem besonderen Augenmerk auf die Bedürfnisse von Studierenden mit einer beruflichen Hochschulzugangs-berechtigung und von dual Studierenden. Dadurch erfahren diese beiden Studierendengruppen durch die Programmbudgetförderung besondere Unterstützung.

Die Hochschule Trier ist sich ihrer Verantwortung als qualitativer Bildungsträger mit klarer Ausrichtung zur Innovation und Interdisziplinarität bewusst. Zusammenfassend sieht der Präsident der Hochschule Trier, Prof. Dr. Norbert Kuhn, die Mittelzuwendung daher wie folgt: “Die Förderung im Hochschulpakt ist ein wesentlicher Baustein der Hochschulfinanzierung. Sie versetzt uns in die Lage, auch bei den deutlich gestiegenen Studierendenzahlen eine qualitativ hochwertige Ausbildung sicherzustellen mit Absolventinnen und Absolventen, die auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes bestens vorbereitet sind.”

Uni Trier will “enge Vernetzung von Universität und Berufspraxis”

Die Universität Trier wird in der dritten Förderphase des Hochschulpaktes mit insgesamt rund zwölf Millionen Euro unterstützt. Für den Ausbau der Studienplätze stellen Bund und Land im Förderzeitraum von 2016 bis 2020 rund 8,8 Millionen Euro zur Verfügung. Zusätzlich erhält die Universität 3,2 Millionen Euro für die Umsetzung von Programmen um die Qualität der Lehre zu verbessern, Frauen zu fördern und die Durchlässigkeit von akademischer und beruflicher Bildung zu erhöhen.

Nachdem die Studierendenzahlen zuletzt anhaltend gestiegen sind, hat die Universität Trier für die kommenden Jahre eine zurückhaltende Prognose erstellt. “Die Vereinbarung mit dem Land beruht auf einer realistischen Einschätzung unserer Wachstumsmöglichkeiten. Wir haben uns für diese Strategie entschieden, weil die großen Fächer bereits stark ausgelastet sind und der für den Hochschulpakt relevante Orientierungswert aus dem Basisjahr 2005 für die Universität Trier sehr ambitioniert ist. Hinzu kommen neue Herausforderungen, die sich insbesondere im Rahmen der Gestaltung des Lehramtsstudiums im geisteswissenschaftlichen Bereich stellen. Wir setzen hier verstärkt auf Qualitätssicherung, neue Konzepte in der Beratung und bessere Betreuungsverhältnisse”, erläutert Präsident Michael Jäckel die Strategie der Universität Trier, die mit jährlich 120 zusätzlichen Studienanfängern kalkuliert.

“Eine Besonderheit unserer Universität waren immer auch die kleineren Fächer, die im Verbund mit anderen Disziplinen ihren Beitrag zum Gesamtprofil leisten. Ein der jeweiligen Größe entsprechendes Wachstum lässt sich nicht so einfach steuern. Auch Fächer, die viel in die Werbung für die Studiengänge investiert haben, wie etwa die Mathematik, sehen eine konstante Nachfrage, werden aber nicht deutliche Zuwächse erzielen können. Wir setzen konsequent auf qualitatives Wachstum, auch im Bereich Internationalisierung”, ergänzt der Präsident.

Für die Umsetzung von Programmen in den Bereichen Qualität der Lehre, Frauenförderung und Erhöhung der Durchlässigkeit von akademischer und beruflicher Bildung erhält die Universität Trier 3,2 Millionen Euro. Mit diesen Mitteln wird ein Projekt zur Verbesserung der Qualität in der Lehre realisiert. Es soll die Rahmenbedingungen für Studium und Lehre verbessern, eine intensivere individuelle Beratung und Betreuung der Studierenden ermöglichen, die Studienqualität steigern und somit dazu beitragen, die Zahl der Studienabbrecher zu senken. Das Projekt soll auch dazu beitragen, den Übergang von der Schule in die Universität zu erleichtern. Zudem soll das Angebot studienvorbereitender und -begleitender Maßnahmen, wie Sprachkurse, erweitert und die Einbindung digitaler Innovationen in die Lehre forciert werden.

Nach wie vor sind Frauen an Hochschulen in Führungspositionen unterrepräsentiert. Daher verfolgt die Universität Trier in der Programmlinie “Teilhabe von Frauen in der Wissenschaft” das Ziel, Frauen durch Mentoring-Angebote aktiv auf dem Karriereweg in der Wissenschaft zu unterstützen.

Dass man auch ohne Abitur erfolgreich studieren kann, dafür will die Universität Trier in einem Projekt die Öffentlichkeit sensibilisieren und über Möglichkeiten des lebenslangen Lernens an der Hochschule informieren. Eine engere Vernetzung von Universität und Berufspraxis soll auch dazu beitragen, die Berufsorientierung im Studium zu verbessern.


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Erstellt am Autor trier reporter in Gesellschaft, Politik Hinterlasse einen Kommentar

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