“Millionengrab Hamm” – Grüne fordern Transparenz

Die Grünen fordern der Ausstieg der Stadtwerke Trier in Hamm - zumindest aber mehr Transparenz seitens der SWT. Fotos: RWE

Die Grünen fordern den Ausstieg der Stadtwerke Trier in Hamm – zumindest aber mehr Transparenz seitens der SWT. Fotos: RWE

TRIER. Die Stadtratsfraktion der Trierer Grünen fordert in einer Pressemitteilung von den Stadtwerken, “sich nicht hinter Vereinbarungen mit dem RWE verschanzen, sondern die nötige Transparenz an den Tag legen”. Deshalb begrüße die Partei ausdrücklich die öffentliche Berichterstattung über das Kraftwerk Hamm. Die Tageszeitung Trierischer Volksfreund hatte jüngst über den aktuellen Sachstand der Beteiligung der SWT am Kraftwerk in Hamm berichtet. Die Grünen sprechen nun von einem “Millionengrab in Hamm”, in dem auch die SWT gefangen seien.

“Wir verstehen nicht, warum sich die Stadtwerke unnötig in Schweigen hüllen”, so Gerd Dahm, Mitglied der Grünen im Aufsichtsrat der SWT. “Die Stadtwerke haben in der Vergangenheit viele wirtschaftlich erfolgreiche und ökologisch vernünftige Investitionen getätigt. Der Ausbau der erneuerbaren Energien und die neue Mehrspartentrasse durch die Eifel gehören dazu”, betont Dahm. “Aber die Lieferverträge mit RWE-Hamm sind ein Millionengrab. Dies müssen die Verantwortlichen in Politik und Geschäftsführung offen eingestehen und die Spekulationen über die Höhe der Verluste und mögliche oder nicht mögliche Ausstiegsszenarien beenden”, so der Grüne.

Schon 2008, bei der Entscheidung des Rates, sich am Kraftwerk in Hamm zu beteiligen, habe es deutliche Hinweise auf eine Überkapazität in der Stromerzeugung gegeben, sofern Strom aus Wind und Sonne in den Markt drängten. Trotzdem hätten Geschäftsführung der SWT und RWE damals steigende Preise in der Erzeugung von Strom vorhergesagt. Heute zeige sich, dass dies ein folgenschwerer Irrtum gewesen sei. “Wir haben neben unseren ökologischen Bedenken diese Spekulation schon damals als wirtschaftlich riskant angesehen und dies in den entsprechenden Sitzungen zum Ausdruck gebracht”, so Dahm. SPD, Grüne und Oberbürgermeister Klaus Jensen (SPD), zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der SWT, hatten sich vor sieben Jahren gegen die Beteiligung der SWT in Hamm ausgesprochen. Mit der Mehrheit aus CDU, FWG und FDP wurde die Beteiligung jedoch beschlossen.

“Bei dem Geschäft mit der RWE ging es nie um eine wirkliche Beteiligung an einem Kraftwerk, sondern der Vertag ist ein Liefervertrag mit einer millionenschwerer Vorauszahlung. Die Stadtwerke haben sich damit verpflichtet, die bestellte Strommenge unabhängig vom Marktpreis abzunehmen. Da der Marktpreis zurzeit deutlich niedriger liegt, als der Preis für den Kohlestrom aus Hamm, bedeutet das zwangsläufig Millionenverluste; die hohen Erzeugungskosten können nicht vollständig an die Kunden durchgereicht werden”, erklärt Dahm die Verluste der SWT aus Sicht der Grünen.

Die Grünen hätten in den vergangenen Jahren immer wieder auf einen Ausstieg aus dem Vertrag gedrängt, seien aber stets damit vertröstet worden, dass eine Verbesserung noch erreichbar und möglich sei. “Wir glauben immer noch nicht, dass dieses Geschäft sich absehbar zum Positiven wenden wird”, kritisiert Dahm. Nun sei ein Ausstieg so gut wie unmöglich. Denn wer kaufe sich schon in ein solches Verlustgeschäft freiwillig ein?, so der Grüne. (tr/et)

HINTERGRUND

Im Februar 2007 stellte die RWE Power AG bei der zuständigen Bezirksregierung einen Bauantrag für ein Doppelblock-Kraftwerk mit je 800 Megawatt Leistung. Die Anlage wird auf dem Gelände des einst geplanten Kernkraftwerks Hamm errichtet, direkt neben dem stillgelegten Hochtemperatur-Reaktor THTR-300.

Die Blöcke sollen mit Steinkohle betrieben werden. Ihre Abgase werden über die zwei Kühltürme mit jeweils 166,5 Metern Höhe geleitet, so dass kein Schornstein für das neue Kraftwerk erforderlich ist. Verglichen mit alten Kohlekraftwerken gleicher Leistung und geringerem Wirkungsgrad reduzieren die neuen Blöcke die Kohlendioxid-Emissionen mit einem Nettowirkungsgrad von 46 Prozent um 2,5 Millionen Tonnen pro Jahr.

Die Blöcke D und E werden, wenn sie durchgehend betrieben werden, jährlich zwischen 8,8 und 9,2 Millionen Tonnen CO2 ausstoßen, vergleichbar mit dem Ausstoß von Honduras im Jahre 2007. Moderne Gas-und-Dampf-Kombikraftwerke haben bis zu 60 Prozent Wirkungsgrad. Es wird an diesem Standort voraussichtlich zu einem deutlichen Anstieg der Emissionen kommen; Umweltverbände kritisieren dies. Ebenfalls wird die fehlende Kraft-Wärme-Kopplung kritisiert.

Probleme bei den Bauarbeiten

Die Bauarbeiten für das Kraftwerk führt RWE Technology seit 2008 durch. 2013 sollten die neuen Blöcke in Betrieb gehen. Ursprünglich hatte man Mitte 2011/Anfang 2012 prognostiziert. Es hatten sich aber umfangreiche Mängel an den beiden Kesselgerüsten gezeigt; man baute sie ab und baute neue. Die zugehörigen Arbeiten begannen im März 2010. Dies führte zu erheblichen Mehrkosten. Im Jahre 2010 wurde geplant, dass eine dritte Kohlehalde in Betrieb genommen werden solle, die auch für den gesteigerten Bedarf der beiden neuen Kraftwerksblöcke für dreißig Tage Steinkohle vorrätig halten soll.

Das Kraftwerk in Hamm, an dem die SWT beteiligt sind.

Das Kraftwerk in Hamm, an dem die SWT beteiligt sind.

Anfang Oktober 2013 kam es während der Inbetriebnahme des ersten Blocks zu einer Störung: Salzsäure wurde in das Kesselspeisewasser eingeleitet. Dies verzögerte die Inbetriebnahme dieses Block um einige Monate. RWE Technology informiert über den aktuellen Baufortschritt durch die Veröffentlichung von Baustellenberichten. Im weiteren Verlauf war die Inbetriebnahme des Blocks E am 1. Mai 2014 und die des Blocks D am 14. Juni 2014 geplant. Block E hat nach Angaben von RWE am 2. Juli 2014 den kommerziellen Betrieb aufgenommen.

Block D soll im Juni 2015 ans Netz gehen. Die Meldung von Erzeugungskapazitätsdaten durch RWE auf der Transparenzplattform von EEX (European Energy Exchange AG) für Block E erfolgen seit dem 21. April 2014 und sind für Block D ab dem 18. April 2015 vorgesehen.

Am 9. September 2014 teilte RWE mit, dass aufgrund erneuter Probleme keine Prognosen zur Inbetriebnahme von Block D mehr abgegeben werden könne.

Für das Kraftwerk, das ursprünglich 2012 hätte fertiggestellt werden sollen, gibt es (Stand September 2014) keinen voraussichtlichen Fertigstellungstermin. Die Kosten stiegen von zwei Milliarden Euro auf 2,4 bis drei Milliarden Euro. Betroffen sind auch eine Reihe von lokalen Stadtwerken, die am Kraftwerk finanziell beteiligt sind − unter anderem die Stadtwerke Trier. Im November 2014 wurde zudem bekannt, dass RWE Forderungen gegen Imtech wegen möglichen Betrugs stellt. (Quelle: Wiki)


Drucken
Erstellt am Autor trier reporter in Featured, Politik 10 Kommentare

10 Kommentare zu “Millionengrab Hamm” – Grüne fordern Transparenz

  1. Jürgen Neumann

    Achja, in Hamm austeigen wollen aber in Trier mit der CDU koalieren wollen. Mensch Grüne, merkt ihr eigentlich überhaupt noch wie lächerlich ihr euch derzeit nur noch macht? Total schmerzfrei oder wie?

     
  2. Ixmenia

    Was sagt denn der neue Bündnispartner CDU dazu?

     
  3. Michael Frisch

    Es ist schon ganz schön dreist von den Grünen, sich hier als Besserwisser darzustellen. Sie waren es doch, die den übereilten Ausstieg aus der Kernenergie und den nicht zu Ende gedachten Ausbau von Alternativenergien massiv gefordert haben. Um die Grundlast immer verfügbar zu haben, sind wir bis auf Weiteres auf Gas- und Kohlekraftwerke angewiesen, weil Wind- und Sonnenenergie eben nicht rund um die Uhr ausreichend Leistung liefern und wir noch keine technischen Möglichkeiten haben, Strom zu wirtschaftlich vertretbaren Kosten zu speichern. Nur rechnet sich der Betrieb solcher konventioneller Kraftwerke kaum mehr, da das zunehmende Angebot steuersubventionierter Alternativenergie den Strompreis künstlich drückt. Es wäre schön, wenn die Grünen Vorschläge machen würden, wie man dieses Problem lösen kann, anstatt sich als Energieexperten aufzuspielen und ihre politische Mitverantwortung zu vertuschen.

     
    • Stephan Jäger

      „Sie waren es doch, die den übereilten Ausstieg aus der Kernenergie…“

      Interessante Einschätzung! Aber war das nicht eher – mindestens genauso übereilt – Frau-Laufzeitverlängerungs-Merkel, die „Macherin der Energiewende“, die mit ihrer plötzlichen Rolle rückwärts zwecks Machterhalt und Stimmenfang, den deutschen Steuerzahlern Schadenersatzklagen, mindestens in dreistelliger Millionenhöhe, beschert hat?

      „Um die Grundlast immer verfügbar zu haben, sind wir bis auf Weiteres auf Gas- und Kohlekraftwerke angewiesen,…“
      Jaja, sonst gehen im Strom-Export-Land Deutschland die Lichter aus. Seit genau 40 Jahren…
      http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13517405.html

      „…da das zunehmende Angebot steuersubventionierter Alternativenergie den Strompreis künstlich drückt.“
      …und als Sahnehäubchen darf natürlich die Subventions-Lüge nicht fehlen. Wer zahlt denn für die Folgekosten der Kernenergie? Für den ganzen Dreck, der nicht aufhört zu strahlen und, für den es erwiesenermaßen keine sicheren Endlager gibt? Die Kraftwerksbetreiber? Und wer, denken Sie, wird am Ende den Rückbau der Kraftwerke bezahlen?

       
  4. Michael Frisch

    @Herr Jäger
    Mit Frau Merkel haben Sie natürlich Recht – sie ist mindestens genauso mitverantwortlich für den überstürzten Ausstieg aus der Atomenergie wie die Grünen. Aber das ändert nun mal nichts daran, dass auch die Grünen den stets gefordert haben, ohne zu erklären, was denn nun an deren Stelle treten soll.
    Was die Grundlast-Problematik betrifft, sollten Sie sich lieber mal mit den Fakten auseinandersetzen anstatt einen fast 30 Jahre alten Spiegel-Artikel zu zitieren. Erläutern Sie doch mal, mit welchem Strom der Betrieb in unserem Land aufrecht werden soll, wenn keine Sonne scheint und kein Wind weht? Vielleicht setzen wir ja alle Grünen auf Fahrräder mit Generatoren und speisen den dadurch erzeugten Strom ins Netz ein, wenn gerade nichts anderes zur Verfügung steht.
    Und was die angebliche Subventionslüge betrifft: Warum liegen denn nagelneue umweltfreundliche Gaskraftwerke still, warum steigen denn die großen Energieversorger aus dem Bereich Kohlekraftwerke aus? Weil sie mit den suvbventionierten billigen Strompreisen aus alternativen Energien nicht konkurrieren können. Das ist Volkswirtschaft, Herr Jäger, und die richtet sich nun mal nicht nach ideologischen Vorurteilen, sondern eher nach der Mathematik!
    Die Frage nach den tatsächlichen Kosten der Kernergie ist natürlich berechtigt, aber das ist kein Argument gegen meine Kritik an der völlig konzeptlosen und nicht durchdachten Engiepolitik unserer Regierung, die sich auch im Statement der Trierer Grünen wiederspiegelt.

     
  5. Stephan Jäger

    „Mit Frau Merkel haben Sie natürlich Recht – sie ist mindestens genauso mitverantwortlich für den überstürzten Ausstieg aus der Atomenergie wie die Grünen.“
    Was Frau Merkel hingegen von den Grünen unterschieden hat, waren ihre „höchst ehrenwerten“ Motive: Während es den Grünen von Anfang an um die Sache ging, war Frau Merkel ausschließlich von der Angst vor Machtverlust getrieben. Nach Fukushima musste sie erkennen, dass ihre zuvor gegen alle Widerstände, jede Vernunft und ihren eigenen Umweltminister der Atom-Lobby zum Gefallen vertretene „Position“ in der Bevölkerung entgültig nicht mehr mehrheitsfähig sein würde.

    „…sollten Sie sich lieber mal mit den Fakten auseinandersetzen…“
    Nun, ein „Faktum“ ist beispielsweise, dass es den Fall, dass nirgendwo in Deutschland die Sonne scheint oder der Wind weht, eben nicht gibt, weil unser Land nunmal nicht überdacht ist. Die aktuellen Preise an den Stronbörsen kommen ja nicht durch irgendeine „Subventionierung“ zustande, sondern dadurch, dass bereits jetzt mehr grüner Strom verfügbar ist, als benötigt wird. Ferner gibt es in direkter Nachbarschaft Länder, in denen das in noch weit höherem Maße der Fall ist. Norwegen etwa sei hier genannt, wo es in ebenfalls vermutlich in absehbarer Zeit nicht austrocknenden Flüssen reichlich Wasserkraft gibt. Und Strom ist ja, wie Sie vielleicht wissen, transportierbar. Sicher nicht weiterkommen werden wir in dem Zusammenhang aber mit der typisch deutschen St. Florians-Mentalität: „Fernleitungen und Windparks gerne, aber nicht da, wo ICH wohne!“

    „warum steigen denn die großen Energieversorger aus dem Bereich Kohlekraftwerke aus?“
    „Die großen Energieversorger“ steigen aus dem „Bereich Kohlekraftwerke“ aus, weil dessen Zeit ebenso vorbei ist, wie eben die Zeit der „großen Energieversorger“. Die Zukunft der Energieversorgung wird nahezu zwangsläufig dezentral sein. Überaus erfolgreiche Ansätze hierzu sieht man ja schon heute. Aber das wollen „die großen Energieversorger“, die uns, nachdem sie sich Jahrzehnte lang die Taschen voll gemacht haben, nun ihren Dreck vor die Füße werfen, natürlich ebensowenig hören wie Frau Merkel.

    Hier den Eindruck einer „subventionsgestützten Wettbewerbsverzerrung“ zugunsten der Regenerativen zu erwecken, ist die eigentliche Lüge. Mit „ideologischen Vorurteilen“ hat das wenig zu tun.

     
  6. gerd dahm

    Lieber Stephan Jäger,
    ich bewundere immer wieder, mit welcher Energie(um beim Thema zu bleiben)du dich mit Kommentaren wie denen von Herrn Frisch auseinandersetzt. Ich fürchte, es lohnt nicht wirklich. Eine Anmerkung in der Sache: Der Grund dafür, dass hochmoderne Gaskraftwerke und einige Steinkohlekraftwerke zu teuer produzieren, ist doch nicht darin zu sehen, dass der grüne Strom subventioniert wird. Der aktuelle Preisverfall ist wesentlich darin begründet, dass die Verschmutzungszertifikate quasi nichts mehr kosten und die Braunkohleschleudern deshalb zu Dumpingpreisen bevorzugt in den Markt gehen dürfen. Dazu kommt,dass diese Mühlen meist schon abgeschrieben sind. Der Wertverlust der CO2 Zertifikate kommt voll den Dreckschleudern zu Gute.

     
  7. Michael Frisch

    Lieber Herr Jäger, Ihre Abneigung gegen den Opportunismus von Frau Merkel teile ich uneingeschränkt. Merkels “Alternativlosigkeit” war einer der Geburtshelfer der AfD!
    Was Wind und Sonne betrifft, so sind sie aufgrund der natürlichen Schwankungen nun einmal nicht in der Lage, die Grundlast ununterbrochen abzudecken. Dass ist kein Widerspruch dazu, dass zu bestimmten Zeiten ein Überschuss an Strom da ist, der faktisch sogar an Nachbarländer verschenkt wird. Ergänzend dazu muss es aber konventionelle Kraftwerke geben weil sonst das Licht in der Nacht, im Winter und/oder bei Windstille auch bei Ihnen sehr schnell ausgehen würde. Wenn wir es irgendwann schaffen, Strom zu speichern, wäre das Problem gelöst, aber leider geht das (noch) nicht.
    Dass der Strom an der Börse (nicht für den Endkunden) so billig ist, liegt natürlich daran, dass durch die Anreize des EEG soviele alternative Energiequellen entstanden sind. Sie sprechen ja selbst von einem Überangebot und das drückt nunmal die Preise. Das gäbe es aber definitiv nicht, wenn Solar- oder Windstrom nicht staatlich gefördert würde. Mein Argument war im Übrigen auch nicht die Wettbewerbsverzerrung, sondern die problematische Tatsache, dass die Energieversorger aus der konventionellen Energieerzeugung komplett aussteigen, obwohl keine wirklich ausreichende Alternative exisitiert.
    Gegen eine dezentrale Energieversorgung ist aboslut nichts einzuwenden. Aber Windräder und Parks mit Sonnenkollektoren leisten hierzu gerade keinen Beitrag. Insofern sehe ich nicht, dass die Tendenz augenblicklich wirklich dahin geht.

     
  8. Stephan Jäger

    „Lieber Herr Jäger, Ihre Abneigung gegen den Opportunismus von Frau Merkel teile ich uneingeschränkt.“
    Das freut mich. Allerdings bin ich der Meinung, dass sich denn folgerichtig auch Ihre Kritik an einem „übereilten, nicht zuende gedachten“ Ausstieg aus der Atomenergie auf Frau Merkel beschränken sollte. „Die Grünen“ haben ja im Jahre 2000 in Regierungsverantwortung mit dem Atomkonsens durchaus einen Plan für einen „überlegten“, moderaten Ausstieg mit auf den Weg gebracht. Das hätte auch funktionieren können, wenn unsere überaus beliebte Bundeskanzlerin nicht 10 Jahre später gegen die Interessen ihres Volkes und ihren Amtseid ihren dreckigen Atom-Deal durchgezogen hätte.
    „Ergänzend dazu muss es aber konventionelle Kraftwerke geben weil sonst das Licht in der Nacht, im Winter und/oder bei Windstille auch bei Ihnen sehr schnell ausgehen würde.“
    Auch in Sachen „Grundlastsicherung“, unabhängig von konventionellen Energieträgern, könnten wir heute einen großen Schritt weiter sein, hätte nicht, ebenfalls im Jahre 2010 der „beste Bundeswirtschaftminister aller Zeiten“ mit NorGer (http://de.wikipedia.org/wiki/NorGer) erfolgreich ein Projekt blockiert, das einen entscheidenden Anteil hierzu hätte beitragen können. Abermals ausschließlich der Atom-Maf… öh Lobby zuliebe und gegen die Interessen der Bevölkerung.
    „Aber Windräder und Parks mit Sonnenkollektoren leisten hierzu gerade keinen Beitrag.“
    Das ist eine Frage der Definition. Wenn man ausschließlich im Mini-Blockheizkraftwerk im Keller „dezentrale Versorgung“ sieht, mögen Sie recht haben. Ich allerdings würde diese Bezeichnung durchaus auch für von den „großen Kartellen“ unabhängige, hauptsächlich regionale Kunden bedienende Kleinanbieter wie etwa EWS verwenden. Und wieso sollte ein solcher Anbieter keine Solar-Farm betreiben, wenn vor Ort die Bedingungen dazu vorhanden sind?

    @gerd dahm
    „Ich fürchte, es lohnt nicht wirklich.“
    Vermutlich hast Du recht.

     
  9. x3Ray

    Michael Frisch hat doch absolut Recht mit den Subventionen: Ein Produkt darf sich nicht deshalb verkaufen, weil es subventioniert wird und dadurch günstig erscheint, sondern weil der Käufer sich damit identifiziert und von diesem Produkt überzeugt ist.

     

Hinterlasse einen Kommentar

* Eingabe erforderlich (Pflichtfelder). Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Die Angabe eines Klarnamens ist nicht erforderlich.