Mit pfiffigen Ideen beim Startup-Camp die Jury überzeugt

Jeweils fünf Minuten hatten die einzelnen Gründer Zeit, ihre Geschäftsidee sowie die damit verbundenen Chancen und Möglichkeiten, der Jury vorzustellen. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. “Pitche deine Idee, finde Teampartner und entwickle zusammen mit erfahrenen Mentoren ein Geschäftsmodell.” Mit dieser Aufforderung hatten die Forschungsstelle Mittelstand der Universität Trier zusammen mit dem Gründungsbüro der beiden Hochschulen, der Wirtschaftsförderung der Stadt Trier und dem Land Rheinland-Pfalz alle potenziellen Neugründer zu einem zweitägigen Startup-Camp auf das Gelände des Digital Hub in der Eurener Straße eingeladen. Es war die zweite Veranstaltung dieser Art.

Es sind drei zentrale Fragen, die immer am Anfang der Selbstständigkeit stehen: Wie gründe ich ein Unternehmen? Wie erstelle ich einen Businessplan? Und wie baue ich ein wirtschaftliches Netzwerk auf? Die Antworten auf diese elementaren Fragen, so viel sei an dieser Stelle bereits verraten, hatten alle Teilnehmer des Camps am Ende der Veranstaltung in der Tasche.

Breites Spektrum an Ideen

Im Gespräch mit der Jury: Moderator Christian Schmidt, Ole Seidel, Matthias Schwalbach, Raimund Fisch und Kathrin Knieps-Vogelgesang

Die Einladung zum Startup-Camp war auf fruchtbaren Boden gefallen, das Interesse war überaus beachtlich. Es gab kaum noch freie Plätze im Veranstaltungszelt, als die 14 unterschiedlichen Teilnehmer ihre Geschäftsidee einer vierköpfigen Jury sowie der interessierten Öffentlichkeit vorstellten. Unter der Moderation von Christian Schmidt, tags zuvor hatte Alexandra Moritz von der Forschungsstelle Mittelstand durch das Programm geführt – standen jedem Sprecher fünf Minuten zur Verfügung, die es überzeugend zu nutzen galt. Das Spektrum der Vorstellungen war breit angelegt und reichte vom Personal Coaching über den Verkauf von Nutzhanf bis hin zur Gesundheits-App, die einen Arzt über alle bisherigen Behandlungen informieren soll, die ein Patient bisher erhalten hat, damit bei einem Notfall ärztliche Fehler vermieden werden können.

Entsprechend begeistert zeigte sich Wirtschaftsförderin Christiane Luxem, die das Camp bereits zu diesem Zeitpunkt als vollen Erfolg feiern konnte. Denn die gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegene Teilnehmerzahl – 2018 kamen 70 potenzielle Gründer, in diesem Jahr waren es bereits um die 80 – beweise, dass es gelungen sei Hürden abzubauen und junge Menschen nach Trier zu bringen, um hier ihren beruflichen Traum in die Realität umzusetzen. Für Luxem ein guter Ausgangspunkt, denn nicht alle kleinen und mittleren Unternehmen hätten das technische Knowhow, sich den modernen Herausforderungen zu stellen. Das Startup-Camp könne sich hier als wichtiges Bindeglied für eine mögliche Kooperation erweisen.

Christiane Luxem, Leiterin der Wirtschaftsförderung Trier, erinnerte an das erste Startup-Camp im vergangenen Jahr.

Fast ein Jahr lang für den Hub gekämpft

Eine Besonderheit der Moselstadt zeigte Oberbürgermeister Wolfram Leibe auf: Mit den beiden Hochschulen verfüge Trier gegenüber anderen Städten über wichtige Trümpfe beim Aufbau eines Digital Hubs. Um den habe man, so der OB, fast ein Jahr lang gekämpft. Zusammen mit Institutionen wie den Wirtschaftskammern, den Banken und der Initiative Region Trier (IRT), wolle die Stadt nun den passenden Rahmen für den Aufbau eines modernen und wirkungsvollen Hubs bilden.

Folgt man den Worten von Ministerpräsidentin Malu Dreyer, dann ist für sie mit dem bevorstehenden Start des Digital Hub “ein Herzenswunsch” in Erfüllung gegangen. Sie zeigte sich vor den zahlreichen Gästen davon überzeugt, dass es in Trier “ganz viele innovative junge Leute” gibt, die diese Chance auch nutzen werden. Mit dem Aufbau des Hubs habe die Stadt Möglichkeiten geschaffen, wo diese jungen Leute ihre Ideen entwickeln können.

Lobend äußerte sich die Ministerpräsidentin auch zum Startup-Camp. “Solche Camps sind wichtig, um Mentoren, Unterstützer und Gründer zusammenzubringen.” Die alten Geschäftsmodelle seien gut und wichtig, “aber wenn man neue Wege nicht mitgeht, haben alte Betriebe ganz rasch nicht mehr die Bedeutung, die sie zuvor noch hatten.” Für sie ist die Digitalisierung eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, aber auch die größte Chance auf eine nachhaltige Verbesserung unseres Alltags. Das Land arbeite an einer umfassenden Digitalstrategie, die den flächendeckenden Ausbau von Breitband und Mobilfunk, aber auch den Datenschutz sowie die Förderung neuer digitaler Innovationen und eine bessere medizinische Versorgung beinhalte.

Die logische Fortführung einer Idee

Ministerpräsidentin Malu Dreyer weiß um die Chancen und Möglichkeiten, die ein Digital Hub einer Region bringen kann.

Den künftigen Hub in Trier sieht die Ministerpräsidentin als logische Fortführung einer Idee, die von Leuchttürmen wie den Digital Hub in Ludwigshafen, den Gutenberg Digital Hub Mainz, die Smart Factory und das Kompetenzzentrum Mittelstand 4.0. in Kaiserslautern angeführt wird. Auch im benachbarten Koblenz arbeite man am Aufbau eines Hubs, der den Schwerpunkt “Gesundheit” haben soll.

Und dann konnte die Ministerpräsidentin die Geschäftsideen bekanntgeben, die die vierköpfige Jury nach reiflicher Überlegung zu den Siegern erklärt hatte. Und das war zum einen das Konzept zu “Füll Mal”, mit der unverpackte Waren mit einem Verkaufsbus in der Eifel vertrieben werden sollen, wobei man damit der Landflucht entgegentreten und auch das Umweltbewusstsein schärfen will.
Ebenfalls zum Sieger erklärt war die Gruppe um das Projekt “VinoScore”, das Winzern eine digitale Ertragserfassung und eine Rückverfolgbarkeit von der Lese in einer Parzelle bis zur Abfüllung in die Flasche per Smartphone ermöglichen soll. Beide Gruppen können sich über Beratungsleistungen im Preis von 1500 Euro freuen, die sowohl von der Volksbank wie auch der Sparkasse finanziert werden. (-flo-)

 

Besichtigung des Digital Hub

Für Mietinteressenten des zukünftigen Digital Hub Trier besteht am Dienstag, 21. Mai, von 12 bis 18 Uhr die Möglichkeit, die Räume in der ehemaligen Jägerkaserne in der Eurener Straße 48 zu besichtigen. Interessierte erhalten vor Ort ein Bewerbungsformular. Die wichtigsten Fragen zur Miete sind auf der Webseite des Digital Hub Trier veröffentlicht unter diesem Link.

Für Rückfragen steht das Hub-Management bei der Wirtschaftsförderung unter 0651/718-1839 oder per Mail an info@digital-hub-trier.eu zur Verfügung. (tr)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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