Mosel Musikfestival – “Herausragende Bedeutung”

Mosel und Musik - in diesem Jahr feiert das gleichnamige Festival sein 30-jähriges Bestehen. Das Eröffnungskonzert findet am 17. Juli in der Trierer Basilika statt.

Mosel und Musik – in diesem Jahr feiert das gleichnamige Festival sein 30-jähriges Bestehen. Das Eröffnungskonzert findet am 17. Juli in der Trierer Basilika statt.

TRIER/BERLIN. Gemeinsam mit dem Kulturdezernenten der Stadt Trier, Thomas Egger, dem Bürgermeister der Stadt Bernkastel-Kues, Wolfgang Port, und dem Intendanten des Mosel Musikfestivals, Hermann Lewen, hat Ministerpräsidentin Malu Dreyer am Freitag in der rheinland-pfälzischen Landesvertretung in Berlin einen Pionier der Sommermusikfestivals in Deutschland vorgestellt: das Mosel Musikfestival, das in diesem Sommer sein 30-jähriges Jubiläum feiert. Der junge Starpianist Kit Armstrong spielte live zur Vorstellung des Programms unter anderem auch eine Auftragskomposition, die er für das Mosel Musikfestival geschrieben hat.

Dreyer betonte die wichtige Rolle von Netzwerkfestivals für die Regionen des Landes Rheinland-Pfalz und lobte das Mosel Musikfestival für seine Qualität und seine kontinuierliche Weiterentwicklung, eingebettet in den “Kultursommer Rheinland-Pfalz”, das kulturpolitische Förderinstrument der Landesregierung seit 1991. “Attraktive und vitale ländliche Räume sind eine wichtige Voraussetzung für eine hohe Lebensqualität und für die Entwicklung des Tourismus. Kultur und Tourismus tragen zur wirtschaftlichen Prosperität ländlicher Räume bei”, so die Ministerpräsidentin. Das Mosel Musikfestival habe hier eine herausragende Bedeutung.

“Zwischen Klostermauern und in Kreuzgängen, auf Burgen und in Schlössern, auf Weingütern und in Winzerhöfen begegnet dem begeisterten Publikum eine unvergessliche Melange aus Musik, Architektur Landschaft und natürlich dem Wein. Ein Mix, der die alte Kulturlandschaft aktiv platziert, die Lebensqualität der Region stärkt und deren Image nachhaltig verbessert”, sagte Mosel Musikfestival-Intendant Hermann Lewen.

“Weg vom Kirchturmdenken, stattdessen hin zur regionalen Identität, dieser Leitgedanke, der das Reiseziel Mosel als Ganzes projiziert und touristisch marktfähig macht, wird von dem Mosel Musikfestival, getreu seinem Namen bereits seit 30 Jahren und sogar grenzüberschreitend überaus erfolgreich gelebt und hat Vorbildfunktion”, so Triers Kulturdezent Thomas Egger, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der gemeinnützigen Mosel Musikfestival Veranstaltungsgesellschaft ist.

Gründungsort und Sitz des Festivals ist Bernkastel-Kues. Dessen Bürgermeister Wolfgang Port (Vorsitzender der Gesellschafterversammlung) erinnert sich an die Anfänge im Barocksaal des Klosters Machern und dem Cusanusstift in seiner Stadt und an viele Stars der Klassikszene, die dem Festival bis heute die Treue halten und von denen auch in dieser Saison (vom 17. Juli bis zum 3. Oktober 2015) einige dabei sein werden, wie etwa Ludwig Güttler und Mischa Maisky. Zu den “Weltstars in Weinbergen”, die in diesem Jahr zu erleben sein werden, gehören unter anderem auch Stargeiger Daniel Hope, Simone Kermes (Gesang) und Klavierlegende Alfred Brendel.

Das Festival mit seinen jährlich über 50 Konzerten entlang der Mosel hat aber auch immer wieder junge Talente − nicht zuletzt aus Rheinland-Platz selbst − gefördert, die mittlerweile eine große Karriere gemacht haben, wie zum Beispiel Martin Stadtfeld (Piano), Benedict Klöckner (Cello), Thomas Hammes (Trompete), Marion Eckstein (Altistin) und das Fauré Quartett. Auch von ihnen werden die meisten im Jubiläumsprogramm zu erleben sein.

Dazu kommen stets spannende Neuentdeckungen, in diesem Jahr beispielsweise die junge Pianistin Younee, die Jazz-Saxophonistin Nicole Johänntgen, Roman Kim (Violine) und die a cappella Sextette Onair (Berlin) und Sjaella aus Leipzig.

Der Macher: Intendant Hermann Lewen. Foto: MM

Der Macher: Intendant Hermann Lewen. Foto: MM

Einige “Seitensprünge”, so Intendant Lewen, hat sich das Festival in seiner langen Erfolgsgeschichte auch immer gegönnt. Musikalische Grenzgänger, wie Mnozil Brass, Quadro Nuevo, Spark, Götz Alsmann oder MayBeBop sind bei Moselmusikfestival immer gern gesehen – so auch in diesem Sommer.

Eröffnet wird das Festival am 17. Juli 2015 mit Ludwig van Beethovens Missa Solemnis in der 2000 Jahre alten Konstantin-Basilika Trier mit der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken-Kaiserslautern, dem Bachchor Mainz und namhaften Solisten unter der Leitung von Prof. Ralf Otto.

Das Festival hat einen Etat von knapp einer Million Euro, davon kommen 185.000 Euro vom Land Rheinland-Pfalz, knapp 120.000 Euro von den in der Veranstaltungsgesellschaft zusammengeschlossenen Kommunen der Moselregion, rund 250.000 Euro von Sponsoren – die andere Hälfte des Etats erwirtschaftet das Festival durch Eintrittseinnahmen. Die Hauptsponsoren sind JTI (Japan Tobacco International), die Sparkasse Trier und die Sparkasse Mittelmosel/Eifel Mosel Hunsrück.

Weitere Informationen gibt es unter moselmusikfestival.de. (tr)

Extra

Vom 17. Juli bis zum 3. Oktober 2015 findet das Jubiläumsfestival zum dreißigsten Geburtstag des Mosel Musikfestivals statt. 1985 begann das Mosel Musikfestival, die Region um Bernkastel-Kues in eine klingende Konzertlandschaft zu verwandeln. Inzwischen hat sich die regionale Musikreihe, die damals noch unter dem Namen Mosel Festwochen startete, als international ausgerichteter Klassikevent deutschlandweit etabliert und findet jährlich im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz statt, der 2015 unter dem Motto “Helden und Legenden” steht.

Das Mosel Musikfestival mit seiner Melange aus Musik, Architektur, Landschaft und Wein hat inzwischen durchaus auch in der etablierten Künstlerszene einen klangvollen Namen. So ist mit der Klavierlegende Alfred Brendel (12. September) ein wirklicher Mythos zu Gast und auch der legendäre Geigenvirtuose Daniel Hope (28. August) konnte für ein erstes Gastspiel an der Mosel gewonnen werden. “Wo große Meister in kleinen Dörfern spielen”, diesen Grundsatz nimmt das Mosel Musikfestival wörtlich und punktet mit dem Ansatz “nah, intim und erlesen” und überschaubaren Spielstätten im außergewöhnlichen Ambiente. Die Römerstadt Trier mit ihren Weltkulturerbe-Bauten Konstantin-Basilika, Hohe Domkirche und Kurfürstliches Palais als auch traditionsreiche Weinstädte und -dörfer mit urtümlichen Kellergewölben, alten Dorfkirchen und Kloster-Kreuzgängen sind entlang der gesamten Mosel Kulisse und Bühne für mehr als fünfzig Veranstaltungen vom luxemburgischen Grevenmacher bis Winningen nahe Koblenz. (tr)


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Erstellt am Autor trier reporter in Featured, Kultur Hinterlasse einen Kommentar

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