Musik und Comedy – immer beste Unterhaltung

Spätestens seit seiner Sendung “extra 3” ist Christian Ehring einem breiten Publikum bestens bekannt. Foto: Veranstalter

ECHTERNACH. Musik und Comedy bestimmen das Programm im Trifolion noch bis zum 10. Februar. Wer sich die Show “Don’t stop the music – The evoution of dance” anschauen wollte, aber noch keine Ticktets hat, hat im wahrsten Sinne des Wortes zu lange gewartet. Denn diese Show ist ausverkauft!

Genialer Sprachwitz, bissiger und hintergründiger Humor – das ist Christian Ehring. Der Mann, den in Deutschland schon alleine wegen seiner vom ZDF produzierten Show “Extra 3” nahezu jedes Kind kennt, kommt am morgigen Samstag, 2. Februar, um 20 Uhr ins Trifolion. Und was erwartet die Zuschauer? Viel mehr, als man es von seinen Auftritten bei “Extra 3” oder auch auch als Ensemblemitglied des “Düsseldorfer Kom(m)ödchen” kennt. Eine ganze Menge mehr von sich zeigt Christian Ehring, wenn man ihm einen ganzen Abend lang die Bühne überlässt. Sein Solo “Keine weiteren Fragen“ ist ein hochaktueller und sehr persönlicher Kommentar zur Lage der Nation; hintergründig, schwarzhumorig und perfide politisch.

Und darum geht’s: Der Sohn will ins Ausland, auf einmal ist mehr Platz im Haus, da meldet sich das soziale Gewissen: Wäre das nicht die Gelegenheit, endlich mal etwas Sinnvolles zu tun und einen Flüchtling aufzunehmen?

Könnte, sollte, müsste man nicht aktiv werden und der linksalternativen Überzeugung auch mal ganz konkret Taten folgen lassen? Die Ehefrau sagt: “Ja“. Ehrings Bühnen-Ich sagt: “Ja, aber“. Findet die Idee zwar gut, würde sich aber lieber zurückziehen ins deutsche Komfortzonenrandgebiet, wo der Einkauf im Bioladen noch ausreicht als moralischer Ablassbrief, wo man erst mal das Haus abbezahlt, Smoothies mixt und seinen Yogalehrer macht. Und vor allem: Keine weiteren Fragen stellt…

Die Billie-Holiday-Show

Carrie Dimaculangan ist auf der Bühne Billie Holiday. Foto: Veranstalter

Themenwechsel. Nicht minder musikalisch wie bei “Don’t stop the music” geht es bei der Billie-Holliday-Show am Sonntag, 10. Februar, zu. Denn dann wird die Geschichte einer großartigen farbigen Sängerin gezeigt, die trotz ihrer dunklen Hautfarbe auch die Herzen der weißen US-Bevölkerung eroberte.

Billie Holiday – mit diesem Namen verbindet sich zuallererst eine einmalige Jazzstimme. Ihre Interpretationen von “Solitude”, “Body and Soul”, “I’m gonna lock my heart” oder “Easy living”, um hier nur einige wenige ihrer Erfolge zu nennen, haben schlicht Musikgeschichte geschrieben. In ihrer musikalischen Karriere arbeitete die Sängerin, die nur 44 Jahre alt wurde und 1959 starb, mit den Größten der damaligen Szene zusammen: Benny Goodman, Duke Ellington, Teddie Wilson, Art Shaw, Count Basie.

Doch obwohl sie Abertausende mit ihrer Musik begeisterte, gesellschaftliche Anerkennung erfuhr sie als Farbige nie. Und deshalb kam es auch, wie es kommen musste: Billie Holiday suchte Trost im Drogenkonsum, hatte Beziehungen mit gewalttätigen Männern und starb schließlich unter entwürdigenden Umständen völlig verarmt an Leberzirrhose.

Eine bewegende 80-minütige Show, die die Jazzlegende noch einmal aufleben lässt und ihr Leben von der Entdeckung des Jazz in einem Bordell bis hin zu ihrem Tod erzählt. Sonntag, 10. Februar, 20 Uhr im Trifolion in Echternach. (-flo-)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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