Onkologisches Zentrum erfolgreich rezertifiziert

TRIER. Das onkologische Zentrum am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier wurde kürzlich erneut als “Onkologisches Zentrum mit Empfehlung der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.“ ausgezeichnet. Das Zertifikat gilt für drei Jahre bis Oktober 2020 und umfasst die Tumorentitäten Darm, Prostata, Hoden, Penis, Niere, Harnblase, Neuroonkologische Tumoren und Lunge.

Die Zertifizierung von Versorgungseinrichtungen soll die Qualität der Versorgung krebskranker Menschen steigern, indem sie einheitliche Standards und die Umsetzung leitlinienbasierter Empfehlungen fördert. Dadurch soll die Qualität der Versorgung krebskranker Menschen gesteigert werden. Nach einer Erstzertifizierung müssen die Zentren regelmäßig einen Nachweis über die weitere Einhaltung der Anforderungen erbringen. Dieser wird während der jährlichen Überwachungsaudits bzw. alle drei Jahre während der Re-Zertifizierung geprüft.

“Die Diagnose Krebs wird täglich bei mehr als 1.300 Menschen in Deutschland gestellt“, sagt Heinz Kirchen, Leiter des Onkologischen Zentrums und Sektionsleiter Hämatologie und internistische Onkologie der Abteilung für Innere Medizin I des Brüderkrankenhauses Trier. Die umfassende Versorgung eines an Krebs erkrankten Menschen erfordere Expertise von Personen aus unterschiedlichen Fachrichtungen und Berufsgruppen. Nicht nur Mediziner, sondern auch spezialisierte Pflegepersonen, Psychoonkologen,  Physiotherapeuten, Apotheker, Sozialarbeiter und Seelsorger spielen in der Betreuung onkologischer Patientinnen und Patienten eine wichtige Rolle, so Kirchen. Die Zertifizierung setze den Zugang zu solchen Fachkräften für Patientinnen und Patienten sowie die interdisziplinäre Zusammenarbeit dieser Spezialisten voraus.

“In viermal wöchentlich stattfindenden Tumorkonferenzen wird die erforderliche individuelle Behandlung der Erkrankung in einem interdisziplinären Expertenteam besprochen, bei dem auch niedergelassene Ärzte regelmäßig ihre Fälle vorstellen“, erklärt Kirchen und ergänzt: “In 2016 wurden mehr als 2.500 Fälle in unseren Tumorkonferenzen besprochen.“

Onkologische Zentren betreuen mehrere Tumorarten unter einem Dach. Zu ihren Aufgaben gehört auch die Versorgung von seltenen Tumorerkrankungen, die nicht in Organkrebszentren behandelt werden. Zum onkologischen Zentrum des Brüderkrankenhauses gehören das Darmzentrum, das Lungenkrebszentrum, das Uroonkologische Zentrum mit dem Prostatakarzinomzentrum und das Hirntumorzentrum. In den einzelnen Organkrebszentren besteht ein enger Kontakt zu Selbsthilfegruppen. Neben der Zusammenarbeit mit verschiedenen Kooperationspartnern in der Region und der Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz bestehen seit 2016 Kooperationsverträge mit den onkologischen Spitzenzentren Universitäres Centrum für Tumorerkrankungen UCT-Mainz sowie dem NCT Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg. Darüber hinaus arbeitet das onkologische Zentrum bei der Tumordokumentation  intensiv mit dem klinischen Krebsregister Rheinland-Pfalz zusammen. (tr)


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Erstellt am Autor trier reporter in Die Reporter-Meldungen Hinterlasse einen Kommentar

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