Patrick Sterzenbach führt nun die City Initiative Trier

Das ist der Vorstand für die kommenden beiden Jahre: Thomas Schmitt, Johannes Kolz, Patrick Sterzenbach, Georg Stephanus, Jürgen Poss und Wolfgang Sturges (von links). Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Die City Initiative Trier (CIT) hat seit Montagabend einen neuen Vorsitzenden. Der 50-jährige Patrick Sterzenbach löst Benno Skubsch (37) ab, den es als Center Manager nach Berlin in die Heimat seiner Frau zieht. Sterzenbach betreibt in Trier drei Bekleidungshäuser und führt gemeinsam mit seiner Frau das Hotel Aulmann.

Von Rolf Lorig

Die 34 Mitglieder, die am Abend der Einladung in das Kasino am Kornmarkt gefolgt waren, erlebten eine ruhige und von Sachlichkeit getragene Jahreshauptversammlung. Noch einmal führte Skubsch durch die Versammlung und erinnerte daran, dass die CIT in diesem Jahr ihren 25. Geburtstag feiern konnte. Seinen besonderen Dank an die Gründungsmitglieder richtete er unter dem Applaus der Anwesenden stellvertretend an Georg Kern: “Ohne Menschen wie Dich, lieber Georg, hätte es weder die Werbegemeinschaft noch die CIT gegeben.”

Dann richtete der Center Manager der “Trier-Galerie”, der am 21. Juni Trier verlassen wird, den Blick nach innen: “Vieles bewegt uns und dabei gewinnt das Marketing mehr und mehr an Bedeutung.” Dem trage man Rechnung und habe trotz einer knappen Haushaltslage über das Jahr verteilt eine Reihe von Veranstaltungen auf den Weg gebracht, die von den Kunden sehr gut angenommen würden. Als Beispiele verwies der Vorsitzende auf den Ostermarkt, Wine in the City, Grill in the City, Trier spielt, der “Europäische Markt” und das Sommerfest, das unter dem Motto “Politik trifft Handel” stehe.

Im kommenden Jahr fällt der Europatag auf einen Samstag

Auch das Thema “P+R” sprach Skubsch an: Bislang gebe es zehn Termine im Jahr, an dem die CIT diesen Service in Kooperation mit den SWT anbiete. Dass damit noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht sei, habe der “Europatag” gezeigt, der in diesem Jahr erstmals in Luxemburg als Feiertag begangen wurde. Allerdings sei es nicht die Aufgabe der Händler, bei der Lenkung der Verkehrsströme tätig zu werden, hier sah er vielmehr die Stadt gefordert. Zumal dieser Service laut einer Umfrage zu über 90 Prozent von Trierern und Bewohnern aus dem Umland genutzt werde.

Die Stadt war (nicht nur an diesem Abend) durch Mitglieder des Stadtrates und dem Dezernenten für Kultur, Tourismus, Recht, Sicherheit und Ordnung, Thomas Schmitt, vertreten. Im kommenden Jahr werde der Europatag auf einen Samstag fallen, richtete Schmitt den Blick nach vorne. Allerdings räumte er ein, dass das Thema auch den Stadtvorstand beschäftige. Wie eine Lösung aussehen könnte, ob ein gänzlich kostenfreier P+R-Service an allen Samstagen oder einer zu einem Pauschalpreis, das bedürfe noch einiger Gespräche. Wobei Schmitt zu erkennen gab, dass er dem Service bei einem Pauschalpreis die besseren Chancen einräume.

Als geborenes Mitglied im Vorstand – die Stadt unterstützt die CIT jährlich mit über 70.000 Euro – bedankte sich Schmitt bei Benno Skubsch für dessen Arbeit. Nicht immer seien der Vorsitzende und die Stadt einer Meinung gewesen. Doch die Zusammenarbeit sei immer fair im Umgang gewesen. Deshalb bedauere er auch, dass Skubsch Trier verlasse.

Erfolgsmodell “Unterirdisches Trier” auch für den Handel nutzen

Und auch eine Anregung hatte der Dezernent mitgebracht. Zwar erfahre die Stadt einen großen Zuspruch von außen, doch wären für die Monate November sowie die Zeit von Januar bis März noch weitere Aktionen der CIT sinnvoll. Hier regte er das Programm der ttm “Unterirdisches Trier” an, das von den Besuchern bestens aufgenommen werde. Schmitts Idee: Viele Händler hätten ebenfalls tolle alte Keller, die man hier gut einbeziehen könne. Womit sich der Einzelhandel möglicherweise ganz neue Kunden erschließen könnte.

Weitere Themen von Schmitt waren “Globus” (“Im Stadtvorstand und Stadtrat nicht unumstritten, noch gibt es keine Entscheidung”), das Einzelhandelskonzept (“Die Arbeit daran geht weiter; bin sicher, dass wir zu einer Einigung kommen werden”) und der Abendmarkt am Mittwoch, der vielversprechend gestartet sei, wegen des Wetters jedoch an den letzten beiden Veranstaltungstagen kaum in die Gänge gekommen sei. Wobei er dem kommenden Markt wegen des Wetters schon wieder sehr gute Chancen einräume.

Einen Ausblick auf kommende Aktivitäten vermittelte Präsidiumsmitglied Georg Stephanus. Man habe einen neuen Geschenkgutschein in Auftrag gegeben, der in diesem Jahr die Gangolf-Kirche als Motiv trage. Bei den Veranstaltungen halte die CIT an Bewährtem fest, wolle jedoch für den 12. Oktober mit “Trier liest” eine Idee von Johannes Kolz aufgreifen und somit mit einer Premiere an den Start gehen. Neu gestaltet wird auch die “Trier-Tasche” sein, die bei den Kunden nicht nur vor dem Hintergrund zur Abfallvermeidung sehr gut angekommen sei. Auch die Mitgliederwerbung habe man im Blick: hier soll die Veranstaltung “Von Mitgliedern, für Mitglieder” neue Kommunikationsimpulse setzen. Der stellvertretende Vorsitzende Johannes Kolz präsentierte eine weitere Idee: Eine Kunstaktion, analog der Elephant Parade, anlässlich der für Weihnachten geplanten Verschönerung der Poller. Hierbei sollen die Poller zu kleinen Säulen werden, auf deren Spitzen aus GfK gefertigte Modelle der Porta Nigra stehen. Diese sollen wie bei der Elephant Parade im Jahr 2013 künstlerisch gestaltet werden und so zur Verschönerung der Stadt beitragen.

Und dann konnte die Versammlung aktiv werden. Für seine saubere Kassenführung und den damit verbundenen ausgeglichenen Haushalt erhielt Schatzmeister Jürgen Poss Applaus und die beantragte Entlastung. Die erhielten aber auch die übrigen Mitglieder des ehrenamtlichen Vorstandes. Womit der Weg für die Wahlen frei war.

Patrick Sterzenbach wurde mit großer Mehrheit zum neuen Vorsitzenden gewählt

“Trier ist eine Herzensangelegenheit”

Zuvor bedankte sich Benno Skubsch aber bei seinen Vorstandskollegen und der Versammlung. Als City Manager führe man ein Nomadenleben, bekannte der gebürtige Hannoveraner. In Trier sei er aber sehr schnell heimisch geworden, habe sich in die Stadt verliebt: “Trier ist eine Herzensangelegenheit für mich!” Jedoch müsse Trier hinter seiner Frau zurückstehen, die sich als gebürtige Berlinerin nicht gegen das aus der Hauptstadt kommende berufliche Angebot an ihren Mann gesträubt habe. Er habe hier “unfassbar tolle fünf Jahre” erlebt, aus Kollegen seien Freunde geworden. Mit Sicherheit werde er die Moselstadt und den von ihm geschätzten Riesling immer wieder besuchen, versprach der scheidende Vorsitzende unter dem lang anhaltenden Beifall der Anwesenden.

Keine Überraschungen gab es bei den dann stattfindenden Wahlen. Obwohl Patrick Sterzenbach bislang noch nicht im Vorstand mitgearbeitet hatte, erhielt der gebürtige Kölner, der seit 20 Jahren in Trier lebt, 26 Ja-Stimmen bei fünf Enthaltungen und zwei Nein-Stimmen. Ein eindeutiges Ergebnis, das ihm nicht nur die Glückwünsche seiner Vorstandsmitglieder einbrachte. Unbesetzt blieb dagegen der Platz eines Beisitzers, für diese Position war keine Bewerbung eingegangen.

Sterzenbach will sich in seiner zunächst zweijährigen Amtszeit intensiv mit den Themen Mobilität, Handel und Tourismus auseinandersetzen, auch an der Teilfortschreibung des Einzelhandelskonzeptes 2025+ muss seiner Ansicht nach noch weiter gefeilt werden. Eine große Herausforderung, der er sich stellen will, sieht er im mehrfach an diesem Abend angesprochenen Thema P+R.


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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