Plädoyer für die Trierer Sportstätten

Marco Marzi (links) und Michael Maxheim (rechts) haben bei der Mitgliederversammlung verdiente Sportfunktionäre ausgezeichnet. Otmar Passiwan (RSC-Rollis 1985 Trier, vorne) erhielt die goldene SBR-Ehrennadel für sein jahrzehntelanges Engagement im Rollstuhlbasketball, Horst Molitor (Trimmelter SV, hinten) erhielt die silberne SBR-Ehrennadel vor allem als langjähriger Basketball-Kreisvorsitzender, und Peter Terges (Mitte) erhielt die bronzene Ehrennadel, weil er seit mehr 20 Jahren Vorsitzender des SV Trier-Olewig ist.

TRIER. Der voraussichtliche Wegfall von Millionen an Fördergeldern und der Tribünen für die Wolfsberghalle und die teuren Nutzungsgebühren der Unihalle für Trierer Sportvereine waren die Hauptthemen bei der Mitgliederversammlung des Stadtsportverbands Trier. Alle Vereinsvertreter, Bürgermeisterin Elvira Garbes und der gesamte Vorstand des Stadtsportverbands waren sich einig, dass man für beide Hallen im Sinne des Trierer Sports kämpfen müsse.

Besonders intensiv befasste sich das Gremium mit der Wolfsberghalle − nicht nur, weil die SSG Mariahof einen Antrag gestellt hatte, die Dachorganisation des Trierer Sports solle ein klares Votum aussprechen. Bürgermeisterin Elvira Garbes sagte dazu in ihrem Grußwort: “Wir prüfen gerade intensiv, ob eine Sanierung Sinn macht. Wir wollen keinen Komfort verlieren, sondern zumindest das erhalten, was wir jetzt auch haben. In einer detaillierten Stellungnahme hat die IGS Trier bereits begründet, warum man auch für Schulsport Tribünen braucht – das Land sieht das anders. Aber wir werden nicht aufgeben.”

Dieser Meinung stimmte Marco Marzi, der Vorsitzende Stadtsportverbands, zu: “Die Halle ist wahrlich kein Luxus. Bei einer Sanierung muss man aber bedenken, dass die Halle dann wieder lange Zeit nicht nutzbar ist – egal, ob für Schulen oder Vereine.” Der Verein, der von einem Wegfall der Tribünen im Falle eines Neubaus der Wolfsberghalle am stärksten betroffen sein würde, ist die DJK/MJC Trier. Deren Sportreferent Jörg Hunold, auch Vorstandsmitglied im Stadtsportverband, rechnete vor: “Uns entgehen bis zu 6.000 Euro an Einnahmen, die etwa zur Gegenfinanzierung der Schiedsrichterkosten benötigt werden, wenn es keine Zuschauer gibt. Mannschaftssport ohne Zuschauer ist nicht denkbar. Ideal wäre eine Tribüne mit 600 Plätzen statt wie bisher 400.”

Bernd Michels (PSV Trier und zweiter Vorsitzender des Stadtsportverbands) malte ein drastisches Bild: “Eine Wolfsberghalle ohne Tribünen wäre der Tod des Handballsports in Trier.”

Michael Maxheim, Vorsitzender vom Sportkreis Trier und Vizepräsident Sportbund Rheinland, unterstrich ebenfalls die Bedeutung: “Die Wolfsberghalle ist nicht nur für den Schulsport da, sondern genauso wichtig für den Vereins- und Breitensport – und dafür werden Tribünen dringend benötigt.” Auch die Unihalle wurde bei der Versammlung thematisiert: “Der Trierer Sport muss in Mainz erreichen, dass die Halle an Wochenenden für Vereine zu bezahlbaren Konditionen genutzt werden kann”, sagte Maxheim, Marzi ergänzte: “Wir sind in Sachen Unihalle schon aktiv geworden und haben Kontakt zu anderen Städten aufgenommen, um zu sehen, wie es dort in Sachen Kosten aussieht. Zumindest für die Zeiträume, wo andere Hallen nicht zur Verfügung stehen, muss dort schnell eine Lösung gefunden werden.”

In den weiteren Tagesordnungspunkten ging es um eine Präsentation des Bildungswerks Sport, Ehrungen und eine wichtige Satzungsänderung: Der Trierer Marco Fusaro, Geschäftsführer des Bildungswerks des Landessportbundes, stellte die unterschiedlichen Services der Organisation für Vereine vor, wie Bildungsberatung, finanzielle und organisatorische Unterstützung von Weiterbildungsveranstaltungen oder Qualifizierung von Kursleitern. Infos können per Mail an trier@BildungswerkSport.de angefordert werden.

Marzi und Maxheim haben zudem folgende verdiente Sportfunktionäre ausgezeichnet: Otmar Passiwan (RSC-Rollis 1985 Trier) erhielt die goldene SBR-Ehrennadel für sein jahrzehntelanges Engagement im Rollstuhlbasketball, Horst Molitor (Trimmelter SV) erhielt die silberne SBR-Ehrennadel vor allem als langjähriger Basketball Kreisvorsitzender, und Peter Terges erhielt die bronzene Ehrennadel, weil er seit mehr 20 Jahren Vorsitzender des SV Trier-Olewig ist.

In seinem Vorstandsbericht ging Marzi unter anderem auf den Jugendförderpreis ein, den der Stadtsportverband auch in diesem Jahr wieder während der Spitzen- und Altsportlerehrung der Stadt am 17. Mai in der Arena verleihen wird. Zudem hatte der Verband 2018 sechs Defibrillatoren an Vereine übergeben, Vereine in Sachen Vereinssoftware unterstützt und das Konzept für einen künftigen Vereinsstammtisch erstellt.

Abgefragt wurde zudem das Interesse der Vereine an einer Fortsetzung der ABC-Schützen-Party in der Arena, die 2019 ausfallen muss, weil der Hauptsponsor die Mittel gestrichen hatte. Um künftig vom Finanzamt den Status der Gemeinnützigkeit erhalten zu können, was gerade für die Fortsetzung des Jugendförderpreises von Bedeutung ist, wurde einstimmig die Satzung geändert. (tr)


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