Poller für Trier, mehr Personal für Egger

Die Konstantinstraße wird kurz hinter der Parkhauseinfahrt mit versenkbaren Pollern abgesperrt.

Die Konstantinstraße wird kurz hinter der Parkhauseinfahrt mit versenkbaren Pollern abgesperrt.

TRIER. Auf Antrag der SPD-Stadtratsfraktion werden an zwei Stellen der Stadt innerhalb der nächsten beiden Jahre versenkbare Poller installiert. Den notwendigen Beschluss fasste der städtische Steuerungsausschuss nach reporter-Informationen unter der Woche während der ganztägigen Beratungen zum Doppelhaushalt 2015/2016. Demnach sollen die Zufahrten zum Domfreihof und zum Kornmarkt für Nicht-Anlieger gesperrt werden. Ferner wird der städtische Verkehrsüberwachungs-Dienst (VÜD), der für die Kontrolle des ruhenden Verkehrs zuständig ist, um vier Stellen aufgestockt. Die neuen Mitarbeiter werden ausschließlich für die Abendstunden und Wochenenden geschult. So soll das Problem des Wildparkens in Trier eingedämmt werden. Dezernent Thomas Egger und die SPD hatten schon im Juli mehr Personal für den Egger-Dienst gefordert. Die Mehrheit des Rates – unter anderem CDU und Grünen – hatte jedoch gegen den Antrag der Sozialdemokraten gestimmt. Nun wurde ein Kompromiss gefunden: Egger bekommt vier statt sechs Stellen – dafür aber die von ihm gewünschte Einsatz-Truppe für den Abend- und Wochenenddienst.

Versenkbare Poller im österreichischen Salzburg - auch Trier soll jetzt seine Poller bekommen.

Versenkbare Poller im österreichischen Salzburg – auch Trier soll jetzt seine Poller bekommen.

Verbotsschilder sind in Trier meist nur Makulatur – das betrifft die Einfahrten zu den Fußgängerzonen ebenso wie die Parkflächen. Der Domfreihof wird über die Liebfrauenstraße nach wie vor als Parkplatz missbraucht. Die Zufahrt über die Konstantinstraße zum Kornmarkt aber wird von jenen benutzt, die sie nicht benutzen dürften. Damit wird in absehbarer Zeit jedoch Schluss sein. Denn wie in anderen Städten werden nun auch in Trier beide Straßen am Eingang zur Fußgängerzone durch versenkbare Pollersysteme abgeriegelt. Der Steuerungsausschuss genehmigte unter der Woche die Kosten von rund 60.000 Euro pro Maßnahme. Beide Maßnahmen wurden in den Doppelhaushalt 2015/2016 aufgenommen.

Die Liebfrauenstraße soll dort, wo an der Verengung zwei Schilder auf den Beginn der Fußgängerzone auf dem Domfreihof hinweisen, für die Durchfahrt gesperrt werden. In der Konstantinstraße werden die versenkbaren Poller auf Höhe der behelfsmäßigen Fahrbahnverengung unmittelbar hinter der Einfahrt zum Parkhaus auf der rechten und der Hosenstraße auf der linken Seite in den Boden eingelassen, damit nur noch Anwohner und Anlieger die Fußgängerzone in der Brotstraße queren und zum Kornmarkt hinunter fahren können. Der Parkplatz hinter dem Kasino am Kornmarkt wird ferner – so der Fachausdruck – entöffentlicht und damit nur noch für Anwohner und Anlieger zu nutzen sein. SPD und Grünen hatten in den vergangenen Jahren mehrmals versucht, entsprechende bauliche Veränderungen durchzusetzen, waren mit ihren Vorstößen jedoch stets an den anderen Mehrheiten in den Ausschüssen und im Rat gescheitert.

Auch die Liebfrauenstraße wird vor der Zufahrt zum Domfreihof versperrt.

Auch die Liebfrauenstraße wird vor der Zufahrt zum Domfreihof versperrt.

Welche Technik bei den versenkbaren Pollersystemen benutzt werden wird, ist derzeit noch unklar. Zur Auswahl stehen der Nummern-Code und die Chipkarte. Beim Code-Verfahren erhielten Anwohner und Anlieger eine Nummer, mittels derer sich die Poller zur Durchfahrt im Boden versenken lassen. Beim Chip-System würde eine codierte Karte die Nummer ersetzen. Geklärt werden soll ferner noch, ob eine Pollerreihe installiert wird oder aber zwei einzelne Poller, die mit einer schweren Kette verbunden sind. Das städtische Bauamt wird nach dem Beschluss des Steuerungsausschusses nun die Alternativen hinsichtlich Bauart, Code-Verfahren und Kosten zusammenstellen und dem Dezernatsausschuss zur Beratung vorlegen. Bewährt das System sich, sollen danach weitere Zufahrten in die Fußgängerzonen – etwa am Stockplatz – ebenfalls entsprechend abgesperrt werden.

Mit mehr Personal gegen Wildparker

Thomas Egger bekommt seine Einsatz-Truppe. Immer wieder hatte der Dezernent in den vergangenen Monaten betont, dass die Problematik des ausufernden Wildparkens in der Innenstadt mit der aktuellen Personalausstattung des Verkehrsüberwachungs-Dienstes (VÜD) nicht in den Griff zu bekommen sei. Vor allem in den Abendstunden und am Wochenende wurde in Trier wegen des fehlenden Personals kaum kontrolliert. Das Ergebnis: Radwege, Bürgersteige, Bewohnerplätze und Zufahrten sind permanent zugeparkt.

Ein alltägliches Bild in Trier, vor allem an den Wochenenden - kein Durchkommen auf den Gehwegen.

Ein alltägliches Bild in Trier, vor allem an den Wochenenden – kein Durchkommen auf den Gehwegen.

Nicht zuletzt wegen des öffentlichen Drucks nach mehreren Medienberichten hatte die SPD im Juli sechs neue Stellen für den VÜD gefordert. Ob des sich anbahnenden schwarz-grünen Bündnisses verweigerten die Grünen den Sozialdemokraten allerdings die Gefolgschaft. Die CDU hatte die von Egger und der SPD gewünschte personelle Aufstockung des VÜD ohnehin abgelehnt. Doch anscheinend reifte inzwischen auch in Unions-Kreisen die Erkenntnis: Nur mit weiteren Schulungen der bereits vorhandenen Mitarbeiter ist das Problem nicht in den Griff zu bekommen. Auch darauf hatte Egger schon im Juli hingewiesen. Sein Einwand blieb aber ungehört.

Ein halbes Jahr später stimmte nun auch die CDU der Aufstockung zu: Der Egger-Dienst bekommt mehr Personal. Vier Stellen sind im Doppelhaushalt, der am 5. Februar verabschiedet werden soll, vorgesehen. Das sind zwar zwei Stellen weniger, als von Egger erhofft. Doch auch mit den vier neuen Kontrolleuren kann der Dezernent die von ihm gewünschte Einsatz-Truppe auf die Beine stellen. Denn die neuen Mitarbeiter für den VÜD werden nach reporter-Informationen ausnahmslos in den Abendstunden und an den Wochenenden eingesetzt. Das soll auch vertraglich in Absprache mit dem Personalrat so geregelt werden. Damit kann Egger die Überwachung des ruhenden Verkehrs vor allem in jene Zeiten ausdehnen, die bisher in Trier mehr oder weniger kontrollfreier Raum waren. An der klaren Anweisung aus der Dezernatsspitze bleibt es: Bei eklatanten Verstößen soll weiterhin verstärkt und konsequent abgeschleppt werden. (et)


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Erstellt am Autor Eric Thielen in Featured, Politik 7 Kommentare

7 Kommentare zu Poller für Trier, mehr Personal für Egger

  1. Thomas Albrecht

    Schön, dass die SPD eine alte Idee von mir noch einmal aufgegriffen hat. Bereits im Jahre 2008 wurden auf Antrag der CDU Stadtratsfraktion im Haushalt Mittel zur Errichtung der Poller bereit gestellt. Was daraus nach 6 Jahren geworden ist, kann jeder auf dem Kornmarkt besichtigen.
    http://albrecht-trier.de/html/poller.html

     
    • Jupp de Fupp

      ohje die böse SPD, es handelt sich somit im weiteren Sinne ja um den Tatbestand der Urheberrechtsverletzung. Dagegen würde ich aber schleunigst weitere rechtliche Schritte in Form einer Abmahnung einleiten Herr Albrecht. Die CDU hat sich bereits dermaßen lächerlich und unglaubwürdig gemacht, dass es hierauf nun auch nicht mehr ankommen würde. 😉

       
      • Stephan Jäger

        Nana, erstmal den Ausgang der Anfechtung der OB-Wahl abwarten! 😀

         
  2. Dominik Heinrich

    Das Scheitern des Antrages von 2008 zu den versenkbaren Pollern lag an den Untersuchungsergebnissen der Verwaltung. Dabei wiesen die Baudezernenten Dietze (SPD) und Kaes-Torchiani (CDU) gleichlautend auf deren hohen Anschaffungskosten, technischen Anforderungen und insbesondere die extrem hohen Nachfolgekosten durch große Störanfälligkeit hin. (Anders als in unseren Nachbarländern müssten versenkbare Poller – gemäß Darlegung der Verwaltung – zusätzlich mit optischen und akustischen Warnsignalen ausgestattet und zudem Ampeln sowie Hinweisschilder aufgestellt werden). Dieser Argumentation folgten die wechselnden Stadtratsmehrheiten der letzten 6 Jahre.

    Nachdem der Stadtrat sich zuletzt für die Übernahme der kommunalen Geschwindigkeitskontrolle ausgesprochen hat, wiederhole ich die Möglichkeit einer bereits 2010 im Stadtrat in die Diskussion gebrachten und kostengünstigeren Alternative:
    Die Zufahrt in die Fußgängerzone könnte auch ohne Poller eingedämmt und ordnungswidriges Befahren geahndet werden: Zufahrtsberechtigte erhalten Chipkarten mit denen sie sich an fest aufgestellten Pfosten “ausweisen” müssen; Ignoranten nach einigen Tagen Post mit einem Foto und Bußgeldbescheid. Zu Lieferzeiten wäre die Anlage freigeschaltet. Gerade in unmittelbarer Nähe zu bedeutenden Baudenkmälern hätte die Vermeidung von blinkenden und summenden Pollern sowie Schilder- und Ampelwäldern großen Charme und es gäbe keine Straßenbarrieren auf historischen Sichtachsen.

    Es mag sein, dass in Rheinland-Pfalz diese Lösung aufgrund der derzeitigen Rechtslage nicht umgehend umsetzbar ist. In dem Fall müsste sie auf Landesebene – sicherlich zur Freude vieler Kommunen – schnellstmöglich geändert werden.

     
  3. Dominik Heinrich

    …. und noch ein Hinweis: m.E. müsste die Zufahrt zum Kornmarkt nicht an der Kreuzung Brotstraße/Johann-Philipp-Straße gesperrt werden, sondern bereits in der Konstantinstraße kurz hinter der Einfahrt C&A-Tiefgarage. Dort besteht eine Wendemöglichkeit (ansonsten wäre diese im Fußgängerzonenbereich der Brotstraße. Die Konstantinstraße wäre bis zur o.e. Sperrung ein idealer “shared-place” und danach Fußgängerzone.

     
    • Walter Sobchack

      Ist doch einfach Herr Heinrich … drücken sie doch eine Verlängerung ihres Fahrradweges am Mustor durch, dann kollabiert der Verkehr an dem Knotenpunkt genau so wie morgens um 07:30 in der Güterstrasse wenn DHL mit Hänger anrückt und der Abfluss in Richtung Süden/Stadt durch den ultra hoch frequentierten für Radfahrer unereichbaren Fahrradweg gehemmt ist…

      Der Herr Albrecht macht das ja schon genau so wie AFDler … Immer schön reinschreieben das war aber meine Idee … TRAUMHAFT …

      schön dass ihr wieder da seid … wenn es auch ein wenig lange gedauert hat … gehe mal davon aus, dass ihr nun ein wenig was an trace tools installiert habt.

       
  4. Stephan Jäger

    Ein Wort: Endlich!

     

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