Porta³ – Wecker-Leuchten am Schwarzen Tor

Konstantin Wecker kommt zu Porta³. Der Altmeister lässt das schwarze Tor leuchten.

Konstantin Wecker kommt zu Porta³. Der Altmeister lässt das schwarze Tor leuchten.

TRIER. Zwischen Bauch und Kopf muss sich im kommenden Sommer niemand entscheiden. Zwischen Posaune und Gitarre auch nicht. Und erst recht nicht zwischen altgedienten Stars des Musikgeschäfts und Newcomern der letzten drei Jahre. Auch in seiner zweiten Auflage garantiert das Porta³-Festival Abwechslung pur: Mit “Bauch und Kopf”-Sänger Mark Forster, “Vaterland”-Philosoph Konstantin Wecker und “Funk Unit”-Kopf Nils Landgren geben sich vor der beeindruckenden Kulisse der Porta erneut nationale und internationale Stars die Klinke in die Hand.

Konstantin Weckers Leben und Werk mit einem Wort zusammenzufassen, fällt schwer. “Bewegt” würde es vielleicht am ehesten treffen, “vielschichtig” oder “engagiert”. Denn der 68-Jährige gilt zusammen mit Reinhard Mey oder Hannes Wader nicht nur als einer der bekanntesten und einflussreichsten deutschen Liedermacher, er komponierte auch Musical-, Theater- und Filmmusik, wirkte in zahlreichen Filmen mit und schrieb biographische, lyrische und gesellschaftskritische Bücher. Der Song “Revolution” war dieses Jahr auf der äußerst erfolgreichen und umjubelten Herbsttour “Ohne Warum” ein absolutes Highlight. Gemeinsam mit Cynthia Nickschas elektrisierte dieses kraftvolle Lied das Publikum. Im kommenden Jahr scheint eine gewaltfreie Revolution des Bewusstseins nötiger denn je, denn: “Wenn die oft als ‘Gutmenschen’ verunglimpften Menschen nicht revoltieren, putschen die Rechten!”, so seine Reaktion auf die gesellschaftlichen Herausforderungen der Zeit – auch auf der Bühne.

Entsprechend engagiert wird Konstantin Wecker sein Programm “Ohne Warum” für die Sommerkonzerte 2016 umgestalten, aktualisieren und um einige seiner bekannten Lieder erweitern, um damit am Freitag, 17. Juni, vor der Porta aufzuspielen. So werden Songs wie “Anarchie” oder “Wenn unsre Brüder kommen” ebenso ins Programm aufgenommen wie “Ich singe, weil ich ein Lied hab” oder “Frieden im Land”. “Poesie und Musik können vielleicht die Welt nicht verändern. Aber sie können denen Mut machen, die sie verändern wollen.”

Nils Landgren

Nils Landgren

Am darauffolgenden Samstag ist mit Nils Landgren ebenfalls ein Botschafter zu Besuch, und das in gleich mehrfacher Hinsicht. Denn der international renommierte schwedische Jazzposaunist verkörpert nicht nur 30-jährige Bühnenerfahrung, die unter anderem Stationen mit ABBA, Herbie Hancock und Till Brönner krönte, sondern auch die Liebe zum großen Komponisten und Dirigenten Leonard Bernstein. Nach über 30 Alben, die Landgren seit 1983 veröffentlichte, setzt er Bernstein auf “Some other time. A tribute to Leonard Bernstein” sein ganz eigenes Denkmal. Klassiker aus den berühmten Musicals sind hier ebenso zu hören wie populär gewordene Songs, zum Beispiel “Lucky To Be Me” – für Landgren ein Traumprojekt.

“Ich wollte schon seit längerem noch einmal mit dem Arrangeur Vince Mendoza arbeiten, der für mich zu den Besten überhaupt zählt. Aber nicht nur das, wir haben auch ein ganzes Orchester dabeigehabt.” Die aufwendige Studioproduktion, die unterstützt wurde durch 15 Holz- und Blechbläser, setzt Mr. Red Horn, wie Nils Landgren aufgrund seines Markenzeichens, der roten Posaune, auch genannt wird, auf der Bühne in ein nicht minder aufwendiges Live-Spektakel um: Landgrens Allstar-Quartett wird dabei erweitert durch die Musiker der Neuen Philharmonie Frankfurt. An seiner Seite weiß Nils Landgren dabei langjährige Wegbegleiterinnen wie die Sängerin Viktoria Tolstoy, den Pianisten Sebastian Studnitzky  den deutschen Bassisten Dieter Ilg und Rasmus Kihlberg am Schlagzeug.

Mark Forster

Mark Forster

Am Sonntag, 19. Juni, dürfte insbesondere dann lautstark gejubelt werden, wenn Mark Forster sich musikalisch verabschiedet – was allerdings nicht gegen den Sänger spricht. Vielmehr ist “Au revoir”, bekannt geworden vor allem während der Fußball-Weltmeisterschaft 2014, die Hitsingle des letzten Jahres. Bereits kurz nach ihrem Erscheinen verdrehte diese Single nicht nur Radioredaktionen den Kopf, sondern schaffte es mit Doppelplatin-Status auch bis auf Platz zwei der deutschen Charts. Nachfolger “Flash Mich” erhielt ebenfalls Platin, genauso wie Forsters zweites Album “Bauch und Kopf”. Innerhalb von anderthalb Jahren wurde Forster damit ebenfalls zum Botschafter: Spätestens als er beim Bundesvision Song Contest 2015 für Rheinland-Pfalz den Sieg einheimsen konnte, steht der 31jährige Musiker, der gebürtig aus Winningen im Donnersbergkreis stammt, für richtig gute Musik aus dem deutschen Südwesten.

Das wissen die Trierer von Anfang an: Bereits 2012, ein Jahr, bevor Mark Forster den Refrain im Lied “Einer dieser Steine” von Rapper Sido übernahm und damit zum ersten Mal die deutschen Single-Top Ten erreichte, war er als Solokünstler in der Tufa zu Gast. Sein zweiter Auftritt in Trier findet nun vor einer deutlich größeren Kulisse statt. Und so muss sich Mark Forster auch im Juni höchstens im Liedtext verabschieden, noch lange nicht von der großen Bühne.

Termine & Infos

Konstantin Wecker + Band
Revolution – Sommerprogramm 2016
Freitag, 17. Juni 2015, 20 Uhr (Einlass: 19 Uhr), bestuhlt, Karten ab 42 Euro

Nils Landgren All Stars & Neue Philharmonie Frankfurt
“Some other time” – a tribute to Leonard Bernstein
Samstag, 18. Juni 2015, 20.30 Uhr (Einlass: 19.30 Uhr), bestuhlt, Karten ab 39,65 Euro

Mark Forster
Porta³ Open Air
Sonntag, 19. Juni 2015, 20 Uhr (Einlass: 19 Uhr), unbestuhlt, Karten 41,85 Euro

Alle Konzerte finden auf dem Porta Nigra-Vorplatz statt. Karten sind ab sofort an allen bekannten Vorverkaufsstellen, unter kartenvorverkauf-trier.de, unter ticket-regional.de und am Counter der Trier-Information an der Porta Nigra erhältlich. Tickethotline 0651/9941188. (tr)


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Erstellt am Autor trier reporter in Featured, Kultur Hinterlasse einen Kommentar

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