Rat beschließt Theatersanierung

Das Theater soll für rund 50 Millionen Euro saniert werden.

TRIER. Mit 45 Ja-Stimmen zu drei Nein-Stimmen und einer Enthaltung hat sich der Trierer Stadtrat am Dienstagabend für die Sanierung des Theatergebäudes am Augustinerhof ausgesprochen. Der unfertige Graubner-Bau stammt aus den 1960er Jahren. Die FDP-Fraktion und Michael Frisch von der AfD-Fraktion stimmten gegen die Vorlage der Verwaltung. Zustimmung fand ferner der Antrag, einen großen Veranstaltungssaal am Tufa-Gebäude zu bauen, der zugleich als Interimsspielstätte für das Theater während der Sanierungphase dienen soll. 45 Mitglieder des Rats stimmten dafür, drei votierten dagegen (FDP und AfD), ein Ratsmitglied enthielt sich. Einen Antrag der AfD-Fraktion, der vorsah, zur Entscheidung über Sanierung und Neubau an der Tufa einen Bürgerentscheid zu initiieren, wurde abgelehnt (48 Nein-Stimmen, eine Ja-Stimme).

Kulturdezernent Thomas Schmitt (CDU) verdeutlichte den Sanierungsbedarf mit Bildern von Schäden am Haus, die er dem Rat präsentierte. Das Kostenvolumen der Sanierung beläuft sich nach derzeitigem Stand auf knapp 50 Millionen Euro, bezogen auf das Preisniveau des Jahres 2018. Die Sanierung beinhaltet unter anderem die Erneuerung der Außentüren und Fenster sowie das Daches. Die Heizungsanlage wird ebenfalls komplett erneuert, ebenso die Abwasser-, Wasser- und Feuerlöschanlagen. Auch die in die Jahre gekommene Bühnentechnik wird ausgetauscht. So werden etwa die Handkonterzüge auf elektrische Antriebe umgestellt. Die Eingangshalle wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. “An einer Sanierung führt kein Weg vorbei”, sagte Schmitt.


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Während der veranschlagten dreijährigen Bauphase muss das Theatergebäude vollständig geräumt werden, sodass der Theaterbetrieb in anderen Räumlichkeiten sichergestellt werden muss. Hierfür wird neben der Tufa ein neues Gebäude mit einer Fläche von knapp 1.300 Quadratmetern gebaut, das der Tufa nach der Sanierung zur Verfügung steht. Die Kosten für den Neubau belaufen sich auf knapp sieben Millionen Euro.

Die Bauarbeiten am Trierer Theater sollen nach jetzigem Stand im August 2021 starten und im August 2024 beendet sein. Bei der Entscheidung des Stadtrats handelt es sich nach Rathaus-Angaben um einen Grundsatzbeschluss, auf den die eigentliche Planung erfolgt. Der endgültige Baubeschluss soll im Februar 2021 gefällt werden.


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Im Frühjahr 2015 waren die Kosten für die Sanierung des Theaters noch mit einem Volumen von 20 bis 25 Millionen Euro veranschlagt worden. Ein Neubau sollte etwa 50 Millionen Euro kosten. Damit liegen die nun veranschlagten Kosten für die Sanierung in der Größenordnung des Neubauvolumens von 2015. Im Herbst 2016 wurden die Kosten für einen Neubau nach einem weiteren Gutachten mit 100 Millionen veranschlagt; die Sanierung sollte demnach rund 55 Millionen Euro kosten.

FDP-Chef Tobias Schneider begründete die ablehnende Haltung seiner Fraktion mit dem Fehlen eines zukunftsfähigen Finanzkonzepts für das Theater. Die Liberalen stellten die Existenz des Hauses allerdings nicht infrage, sagte Schneider. AfD-Chef Frisch forderte, die Entscheidung den Bürgerinnen und Bürgern in einem Bürgerentscheid zu überlassen. Das lehnte die Mehrheit des Rates − auch die FDP − jedoch ab. (tr)


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Erstellt am Autor trier reporter in Kultur Hinterlasse einen Kommentar

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