Raum für soziale Innovationen

TRIER. Wie können Lösungsangebote und Geschäftsmodelle für aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen entwickelt werden? Wie können soziale Dienstleistungen entstehen, die besser zu den vorhandenen Bedarfen passen? Auf diese Fragen eine Antwort zu geben und einen Raum für die Entwicklung von sozialen Innovationen bereitzustellen, ist das Anliegen des im Januar 2018 gestarteten Universität-Trier-Intrapreneurship Lab (UnTIL). Nach zehnmonatiger Arbeit an den Projekten wurden jetzt bei einer Abschlussveranstaltung sechs Geschäftsmodelle präsentiert, die im Labor entstanden sind. Als weiteres Ergebnis von UnTIL hat sich ein Netzwerk von Institutionen etabliert, das die Region Trier weiter als Innovations- und Wirtschaftsstandort profilieren will.

Im Oktober 2018 begann der erste Workshop-Zyklus mit zwölf Teilnehmern, die sechs ganz unterschiedliche Themenstellungen und Ziele verfolgten. Die Projektteams arbeiteten an Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen wie Immobilität und teilhaberorientierte Lebensformen in ländlichen Gebieten, am Abbau von Zugangshürden bei Bildungsangeboten, an Herausforderungen bei der Bewältigung schulischer Anforderungen, an Bewältigungsstrategien zur Reduzierung von Belastungssymptomatiken im Kontext von Erwerbsarbeit sowie an ressourcenorientierten Angeboten im Rahmen psychischer Erkrankungen.

Ausgehend von den Erfahrungs- und Lebenswelten der späteren Nutzer, entwickelten die Teilnehmer im UnTIL-Labor mithilfe von Methoden aus Innovationsförderung und Kreativitätsforschung bedarfsgerechte, innovative und umsetzbare Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen. Entstanden sind so etwa eine niedrigschwellige Telefonplattform, eine Koordinierungsstelle zur Nutzung vorhandener Potenziale von Senioren, ein appgestütztes Seminar-Managementsystem zur Durchführung von Bildungsangeboten, ein Coworking-Space für Schüler, eine ganzheitlich ausgerichtete betriebliche Gesundheitsberatung sowie ein Modellprojekt intergenerativer Pädagogik, in dem Kinder und Senioren voneinander lernen können.

Die entstandenen Geschäftsmodelle beeindruckten die Veranstalter ebenso wie der Gründergeist der Teilnehmer. Die Kreativität und Energie, mit der die Teams die Arbeit vorangetrieben haben, wurden den Erwartungen vor Projektbeginn mehr als gerecht.

Der wissenschaftliche Leiter von UnTIL, Professor Andreas Schröer, formulierte zum Abschluss seine Vision der Zukunft des Labors. Die dauerhafte Etablierung des Labors soll nur ein erster Schritt auf dem Weg zur Weiterentwicklung zu einem Ökosystem für soziale Innovation sein. Mit ihrer etablierten Zusammenarbeit wollen die Universität, die Wirtschaftsförderung der Stadt Trier, der Caritasverband für die Diözese Trier und der Paritätische Wohlfahrtsverband Rheinland-Pfalz Saarland die Region Trier als Innovations- und Wirtschaftsstandort stärken.

Die Anmeldung für den nächsten Workshop-Zyklus von UnTIl ist bis zum 15. August 2019 möglich.

Weitere Informationen auf until-trier.de. (tr)


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Erstellt am Autor trier reporter in Die Reporter-Meldungen Hinterlasse einen Kommentar

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