Rhein-Niedrigwasser reduzierte Güterzahlen auf der Mosel

TRIER. Für die Fluss-Schiffer war das Jahr 2018 kein einfaches: Fast die Hälfte des Jahres 2018 hatte die Schifffahrt auf der Mosel mit äußeren Einschränkungen zu kämpfen. Dies spiegelt sich auch in den Güterzahlen wider, die auf ein Jahrestief von 9 Mio. Gütertonnen gefallen sind. Nach der Berechnung des Wasser- und Schifffahrtamtes (WSA) ist das ein Rückgang von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Stärkster Faktor für den Rückgang waren nach Auskunft des WSA die über 150 Tage Niedrigwasser am Rhein. Der Rhein-Wasserstand am Pegel Koblenz unterschritt in dieser Zeit deutlich die 1,30 m Marke, wodurch Schiffe einen Tiefgang von 3,00 m nicht mehr erreichen konnten. Zwar wird auf der Mosel eine 3,00 m Fahrrinnentiefe ganzjährlich garantiert, Schiffe vom Rhein auf die Mosel fahrend (oder umgekehrt) könnten diese Tiefe dann jedoch nicht voll ausnutzen.

Auch die tatsächlich auf der Mosel gefahrenen Güterschiffe sind gegenüber dem Vorjahr um knapp 6 Prozent auf 6168 Güterfahrzeuge gefallen. Dies liegt am sogenannten Kleinwasserzuschlag, welcher bei Niedrigwasser auf dem Rhein gezahlt wird. Das hat die Auswirkung, dass sich Fahrten auf dem Rhein mehr rechnen, als das Einbiegen auf die Mosel, da hier der Kleinwasserzuschlag nicht gezahlt wird.

Rückgang über eine Million Gütertonnen im Bereich der Braun- und Steinkohle

Im Hinblick auf den Gesamttransport ist der starke Rückgang über eine Million Gütertonnen im Bereich der Braun- und Steinkohle auffällig. Diese Güter werden größtenteils zu Berg transportiert. Auch der Transport von der Mosel auf die Saar ist in einer ähnlichen Höhe zurückgegangen. Die Schließung des Kohlekraftwerkes in Ensdorf, welches seine Ressourcen überwiegend über die Wasserstraßen bezog, hat wahrscheinlich einen wesentlichen Anteil am Rückgang.

Wie die Jahre zuvor wurden die mit über 28,5 Prozent am Gesamttransport zu Buche schlagenden landwirtschaftlichen Erzeugnisse überwiegend zu Tal transportiert. Mit einem Transportanteil von knapp über 20 Prozent lagen im Jahr 2018 erstmalig die Erdölprodukte und Mineralölerzeugnisse vor den Erzeugnissen aus der Montanindustrie auf dem zweiten Platz beim Gesamttransport auf der Mosel. Beide Transportarten werden überwiegend zu Berg transportiert.

Beim Containertransport gab es den zweithöchsten Jahreswert seit Ausbau der Mosel

Etwas weniger spürbar waren die Einschränkungen in nicht ganz so ausgeprägter Weise beim Containertransport. So war hier erstmalig ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Dieser betrug gegenüber dem Vorjahr knapp 6 Prozent mit 14.692 transportierten Containern, bedeutet aber immer noch den zweithöchsten Jahreswert seit Ausbau der Mosel an transportierten Container.

Ein Zuwachs von fast 20 Prozent war jedoch bei der Fahrgastkabinenschifffahrt auf über 971 geschleuste Kabinenschiffe an der Schleuse Zeltingen zu verzeichnen. Die Mosel wird im Bereich der Flusskreuzfahrtschiffe immer attraktiver und sorgt für regen Betrieb an den Schleusen. Hier ist in der Zukunft weiterhin mit Zuwächsen zu rechnen. Insgesamt wurden in Zeltingen knapp 4000-mal Schiffe der sogenannten “Weißen Flotte“ (Fahrgastkabinen- und Fahrgasttagesschiffe) geschleust.

Die bereits fertiggestellten zweiten Schleusenkammern in Fankel und Zeltingen reduzieren die Wartezeiten der Schiffe an den hochfrequentierten Schleusen erheblich. Mit denen im Bau befindlichen zwei Schleusenkammern in Trier und Lehmen sollen dort gleichfalls die Wartezeiten reduziert werden. Im Hinblick auf die immer älter und dadurch anfälliger werdenden Bauwerke ist der Bau der zweiten Schleusenkammern auf der Mosel von höchster Priorität. (tr)


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Erstellt am Autor trier reporter in Die Reporter-Meldungen Hinterlasse einen Kommentar

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