RÖMERSTROM Gladiators schlagen Rostock in Trier

Hier kam die Abwehr von Tom Alte zu spät: Der Trierer Gladiator Kevin Smit setzte sich durch. Fotos: Photogroove / Simon Engelbert

TRIER. Es war ein Basketballabend der begeisternden Sorte. Die RÖMERSTROM Gladiators Trier konnten sich am Samstagabend vor 4087 Zuschauern in der Arena Trier mit 82:74 gegen die Rostock Seawolves durchsetzen. Die Gladiatoren zeigten dabei vor allem in der ersten Hälfte eine starke Partie und gewannen das Spiel insgesamt absolut verdient.

Das Spiel begann wild. Rostock zeigte seine flexible Offensive und ließ Trier zunächst kaum das eigene Spiel aufziehen, auch weil die Gladiatoren selbst einfachste Würfe nicht trafen. Doch im Vergleich zu einigen Partien Mitte der Saison wirkten die Moselstädter davon nicht verunsichert. Im Gegenteil: Sie erhöhten stetig das Tempo und kamen so immer weiter an Rostock heran, die zu Beginn des ersten Viertel zunächst noch in Führung lagen. Weil die Hausherren die Intensität auch in der Verteidigung erhöhten, kam Rostock in der Folge kaum noch zu eigenen Punkten, musste aber in der eigenen Verteidigung einen starken Lauf von Thomas Grün hinnehmen, der im ersten Viertel neun Punkte in Folge erzielte und Trier so fast im Alleingang in Führung brachte. Mit einem 23:15 ging es in die Viertelpause.

Im zweiten Spielabschnitt ein ähnliches Bild. Die Gladiators dominierten jetzt das Spiel, zeigten in der Verteidigung starken Einsatz und in der Offensive temporeichen Teambasketball, der die 4087 Zuschauer in der Arena Trier ein ums andere Mal von den Sitzen riss. Zwölf Assists, und damit sieben mehr als der Gegner, holten die Gladiatoren alleine in der ersten Hälfte. Weil bei Rostock auch im Angriff viele einfache Bälle nicht fielen, konnte Trier sich bis zur Pause sogar absetzen. Ganz stark in dieser Phase: Rupert Hennen und Jermaine Bucknor, die beide im Ballvortrag viel Verantwortung übernahmen und das offensive Spiel der Gladiatoren weiter ordneten. Beide sammelten bis zur Pause vier Vorlagen. Mit einer 42:30-Führung ging es in die Kabine.

Auch gegen die Seewölfe zeigte sich Thomas Grün durchsetzungsstark und treffsicher.

Gäste verringern ihren Rückstand

Nach der Pause war Trier zunächst weiter dominant. Jedoch wurde schnell klar, dass das Gäste-Team aus Mecklenburg-Vorpommern nochmal alles versuchen würde um den Rückstand zu verringern. Und das gelang. Dank starker Guards mit Tony Hicks und Martin Bogdanov und auch, weil Trier nun vor allem aus der Distanz viele Würfe verfehlte und dazu alleine fünf Turnover im dritten Viertel verursachte, konnten sich die Seawolves mit einem 7:0-Run auf fünf Punkte heranbringen (54:49). Bis zur Viertelpause schafften die Gladiatoren es jedoch ihr Spiel wieder zu stabilisieren. Mit einem sieben-Punkte-Vorsprung – 58:51 – ging es in den entscheidenden Spielabschnitt.

In diesem wurde es nochmal spannend. Auch weil die Gäste nun mit dem Mut der Verzweiflung wilde Dreier trafen und so den Abstand nochmal schmelzen ließen. Vor allem Martin Bogdanov und Yannick Anzuluni übernahmen nun Verantwortung und trafen wichtige Würfe, sodass Rostock nochmal bis auf drei Punkte herankam (58:55). Doch die Gladiatoren blieben ruhig, spielten weiter ihr Spiel und hatten nun in Routinier Bucknor einen Fels in der Rostocker Brandung. Der Kanadier erzielte allein im letzten Viertel zehn Punkte, legte am Ende gar nahezu ein Triple-Double auf. Lediglich ein Assist fehlte zur ganz großen statistischen Leistung. Jedoch auch ohne eben jene Vorlage, bewies der Power Forward erneut seine starke Form und bildete so den Mittelpunkt einer insgesamt starken Mannschaft, die sich den Heimsieg nicht mehr entreißen ließ. Weil zum Schluss auch Center Till Gloger nochmal das Tempo anzog und sich mit sehenswerten Spin Moves immer wieder unter dem Korb durchsetzte, schafften die Seawolves den Turnaround nicht.

Ein letztes Aufbäumen

Dabei hatte Rostocker Center Tom Alte noch mit einem krachenden Dunk ein Ausrufezeichen gesetzt und sein Team auf 73:66 herangebracht. Doch dann eroberte sich Jermaine Bucknor an der Mittellinie den Ball, warf einen Blick zurück und sah, dass er freie Bahn hatte. Bucknor ließ den Ball durch die Reuse krachen und stellte so den alten Abstand wieder her und zeigte darüber hinaus: Hier und heute war für Rostock nichts zu holen.Am Ende gewannen die Gastgeber verdient mit 82:74 durch und bewahren sich so die große Hoffnung auf die Playoffs.

Nun haben die Gladiatoren zwei wichtige Auswärtsspiele in Heidelberg (17. März 2019, 17 Uhr Live auf airtango.live) und in Ehingen (22. März 2019, 19.30 Uhr, Live auf airtango.live) bevor dann am 30. März das letzte reguläre Saisonspiel in der BARMER 2. Basketball Bundesliga Saison 2018/2019 in der Arena Trier gegen die PS Karlsruhe Lions ansteht. Tickets für dieses Spiel gibt es unter diesem Link, an allen Ticket Regional-Vorverkaufsstellen und in der Geschäftsstelle der RÖMERSTROM Gladiators zu den regulären Öffnungszeiten.

 

Stimme
Christian Held: “Ich bin stolz darauf, wie meine Mannschaft sich heute gegen Rostock präsentiert hat, vor allem in der ersten Halbzeit. Wir haben uns nie, auch nicht in schwierigen Phasen, aus der Ruhe bringen lassen und in der Verteidigung die nötige Intensität gezeigt, um ein absolutes Top-Team zu schlagen. Offensiv können wir es teilweise noch besser. Doch ich bin nun zuerst mal stolz, dass wir das Spiel vor so einer tollen Kulisse gewinnen konnten.“

Statistik
Kelvin Lewis (11), Kyle Dranginis (5), Kevin Smit (8), Jermaine Bucknor (20), Rupert Hennen (2), Kilian Dietz (4), Thomas Grün (11), Stefan Ilzhöfer, Till Gloger (14), Johannes Joos (7).

 

Extra: Simon Schmitz verlängert

Simon Schmitz, hier bei einem früheren Spiel, hat seinen Vertrag bei den Gladiatoren verlängert.

Publikumsliebling Simon Schmitz, Point Guard, Leader und Identifikationsfigur, hat seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag um zwei Spielzeiten verlängert. Head Coach Christian Held freut sich über die Verlängerung seines Kapitäns. “Simon ist einer unserer Leader und kennt den Verein in und auswendig. Er ist für die Organisation und auch sportlich ein wichtiger Eckpfeiler, der grade in schwierigen Situationen immer wieder Verantwortung übernimmt. Deshalb sind wir sehr froh, dass er dem Club erhalten bleibt“, erklärt der Trainer zur Vertragsverlängerung.

Für Schmitz selbst war die Verlängerung eigentlich nur eine Formsache: “Ich wollte mich nicht mit einer Verletzung aus Trier verabschieden. Meine Familie fühlt sich hier sehr wohl, mein Sohn wurde sogar hier geboren. Die Stadt ist auf jeden Fall unsere zweite Heimat geworden. Darüber hinaus will ich auch sportlich helfen, dass der Basketball in Trier seinen eingeschlagenen Weg weiter geht. Ich spüre das Vertrauen der Verantwortlichen. Gemeinsam haben wir noch einiges vor“, zeigt sich der 29-jährige kämpferisch. “Erstmal gilt es jetzt wieder fit zu werden um dann in der nächsten Saison wieder voll anzugreifen“. (tr)

 


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Erstellt am Autor trier reporter in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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