Rückkehr des Bärtigen – China schenkt Trier Marx-Skulptur

Auf Standortsuche in Trier: Professur Wu Weishan (rechts) mit Oberbürgermeister Wolfram Leibe, Baudezernent Andreas Ludwig, Karl Marx-Darsteller Michael Thielen (links) und Brigitte Biertz von der Interessengemeinschaft "Karl-Marx-Viertel". Foto: Presseamt Trier

Auf Standortsuche in Trier: Professor Wu Weishan (rechts) mit Oberbürgermeister Wolfram Leibe, Baudezernent Andreas Ludwig, Karl Marx-Darsteller Michael Thielen (links) und Brigitte Biertz von der Interessengemeinschaft “Karl-Marx-Viertel”. Foto: Presseamt Trier

TRIER. Die chinesische Staatsregierung schenkt Trier als Geburtsstadt von Karl Marx zum 200. Geburtstag des großes Sohnes der Stadt im Mai 2018 eine Karl Marx-Skulptur. Am heutigen Mittwoch kam der international renommierte chinesische Künstler Wu Weishan als Leiter einer hochkarätigen Delegation von Peking nach Trier, um sich vor Ort einen persönlichen Eindruck von dem von der Stadt vorgeschlagenen Standort zu machen.

Geplant ist, die Statue unweit des Karl Marx-Hauses auf dem kleinen Platz Ecke Karl-Marx-Straße/Jüdemer Straße aufzustellen. “Wir versprechen uns davon einen Anschub für die Aufbesserung und Reaktivierung des ganzen Karl Marx-Viertels”, so Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) zu dem Projekt, das zum großen Jubiläumsjahres den ganzen Stadtteil “nach vorne bringen soll”. Hierzu sollen der kleine Platz und das Umfeld insgesamt attraktiver gestaltet werden. Professor Wu, der neben seiner weltweit anerkannten künstlerischen Tätigkeit zugleich Direktor des Nationalen Kunstmuseums China und Präsident der Chinesischen Akademie für Skulptur ist, zeigte sich von dem Standort in Reichweite des Geburtsortes von Karl Marx angetan. Ihm schwebt eine “realistische Skulptur aus Bronze vor, die mit der Zeit und dem Lebensumfeld des großen Philosophen korrespondiert.”

“Die Trierer freuen sich auf das großzügige Gastgeschenk aus China”, sagte Leibe bei einem Arbeitstreffen, das der Besichtigung in der Karl-Marx-Straße vorausgegangen war. Er sei neugierig auf das, was Professor Wu nach seinen gewonnenen Eindrücken in Trier als Entwurf für die Skulptur vorschlagen werde. Es habe von Anfang an Einvernehmen darüber gegeben, dass das Geschenk Chinas an Trier zum Marx-Jubiläum 2018 in enger Kooperation erfolge. Auch Baudezernent Andreas Ludwig (CDU) lobte die sich abzeichnende freundschaftliche Zusammenarbeit mit den Bauexperten seines Dezernats. “Über Internet können wir den Dialog führen und den Platz gemeinsam neu gestalten.”

Karl Marx, der bedeutendste Sohn Triers. Foto: Stadtmuseum

Karl Marx, der bedeutendste Sohn Triers. Foto: Stadtmuseum

Leibe bezeichnete vor den chinesischen Gästen das Jubiläumsjahr 2018 als große Chance für die Stadt Trier, die Person Karl Marx unter historischen Aspekten mit Ausstellungen und einem umfassenden Begleitprogramm “zu durchleuchten, in größter Distanz zu dem, was auch unter Missbrauch seines Namens im Kommunismus geschehen ist”. Es sei insgesamt einfacher geworden, über Karl Marx, seine Person und die Rezeptionsgeschichte zu sprechen, räumte Leibe ein.

Die Bedeutung des Besuchs der chinesischen Delegation in Trier unterstrich Chen Xueliang, Referatsleiter des Pressebüros des Staatsrats der Volksrepublik China, der den großen Wert der Zusammenarbeit beider Länder betonte. Das Geschenk an die Stadt Trier sei ein “Zeugnis für die guten Beziehungen zwischen China und Deutschland”.

Während ihres knapp zweitägigen Aufenthalts in der Moselmetropole informieren sich die chinesischen Gäste auch über die geplanten Karl Marx-Ausstellungen, die für das Jubiläumsjahr 2018 vorgesehen sind. Bei der Vorstellung des Projekts im Stadtmuseum Simeonstift nehmen neben Kulturdezernent Thomas Egger (SPD) der Geschäftsführer der Karl Marx GmbH, Dr. Rainer Auts, die wissenschaftliche Leiterin des Marx-Jubiläums, Professorin Beatrix Bouvier sowie Dr. Elisabeth Dühr als Leiterin des Stadtmuseums teil.

Zum umfangreichen Programm gehören eine Stadtführung, die Besichtigung des Karl Marx-Hauses sowie Gespräche mit dem Leiter des Konfuzius-Instituts an der Universität Trier, Professor Dr. Liang Yong und Uni-Vizepräsident Professor Georg Müller-Fürstenberger. Auch der Präsident der Deutsch-Chinesischen-Gesellschaft, Triers früherer Baudezernent Peter Dietze, nimmt an den Begegnungen teil. (la/tr)


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Erstellt am Autor trier reporter in Featured, Kultur Hinterlasse einen Kommentar

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