Schüler laufen für Schüler in Burundi

Die Läuferinnen und Läufer der Grundschule am Dom freuen sich über die kühle Erfrischung von Charlotte und Jamila (links). Foto: Bistum Trier

TRIER. So viele Läufer am frühen Morgen tummeln sich eher selten im Trierer Palastgarten. Sie alle sind hochmotiviert, denn schließlich rennen sie für einen guten Zweck. “Eine Schule für Burundi“ heißt die Aktion, an der sich alle Bistumsschulen beteiligen. Die 170 Mädchen und Jungen der Trierer „Grundschule am Dom“ haben am 2. Juni Spendengelder für den Ausbau der Schule in Burundi erlaufen.

Sechs Runden à 500 Meter haben Nicklas aus der Klasse 3a und Frederick aus der 4b gerade absolviert. Obwohl um halb neun noch angenehm kühle Temperaturen in Triers Stadtgarten herrschen, sind die Jungs doch fix und fertig und müssen vor dem Interview erst einen ordentlichen Schluck Wasser trinken. “Vor allem die letzte Runde war doch anstrengend“, stimmen die blitzartig wiederbelebten Freunde überein und ergänzen: “Aber es fühlt sich echt gut an, wenn man bedenkt, wofür das Geld verwendet wird, das wir erlaufen.“ Nicklas, Frederick und die anderen Schülerinnen und Schüler der “Grundschule am Dom“ haben sich in den vergangenen Tagen Lauf-Sponsoren gesucht. Großeltern, Eltern, Geschwister oder Nachbarn versprechen, einen bestimmten Betrag pro gelaufener Runde zu zahlen. “Dadurch sind die Kinder natürlich besonders angespornt, möglichst lange durchzuhalten. Schließlich wollen sie alle ja ihren Beitrag für das Schulprojekt leisten“, erläutert Schulleiterin Jutta Claes.

Zum zehnjährigen Bestehen der Aktion beteiligen sich 20 Schulen

Das Projekt “Eine Schule für Burundi“ geht auf eine Initiative des ehemaligen Leiters der Abteilung Schule und Hochschule im Bistum Trier, Prälat Herbert Hoffmann, aus dem Jahr 2007 zurück. Er wollte die “Congrégation des Frères Bene-Yozefu“ in Burundi unterstützen bei ihrer wichtigen Aufgabe, Kindern und Jugendlichen Erziehung und Bildung zu vermitteln. Inzwischen konnte eine Schule neu gebaut werden, in der über 800 Kinder unterrichtet werden. Zum zehnjährigen Bestehen der Aktion beteiligen sich nun alle 20 Schulen in Trägerschaft des Bistums mit unterschiedlichen Aktivitäten an einer Spendenaktion, mit der ein Naturwissenschafts-Raum und IT-Ausstattung für die Schule in Burundi finanziert werden sollen.

2,5 Kilometer sind als erreichbares Ziel der Dritt- und Viertklässler anvisiert, die Erst- und Zweitklässler laufen 1,5 Kilometer. Vom Startpunkt beim Springbrunnen führt der Weg entlang des Teichs, weiter am Spielplatz vorbei und zurück zum Brunnen. Svea fällt in der vorletzten Runde hin, wird aber von ihren Freundinnen Lilly und Clara zum Weiterlaufen motiviert – und das mit aufgeschürftem Knie. “Das ist die gute Sache auf jeden Fall wert“, sagt Svea tapfer und erntet Anerkennung und Zustimmung von ihren Klassenkameraden. Ein Glück, dass Charlotte und Jamila, die wegen einer gezerrten Sehne nicht mitlaufen kann, als wasserspritzende Streckenposten für etwas Erfrischung sorgen.

Lob von der Schulleiterin

Großes Lob gibt es auch von der Schulleiterin. “Ihr habt das toll gemacht!“, sagt Jutta Claes und erklärt den Kindern, dass ihre Altersgenossen in Burundi jeden Tag einen Fußweg von rund zwei Kilometern zurücklegen müssen, um zur Schule zu kommen. “Das ist ganz schön weit“, sagen Emilia und Paula und können sich gar nicht vorstellen, solche Strecken jeden Tag marschieren zu müssen. Umso glücklicher sind die beiden begeisterten Läuferinnen, mit ihrer Leidenschaft einen Beitrag leisten zu können, dass Kinder in Burundi bessere Bedingungen zum Lernen erhalten. Bis zum letzten Schultag am 30. Juni müssen die Grundschüler sich gedulden, bis sie erfahren, welche Spendensumme sie insgesamt erlaufen haben. Gelohnt hat sich der gemeinschaftliche Einsatz für alle Beteiligten auf jeden Fall. (tr)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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