Schüler streiken für den Klimaschutz

TRIER. In über 30 Ländern kämpfen Jugendliche weltweit vor Parlamenten für das 1,5 °C Ziel und aktiven Klimaschutz. Auch in Trier geht die Jugend dazu auf die Straße: Am Freitag, 18. Januar, ruft “Fridays for Future” zu deutschlandweiten Schulstreiks auf.

Treffpunkt ist um 10 Uhr auf dem Domfreihof, von wo aus die Schüler mit guter Laune und Wut im Bauch über den Hauptmarkt, die Brotstraße und den Viehmarkt zum Rathaus laufen. Dort endet die Aktion gegen 12 Uhr. Die Jugendlichen haben die Demo selbst organisiert. “Fridays for future” ist eine selbstorganisierte, basisdemokratische Bewegung, die von ihrer Vielfalt lebt und zeigt, dass die Jugend weder unpolitisch noch machtlos ist. Alle, die zu den Streiks kommen, eint das eine Ziel: die menschengemachte Klimakrise aufzuhalten, solange es noch geht und die globale Erwärmung auf höchstens 1,5°C zu beschränken. Dabei üben sie ordentlich Druck auf die Politik aus.

Denn die Zeit rennt: Seit Beginn der Industrialisierung ist es bereits 0,9°C wärmer geworden und mittlerweile spüren wir auch in Deutschland die Folgen: Dürren, Hitzeperioden, Unwetter und andere Wetterextreme häufen sich. Dabei trifft es uns noch sehr milde; am meisten leiden häufig die Länder, die am wenigsten zum Klimawandel beitragen – bereits jetzt fliehen Millionen Menschen vor seinen Folgen. Deutschland spielt sich oft als Vorreiter in der Klimapolitik auf, doch die große Koalition hat die Klimaziele 2020 aufgegeben und zuletzt ist der deutsche CO2 – Ausstoß sogar wieder gestiegen.

Die 16 jährige Hannah Wengenroth, die das Humboldt Gymnasium Trier besucht, sagt dazu: “Der menschengemachte Klimawandel ist eins der größten Probleme unserer Zeit. Und leider reagiert unsere Bundesregierung nicht ansatzweise angemessen auf die Zerstörung unserer Umwelt. So wird Deutschland seine Klimaziele meilenweit verfehlen. Wenn die Erwachsenen unsere Zukunft zerstören, müssen wir handeln und uns einmischen! Wir müssen zeigen, dass wir den Klimawandel, der nicht nur Tiere und Umwelt, sondern auch Menschen konkret gefährdet, nicht hinnehmen werden. Stattdessen wollen wir gemeinsam für unsere Zukunft, für die Zukunft der Menschheit und die Zukunft unserer Erde kämpfen! Und deshalb streiken wir!“

“Fridays for future” lädt alle Schüler und Studierenden ein, sich an der Demonstration zu beteiligen. Die jungen Organisatoren rechnen mit ungefähr 200 Demonstranten. (tr)


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Erstellt am Autor trier reporter in Die Reporter-Meldungen 11 Kommentare

11 Kommentare zu Schüler streiken für den Klimaschutz

  1. Peter Frisch

    Klimaschutz, keine Frage. Mann sollte in jedem Fall hierzu einen Beitrag leisten.
    Wäre aber mal Interessant zu wissen, wie viele Schüler vor Ort wären, würde nicht während der Schulzeit, sondern Samstags in Ihrer Freizeit demonstriert.

    Gruß: Peter Frisch

     
    • Sascha

      Natürlich wären samstags weniger Schüler da, weil ein großer Anteil der Schüler aus dem Umland kommt, wo samstags kaum ein Bus fährt, wenn überhaupt. Die zahlreichen Elterntaxis fahren auch nur montags bis freitags, sodass diese Möglichkeit auch wegfällt.
      Außerdem streiken Arbeitnehmer ja auch nicht in ihrer Freizeit, sondern während der Arbeitszeit.

       
      • Gerd

        “Außerdem streiken Arbeitnehmer ja auch nicht in ihrer Freizeit, sondern während der Arbeitszeit.” Gegen welchen Arbeitgeber “streiken” die Schüler denn? Selten solch einen Unfug gelesen.

         
        • Sascha

          Der “Arbeitgeber” der Schüler ist der Staat, bzw. das Land. Diese sind (auch) dafür verantwortlich, Klimaschutz zu betreiben, bzw. die politischen Grundlagen dazu zu legen und entsprechende Weichen zu stellen. Somit ist es schon ein Streik gegen den Arbeitgeber (und gegen sich selbst, da der nicht erlernte Stoff an anderen Tagen nachgeholt werden sollte). Gerade der “Verzicht” auf eigenes Wissen verlangt Respekt.
          Sicher gibt es auch Schüler, denen das egal ist und die sich über einen freien Tag freuen, aber damit das ganze Schlecht zu reden, passt nicht.

           
  2. Klaus Ritter

    Richtig, Sascha….so ganz verstanden hat der Herr Frisch den Sinn eines Streikes wohl nicht……

     
    • Sascha (ein anderer :-) )

      Doch das denke ich schon.
      Und ich denke auch das viele Schüler auf diesen Zug aufspringen um nicht in den Unterricht zu müssen.
      Der Grundgedanke der Demonstranten mag in der Sache gut sein, aber davon jetzt zu viel in die Interessen und Wünsche des Nachwuchses hinein zu interpretieren würde ich abraten.

      Samstags wären ganz sicher weniger Schüler da weil es da an die Freizeit geht, nicht weil die Wege zu weit sind oder die Eltern sie nicht fahren.
      Als Vergleich schaue man sich die Demos gegen Artikel 13 in diversen Großstädten Europas an.
      Da sind jede Menge 14-18jährige unterwegs weil es ein Thema ist das sie interessiert, nicht weil der Unterricht ausfällt.

      Die Schüler streiken nicht gegen die Schulen (dann würde der Vergleich von meinem Namensvetter Sinn ergeben), also sollten sie das auch nicht während der Schulzeit machen.
      Da ohnehin mehr als genug Schulstunden unfreiwillig ausfallen, sollte nicht noch mehr der lückenhaften Bildung die unser Schulsystem den jungen Leuten mitgibt ausfallen.
      So ehrenhaft der Grund auch sein mag.

       
  3. Klaus Ritter

    Ich möchte jetzt nicht unbedingt ein Fass aufmachen, aber das viele Schulstunden ausfallen, ist ja wohl den Schülern nicht anzulasten. In manchen Orten fällt sogar ein ganzes Schuljahr aus.(G8) Das bedeutet dann doch wohl, das die Qualität des Unterrichtes und nicht die Quantität entscheidend ist für die Bildung der Schüler.
    Die Schüler streiken nicht gegen die Schule, dass stimmt. Sie streiken überhaupt nicht! Sie protestieren für eine bessere Zukunft. Und das an einem Schultag, damit ihr Protest die verdiente Aufmerksamkeit erlangt.

     
  4. A.Hamood

    Die Schüleraktion ist ja recht löblich und natürlich schön über die ach so tollen ´´sozialen ´´Netzwerke angefacht ..nur wäre es schön , wenn sich die Schüler auch mal für den Schutz für Umwelt und Klima verhalten würden…dauerhaft online , nur um Instaaccounts und Klicks bemüht ( ist It- seitig auch nicht nachhaltig ) , Mäckes über alles und dann schön im gehen die Müllberge überall fallen lassen , Fastfood , Kaffee-to-
    go ,Kippen überall hinwerfen , Shisharauchen , Alkopopps schön aus der Dose ( die auch überall liegen ..), Moselufer und Palastgarten zumüllen usw usw ..ich denke , da sollte man auch als Schüler zuerst mal sein eigenes Verhalten darauf ausrichten ….

     
    • Klaus Ritter

      A. Hamood, hätten Sie geschwiegen…… es gibt sicherlich Menschen, die sich wie von Ihnen beschrieben verhalten. Wie Sie aber darauf kommen, dass diese Menschen es sind, die an den FFF-Protesten teilnehmen, erschließt sich mir nicht.
      Oder, wie der Trier sagt: Dat hättste besser gepiff!

       
      • Stephan Jäger

        Dass es Menschen geben könnte, die sich anders verhalten, oder, deren Verhalten von Verantwortungsbewußtsein, Weitblick oder gar Gemeinsinn getragen ist, übersteigt halt des gemeinen Trierers Horizont, Herr Ritter.

         
  5. Susanne Tischler

    Ich kann die negativen Kommentare hier überhaupt nicht nachvollziehen, u. a. aus folgenden Gründen:

    1. Schüler, denen es ums Schwänzen geht, haben sicher auch schon vorher geschwänzt, und nicht auf Fridays for Future gewartet.

    2. Wer sich bei den Demos umschaut und mit den Schülern spricht, sieht, wie viel Zeit viele von ihnen in die Organisation, die Vorbereitung, das Basteln der Schilder gesteckt haben. 2 Schulstunden im Monat schwänzen wiegt diese Mehrarbeit meiner Meinung nach nicht auf – wem es nur um Schwänzen ginge, der würde sich diese Mühe nicht machen.

    3. WENN in unserem Bildungssystem etwas schiefläuft, dann sind es ja wohl Dinge wie z. B. der immer größer werdende Unterrichtsausfall. Auf Kante genähte Schulsysteme, Lehrermangel, bei meinen Kindern fällt teilweise WOCHENLANG der Mathe- oder Englischunterricht aus, weil es keine Vertretungslehrer gibt.

    Wo waren all die empörten Erwachsenen denn vor Fridays for Future? Wenn jetzt einmal im Monat Schüler für 2-3 Schulstunden fehlen, wird auf einmal jede Menge Wallung gemacht und Empörung gestreut. Kann ich nicht nachvollziehen…

    4. Auch bei den Kids gibt es, wie bei uns Erwachsenen, sicher solche und solche. Bei den Demos trifft man eher nicht die Mäckes-smartphonesüchtig-geschminkte-Püppchen-Fraktion. Schaut euch dort doch mal um, wie sehr die Teilnehmer bei der Sache sind, die Themen diskutieren, diese auch mit in die Familien und Schulen tragen.
    Die Gleichgültigen, Verwöhnten, Konsumsüchtigen gibt es sicher weiterhin, das sind aber eher nicht die, die man dort bei diesen Demos trifft. Und der ein oder andere Schüler denkt inzwischen wohl auch um und genau das ist auch ein wichtiger Beitrag dieser Proteste.

    Ich als Mutter unterstütze Fridays for Future jedenfalls auf ganzer Linie.

     

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