Seine Bilder wollen Menschen zum Schmunzeln bringen

Der Meister und sein Werk.

Der Meister und sein Werk. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Wenn es um die Darstellung typisch trierischer Eigenarten oder um die Vermittlung des Trierer Humors geht, kommt man um Johannes Kolz nicht herum. Der in Trier geborene Cartoonist ist immer dann mit spitzer Feder präsent, wenn der ganz normale Alltagswahnsinn über die Bewohner der Moselstadt niederkommt.

Von Rolf Lorig

Regelmäßig glossiert er am Wochenende mit seiner Kolumne im Trierischen Volksfreund das Geschehen; rund 14.000 Menschen aus aller Welt (“darunter viele in den USA oder Brasilien“) verfolgen nahezu täglich bei Facebook seine Seite “alles trier“, und auch seine Bücher verstauben nicht gerade in den Regalen. Aktuell stellt Johannes Kolz einen Querschnitt seines künstlerischen Schaffens im Ruwertal aus. Im Hotel/Restaurant “Karlsmühle“ hängen noch bis Ende Juni 50 seiner ungewöhnlichen Bilder.

“Wenn ich mit meinen Bildern die Menschen zum Schmunzeln bringe, habe ich mein Ziel erreicht.“ Ein Satz, der viel über den Künstler Johannes Kolz aussagt. Wer ihn das erste Mal trifft, wird kein Kommunikationsproblem haben. Denn Kolz gehört nicht zu den Menschen, die sich abschotten. Kommunikation ist ihm wichtig, am liebsten mit jeder Menge Humor. Davon zeugen auch seine Cartoons, vor denen man gerne verweilt. Jedes Bild erzählt eine eigene, abgeschlossene Geschichte. “Wenn Menschen vor meinen Bildern stehen und plötzlich anfangen, über die Sprache oder den Inhalt der Geschichten zu diskutieren, dann weiß ich, dass ich alles richtig gemacht habe“, freut er sich. Seine Cartoons sieht er als Kommunikationshilfen, “und die Menschen sollen sich darin wiederfinden.“

Eigentlich ist Johannes Kolz kein Freund von Ausstellungen. Bei einer Vernissage im Mittelpunkt stehen, das ist nicht unbedingt sein Ding. Viel lieber würde er das Geschehen vom Rand aus betrachten. Und dabei Eindrücke sammeln, die er für neue Cartoon-Geschichten verwenden kann. Da der gelernte Werbetechniker “mit Schwerpunkt Grafik” aber auch um die Macht der Öffentlichkeitsarbeit weiß, tritt er schweren Herzens von Zeit zu Zeit aus der Anonymität in das Licht der Öffentlichkeit. So wie am heutigen Sonntag, wenn seine Ausstellung um 16 Uhr im Rahmen einer Vernissage in der Karlsmühle eröffnet wird.

Ist nicht nur mit der Trierer Mundart unterwegs: Johannes Kolz.

Ist nicht nur mit der Trierer Mundart unterwegs: Johannes Kolz.

Möglicherweise wird ihm dieser Termin etwas leichter fallen. Denn aller Wahrscheinlichkeit nach sind seine Gedanken schon beim kommenden Mittwoch. Dann erscheint “knatschneu” seine jüngste Produktion: “alles trier – SCHÖNE SEITEN“. Das Besondere dabei: Um diesen Original-Kolz zu bekommen, muss man kein Geld zahlen. Das 24-seitige Heft liegt kostenlos der Tageszeitung bei, außerdem ist es zum Nulltarif überall dort erhältlich, wo auch seine sonstigen Arbeiten verkauft werden. Man muss kein Hellseher sein um vorherzusagen, dass diese Ausgabe ein Fall für Sammler werden wird. Denn die gesamte Produktion trägt die Handschrift des Meisters, selbst die unvermeidlichen Anzeigen sind im Stil von “alles trier“ gezeichnet. “Wenn die Leser das mögen”, stapelt Kolz tief, “wird es jedes Vierteljahr eine neue Ausgabe geben.“

Und weil Johannes Kolz kein Kind von Langeweile ist, steht auch schon ein weiteres Projekt in den Startlöchern: “The Ro-Man“. Das ist ein Superheld aus römischer Zeit, der durch einen Zeitsprung in das Jahr 2016 gelangt und hier einen Fremdenführer trifft, der ihm förmlich aus dem Gesicht geschnitten ist. Mit ihm lernt “Ro-Man the Roman“ das heutige Trier kennen…

Verantwortlich für den Ende April erscheinenden römischen Superhelden ist die Trier Tourismus und Marketing GmbH (ttm), die das Projekt als Stadtrallyeführer für junge Leute und Junggebliebene in Auftrag gegeben hat. “Der Leser muss den antiken Superhelden durch die Stadt begleiten, weil der sich ein bisschen ‘toapisch’ anstellt“, schmunzelt Kolz. Dass ihm die Ideen nicht ausgehen, glaubt man sofort. Vermutlich ging er bei diesem Gespräch schon wieder mit einer neuen Idee schwanger, mit der er die ständig wachsende Kolz-Gemeinde erneut beglücken kann… (rl)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Kultur Hinterlasse einen Kommentar

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