Sicherheitskonzept für Fastnacht 2018 steht

So soll es sein: Gute Laune auf dem Kornmarkt und in der gesamten Stadt. Archivfoto: Rolf Lorig

TRIER. Die Bürgerinnen und Bürger sollen auch in diesem Jahr wieder unbeschwert in der Stadt Trier und in der Region Fastnacht feiern. Um dies zu gewährleisten, haben die Polizei und die kommunalen Verantwortlichen erneut ein ganzes Bündel von Maßnahmen vorgesehen, um damit der weiterhin latent hohen, abstrakten Gefährdungslage in Deutschland und den Erkenntnissen aus Übergriffen sowie von Anschlägen der vergangenen Jahre Rechnung zu tragen.

Um diesem Anspruch der Menschen auf Sicherheit an Fastnacht gerecht zu werden, setzt die Polizei auf bewährte Strategien des vergangenen Jahres, die sich mit den Aufgaben der kommunalen Verantwortungsträger verzahnen. Dabei liegt der Fokus der gemeinsamen Sicherheitsarchitektur auf den Veranstaltungen in der regionalen Karnevalshochburg Trier.

Ein Aspekt ist der verstärkte Aufklärungseinsatz von uniformierten und zivilen Polizeibeamtinnen und -beamten, um Gefahren und negative Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und diesen offensiv und präventiv zu begegnen.

Hierzu zählen auch die gemeinsam mit den kommunalen Jugendämtern, der Bundespolizei und in enger Zusammenarbeit mit den Rettungsdiensten initiierten Jugendschutzkontrollen. In Trier wird eine Anlauf- und Aufnahmestelle für alkoholisierte Minderjährige in den Räumen des Palais Walderdorff eingerichtet.

Sozialarbeiter des Jugendamts stehen zur Verfügung, wenn angetrunkene Jugendliche bis zur Abholung durch ihre Eltern betreut werden müssen. Die weiterführenden Schulen in Trier haben erneut in einem Rundschreiben an die Eltern auf die Jugendschutzbestimmungen beim Alkoholkonsum hingewiesen.

Weiterer Bestandteil der Jugendschutzstrategie ist eine Party, die die Jugendzentren Exhaus und Mergener Hof erneut ausrichten. Sie findet an Weiberfastnacht von 15 bis 22 Uhr in der Aula der BBS statt und richtet sich an Jugendliche ab 14 Jahren. Ziel ist, ihnen einen Rahmen zu bieten, in dem sie unter Einhaltung des Jugendschutzes feiern können.

Das Sicherheitsmobil der Polizei wird an Weiberdonnerstag und an Rosenmontag auf dem Domfreihof als mobile Polizeiwache sowie Anlaufstelle für Schutzsuchende vorgehalten.

Das wiederholte Aushängen von Flyern in den Unterkünften für Asylbegehrende, mit denen Flüchtlinge wie im Vorjahr in vier verschiedenen Sprachen über die deutschen Fastnachtsbräuche informiert werden, gehört ebenfalls zum präventiven Ansatz der Polizei.

Videoüberwachung gehört zum Sicherheitskonzept

Sowohl an Weiberfastnacht wie auch am Rosenmontag setzt die Polizei auf Videoüberwachung am Trierer Hauptmarkt. Am Rosenmontag wird der Vorplatz an der Arena in das Videokonzept aufgenommen. Durch den Einsatz der Videokameras sollen die Einsatzverantwortlichen Entwicklungen frühzeitig erkennen und Einsatzkräfte zu neuralgischen Punkten dirigieren, um Eskalationen vorzubeugen.

Um dies zu gewährleisten, werden mobile Eingreifkräfte an verschiedenen Stellen der Innenstadt bereitgehalten. Im Falle von Straftaten werden die gespeicherten Videoaufnahmen zur Strafverfolgung herangezogen, anderenfalls nach einer 30-Tage-Frist gelöscht. Die videoüberwachten Bereiche werden für Besucher durch Hinweisschilder deutlich gekennzeichnet und ausgewiesen. Durch diese Hinweise sollen ebenso potenzielle Straftäter von eventuellen Vorhaben abgebracht werden.

Die zwischenzeitlich etablierte und schon zum täglichen Erscheinungsbild der Trierer Streifenpolizisten gehörende Body-Cam ist ebenfalls Teil des Einsatzkonzepts, da diese sowohl eine deeskalierende als auch präventive Wirkung entfalten und eine Aufnahme erforderlichenfalls zur Beweissicherung im Rahmen der Strafverfolgung herangezogen werden kann.

Wie schon anlässlich der letztjährigen „Tollen Tage“, am Altstadtfest und jüngst am Weihnachtsmarkt sowie dem Silvesterlauf sind auch in diesem Jahr polizeiliche Kontrollstellen an verschiedenen Zufahrten zum Trierer Hauptmarkt, auf dem an Weiberfastnacht die Hauptveranstaltung der Karnevalisten stattfindet, vorgesehen.

Frohsinn, Stimmung und Heiterkeit

Glasverbot auf dem Hauptmarkt

Aus Sicherheitsgründen gilt am Fetten Donnerstag während der Veranstaltung der ATK auf dem Trierer Hauptmarkt wieder ein Glasverbot. Zwischen 11 und 18 Uhr ist es verboten, diesen Bereich mit Flaschen, Gläsern, Krügen und anderen Glasbehältern zu betreten. In der Vergangenheit waren immer wieder leere Flaschen und Gläser auf den Boden geworfen oder achtlos abgestellt worden. Durch die dabei entstandenen Scherben ergab sich ein erhöhtes Verletzungsrisiko. Um die Einhaltung des Glasverbots sicherzustellen, ist der Kommunale Vollzugsdienst des Ordnungsamts vor Ort im Einsatz und kontrolliert auch Taschen und Rucksäcke der Besucher.

Um ein unberechtigtes Einfahren mit schweren Fahrzeugen ab 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht in den unmittelbaren Veranstaltungsbereich zu unterbinden, werden ausgewählte Zufahrten durch Betonbarrikaden versperrt. Diese, von der Stadtverwaltung Trier eigens für solche Zwecke angeschafften Poller, wurden erstmals am Weihnachtsmarkt 2017 aufgestellt.

Durch die Straßenverkehrsbehörde der Stadt Trier hierzu erlassene Zufahrtsbeschränkungen und Fahrverbote werden gemeinsam durch die Polizei und Kräfte des Ordnungsamtes überwacht und durchgesetzt.

Gleiches gilt für die Zugstrecke des Trierer Karnevalsumzugs am Rosenmontag. Auch hier hat die Stadtverwaltung ein zeitlich und örtlich begrenztes Verbot für bestimmte schwere Fahrzeuge entlang der Zugstrecke erlassen (siehe Anlage).

Auch Bereitschaftspolizisten im Einsatz

Die Wegstrecke des Umzugs über den Hauptmarkt wird mit Gittern eingezäunt, um zu verhindern, dass Personen in den laufenden Festumzug geraten. Hier werden mehrere Übergänge geschaffen, an denen die Fußgänger passieren können. Die Gitter werden erst kurz vor der Ankunft des ersten Wagens geschlossen und schnellstmöglich nach dem Umzug wieder geöffnet.

Polizeiliches Ziel ist es, möglichst wenige Straftaten zuzulassen. Deshalb liegt ein weiterer Schwerpunkt in einer qualifizierten Anzeigenaufnahme und der beweissicheren Strafverfolgung durch Verstärkung der Regeldienste bei den Polizeiinspektionen und das Bereithalten von Kriminalbeamtinnen und Kriminalbeamten der Fachkommissariate.

All dies ist jedoch nur mit einem hohen Personalansatz zu stemmen. Daher werden die Dienststellen des Polizeipräsidiums von Einsatzkräften der Bereitschaftspolizei unterstützt.

An den beiden zentralen Veranstaltungstagen Weiberfastnacht und Rosenmontag in Trier werden jeweils mehr als 160 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte eingesetzt.

Foto: Polizei

Natürlich sind auch die vielen, teilweise überregional bekannten und von einigen hundert Jecken besuchten Fastnachtsumzüge in der Region und in verschiedenen Trierer Stadtteilen von polizeilicher Relevanz. Auch dort wird die Polizei häufig präsent sein.

Darüber hinaus werden über die gesamten Fastnachtstage zu den Schwerpunktzeiten ausreichend Kräfte für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger bei den Dienststellen des Polizeipräsidiums im Dienst sein.

Neben dem Schutz der zahlreichen Veranstaltungen weist die Polizei darauf hin, dass selbstverständlich auch Alkohol-, Drogen- und allgemeine Verkehrskontrollen zu ihrem alljährlichen Sicherheitskonzept gehören. Närrinnen und Narrhallesen, die Fastnacht mit alkoholischen Getränken begießen wollen, sollten ihr eigenes Auto stehen lassen und auf öffentliche Verkehrsmittel oder Taxis zurückgreifen.

Hier weist die Polizei auf das Projekt „BOB – pick up your friends“ hin, bei dem ein vorher benannter, nüchterner Fahrer seine Begleiter sicher nach Hause bringt. Nähere Informationen unter www.bob-trier.de.

Allgemeine und einsatzbezogene Informationen des Polizeipräsidiums Trier zu Fastnacht 2018 werden auf der Facebook-Seite @PolizeiRheinlandPfalz und insbesondere auf dem Twitter-Account des Polizeipräsidiums Trier (@PolizeiTrier) veröffentlicht. (tr)


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Erstellt am Autor trier reporter in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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