Spannende Roboter-Wettkämpfe bei der Trierer WRO

Unter den aufmerksamen Augen der Jury startet bei den Snioren der Roboter. Auch in diesem Starterfeld ist die Wettkampf-Spannung direkt greifbar. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Es ist ein Wort, das seinen Ursprung in der tschechischen Sprache hat: Roboter. 1920 gebrauchte der Dramatiker Karel Čapek diesen Begriff erstmals für ein künstliches Lebewesen, das Fronarbeit für den Menschen erledigt, in einem utopischen Drama. Um die Arbeitswelt geht es sich auch bei der World Robot Olympiad (WRO), die 2004 erstmals in Singapore ausgerichtet wurde. Heute beteiligen sich an dieser Olympiade mehr als 20.000 Teams aus 60 Ländern. Alleine in Deutschland sind es mehr als 3.000 Kinder und Jugendliche sowie viele Lehrer und Eltern. Ein internationaler Roboterwettbewerb, der Kinder und Jugendliche für Naturwissenschaft und Technik begeistern möchte. Der regionale Vorentscheid für das Deutschlandfinale wurde am Samstag im Medienzentrum der Stadt Trier am Domfreihof ausgetragen. Die Veranstaltung in Trier war eine von über 30 regionalen Wettbewerben im ganzen Bundesgebiet.

Von Rolf Lorig

Zwölf Teams mit jeweils zwei oder drei Teilnehmern aus allen Teilen des Landes Rheinland-Pfalz sind an diesem Morgen mit ihren Wettkampfmodellen in Trier eingetroffen. Wer darauf hofft, R2-D2 oder C-3PO im Palais Walderdorff zu begegnen, erlebt eine Enttäuschung. Die Roboter, die an diesem Tag genau vorgegebene Aufgaben zu bewältigen haben, sind keine rollenden Blechdosen oder staksig herumlaufende humanoide Droiden. Nicht das Star-Wars-Universum von George Lukas bestimmt hier das Geschehen, sondern das mit den Universal-Bausteinen von Lego. Die Bausteine sind jedoch nur die äußere Hülle. Hochmoderne komplexe Chips und Steuerungen machen erst den Roboter aus. Dass der überhaupt Aufgaben übernehmen kann, dazu bedarf es teils recht aufwendiger Programmierungen. “Die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen müssen nachweisen, dass sie das jeweilige Programm auch selbst geschrieben haben”, erläutert Caroline Thielen-Reffgen vom Kommunalen Bildungsmanagement, die diese Veranstaltung organisiert hat. Rund 26 Helfer unterstützen sie an diesem Tag, viele davon aus dem Bildungs- und Medienzentrum der Stadt, aber auch Studierende von der Universität und der Hochschule. Der Kontakt kam über den Verein “Technik begeistert” zustande: “Dort kennt man unser Programm ‘Kleine Forscher Raum’ im Turm Jerusalem, wo Mädchen und Jungen naturwissenschaftlichen und technischen Phänomenen auf den Grund gehen”, erklärt Thielen-Reffgen die Zusammenhänge.

Vor dem Start in den Wettbewerb überprüfen Leopold (12) und Till (13) noch einmal den Roboter und seine Programmierung.

Die Trierer Hochschulen sind mit im Boot

Die Idee fiel bei den Verantwortlichen sofort auf fruchtbaren Boden. Schließlich wurde dieser Vorentscheid in Rheinland-Pfalz bislang erst in den Kommunen Ingelheim und Haßloch ausgetragen. Nicht nur Caroline Thielen-Reffgen sieht darin eine große Chance für den Hochschulstandort Trier. So sind es dann auch vor allem Studierende der beiden Hochschulen, die als Jury-Mitglieder peinlich genau über die Einhaltung der vorgegebenen Regeln wachen. So dürfen die Roboter beispielsweise eine bestimmte Größe nicht überschreiten und es darf auch nur zu ganz genau festgelegten Zeiten daran gearbeitet werden.

Bevor der Wettbewerb startet, können die Teilnehmer in verschiedenen Räumen ihre für die Reise demontierten Roboter zusammenbauen und nochmals in Ruhe alle Funktionen überprüfen. Der Wettbewerb selbst findet in der sogenannten “Regular Category” der WRO in den Altersklassen Elementary (8 – 12 Jahre), Junior (13 – 15 Jahre) und Senior (16 – 19 Jahre) statt. Mit einem kleinen Roboter lösen die Teams Aufgaben auf einem etwa drei Quadratmeter großen Parcours. Dabei muss die Technik beispielsweise Objekte sortieren oder Farben erkennen. In jeder Altersklasse gibt es unterschiedliche Aufgaben zum Thema der Saison. Für die Jüngsten geht es um “Smart Passenger Transport“. 13- bis 15-jährige Mädchen und Jungen bauen und programmieren Roboter zum Thema “Smart Lighting“, und die Jugendlichen im Alter von 16 – 19 Jahren entwickeln Roboterlösungen zum “Smart Network“ einer Smart City. Aufgaben, denen sich im richtigen Leben auch ein Energieversorger stellen muss, weshalb der Wettbewerb auch bei “innogy” auf fruchtbaren Boden gefallen ist.

Die Spannung ist groß: Wird der Roboter auf dem Parcours fehlerfrei funktionieren?

Nur zwei Durchgänge werden gewertet

Bei den Wettkämpfen – es gibt jeweils vier Durchläufe, von denen die beiden besten gewertet werden – ist die Spannung im Raum direkt greifbar. Nicht nur die Teilnehmer selbst schauen gebannt auf das Spielfeld, auch den zahlreich anwesenden Zuschauern, darunter viele Erwachsene, steht die Spannung förmlich ins Gesicht geschrieben.

Gegen 17 Uhr stehen dann die Ergebnisse fest: In der Altersklasse der 8- bis 12-Jährigen konnte sich das Team “Botter” aus Limburg gegen die Mitbewerber durchsetzen.

Bei den 13- bis 15-Jährigen gewinnt das Team des Trierer Friedrich-Wilhelm-Gmnasiums “Die drei Technik ???” und bei den Seniors (16 – 19 Jahre) qualifizieren sich die “Heinzenwies Seniors” aus Idar-Oberstein für die nächste Wettbewerbsstufe.

Den Trierer Organisatoren hat der Wettbewerb Spaß gemacht. “Wenn möglich, wären wir im kommenden Jahr gerne wieder mit dabei”, sagt Caroline Thielen-Reffgen.


Drucken
Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse einen Kommentar

* Eingabe erforderlich (Pflichtfelder). Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Die Angabe eines Klarnamens ist nicht erforderlich.