SPD-Anfrage zu Zebrastreifen

Die Debatte zu den Trierer Zebrastreifen hält an. Foto: Rolf Lorig

TRIER. Der Tenor der reporter-Kommentatoren ist nahezu einstimmig: Bevorzugung der Autofahrer, Unverständnis hinsichtlich der befragten “Experten”, und Kritik an der Verwaltung, die das Problem zwar kommen gesehen, aber – wieder einmal – viel zu spät reagiert habe. Die Stadt muss wegen einer Novelle der Straßenverkehrsordnung ihre mehr als 200 Zebrastreifen überprüfen. Allerdings wurde die Änderung bereits vor 16 Jahren erlassen; 15 Jahre galt Bestandsschutz, jetzt erst wird die Stadt aktiv, nachdem dieser abgelaufen ist. Die SPD-Fraktion hat daher zur kommenden Sitzung des Bauausschusses eine entsprechende Anfrage an Dezernent Andreas Ludwig (CDU) eingereicht. Die Grünen folgen mit einer eigenen Anfrage in der Stadtratssitzung am 14. Dezember.

Während das Rathaus bei Wildparkern keineswegs nach der Straßenverkehrsordnung (StVO) und den gesetzlichen Bestimmungen vorgeht, soll bei den Zebrastreifen im Stadtgebiet nun streng nach dem Buchstaben des Gesetzes verfahren werden. Der Hintergrund: Trier fehlt schlicht das Geld, um alle Fußgängerüberwege nach der Novelle der StVO umzurüsten. Die Debatte läuft nun seit fast zwei Jahren – und ein Ende ist nicht in Sicht. Neue Nahrung erhält sie durch die Anfrage der SPD für die Sitzung des Bauausschusses am 5. Dezember und eine ähnlich formulierte Anfrage der Grünen für die Ratssitzung am 14. Dezember. Von Dezernent Ludwig wollen die Sozialdemokraten wissen:

♦ Wie ist der Sachstand bei der Umsetzung des Ratsbeschlusses zur Überprüfung der Zukunft der Zebrastreifen?
♦ Wann wird dem Stadtrat eine vollständige Liste der zu erhaltenden beziehungsweise umzugestaltenden Zebrastreifen vorgelegt?
♦ Wie ist die Einschätzung der Verwaltung zu den Zebrastreifen an der Basilika?
♦ Sind außer dem ADAC auch noch andere private Wirtschaftsverbände an der Überprüfung beteiligt?
♦ Warum wurde der ADAC eingebunden, und welche anderen Organisationen wurden angefragt?

Vor allem die Beteiligung des Autofahrerverbandes ADAC, über die das Rathaus jüngst in einer Pressemitteilung informierte, gibt der SPD Grund, in der Sache nachzuhaken. Auch die Grünen wollen am 14. Dezember von Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) wissen, welche anderen Verbände und Organisationen in die Überprüfung der Zebrastreifen eingebunden sind. Der Hintergrund hier: Kritiker sehen in der aktuellen Verkehrspolitik der Stadt immer noch eine klare Bevorzugung der Autofahrer. So müssen Fußgänger – etwa in der Nordallee, am Bahnhof und auch in Trier-Süd – meist ohne grüne Welle an Ampeln warten, während die motorisierten Verkehrsteilnehmer freie Fahrt haben. (tr/et)


Drucken
Erstellt am Autor trier reporter in Die Reporter-Meldungen, Featured 2 Kommentare

2 Kommentare zu SPD-Anfrage zu Zebrastreifen

  1. Sascha

    Macht das Theater zu und schon ist das Geld für die Zebrastreifen-Updates vorhanden.
    Sogar mehrfach.

    Interessant wäre es wirklich zu wissen ob nur der ADAC eingeladen wurde, oder ob andere (ADFC, etc) der Einladung nur nicht gefolgt sind.

     
  2. David

    Ach Trier… “Allerdings wurde die Änderung bereits vor 16 Jahren erlassen; 15 Jahre galt Bestandsschutz, jetzt erst wird die Stadt aktiv, nachdem dieser abgelaufen ist.”
    ….

     

Hinterlasse einen Kommentar

* Eingabe erforderlich (Pflichtfelder). Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Die Angabe eines Klarnamens ist nicht erforderlich.