Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Trierer “Head Shops”

TRIER. Es ist noch nicht lange her, da ging die Meldung in die Republik, dass in Trier der erste Cannabis-Automat aufgestellt wurde, an dem man völlig legal Produkte aus Hanf rund um die Uhr kaufen kann. Seit dem heutigen Donnerstag ist das Vergangenheit. Denn die Staatsanwaltschaft Trier ist ganz offenbar der Überzeugung, dass die Produkte so harmlos nicht sind. Deshalb hat sie drei Ermittlungsverfahren gegen die Betreiber von sogenannten “Head-Shops“ sowie den Betreiber eines Gastronomiebetriebs in Trier eingeleitet, in denen unter anderem mit Cannabidiol(CBD)-haltigen Hanfprodukten gehandelt wird.

Es ist nur eine knappe Pressemitteilung, die an Deutlichkeit aber keine Wünsche offen lässt: “Heute sind aufgrund eines Durchsuchungsbeschlusses des Ermittlungsrichters des Amtsgerichts Trier die Geschäftsräume der von den Beschuldigten betriebenen Verkaufsstellen in Trier durchsucht worden. Da das Unternehmen eines der Beschuldigten auch über Niederlassungen in Heidelberg, Kassel und Bonn verfügt, sind auch dort Durchsuchungsmaßnahmen durchgeführt worden. Es sind verschiedene Produkte beschlagnahmt worden, bei denen der der Verdacht besteht, dass sie Cannabispflanzenteile enthalten und aus solchen hergestellt worden sind.”

Den Beschuldigten werde zur Last gelegt, in den Betrieben, in einem Automaten sowie über eigene Internetseiten CBD-haltige Substanzen vertrieben zu haben, die aus Cannabispflanzenteilen bestehen oder hergestellt worden sind und die den Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) in einer Konzentration zwischen 0,08 und 0,15 % enthalten. “Die Produkte wurden von den Betreibern der genannten Betriebe mit der Behauptung feilgeboten, es handele sich um legale Substanzen, die nicht nach dem Betäubungsmittelrecht verboten seien”, begründet der Leitende Oberstaatsanwalt Peter Fritzen diesen Schritt.

Nach der Rechtsauffassung der Staatsanwaltschaft Trier handele es sich jedoch um Betäubungsmittel, die zu Konsumzwecken angeboten wurden. Da die Beschuldigten nicht über eine Erlaubnis zum Umgang mit Betäubungsmitteln verfügen, besteht nach Auffassung der Staatsanwaltschaft der Verdacht, dass diese sich wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln strafbar gemacht haben.

Die Produkte werden nun durch chemische Sachverständige auf ihre Wirkstoffe untersucht. Auch der Verkaufsautomat wurde beschlagnahmt. Die Ermittlungen dauern an. (tr)


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Erstellt am Autor trier reporter in Die Reporter-Meldungen Hinterlasse einen Kommentar

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