Theater Trier – 11.700 Euro für Sibelius

Der neue, geheime Vertragsentwurf der Stadt für Intendant Karl Sibelius. Screenshot und Copyright: trier-reporter

Der neue, geheime Vertragsentwurf der Stadt für Intendant Karl Sibelius. Screenshot und Copyright: trier-reporter

TRIER. Der inzwischen entmachtete Intendant des Trierer Theaters, Karl Sibelius, soll auch künftig ein Gehalt von 11.700 Euro monatlich beziehen. Das weist der geheime Vertragsentwurf zwischen Stadt und Intendanten aus, der dem reporter vorliegt (siehe oberes Bild). Der Stadtrat hat am Donnerstagabend in nichtöffentlicher Sitzung über die Konditionen debattiert. Verabschiedet wurde der Vertrag allerdings nicht. Nach reporter-Informationen soll nun eine Sondersitzung von Steuerungs- und Kulturausschuss in der Sommerpause über den Kontrakt entscheiden. Frühester Termin dafür ist der 27. Juli. Wobei die Zeit drängt. Denn der aktuelle Vertrag mit dem Österreicher läuft nach weiteren reporter-Informationen am 31. Juli aus. Laut Vertragsinhalt soll Sibelius bis zum Ende seiner Amtszeit 2020 zudem die Stelle des Schauspieldirektors fest übernehmen. Bisher leitet der Österreicher die Sparte für den fristlos entlassenen Ulf Frötzschner kommissarisch. Ferner muss der Intendant sich in jeder Spielzeit an mindestens drei Produktionen künstlerisch beteiligen. Kulturdezernent Thomas Egger (SPD) hatte im Mai gegenüber dem reporter noch angekündigt, Sibelius werde in den kommenden Spielzeiten nicht mehr als Sänger und Schauspieler auftreten.

Mit der Vertragsänderung erhofft das Rathaus sich Einsparungen beim Theater zwischen 80.000 und 90.000 Euro. 60.000 Euro sollen alleine dadurch eingespart werden, dass die Position des Schauspieldirektors nach der Entlassung von Ulf Frötzschner nicht neu besetzt wird. Der Thüringer war Ende Mai nach anhaltenden Konflikten mit Sibelius fristlos entlassen worden. 20.000 bis 30.000 Euro an Gagen sollen ferner dadurch eingespart werden, dass der Österreicher verpflichtend an mindestens drei Produktionen pro Spielzeit als Regisseur, Dramaturg oder Darsteller künstlerisch eingebunden wird. CDU und SPD hatten ursprünglich auf eine Reduzierung des Sibelius-Gehaltes bestanden.

Das Argument der Verwaltung: Durch den neuen kaufmännischen Direktor, der dem Intendanten in der Doppelspitze gleichberechtigt zur Seite gestellt werden wird, erhält Sibelius Freiräume für seine künstlerische Arbeit. Die müsse er künftig verstärkt nutzen. Deswegen soll das Gehalt des Intendanten unverändert bleiben. Der Österreicher bezieht somit auch weiterhin 11.700 Euro als Bruttogehalt. Davon sind 9.700 Euro Grundgehalt. 1.000 Euro zahlt ihm die Stadt als sogenannte “erfolgsabhängige Zusatzvergütung”, ohne dies allerdings näher zu erläutern. Weitere 1.000 Euro erhält der Österreicher steuerfrei als Mietvergütung. Als Urlaubsanspruch kann Sibelius auf 55 Kalendertage bauen – mithin knapp acht Wochen. Davon dürfen zehn Tage außerhalb der Spielzeitpause genommen werden. Anfang Juli hatte Egger auf der turnusmäßigen Pressekonferenz des Stadtvorstandes hingegen angekündigt, er werde mit dem Intendanten auch über die Reduzierung des Gehaltes verhandeln.

Zum Vergleich: Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) wird aktuell nach der Gehaltsstufe B7 bezahlt. Das entspricht einem Bruttogehalt von rund 9.100 Euro im Monat. Städtische Amtsleiter, zu denen auch Sibelius gehört, kommen im Angestelltenverhältnis in der Regel nach langjähriger Beschäftigung und etlichen Dienstjahren auf etwa 6.000 Euro brutto. Somit bezieht der Österreicher etwa das Doppelte an Gehalt seiner Kollegen im Rathaus – nach nicht einmal einem Jahr Amtszeit. Über das üppige Salär des Trierer Intendanten hatte der reporter bereits Mitte Mai exklusiv berichtet.

Rathaus unter Zeitdruck

Spielt auf Zeit, während das Rathaus unter Zeitdruck steht: Karl Sibelius.

Spielt auf Zeit, während das Rathaus unter Zeitdruck steht: Karl Sibelius.

Mitte Mai hatte Kulturdezernent Thomas Egger (SPD) gegenüber dem reporter behauptet, der laufende Vertrag mit Sibelius sei nicht befristet. Laut geheimer Vorlage der Verwaltung ist das falsch. Bis zum 31. Dezember 2015 lief der erste befristete (Vor-)Vertrag mit dem Österreicher. Am 28. Dezember wurde der Kontrakt bis zum 31. Juli 2016 verlängert. Ausschüsse und Stadtrat waren über die Vertragskonditionen allerdings nicht informiert. Die Verträge mit dem Intendanten wurden von Egger im Alleingang ohne Information der Gremien geschlossen. Erst auf mehrmalige Nachfrage von CDU und SPD erteilte Egger Auskunft über die Vertragsinhalte zwischen der Stadt und Sibelius.

Wegen des Zeitdrucks steckt das Rathaus nun im Dilemma. Weil der laufende Vertrag mit dem Intendanten bereits zweimal befristet war, könnte der alte Kontrakt sich wegen der Rechtslage nach dem 31. Juli automatisch in einen unbefristeten Vertrag umwandeln. Das wäre dann der Fall, sollte Sibelius den neuen Vertrag zum 31. Juli nicht akzeptieren, am 1. August aber trotzdem seine Arbeit im Theater weiterführen. Dann besäße der Österreicher keinen befristeten Vertrag mehr, sondern sogar einen unbefristeten. Die Stadt kann diesen Fall nur dadurch verhindern, indem sie Sibelius vom 31. Juli, 24 Uhr, an den Zutritt ins Theater verweigert.

Sibelius selbst, der inzwischen auch anwaltlich vertreten wird, spielt auf Zeit, das Rathaus hingegen steckt in Zeitnot. Weil Egger die Vertragskonditionen mit dem Österreicher über Monate hinweg als Geheimsache der Verwaltung deklariert hatte, muss der Steuerungsausschuss nun innerhalb der Sommerpause schnellstmöglich eine Lösung finden. Etliche Ratsmitglieder sprechen deswegen bereits von einem offensichtlichen Dienstvergehen des Dezernenten. Andere wiederum sehen im endenden Vertrag mit Sibelius die Lösung der Probleme. Nach weiteren reporter-Informationen sollen in der nichtöffentlichen Sitzung des Rates am Donnerstagabend bereits Stimmen laut geworden sein, den Vertrag mit dem Österreicher zum 31. Juli auslaufen zu lassen und Sibelius danach den Zutritt zum Theater zu untersagen. (et)


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Erstellt am Autor Eric Thielen in Dossier Theater, Featured, Politik 44 Kommentare

44 Kommentare zu Theater Trier – 11.700 Euro für Sibelius

  1. Kruemel

    Dieses Rathaus,
    ein Irrenhaus.

     
  2. eifelgirl

    Mein Gott, macht dem “Theater” ein Ende und sucht einen neuen vernünftigen Intendanten.
    Auf eine “Diva” können wir verzichten. Die Stadt muss sparen und wer das nicht einsieht, kann ruhig mit seinem Privatvermögen Herrn Dr. Sibelius bezahlen.

     
  3. Susanne Decker

    Da fällt mir nur noch ein Zitat aus dem Film “Kevin allein in New York” ein: “Welche Idioten arbeiten denn hier?” – “Nur die besten!”

     
  4. claudia werner

    Günstiger werden Sie kaum einen Intendanten bekommen.

     
  5. Susanne Decker

    Liebe Frau Werner,

    wenn das so ist und die sinkenden Zuschauerzahlen, steigenden Ausgaben etc. im Theater nicht in den Griff zu kriegen sind, gibt es nur eine Konsequenz: Dann muss man auf ein Stadttheater mit drei Sparten in dieser Form verzichten. Schließlich existiert heute Kunst und Kultur auch längst abseits dieser hoch alimentierten Theater, das in Triers Fall noch zu einem großen Teil aus dem Umland genutzt, aber von den Trierern bezahlt wird. Zeiten ändern sich, und nur weil etwas immer schon so war, muss das nicht heißen, dass das morgen immer noch richtig ist!!!

     
  6. Krisztina Horvath

    Ich bin furchtbar verärgert! Karl Sibelius ist ein sehr guter Chef und ein wunderbarer Theatermann! Innovativ, energisch, sprüht vor Tatendrang!!! Er lebt für dieses Theater und tut alles dafür, dass es weiterhin bestand hat! Mehr als jeder Intendant vor ihm! Das Bild, das man über ihn in der Presse verbreitet, ist falsch, beleidigend und unfair! Ist ihm ganz und garnicht nicht würdig! Ich arbeite wahnsinnig gerne mit ihm zusammen und bin stolz darauf, dass er mein Intendant ist!

     
    • Hans

      @Krisztina Horvath
      “Er lebt für dieses Theater und tut alles dafür, dass es weiterhin bestand hat!”
      Glauben Sie das denn wirklich oder ist das nur der Versuch einer Solidaritätsbekundung?
      Ich persönlich fürchte leider, daß das Theater seit Sibelius/wegen Sibelius gefährdet ist…

       
    • Hartmut

      Frau Horvath , ist dieser Kommentar eine Auftragsarbeit ihres ach so geliebten Intendanten ??? Denn diese Lobhudelei ist doch sehr dick aufgetragen und spricht ja wohl nicht gerade von einer objektiven Betrachtungsweise der Dinge . Aber da er sie ja bezahlt müssen sie ja wohl dieses Loblied auf ihn singen . Traurig , Traurig .

       
    • Johannes Kellner

      Sind Sie dieselbe Frau Horvath, die schon in Eggenfelden Elogen auf Herrn Maier genannt Sibelius geschrieben hat? Hat er Ihnen jetzt einen Job in Trier verschafft? Ihr jetziger Chef konnte schon es schon nicht in dem kleinen Theater in Eggenfelden, wie soll er es da bei einem so renomierten Theater in Trier schaffen. Er verdient jetzt übrigens (sagt man sich) mehr als doppelt so viel wie in Eggenfelden. Dafür hat er es in Trier anscheinend auch doppelt so schnell geschafft wegen seiner Leistungen ins Gerede zu kommen. Man kann der Stadt nur wünschen sich von ihm und wahrscheinlich damit auch sich von Ihnen zu trennen.Vielleicht lernen Sie ja mal was daraus. Viel Glück!

       
  7. Clemens Hauser

    Frau Horvath, es geht nicht darum, ob Sibelius ein guter Chef oder netter Mensch ist. Es geht darum, dass aufgrund seiner Erfolglosigkeit in eine ohnehin teure Institution noch mehr Steuermillionen fließen als bisher. Immer wieder kommt das Argument, es sei so nett, unter oder mit ihm zu arbeiten: Das interessiert mich als Steuerzahler, der übrigens auch für Ihr Gehalt aufkommt, nicht die Bohne. Das Theater ist keine Insel der Glückseligen, die losgelöst von allen Realitäten existieren kann, es muss sich auch einer wirtschaftlichen Überprüfung stellen. Hätte Sibelius, wie von ihm vollmundig versprochen, die Zuschauerzahlen hochgeschraubt und seine Ausgaben in einem vertretbaren Umfang belassen, würden wir diese ganze Diskussion nicht führen. Denn die meisten Bürger sind ja bereit, ein gutes Theater mit ihren Steuern mitzutragen, aber zum künstlerischen Selbstzweck oder individuellen Selbstverwirklichung eines kleinen Kreises ist ein Stadttheater nicht da, sorry, so schön es auch sein mag….

     
    • Anna Majewski

      Jetzt fällt hoffentlich sein Kartenhaus krachend zusammen. Er besitzt die Dreistigkeit zu fordern, dass er 3 Jahre bräuchte, um das Theater umzubauen…. Nun hat er den Supergau bereits in einem Jahr geschafft- Fort mit ihm, aus der Stadt. Frau Horvath darf ihrem Lieblingschef gern folgen.

       
  8. anderestrier

    Es ist erschreckend mitzuerleben, dass aus den handfesten Fehlern, die Karl Sibelius in den letzten Monaten gemacht hat, nicht die nötigen Konsequenzen gezogen werden. Er wird belohnt für seine Misswirtschaft und das Theater Trier leidet unter den Folgen. Der Imageschaden ist enorm. Dabei muss man die Differenzierung ziehen, dass ein blühendes und vielfältiges Stadttheater sehr wichtig ist für Trier, nur eben unter einer neuen Leitung. Viele Arbeitsplätze und ein wichtiger Teil der Trierer Kulturlandschaft stehen auf dem Spiel. Unter einer neuen Leitung wäre sicher auch eine wirtschaftliche Besserung in Sicht. Ich zweifle, aus eigener Erfahrung zutiefst an den Führungsqualitäten von Karl Sibelius, da er nicht in der Lage ist, Kritik für sich nutzbar anzunehmen und von sich als Person zu trennen. Eine Streitkultur ist unerlässlich für einen Theaterbetrieb, macht Kunst erst möglich. Gemeinschaften müssen gebildet und ein gegenseitiges Vertrauen gefördert werden. Leider passiert das Gegenteil. Eine bewusste oder unbewusstes Spaltung wird unter den Mitarbeitern gefördert und schafft ein gegenseitiges Misstrauen. Herr Sibelius fordert von seinen Mitarbeitern uneingeschränkte Liebe und Solidarität und ist nicht in der Lage, seine Entscheidungen transparent darzulegen, offen und respektvoll mit seinen Mitarbeitern umzugehen. Ich möchte mich nicht für oder gegen einen Intendanten entscheiden müssen. Ich möchte mit ihm diskutieren und seine Entscheidungen nachvollziehen können, auch wenn ich nicht einer Meinung mit ihm bin. Er ist nicht der richtige Mann für diese Position, da er nicht zwischen Liebe und Respekt unterscheiden kann. Diese Unterscheidung ist allerdings unerlässlich in einer solchen Position.

     
  9. Dieter Konzen

    Das Ganze ist doch keine Gausa Sibelius ob er gut oder schlecht ist. Es ist eine Gausa Egger! Egger, hat die Ausschüsse und den Stadtrat mehrfach wissentlich falsch informiert. Als Jurist (RA) müsste er wissen welche rechtlichen Folgen dies hat. Aber, die Partei wird schon wieder ihre Hand über ihn halten. Frage mich nur, wie oft noch?

     
  10. Friedrich Spee

    Anstatt einer Hexenjagd auf Herrn Sibelius würde ich mir Transparenz von der Stadt wünschen. Die Stadt muss handeln und das auch ihren Bürgern kommunizieren (interview bei trier reporter?) – unabhängig ob Sibelius bleibt oder nicht – mehr Information ist gefragt, auch über die nächsten Schritte in Sachen Finanzkontrolle und Strategie für das Theater. Bitte sachlich und verantwortungvoll bleiben in den Reportagen, auch gegenüber Einzelpersonen. Es gibt ein Recht auf Datenschutz.

     
    • Anna Majewski

      Das ist alles so billig und voraussehbar, dass es jetzt Hexen-oder Hetzjagd heißt und sich der Theaterzertstörer als Opfer einer Kampagne geriert. Verantwortungsvoll sollen die Kritiker bleiben und sachlich, ja. Darf man fragen, wo das Verantwortungsbewußtsein von Herrn Maier Sibelius war/ist,gegenüber den öffentlichen Mitteln, der Stadt Trier , den Mitarbeitern? Alle wurden gelinkt und sind einem Schauspieler aufgesessen. Nur dieses Fazit kann nach all den bekannt geworden Zahlen und Vorgängen ziehen. Oder wollen Sie beschönigen, verharmlosen und soll dieser unfähige Mensch weitere Chancen bekommen? Das kann es doch nicht sein. Schauen Sie trotz persönlicher Sympathie für den “tollen Theatermann” auf die Bilanzen von Eggenfelden. Dasselbe zieht er nun in Trier durch und die Stadt wird noch bitter bluten dafür. Meine Meinung.

       
      • Friedrich Spee

        Als neutraler Beobachter ziehe ich aus den bis-dato Informationen den Schluss, das ein paar Leute Ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben. Wenn ein Schauspieler es tatsächlich schafft, der Stadt Trier wie ein Eulenspiegel auf der Nase herumzutanzen, frage ich mich, wie betriebsfähig der Stadtrat und die Ausschüsse sind und auch, welche Entscheidungsträger eventuell eigennützig oder grob fahrlässig gehandelt haben. In dem Sinn ist Herr Sibelius ein Auslöser der causa “Theater Trier”, aber die Ursache ist/sind ein oder mehrere andere. Und mich interessieren eben diese Ursache(n), damit danach die richtigen Konsequenzen gezogen werden können. Es ist sehr simpel sich auf einen Täter (Herrn Sibelius) zu fixieren, ohne die Sache komplett analysiert zu haben. Niemand hat bis dato eine ausführliche Gegendarstellung des Herrn Sibelius veröffentlicht. Ebenso ist die Funktionsweise des Gefüges Herrn Egger/Ausschuss-Stadt-Herrn Sibelius noch nicht transparent genug für sich ein endgültiges Urteil zu erlauben. Mir liegt diese “Kopf-ab” Methode nicht (Sibelius=Täter; Trier, Mitarbeiter=Opfer), es gibt immer mehr als eine Wahrheit und viele Grautöne dazwischen. Diese Grautöne müssen sachlich offengelegt werden. Emotionen, auch wenn sie verständlich sind, bringen nichts.
        “Darf man fragen, wo das Verantwortungsbewußtsein von Herrn Maier Sibelius war/ist,gegenüber den öffentlichen Mitteln, der Stadt Trier , den Mitarbeitern? ” – Ja, auf alle Fälle, tun Sie das, fragen Sie ruhig und sachlich alle Beteiligten. Das ist der richtige Weg. Lassen Sie die Gegenseite auch ausführlich zu Wort kommen. Das dient dem tieferen Verständnis und der Wahrheitsfindung.

         
        • Anna Majewski

          Ja,da stimme ich Ihnen zu.

           
  11. Peter

    Frau Horvath, Sie wissen doch, dass interne kritische Stimmen von Sibelius mundtot gemacht werden. Dazu werden verschiedene Methoden angewandt.
    Herr Sibelius ist kein “sehr guter Chef” und noch weniger ein “wunderbarer Theatermann”. Diese, Ihre Meinung teilen im Übrigen intern nur wenige, allerdings sind nach unzähligen “Mitarbeitergesprächen” unter vier Augen, wie sie Herr Sibelius im Fernsehen genannt hat, natürlich nur Solidaritätsbekundungen für seine Person zulässig. Niemand traut sich Kritik unter seinem Namen zu veröffentlichen oder zu äußern. Das ist kein gesundes Betriebsklima! Es geht Herrn Sibelius mitnichten um das Theater. Oder um die Mitarbeiter. Haben Sie sich schon mal gefragt, warum kein Mitarbeiter, nicht mal die Künstler unterhalb der Leitungsebende im Spielzeitheft dieser und der nächsten Spielzeit, namentlich genannt ist?

     
  12. Marco Berweiler

    Man sollte in der nächsten Spielzeit die Theaterstücke “Das Theater um das Theater Trier”, “Die Feuerwache” sowie “Nero – Hero” aufführen … die Hauptdarsteller dürften bekannt sein. Einer müsste sogar mehrmals ran.

    Die Bude wäre mit Sicherheit “gerammelten voll” …

    Unfassbar, was sich hier abspielt !!!

     
  13. Michael Frisch

    @Marco Berweiler:
    Ganz genau, absolut unfassbar!! Deshalb setz dich bitte bei der FWG dafür ein, dass Sibelius keine Vertragsverlängerung bekommt. Alles andere ist den Bürgern unserer Stadt gegenüber nicht zu verantworten!

     
  14. Jan Altman

    >>Es gibt kein sichtbares Erkennungszeichen, das Wahrheit von Meinung unterschiede.<< [Hanah Arendt]

     
  15. Besserwisser

    Er wird Amtsleiter genannt. Üblicherweise liegt das Salär von Amtsleitern so bei A15, A16, also in etwa bei der Hälfte von dem, was hier im Bereich der freiwilligen Leistungen ausgeschüttet wird.
    Wieder mal ein Schlag ins Gesicht der Steuerzahler!

     
  16. Treverin

    Allen Nörglern empfehle ich die Lektüre des nachfolgenden fundiert geschriebenen Artikels über das Hamburger Thalia Theater. Einen Ausschnitt hier in Kopie, den Rest über den Link:

    Der Intendant

    Einerseits sind Theater die letzten Bastionen feudaler Organisationskultur: Über die Produktpalette des Spielplans, über Besetzungs- und Personalpolitik entscheidet der Intendant. Andererseits ist dieser, erst recht wenn er wie Joachim Lux nicht selbst Regie führt, von den Künstlern mindestens so abhängig, wie die von ihm. Diplomatie ist eine seiner Kernaufgaben. „Ich achte darauf, in welcher Reihenfolge ich wem was sage, damit sich Dinge sachlich sinnvoll und menschlich störungsfrei organisieren lassen. Unkalkulierte Transparenz wirkt im Zweifel konfliktverschärfend“, sagt Lux. „Es hilft nichts, wenn jeder Schauspieler weiß, welcher Kollege bei einer Besetzungsentscheidung sein Konkurrent war. Es muss auch nicht jeder Regisseur wissen, mit wem man noch für welches Projekt im Gespräch ist und welche Etats dafür zur Verfügung stehen. Entscheidend ist das Vertrauen, dass der Theaterleiter sich bemüht, jeden einzelnen Fall fair zu behandeln. Natürlich ist im Theater das Konkurrenzbewusstsein wach. Wenn man damit unvorsichtig umgeht, kann man viel Schaden anrichten.“

    Lux, seit 2009 Intendant des Thalia Theaters, hat noch andere Probleme. Zum Beispiel, dass er mit besser ausgestatteten Häusern um Schauspieler und Regisseure konkurriert. Thalia-Stars wie Sebastian Rudolph oder Jens Harzer können sich die Bühnen, an denen sie spielen, aussuchen. Also kommt es für Lux darauf an, sie durch spannende Projekte und gute Arbeitsbedingungen an sein Haus zu binden. „Andere Theater, zum Beispiel in München, Berlin, Frankfurt, Zürich, das Wiener Burgtheater sowieso, können höhere Gagen bezahlen“, sagt er. Auch Regisseure haben inzwischen geschäftstüchtige Agenten, die gern die Gagen in die Höhe treiben. Damit sich zum Beispiel ein gefragter Mann wie Antú Romero Nunes für die nächsten drei Jahre als Haus-Regisseur verpflichten ließ, musste Lux ihm gute Arbeitsbedingungen bieten. Eine seiner Strategien dabei: ganz altmodisch auf sein Ensemble zu setzen statt auf teuer eingekaufte Gast-Prominenz.

    Hier geht es weiter: https://www.brandeins.de/archiv/2014/arbeit/thalia-theater-joachim-lux-ludwig-von-otting-jette-steckel-die-gegen-spieler/

     
    • Besserwisser

      Und? Ist das eine Rechtfertigung Steuergelder zu verbrennen?

       
    • Volker Zemmer

      Sie wollen doch nicht allen Ernstes das poplige Trierer Stadttheater mit dem Thalia-Theater und Trier mit Hamburg vergleichen?
      Es spielt doch gar keine Rollen, was ein Intendant anderswo verdient. Die Frage ist doch, was sich Trier leisten kann und nicht, was andere sich andere Städten leisten können.

       
    • Hubert Hansen

      Und warum gibt es in Trier Arbeitsprozesse?
      Stimmt hier nicht das Arbeitsklima?

       
  17. Hartmut

    Macht dem Trauerspiel ein Ende . Einen Mann mit solcher Macht auszustatten und dann ein solches Disater zu erhalten , ist doch himmelschreiend . Es wird immer von 20 % Zuschauer rückgang gesprochen . Es sind aber eher 40 bis 50% Rückgang . Etwa 800 Abonennten haben gekündigt . Ein riesen Defizit eingefahren und jetzt soll der saubere Herr Sibelius noch mit einem horenden Gehalt belohnt werden . Jeder andere Mitarbeiter bei der Stadt Trier wäre schon im hohen Bogen gefeuert worden . Aber so wie man die Satdtverwaltung kennt , wird die Zeit bis zum 31.07 verpennt und wir haben einen tollen Diletanten am Bein den die Stadt Trier nicht mehr so schnell los wird . Oder es wird sehr teuer , so oder so wird es teuer , denn dieser Intendant wird das Theater weiter in den Abgrund ziehen . Dann doch lieber ein Ende mit Schrecken , als ein Schrecken ohne Ende . Also lieber Stadtvorstand , weg mit dem Theaterzerstörer Sibelius , euch bleibt nicht mehr viel Zeit bis zu 31.07.
    Ausserdem , keine Angst meine Herren vom Stadtvorstand , Herrn Sibelius zu feuern , ein Interimsintendant ist schnell gefunden .

     
    • Anna Majewski

      Die Höhe des Gehalts ist absolut angemessen und durchschnittlich im deutschlandweiten Vergleich für einen Theatermanager, der sein Handwerk und die Kunst des Managen beherrscht. Er muss nicht allen Leutens Freund sein, aber am Ende dürfen es nicht so schlechte Zahlen sein wie aktuell. Die vorigen Intendanten hatten ähnliche Saläre( offenes Geheimnis) aber da lief der Laden halbwegs gut. Von einer Neiddebatte kann keine Rede sein wegen der Kröten, nur das Verhältnis zwischen Leistung und Erfolg stimmt irgendwie nicht.Damit soll nicht gesagt werden, dass der Theaterdoktor nicht wie ein Vieh arbeitet- nur irgendwie geht es nach hinten (pardon) los.

       
  18. Jens Cullmann

    Ist schon jemandem aufgefallen, dass gerade Niedertracht und Denunziantentum die Überhand gewinnen? ….letztlich nicht überraschend, wenn man sieht, wer sich hier alles tummelt.

     
  19. Joachim Baron

    Ich kann die ganze Aufregung nicht verstehen. Als aufmerksamer Beobachter des ganzen “Falls” kann ich nur sagen: Herr Sibelius sollte einen neuen Vertrag bekommen und das Gehalt sollte gekappt werden. Nun denn, jetzt wissen wir, dass dem nicht so ist. Gestern Morgen stand im Volksfreund, dass der Vertrag das bestgehütetste Geheimnis der Politik wäre. Wohlan ist das Geheimnis jetzt gelüftet und das ist gut so ! Jetzt wissen die Trierer was sie bezahlen für “ihren” Intendanten.
    Das “Argument” der Verwaltung kann man aber nicht ignorieren, immerhin soll durch den neuen Vertrag auch Geld eingespart werden. Hoffen wir mal, dass es so kommt. Ob es aber sinnvoll ist Herrn Sibelius die Sparte “Schauspiel” zu übertragen von dem Mann, der ihn gefeuert hat und welcher bei den Schauspielern sehr beliebt war, wage ich zu bezweifeln.

     
  20. Clemens Hauser

    Für mich liegt der eigentliche Skandal gar nicht mal so sehr in der Höhe des Gehalts, sondern in der Tatsache, dass der Posten des Schauspieldirektors in Trier offenbar mit so wenig Arbeit verbunden ist, dass ein bisher schon überforderter Intendent den Job mal eben so nebenher macht. Wenn das so ist und die Regelung nicht nur getroffen wurde, um Herrn Sibelius sein Gehalt in voller Höhe zu erhalten, muss ich mich fragen: Warum gab es dann überhaupt diese Position in den letzten Jahren, und wenn sogar ein Schauspiel-Chef offenbar so wenig zu tun, was ist dann mit den Leitern von den kleineren Sparten wie dem Tanztheater? Stimmen kann von beiden Tatsachen nur eine: Entweder will man Herrn Sibelius um jeden Preise seine schönen Bezüge nicht kürzen oder im Theater Trier wurde über Jahrzehnte hinweg viel Geld für überflüssige Posten ausgegeben. An welche Wahrheit ich glaube, weiß ich allerdings schon jetzt…

     
  21. Dietmar Marx

    Für mich trägt ganz klar Thomas Egger die Verantwortung für alles dies. Wie lange darf dieser Mann noch Chaos anrichten? Gegen ihn ist ja sogar Frau Birk inzwischen eine Spitzenkraft!!!

     
  22. claudia werner

    Bei Weber gab es auch keinen Schauspieldirektor und wir haben ja wieder das alte Modell!

     
  23. Hans

    @claudia werner
    Unter der Intendanz von Gerhard Weber war Peter Oppermann der Chefdramaturg und Stellvertreter des Intendanten/Bereich Schauspiel.
    Vermutlich wurde diese Position vor einem Jahr umbenannt in “Schauspieldirektor”.

     
  24. claudia werner

    Es gab auch keinen Operndirektor! Wenn jetzt schon alles wieder so wie früher sein soll….

     
  25. Friend or Foe

    Wie zur Hölle und durch wen gelangt ein geheimer Dienstvertrag ins Internet? Kann ja nur eine undichte Stelle im Rathaus sein. Erdogan sollte nicht in allem ein Vorbild sein, aber seine Säuberung kann sich Leibe bestimmt in gewisser Weis ezum Vorbild nehmen.

     
  26. Det

    Frage, warum man sich hier so aufregt?
    Passend zu den Nero-Festspielen, hat man sich einen
    neuzeitlich, mit allen derzeit verfügbaren Atributen, ausgestatteten “Nero” zugelegt.
    Diese “Nero-Festspiele” sind ja nun bald Geschichte,und so
    sollte es mit dem Laien-Nero Marke Trier auch sein.
    Eine Angst beschleicht mich ja nun doch,nach Konstantin, Nero, Marx ec.könnte als nächstes das Drama “Adolf” hier aufgeführt werden. Jetzt überlege ich, wer für diese Hauptrolle in Frage kommen könnte……….????? Aber auch da wird man im Rath(los)haus, die passende Besetzung finden.

     
  27. bürgertrier

    Diese Schlammschlacht ist einfach nur widerlich! Ich lebe seit über dreissig Jahren in dieser Stadt, aber was hier passiert ist einfach nur verabscheuenswürdig. “Pleite Intendant”, “Jagd ihn hinaus”, “versetzt ihm einen Tritt”, “Sibelius zum Kotzen”. Geht´s denn noch?
    Und dann noch die Veröffentlichung eines Vertrages, den offensichtlich die Medien vor dem Intendanten vorgelegt bekommen. Unfassbar. Dieser wird dann auch noch veröffentlich. Wo sind wir hier? Mich erinnert das an Zeiten, an die sich offensichtlich sonst keiner mehr erinnert, schon gar nicht die AfD.

     
    • Jan Altman

      Danke für Ihren Kommentar, ich sehe es genauso.

       
    • Anna Majewski

      Ich habe Respekt vor Ihrer Meinung, schätze es jedoch so ein,dass weniger der Mensch als die mangelhafte Leistung hier kritisiert wird. Wer austeilt, muss auch einstecken könne- und das kann er mit Sicherheit. Er selbst sprach immer von Karussell Theater Trier- einige Zeit bleiben die Künstler – dann ziehen sie weiter. Möglicherweise ist für ihn selbst nach relativ kurzer Zeit auch Zeit, das Karussel zu besteigen? Meinen Sie nicht, oder beurteilen Sie seine Leistung besonders in Bezug auf die wirtschaftlichen Zahlen und Personalmanagement als sehr gut und zukunftsweisend? Ist es ein erfolgreiches Theater unter seiner Leitung? Das würde mich mal interessieren.

       
  28. theaterfreund

    @majewski: Ja, das Theater Trier hat unter Sibelius einen künstlerischen Quantensprung hingelegt.Und zu den Finanzen: Da zu erläutern übersteigt wahrscheinlich Ihren Horizont, denn Ihre Postings in den letzten Wochen, zeigen mehr als deutlich, dass Sie nur eines im Sinne haben: Diffamierung des Intendanten.

     
    • Anna Majewski

      Ein künstlerischer Quantensprung….gut möglich- nur zu welchem Preis? Braucht das Trier? Dieser Quantensprung hat sich leider(noch)nicht in wirtschaftlichen positiven Zahlen niedergeschlagen.Man darf an dieser Stelle auf die Totalausfälle wie Fidelio/Tosca sowie die anhängigen Klagen und Prozesse verweisen.Das stellen Sie hinter künstlerische Erfolge? Überprüfen Sie sich bitte selbst.

       
  29. Dr. Norbert Fischer

    Doch – man muß die Person kritisieren dürfen. Jemandem, der despotische Neigungen offen auslebt, darf nicht zu Macht und Geld verholfen werden. Und damit meine ich nicht Sibelius……sondern jemand anderes.

     
  30. Friend or Foe

    Wen meinen Sie denn, Doc? Erdogan? Guardiola? Werner Lorant?

     

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