Theater Trier – AfD fordert “sofortige Konsequenzen”

Der Trierer AfD-Chef Michael Frisch fordert Konsequenzen für Sibelius und Egger.

Der Trierer AfD-Chef Michael Frisch fordert Konsequenzen für Sibelius und Egger.

TRIER. “Was sich hier abspielt, ist ein Skandal ersten Ranges”, kommentiert der Trierer AfD-Fraktionsvorsitzende und Landtagsabgeordnete Michael Frisch die jüngsten Hiobsbotschaften aus dem Theater. “Nach und nach werden wir mit ständig neuen Defiziten konfrontiert, die die Finanzierungslücke für den Theaterbetrieb allein in den ersten zehn Monaten des Jahres 2016 auf nunmehr 2,3 Millionen Euro anwachsen lassen. Hier hat nicht nur der für die wirtschaftlichen Belange zuständige Intendant vollständig versagt, sondern auch das Controlling der Stadt ist seinen elementaren Pflichten nicht gerecht geworden. Während überall in Trier gespart werden musste, um überhaupt noch einen halbwegs seriösen Haushalt hinzubekommen, wurden am Theater unter den Augen von Dezernent Thomas Egger Millionen Steuergelder in den Sand gesetzt.”

“In Folge des offenkundigen Desasters fordern wir Herrn Sibelius erneut zum sofortigen Rücktritt auf. Unabhängig davon ist die Möglichkeit einer fristlosen Entlassung – selbstverständlich ohne Fortzahlung der Bezüge – umgehend zu prüfen und gegebenenfalls umzusetzen. Auch Herr Egger sollte sich seiner Verantwortung stellen und persönliche Konsequenzen ziehen. Mit Schuldzuweisungen an andere ist es nicht getan, denn als Dezernent hat er seine Aufsichtspflicht in gravierender Weise verletzt. Zudem war er aufgrund des ab Sommer geltenden Vier-Augen-Prinzips” selbst für das Theater-Budget verantwortlich und muss sich daher die seitdem entstandenen Fehlplanungen und Defizite unmittelbar zuschreiben lassen”, so Frisch in einer Presseerklärung der Partei vom gestrigen Montag.

“Dass die SPD ihre Haltung in der Causa Sibelius-Egger jetzt bestätigt sieht, ist an Heuchelei kaum zu überbieten. Gemeinsam mit den anderen Ratsfraktionen haben die Sozialdemokraten nicht nur Herrn Sibelius mit großen Vorschusslorbeeren ins Amt gehoben, sondern ihm auch dann noch den Rücken gestärkt, als die Fehlentwicklungen bereits absehbar waren. Noch im Juli haben sämtliche Ratsfraktionen bis auf FDP und AfD allen Warnzeichen zum Trotz den Vertrag des Intendanten um vier Jahre verlängert. Sich jetzt aus der Verantwortung zu stehlen und den Menschen weiß machen zu wollen, man habe von Anfang an die richtigen Entscheidungen getroffen, ist angesichts eines vermeidbaren Millionendefizits in einer hoch verschuldeten Stadt ein beispielloser Affront gegenüber den Bürgern. SPD, CDU, FWG, Grüne und Linke sollten endlich ihr eigenes Versagen eingestehen, anstatt an peinlichen Legenden zu stricken”, fordert der Landtagsabgeordnete. (tr/et)


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Erstellt am Autor trier reporter in Die Reporter-Meldungen, Dossier Theater, Featured, inside54.de 17 Kommentare

17 Kommentare zu Theater Trier – AfD fordert “sofortige Konsequenzen”

  1. Steuerzahler

    Hier hat er Recht, ohne wenn und aber!

     
  2. Matthias

    Das ist wieder typisch AfD. Wer war noch nie auf einer Sitzung der kulturpolitischen Gremien? Michael Frisch oder ein sonstiger Vertreter der AfD. Er war sich gestern nicht bei der Besprechung der Fraktionen zum jetzt offen gewordenen Defizit? Michael Frisch oder ein sonstiger Vertreter der AfD. Wer aber brüllt zuerst mit Pressemitteilungen rum? Michael Frisch.

    Wer ernsthaft seine Vorschläge in der Politik vertreten sehen will, der sollte auch mitarbeiten und nicht nur billigsten Populismus betreiben.

     
  3. Michael Frisch

    @Matthias: Im Kulturausschuss ist die AfD aufgrund ihrer Fraktionsstärke nicht vertreten. Von einer Besprechung der Fraktionen über das neue Defizit war uns nichts bekannt. Das liegt möglicherweise an der ach so demokratischen Ausgrenzungspolitik der anderen Parteien, die solche Termine in der Regel ohne die AfD bestreiten. Also sind Ihre Vorwürfe völlig gegenstandslos.
    Wir arbeiten im Stadtrat ausgesprochen konstruktiv mit, soweit man uns lässt. Gerade mit der Theatersache haben wir uns intensiv auseinandergesetzt und immer wieder Stellung bezogen. Das können Sie beispielsweise hier nachlesen: http://www.afdtrier.de/allgemein/diskussionspapier-der-afd-trier-zur-zukunft-des-theaters

     
    • Steuerzahler

      Hier hat er wieder Recht, ohne wenn und aber!

       
  4. Peter Buggenum

    @Matthias

    Da gibt es doch auch gar nichts zu besprechen. Die Fakten kommen ja jetzt ans Licht und er benennt glasklar die Verantwortlichen.

    Herr Frisch und seine Partei haben dieses Desaster nicht mit zu verantworten. Die Schuldigen sind ausnahmslos Angehörige der seit Jahren im Rat etablierten Parteien und natürlich der zuständige Dezernent, der aber mit Sicherheit keine Konsequenzen aus seinem Versagen ziehen wird.

    Ich kann übrigens auch gut nachvollziehen, dass Herr Frisch seine Zeit nicht in diesen “kulturpolitischen Gremien” verplempert. Was dabei rauskommt, zeigt sich ja jetzt.

     
  5. Matthias

    @ Michael Frisch:
    Jedes Stadtratsmitglied darf wie es ihm beliebt zu jeder Ausschusssitzung kommen (sogar zu nichtöffentlichen), auch in den Kulturausschuss. Die Sitzungstermine sind öffentlich – sogar für Nicht-Stadtratsmitglieder – im Ratsinformationssystem einsehbar. Wer hier ausgegrenzt bleibt, grenzt sich selber aus. Zu den Budgetsitzungen des Theaters und zur Besprechung gestern waren alle Fraktionen eingeladen – auch die AfD. Selbst schuld, wenn man da nicht vorbeischaut. Die FDP hat von ihrem Recht Gebrauch gemacht, Ausschusssitzungen zu begleiten, auch wenn sie nicht im Kulturausschuss vertreten ist.

    Von jeder anderen Partei lasse ich gerne alle Konsequenzen der Welt fordern, aber nicht von der AfD, die in der Vergangenheit genau null Finger krumm gemacht hat, um irgendetwas an der jetzigen Situation zu verbessern. Andauernd nur billigster Populismus.

     
  6. Matthias

    Wenn Sie, Herr Frisch, das wollen, kann ich im übrigen sogar beweisen, dass die AfD-Fraktion zum gestrigen “Spitzentreffen” eingeladen war – das Zitieren aus internen Mails ist ja ein Hobby, was Sie mit mir zu teilen scheinen. Es ist absolut peinlich und unprofessionell, wie Sie sich hier gegen alle Fakten in eine Opferrolle drängen wollen.
    Die Selbstdarstellung als Opfer ist neben Ihrem Rassismus der einzige Inhalt, den Ihre Partei – und das besonders auf kommunalpolitischer Eben – hat. Traurig, dass es möglich ist, damit ein Achtel aller Wahlberechtigten zu verführen.

     
  7. Michael Frisch

    Sorry Matthias (warum eigentlich anonym?). aber wenn Sie die gestrige Anhörung der SPD zum Theater meinen,dann haben wir dazu in der Tat eine Einladung bekommen. Aber dort ging es nicht um das Defizit, sondern um die Theater-Sanierung. Zu einem Fraktionstreffen waren wir definitiv nicht eingeladen. Legen Sie Ihre angeblichen Beweise offen oder lassen Sie solche Behauptungen bleiben.
    Und was die Bewertung unserer kommunalpolitischen Arbeit betrifft, so disqualifizieren Sie sich mit ihrer unsachlichen und primitiven Hetze selbst. Ich werde mich dazu jedenfalls nicht mehr äußern.

     
    • Kevin

      @Herr Frisch: Stadtratsmitglieder haben das Recht, sämtlichen nichtöffentlichen Ausschusssitzungen beizuwohnen – auch wenn sie darin keinen Sitz haben. Dies Verschweigen Sie geflissentlich und baden lieber in Selbstmitleid.

      Die AfD hat schon gegen das Theater gewettert, bevor der neue Intendanten seine Arbeit antrat. Von mir aus, kann die AfD weiter ihre Vorurteile, Spießigkeit und Ängste ausleben. Mit den medienwirksamen Tiraden gegen das Theater, eine offene Gesellschaft, Flüchtlingen und ganz allgemein gegen Andersdenkende ist Ihnen der Aufschrei noch sicher. Aber irgendwann wird es langweilig. Denn mehr als Schaumschlägerei hat die AfD nicht zu bieten.

       
      • Elisabeth

        Es ist also spießig, wenn Bürger, Steuerzahler und Wähler (gerne auch mit Innen hinten dran, warum eigentlich nicht vorne?) ein Theater in dieser Form hinterfragen? Es gibt genügend demokratisch regierte Staaten, die diese Form der Kultur nicht subventionieren und trotzdem alles andere als “spießig” in und mit ihrer Kultur sind. Ich glaube eher, daß dies hier in Deutschland die Fortführung der Fürsten-und Kulturfürstentheater ist. Nur jetzt sind es ja gewählte Volksvertreter und eine gewisse “Bildungsschicht”, die sich ihr Hobby und ihr Verständnis von Kultur von den Untertanen bezahlen läßt. Überhaupt: Wer bestimmt was Kultur ist? Wer bestimmt was spießig ist und was nicht? Menschen, die Kevin heißen oder nur die kulturellen und anderen Minderheiten? Was ist mit der Kultur der Mehrheit? Die dürfen für ihr Hobby zahlen was es kostet?

         
        • Johann

          Meines Wissens ist “Subvention” hinsichtlich der Theater ein unpassendes Wort; hierzulande werden die Theater öffentlich finanziert, da sie eben nicht (im Gegensatz zu den großen Musical-Häusern) auf Gewinnerzielung aus sind, sondern die “kulturelle Grundversorgung” für alle Bürger (aller Einkommensklassen) bieten.
          Schulen, Museen, Kirchen, Straßen, Büchereien, Universitäten usw. werden ebenso öffentlich finanziert, nicht “subventioniert”.
          Besucherzahlen von rund 100.000 bis 115.000 pro Jahr bzw. Spielzeit (vor Intendant Sibelius) deuten meiner Meinung nach aber nicht auf eine “Kultur der Minderheiten”.
          Sie schreiben ferner: “Es gibt genügend demokratisch regierte Staaten, die diese Form der Kultur nicht subventionieren…”
          – Tja, da hat Deutschland aufgrund seiner Geschichte glücklicherweise ein Alleinstellungsmerkmal:

          https://www.unesco.de/kultur/immaterielles-kulturerbe/bundesweites-verzeichnis/eintrag/deutsche-theater-und-orchesterlandschaft.html

          “Die deutsche Theater- und Orchesterlandschaft zeichnet sich durch eine in der Welt einmalige Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen aus, welche sich in Schauspiel, Figurentheater, Oper, Operette, Musical, Tanz, Konzert sowie in performativen Veranstaltungen unterschiedlicher Art verwirklichen…”
          Daher ist die deutsche Theater- und Orchesterlandschaft zum immateriellen Kulturerbe der Unesco ernannt worden

           
          • Misery

            @Johann, Danke für nochmalige Erläuterung der eigentlich hinlänglich bekannten und gesellschaft akzeptierten Aussagen zur einzigartige deutschen Kulturlandschaft und der Notwendigkeit deren Pflege. Es ist in Deutschland eben doch etwas anders als in den kulturell auch sehr reichen anderen Staaten mit “Bespielbühnen” Man mus aber akzeptieren, dass viele Bürger das Theater eben nicht nutzen- aber der Staat zahlt nun mal sowohl für Stadien und Schwimmhallen als auch für Theater. Das sollte jeder so hinnehmen. Im Erdgeschoss zahlt man ja auch für den Fahrstuhl….. Viel wichtiger ist, bei der Auswahl von LeiterInnen von Kultureinrichtungen auf Kompetenz und Führungsqualitäten und menschliches Gespür zu setzen als auf schrille SelbstdarstellerInnen, die sich einen Dreck drum scheren, wer auf der Strecke bleibt. Diese Subjekte schaden der Akzeptanz der Kultureinrichtungen viel mehr sowohl nach außen als auch nach innen.

    • Matthias

      Selbstverständlich meine ich nicht die Sitzung der SPD-Fraktion.
      http://www.directupload.net/file/d/4520/h2mwhv5g_png.htm
      Selbstverständlich steht außer Frage, dass Sie zu solchen Treffen kommen dürfen, wenn Sie wollen. Und das ist nur ein Beispiel. Sie sind immer eingeladen – und erscheinen nie.

       
  8. Kevin

    Anstatt den Saubermann zu spielen und auf die bösen “Altbarteien” zu schimpfen, sollte Herr Frisch die Strukturen in seiner Partei hinterfragen:

    Die AfD fordert Transparenz von Anderen, führt aber eigene Parteitage und Mitgliederversammlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit durch.

    Die AfD wies ihre Mitgliederbei den letzten Wahlen an die Stimmenauszählungen in den Wahllokalen zu kontrollieren – witterte “Wahlbetrug”. Wie wir nun wissen, haben AfD-Vorstände in Sachsen und Nordrhein-Westfalen Listenaufstellungen manipuliert.

    Die AfD schimpft auf die “Lügenpresse” und ihre Mitglieder vertrauen dubiosen Internetportalen sowie Verschwörungstheoretikern. So kann man sich eine “blaue” Wahrheit zurechtschustern.

    Solange die Parteivorderen der AfD und auch Herr Frisch sich nicht von Intransparenz, Wahlbetrug und den Spinnern in den eigenen Reihen distanzieren, ist deren Kritik am “System” und “Altparteien” unglaubwürdig!

    @Herr Frisch: Eigentlich müssten Sie sich wegen der Zustände in Ihrer Partei in Grund und Boden schämen – wenn Ihre Pressemitteilungen und die darin enthaltenen Rufe nach Anstand, Ehrlichkeit und Offenheit ernst gemeint sind.
    Glaubwürdig werden Sie erst dann wieder, wenn Sie sich öffentlich von den Rechtsbrüchen in Ihrer Partei distanzieren!

     
    • Misery

      @Kevin: Ich glaube, Sie sind vom Thema weit entfernt. Hier geht es nicht um die Zustände in einer Partei sondern zuvorderst um die lückenlose Aufklärung eines beispiellosen Theaterskandals, der leider nicht auf der Bühne stattgefunden hat.Die Verantwortlichen müssen bestraft werden, oder etwa nicht? Ihre Verteufelung der AfD bewirkt das Gegenteil von dem, was Sie sich wünschen- ist Ihnen das überhaupt klar? Mehr kostenlose Werbung kann eine Partei gar nicht bekommen. Und bei den Fakten lag sie richtig. Das sagt eine Nichtwählerin dieser Partei.

       
      • Kevin

        Nein, Misery! Ich nehme Herrn Frisch nur beim Wort und stelle fest, dass er mit zweierlei Maß misst: Wenn die AfD die Herren und Sibelius anzeigt, muss er mit der Tatsache konfrontiert werden, dass die AfD intern mit der Einhaltung von Recht und Ordnung Schwierigkeiten hat. Die aktuellen müssten eigentlich dazu führen, dass Frau Petry und ihre Mitstreiter ihre Parteiämter niederlegen.

        Vermutlich beschäftigen diese Vorkommnisse die AfD und ihre Claqueure derzeit derart, dass die Kommentare von “Peter Bugggenum”, “Freier Bürger” usw. selten geworden sind. Es lässt sich halt schwer über das “System”, “Alparteien”, “Lügenpresse”, “von der Landesregierung abhängige Staatsanwälte und Richter” schimpefn, wenn es aus dem eigenen Maul stinkt.

         
        • Misery

          @ also ja! Sie machen dadurch richtig feine Werbung für diese Partei. Eine weitere tolle Werbung ist das Versagen der Altparteien auf ganzer Linie und die Nichteinsichtigkeit in eigene Fehler. Gerade hier beim Thema Theater. Das gibt noch ein bitteres Erwachen.

           

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