Theater Trier – Das sagt der Dezernent

"Keine Auftritte als Sänger und Schauspieler mehr ohne meine Einwilligung", sagt Egger

“Keine Auftritte als Sänger und Schauspieler mehr ohne meine Einwilligung”, sagt Egger. Foto: Rolf Lorig

TRIER. Gegenüber dem reporter äußert sich Kulturdezernent Thomas Egger (SPD) zu weiteren Fragen rund um das Trierer Theater und die Intendanz von Karl Sibelius. Die Redaktion veröffentlicht die Antworten Eggers auf die reporter-Anfrage vom 10. Mai weitgehend im Wortlaut.

Egger über die Entwicklung der Zuschauerzahlen…

Bei einem Intendanzwechsel ist immer davon auszugehen, dass die Besucherzahlen sich zunächst rückläufig entwickeln. Das zeigt nicht nur die Erfahrung vergangener Intendanzwechsel in Trier, sondern spiegelt sich auch in den Besucherzahlen anderer Theater im Bundesgebiet nach erfolgtem Intendanzwechsel wider und war demnach zu erwarten.

Ein wesentlicher Faktor, der bei der Darstellung der reinen Besucherzahlen unberücksichtigt geblieben ist, ist die Zahl der Vorstellungen: Während im Vergleichszeitraum der Spielzeit Weber 266 Vorstellungen stattfanden, konnten aufgrund zunächst bestehender räumlicher und personeller Defizite im entsprechenden Zeitraum unter der Intendanz von Karl Sibelius lediglich 199 Vorstellungen stattfinden. Demnach ergibt sich in der Betrachtung der absoluten Auslastungszahlen ein völlig anderes Ergebnis: So lag die prozentuale Auslastung von September 2014 bis Ende März 2015 bei 64,2 Prozent, während die Auslastung in der Zeit von September 2015 bis Ende März 2016 sogar bei 66,7 Prozent und damit 3,75 Prozent über der aus der vorangegangenen Spielzeitphase lag.

Egger sieht den schauspielenden Intendanten mit Managementaufgaben vollauf ausgelastet. Foto: Theater Trier

Egger sieht den schauspielenden Intendanten mit Managementaufgaben vollauf ausgelastet. Foto: Theater Trier

Letztlich erlaubt uns die Tatsache, dass der Kartenvorverkauf nicht, wie zuvor praktiziert, erst in bestimmten Abständen vor dem tatsächlichen Premierentermin startet, sondern ganzjährig erfolgt, bereits jetzt einen Ausblick auf die gesamte Spielzeit 2015/2016: Betrachtet man auch hier die absoluten Zahlen, so waren in der letzten Spielzeit der vorangegangenen Intendanz 422 Vorstellungen mit durchschnittlich 63,1 Prozent ausgelastet, während bereits jetzt – da noch 14 neue Produktionen bevorstehen und sich somit noch in der Vorverkaufsphase befinden – eine durchschnittliche Auslastung von voraussichtlich 403 Vorstellungen mit 48,9 Prozent gegeben ist. Selbst dann, wenn also ab dem heutigen Tag kein einziges Ticket mehr verkauft werden würde, würde sich der Rückgang der prozentualen Auslastung lediglich auf 12,5 Prozent belaufen.

Anm.d.Red. Unter der Sibelius-Intendanz wurden viele Stücke – etwa Tanzproduktionen – in kleinen Sälen gespielt, so dass die rein prozentuale Auslastung de facto höher liegt als bei Aufführungen etwa im Großen Haus.

Egger über Sibelius’ Aufritte…

In der kommenden Spielzeit wird es kein künstlerisches Engagement des Intendanten als Schauspieler und Sänger geben. Sollte er dennoch so etwas vorhaben, sind alle Auftritte mit mir vorher abzusprechen. Karl Sibelius ist mit seinen Management-Aufgaben hinlänglich ausgelastet. Der aktuelle Vertrag mit dem Intendanten sieht seine Auftritte als Zusatzleistungen, die gesondert vergütet werden.

Egger über die geplante AöR…

Der aktuelle Stellenplanentwurf sieht lediglich die Ist-Stellen sowie die Berücksichtigung der Tariferhöhungen und keine weiteren Stellenausweitungen vor. Sofern sich damit Arbeitsabläufe optimieren und Einsparungen realisieren lassen, kann es noch zu Stellenanpassungen dahingehend kommen, dass Gastverträge reduziert und die gewonnenen Mittel in eine Aufstockung des Stammpersonals umgeleitet werden. Eine Anpassung von Gehältern ist im Zuge der AöR-Gründung allerdings insgesamt nicht vorgesehen. (et)


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Erstellt am Autor Eric Thielen in Dossier Theater, Featured, Politik 2 Kommentare

2 Kommentare zu Theater Trier – Das sagt der Dezernent

  1. F.Möhn

    “Nur” 12,5 %, für Bänker würde das heissen, abstossen. Und er sagt, “nur” dazu. OMG.

     
    • ProTrier

      Würden keine weiteren Karten mehr für die Spielzeit 16/17 verkauft werden, was schier unmöglich ist. Lesen können ist vom Vorteil!

       

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