Theater Trier – FDP für Trennung von Sibelius

Spricht sich ebenfalls für die Ablösung von Sibelius aus: FDP-Chef Tobias Schneider.

Spricht sich ebenfalls für die Ablösung von Sibelius aus: FDP-Chef Tobias Schneider.

TRIER. In der anhaltenden Krise um das Theater Trier meldet sich nun auch die FDP zu Wort. Die Freidemokraten fordern ebenfalls die Trennung vom dauererkrankten Intendanten Karl Sibelius. Seit Wochenbeginn werde in Stadtrat und Verwaltung offen über eine bevorstehende Ablösung des Intendanten gesprochen. “Ich denke, dies muss jetzt der Weg sein”, so FDP-Chef Tobias Schneider. “Eine Weiterbeschäftigung von Herrn Sibelius lässt sich angesichts der Entwicklungen definitiv nicht mehr begründen.” Die Rücktrittsforderungen von CDU und FWG gegenüber Kulturdezernent Thomas Egger (SPD) sehen die Liberalen hingegen kritisch.

Dass der ohnehin stark belastete städtische Haushalt nun wegen des Theaters noch weitere Kosten in Millionenhöhe zu tragen hat, kommentiert Schneider so: “Man muss sich bewusst machen, dass es sich hierbei um das Geld der Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt handelt, die dieses hart erarbeiten mussten und in ihrer Mehrheit gar nicht oder nur selten ins Theater gehen. Deren Geld jetzt in dieser Form und ohne jede Kontrolle mit vollen Händen auszugeben lässt sich durch nichts rechtfertigen.”

Die Freien Demokraten hatten bereits im Sommer der Vertragsverlängerung mit Sibelius die Zustimmung verweigert. “Für uns war damals schon klar, dass es so nicht weitergehen konnte und dass angesichts der fehlenden Finanzplanung eine Verbesserung kaum zu erwarten war. Leider hat die übergroße Mehrheit der anderen Fraktionen damals, wie so oft in Bezug auf das Theater, die Augen ganz fest zu gemacht und auf irgendeine Lösung gehofft, die nicht kommen konnte. Eine politische Mitverantwortung an dem Desaster tragen diese Fraktionen daher auch”, erklärt Schneider.

Den Rücktrittsforderungen von Seiten der CDU und FWG an Kulturdezernent Egger steht man in der FDP hingegen reserviert gegenüber. “Hier versucht man sich offenbar durch ein Bauernopfer von der eigenen Verantwortung reinzuwaschen und nebenbei noch ein paar machtpolitische Ansprüche zu befriedigen”, ordnet Schneider die Forderung der Christdemokraten ein. “Es ist schon bezeichnend, wenn man über Monate und Jahre hinweg in Bezug auf das Theater im Dornröschenschlaf liegt und alles mitmacht, vom irrsinnigen Bekenntnis zum Drei-Sparten-Haus bis hin zur Vertragsverlängerung von Herrn Sibelius, und jetzt auf einmal aufsteht und mit dem Finger auf andere zeigt, anstatt Demut und Selbstkritik zu üben. Da drängt sich doch der Eindruck auf, dass man jetzt vor allem die Chance sieht, mithilfe des grünen Koalitionspartners endlich einen zweiten CDU-Dezernenten installieren zu können.”

Dennoch fordert auch die FDP Aufklärung über die Vorgänge und die klare Benennung von Verantwortlichkeiten. “Dies ist jetzt die Hauptaufgabe von Thomas Egger und seinen Mitarbeitern im Dezernat und im Theater. Wir erwarten ganz klar, dass wir zeitnah detailliert und nachvollziehbar dargestellt bekommen, inwiefern hier Einzelpersonen Verantwortung tragen und wo es systemische Fehler gab und gibt. Abhängig von dieser Analyse muss dann darüber gesprochen werden, ob eine vorzeitige Neubesetzung an der Spitze des Dezernates III notwendig ist. Wir erwarten allerdings, sollte es entsprechende Verfehlungen von Seiten Thomas Eggers geben, dass er nicht den Stadtrat dazu zwingt zu handeln, sondern gegebenenfalls selbst die Konsequenzen zieht”, so Schneider. (tr/et)


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Erstellt am Autor trier reporter in Die Reporter-Meldungen, Dossier Theater, Featured 3 Kommentare

3 Kommentare zu Theater Trier – FDP für Trennung von Sibelius

  1. Peter Johannes Becker

    Haben Sie noch Vertrauen in die Arbeit von Herrn Egger?
    Das sollten sich die Verantwortlichen im Rathaus einmal fragen – auch die FDP hat immer schön zugestimmt und dem Herrn die Stange gehalten. Dies soll und muß jetzt zu Ende sein.
    Lieber ein Ende mit Schrecken- als ein Schrecken ohne Ende!

     
  2. Peter Buggenum

    Zitat: ” Den Rücktrittsforderungen von Seiten der CDU und FWG an Kulturdezernent Egger steht man in der FDP hingegen reserviert gegenüber. “Hier versucht man sich offenbar durch ein Bauernopfer von der eigenen Verantwortung reinzuwaschen und nebenbei noch ein paar machtpolitische Ansprüche zu befriedigen”, ordnet Schneider die Forderung der Christdemokraten ein. ”

    Ist das ihr Ernst ??????

     
  3. Marina Burmeister

    Dieser Herr Egger ist empörend! Hat er nicht die Führungsaufsicht über das Theater, über Herrn Sibelius und auch über die Etats. Dessen Beamtenkarriere müsste nun zu Ende sein.

     

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