Theater Trier – Frisch kritisiert Müller-Aussage

AfD-Chef Michael Frisch.

AfD-Chef Michael Frisch.

TRIER. Der Trierer AfD-Chef Michael Frisch kritisiert den Verwaltungsdirektor des Trierer Theaters, Herbert Müller. Müller hatte die Abfindung von 300.000 Euro für Intendant Karl Sibelius auch damit begründet, gegenüber dem Sommer habe man der Stadt Geld gespart. Für Frisch ist das “eine bemerkenswerte Verdrehung der Tatsachen”. “Die von Herrn Müller vorgetragene Beschreibung der Abläufe lässt die Versäumnisse der Vergangenheit ganz einfach außer acht und bewertet nur den status quo. Dabei hätte man mehrfach die Gelegenheit gehabt, Herrn Sibelius die Möglichkeit einer ordentlichen Kündigung in den Vertrag zu schreiben”, so Frisch.

Nachdem Sibelius bereits an seiner früheren Wirkungsstätte Eggenfelden für eine erhebliche Budgetüberschreitung verantwortlich war, wäre diese Vertragsklausel zwingend notwendig gewesen. “Bei einer solchen Vertragsgestaltung wäre eine Kündigung nach vorheriger Abmahnung vermutlich ohne jede Abfindungszahlung möglich gewesen. Allein, Ratsmehrheit und Verwaltung haben es versäumt, hier die erforderlichen Sicherungen einzubauen. Die Folgen sind bekannt und jetzt in der Tat nicht mehr abzuwenden: ein Millionenschaden für den Steuerzahler, mehrere hunderttausend Euro ‘goldener Handschlag’ für den Ex-Intendanten”, so Frisch.

Dass man sich jetzt auch noch für die Begrenzung eines Schadens feiern lasse, den man selbst angerichtet hat, “ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Glauben wird das allerdings niemand. Fakt ist: Man wollte Herrn Sibelius um jeden Preis, hat alle Warnsignale deshalb ignoriert, fehlerhafte Verträge abgeschlossen, Ausstiegsmöglichkeiten nicht genutzt und Aufsichtspflichten grob vernachlässigt. Als die Katastrophe schließlich nicht mehr zu aufzuhalten war und es auch nichts mehr zu beschönigen gab, hat man in aller Eile einen teuren Vergleich geschlossen, der einem der Hauptverantwortlichen für das Millionendesaster fast 90 Prozent seines noch zu erwartenden Netto-Einkommens für jahreslanges Nichtstun beschert. Mögen die Steuerzahler bluten, Hauptsache die leidige und für die Ratsmehrheit in höchstem Maße schädliche politische Diskussion findet ein rasches Ende”, kritisiert der Landtagsabgeordnete die Vorgehensweise.

“Sich angesichts solch skandalösen Versäumnisse den Bürgern auch noch als Retter in einer angeblich alternativlosen, quasi schicksalhaften Situation zu präsentieren, setzt dem Ganzen die Krone auf. Die Trierer werden wissen, was sie von solchen Legenden und ihren Erfindern zu halten haben”, so Frisch. (tr)


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Erstellt am Autor trier reporter in Die Reporter-Meldungen, Dossier Theater, Featured 7 Kommentare

7 Kommentare zu Theater Trier – Frisch kritisiert Müller-Aussage

  1. Matthias

    Mit verdrehten Tatsachen kennt Frisch sich ja bestens aus.

     
    • Misery

      Was tut Ihr Kommentar zur Sache, dass Herr Frisch auch schon mal Tatsachen verdreht habe. Es geht hier nicht um Herr Frisch nebst politischen Anhang sondern um grauenhafte Fakten eines Politikversagen und Vera….schens der Bürger.

       
  2. Hubert Hansen

    @Matthias irgendwie verstehe ich nicht was Sie damit sagen wollen. Inhaltlich hat Herr Frisch doch Recht mit dem was er sagt. In jeder “vernünftig” geführten Firma haben Sie normalerweise eine vereinbarte Probezeit und wenn Sie ehrlich die ganze Geschichte um das Theater in Trier betrachten wurde dort auf ganzer Ebene versagt.
    Vom scheinbar in finanziellen Dingen unfähigen Indendanten bis hin zum Controlling des Ganzen durch die Vorgesetzten.
    Wäre vielleicht noch interessant zu sehen ob die normalen Arbeitsverträge der Stadtangestellten genauso dilettantisch aufgesetzt sind.
    Oder wie es in Trier heißt “mit den großen Hunden pissen gehen aber das Bein nicht hochbekommen”.

    Als Aufarbeitung des Ganzen, müsste man eigentlich dauerhaft im Theater nur noch ein Stück – des Kaisers neue Kleider – aufführen.

     
  3. Kevin

    Herr Frisch hätte seine arbeitsrechtliche Expertise der Verwaltung, dem Stadtrat und der Öffentlichkeit vor Vertragsabschluss mitteilen sollen – wenn er es überhaupt gekonnt hätte.

    Nachher ist man immer schlauer. Das gilt auch für Herrn Frisch.

     
    • Stephan Jäger

      Man mag über die AfD im Allgemeinen und Herrn Frisch im Speziellen denken, was man möchte. Wenn es irgendjemanden gab, der in diesem ganzen Trauerspiel EBEN NICHT erst „nachher schlauer“ war, dann war es die Trierer AfD. Sowas muss man bei allem „Man muss ganz schnell sagen, dass es scheiße ist, wenn die AfD irgendwas sagt!“ doch auch einfach mal zugeben können.

      Dass er, und vielleicht noch die FDP, damit lange Zeit die Rufer in der Wüste waren und sich nicht durchsetzen konnten, ändert ja daran nichts.

       
    • Misery

      Gewarnt wurde nicht nur von Herrn Frisch sondern von zahlreichen BürgerInnen und KennerInnen der vorausgegangenen wirtschaftlichen “Erfolge” des Herrn KMS. Man war auch seitens der Stadt vorher schlauer, alles andere sind Schutzbehauptungen.

       
  4. Michael Frisch

    @Kevin: Erstens ist das, was Sie fordern, natürlich passiert. Und zweitens wusste der zuständige Dezernent als Jurist, worauf es bei einem solchen Vertrag ankommt. Außerdem gibt es ein Rechtsamt der Stadt Trier mit ausgewiesenen Experten. Insofern liegt die Veranwortung für Versäumnisse bei den Vertragsabschlüssen bzw. Verlängerungen allein bei der Stadt und den Ratsfraktionen, die die Warnungen ignoriert haben.

     

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