Theater Trier – “Reiner Schaufensterantrag”

FDP-Chef Tobias Schneider. Foto: Rolf Lorig

TRIER. Der Stadtrat hat am Montagabend mit der großen Mehrheit von 46 Nein-Stimmen den Antrag der AfD-Fraktion (wir berichteten vorab), Verhandlungen mit der Landesregierung über die Umwandlung des Trierer Theaters in ein Staatstheater zu führen, abgelehnt. FDP-Chef Tobias Schneider warf der AfD vor, sie habe “wieder einmal einen reinen Schaufensterantrag gestellt”. AfD-Chef Michael Frisch verteidigte den Vorstoß seiner Fraktion mit dem Hinweis auf die “dringend notwendige Kostenreduzierung beim Theater”.

Frisch ging vor allem mit den großen Fraktionen von CDU und SPD hart ins Gericht. “Sie halten nur am Status Quo fest”, kritisierte der AfD-Chef die Kulturpolitik von Christ- und Sozialdemokraten. “Eigene Ideen, wie die Kosten des Theaters reduziert werden können, kommen von Ihnen nicht.” Damit gefährde die Mehrheit des Rates die Existenz des Kulturhauses.

Schneider warf der AfD als Sprecher der fraktionsübergreifenden Mehrheitskoalition hingegen vor, der Antrag gehöre zunächst einmal in den Landtag und nicht in den Stadtrat. An Frisch gewandt sagte der FDP-Chef ferner: “Mit ihrem Antrag sind Sie im Establishment der von Ihnen so kritisierten Altparteien angekommen.” Nicht Schaufensteranträge wie jene der AfD, sondern nur Strukturreformen könnten das Theater im Bestand retten. Die FDP setzt sich seit Jahren für strukturelle Veränderungen am Trierer Kulturhaus ein. (et)


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Erstellt am Autor Eric Thielen in Die Reporter-Meldungen, Featured 3 Kommentare

3 Kommentare zu Theater Trier – “Reiner Schaufensterantrag”

  1. eifelgirl

    Man hat das Gefühl, daß Anträge nur abgelehnt werden weil sie von der AfD kommen oder täusche ich ich so?

     
  2. Trierboy

    ja, da täuschen sie sich so! Die werden abgelehnt weil es, wie schon beschrieben “Schaufensteranträge” sind und null Substanz oder Sinn haben!

     
  3. Sascha

    Ein Antrag der AfD um eine Strukturdebatte überhaupt erst ans laufen zu bekommen wurde vor einigen Monaten auch abgelehnt.
    http://www.trier-reporter.de/live-ticker-test-fuer-live-ticker/
    Ohne diese Grundsatzdebatte Drei-Sparten-Haus kann es beim Theater keinen Schritt vorwärts gehen.

     

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