Theater Trier – “Schluss mit der Traumtänzerei”

FDP-Chef Schneider fordert erneut, wie bereits im reporter-Interview Ende Juni, eine umfassende Strukturreform.

FDP-Chef Schneider fordert erneut, wie bereits im reporter-Interview Ende Juni, eine umfassende Strukturreform.

TRIER. Die geplante Sanierung des Trierer Theaters wird in der preiswertesten Variante immer noch 55 Millionen Euro kosten − ohne die vorgesehenen Kammerspiele an der Hinderburgstraße. In den teuersten Varianten werden sich die Kosten auf bis zu 100 Millionen steigern. “Wenn sich diese Zahlen als wahr herausstellen, kann das Theater Trier den Drei-Sparten Betrieb so nicht mehr fortführen. Die Kosten für Sanierung oder Neubau eines Drei-Sparten-Hauses sind astronomisch hoch”, konstatiert Tobias Schneider, Kreis- und Fraktionsvorsitzender der Trierer FDP. “Ein Weiter-so unter diesen Belastungen für die Steuerzahler kann und darf es nicht geben.” Nun fordern die Liberalen erneut − wie jüngst auch die Freien Wähler (FWG) − eine umfassende Strukturreform am Theater. Schneider hatte sich bereits Ende Juni im reporter-Interview für die offene Debatte über die Zukunft des Kulturhauses starkgemacht.

“Schon seit langem fordern wir, meist allein auf weiter Flur, endlich die Realitäten rund um das Theater anzuerkennen. Angesichts klammer Stadtkassen sowie der Schuldenbremse auf Landesebene muss endlich mit wirtschaftlicher Vernunft über das Thema zu gesprochen werden. Leider hat sich eine überwältigende Mehrheit im Stadtrat viel zu lange unberechtigten Hoffnungen und Wünschen hingegeben. Mit dieser Traumtänzerei muss spätestens jetzt Schluss sein,” kritisiert Schneider.


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“Bereits 2013 haben wir uns als einzige Fraktion gegen die Aufrechterhaltung des Drei- Sparten-Theaters ausgesprochen, wohlwissend, dass ein Weiterbetrieb so nicht finanzierbar ist”, blickt der Liberale zurück. “Das Ziel war jedoch nie eine Schließung des Theaters, sondern eine teilweise Umwandlung des Hauses in ein Bespieltheater. So würde der Spielbetrieb weiterhin auf hohem Niveau aufrechterhalten werden, aber bei deutlich reduzierten Kosten. “

Die Sanierung des Hauses wird in der preiswertesten Variante immer noch 55 Millionen Euro kosten.

Die Sanierung des Hauses wird in der preiswertesten Variante immer noch 55 Millionen Euro kosten.

Immer wieder hatten die Trierer Liberalen gemahnt, das Theater auf ein wirtschaftlich stabiles Fundament zu stellen, um den zukünftigen Betrieb der erfolgreichen Sparten sicherzustellen. “Die Ratsfraktionen haben vor den offenkundigen Problemen die Augen verschlossen und offenbar gehofft, dass sich das Problem durch neues Personal und durch gebetsmühlenartige Bekenntnisse zum Drei-Sparten-Betrieb in Luft auflösen würde und dass man einen Neubau oder die Sanierung des Hauses bei vollständigem Erhalt der alten Struktur schon irgendwie stemmen könne. Dies ist jedoch nicht passiert. Jetzt wird ihnen die Rechnung hierfür präsentiert. Die FDP-Fraktion wird ohne grundsätzliche Strukturreform definitiv keinerlei Neubau- oder Sanierungsplänen zustimmen”, so Schneider.

Heute um 17 Uhr wird der Kulturhaus sich während seiner Sitzung im Theater mit dem Thema befassen. Die FDP ist, ebenso wie die AfD, im Ausschuss nicht vertreten. (tr/et)


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