Theater Trier – Zwei außer Rand und Band

Die Drama um das existenzbedrohte Theater geht auf das Konto von Sibelius und Egger. Foto: Rolf Lorig

Die Drama um das existenzbedrohte Theater geht auf das Konto von Sibelius und Egger. Foto: Rolf Lorig

TRIER. Es geht nicht mehr nur ums Geld. Es geht um Köpfe und ums Überleben. Finanzielle Luft hat das Trierer Stadttheater keine mehr. Nach reporter-Informationen kann das Kulturhaus lediglich 250.000 Euro vom neuen Millionen-Defizit selbst stemmen. Der Rest muss aus der Stadtkasse kommen. Spätestens im neuen Jahr sind alle Reserven aufgebraucht. Dann ist das Ende der bundesweit einzigartigen Finanz-Misere eines Stadttheaters, die im Mai durch die reporter-Veröffentlichung aufgedeckt wurde, endgültig erreicht. Die 220 Mitarbeiter fürchten um ihre Arbeitsplätze. Auf der Personalversammlung am Dienstag wurde die Belegschaft durch den neuen Verwaltungsdirektor Herbert Müller über die prekäre Situation informiert. Ursprünglich sollte Kulturdezernent Thomas Egger (SPD) die Mitarbeiter unterrichten. Doch der Sozialdemokrat schützte einen anderen Termin vor. Auch Intendant Karl Sibelius fehlte. Der Österreicher ist auf unbestimmte Zeit krankgeschrieben. Neben physischen Problemen soll Sibelius an einem massiven Burn-Out-Syndrom leiden. Im Theater geht kaum noch ein Mitarbeiter davon aus, dass der Mann aus Bregenz noch einmal an den Augustinerhof zurückkehrt. Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) will die Trennung vom Österreicher. Daran lässt der Stadtchef keinen Zweifel mehr. Mit Sibelius könnte aber auch Egger fallen. Denn selbst die SPD hält nach reporter-Informationen nicht mehr zwingend an ihrem Dezernenten fest. Fest steht hingegen, dass Egger sich bei der Einstellung von Sibelius und seit dessen Amtsantritt schwerwiegender Unterlassungen schuldig gemacht hat, wie reporter-Recherchen ergaben. Auch für CDU-Chef Udo Köhler ist Sibelius bereits Geschichte. “Die Sache mit ihm ist durch”, sagte Köhler am Mittwochabend gegenüber dem reporter.

Die Theater-Belegschaft hatte den Kulturdezernenten erwartet. Doch der ließ seine Mitarbeiter hängen. Statt seiner klärte Herbert Müller über die miserablen finanziellen Verhältnisse auf. Innerhalb von vier Wochen mistete der neue Verwaltungsdirektor aus. Die Aufdeckung des frischen Millionen-Defizits, das auf das Konto von Egger und Sibelius geht, ist Müllers Verdienst. Bis zu dessen Amtsantritt war Egger kommissarischer Verwaltungsdirektor. Nach reporter-Informationen war Egger sowohl von Oberbürgermeister Wolfram Leibe als auch von seiner eigenen Partei davor gewarnt worden, die Aufgabe zu übernehmen. Doch der Jurist wolle den Posten partout, um noch zu retten, was längst nicht mehr zu retten war.

Mehrere Verfehlungen

Alle Verhandlungen mit Sibelius zu dessen Einstellung führte Egger. Jetzt stellt sich nach reporter-Recherchen heraus, dass der Jurist dabei mehrere Unterlassungen beging. Die sind deshalb von Relevanz, weil Sibelius sich darauf zurückziehen kann, sollte es zu einer juristischen Auseinandersetzung zwischen ihm und der Stadt kommen. Aber auch die Ausschüsse und der Stadtrat sitzen dann in der Klemme. Bereits bei der vom Stadtrat fast einstimmig abgesegneten Verpflichtung des Österreichers beging die Stadt als Arbeitgeber unter Eggers Regie ein sogenanntes “Einstellungsverschulden”. Das ist dann gegeben, sofern die fachlichen Qualifikationen des Bewerbers auf Grundlage der Stellenausschreibung nicht ausreichend geprüft wurden, etwa durch Recherchen beim alten Arbeitgeber – wie eben im Fall von Sibelius unterlassen. So die reporter-Informationen aus dem Rathaus.

Mit der Abschaffung des Verwaltungsdirektors – ebenfalls auf Eggers Vorlage hin – kommt ein weiteres Vergehen hinzu: das sogenannte “Organisationsverschulden” des Arbeitgebers. Als der Stadtrat die Ein-Mann-Spitze mit der neuen Position des Generalintendanten genehmigte, hätte Egger als zuständiger Dezernent umgehend die Dienstordnung ändern müssen. Doch das unterließ er im Hinblick auf die AöR-Gründung, die nun jedoch auf unbestimmte Zeit ausgesetzt ist. Die alte Dienstordnung war bis zur Wiedereinstellung des Verwaltungsdirektors in Kraft. Das bedeutet: Nicht Karl Sibelius, sondern Thomas Egger ist als Dienstherr rechtlich für das Millionen-Defizit, für die Personalquerelen, für die fristlosen Entlassungen von Mitarbeitern, für Abfindungen sowie für die fehlende Budgetierung von Produktionen verantwortlich. Darauf kann Sibelius im Streitfall pochen, denn die juristischen Vorgaben sind gerade im Öffentlichen Dienst, dem der Intendant als städtischer Amtsleiter angehört, äußert restriktiv.


Zum Thema − Überleben auf Raten


Somit dürfte die Entlassung des Österreichers, der erst im Juli mit einem neuen Vier-Jahres-Vertrag bedacht wurde, wegen dienstlicher Vergehen kaum möglich sein. Allenfalls wird der Stadtvorstand den Intendanten – mit oder ohne Zustimmung des Stadtrates – unter Weiterzahlung der Bezüge freistellen und somit von seinen Aufgaben entbinden können. Sibelius’ Bruttogehalt beträgt 9.000 pro Monat. Auch diesen Vertrag hatte Egger – einschließlich der Erfolgsprämie von 12.000 Euro im Jahr – im Alleingang verhandelt. Den bis August befristeten Vertrag des Österreichers mit einem Bruttogehalt von 11.700 Euro zuzüglich 500 Euro Extra-Honorar für jeden Auftritt hatte Egger sogar ohne Kenntnis von Ausschüssen und Stadtrat abgeschlossen. Erst die reporter-Veröffentlichung des Intendanten-Vertrages von Mitte Juli führte hier zu einem Umdenken an der Spitze des Kulturdezernats.

Nach weiteren reporter-Informationen hat Leibe als Finanzdezernent bereits Rückstellungen gebildet, die die Trennung von Sibelius auch ohne sofortige Vertragsauflösung möglich machen. Auf Grundlage des gültigen Vertrages muss die Stadt selbst bei einer gütlichen Einigung in einem Arbeitsgerichtsverfahren mit einer Abfindung von mindestens 250.000 Euro für den Intendanten rechnen. Dennoch geht die Tendenz eindeutig in diese Richtung. “Sibelius hat inzwischen über zwei Millionen Euro zusätzlich verpulvert”, sagt ein Kommunalpolitiker aus dem linken Lager gegenüber dem reporter, “jetzt kommt es auf die 250.000 auch nicht mehr an, wenn wir das Theater dafür wieder konsolidieren können.”

Rücktritt abgelehnt

Will die Trennung vom Intendanten: Oberbürgermeister Wolfram Leibe. Foto: Rolf Lorig

Will die Trennung vom Intendanten: Oberbürgermeister Wolfram Leibe. Foto: Rolf Lorig

Dafür ist nun Müller zuständig. Der neue Verwaltungsdirektor hat inzwischen die komplette Regie am Theater übernommen und kehrt mit eisernem Besen aus, um das existenzbedrohte Kulturhaus und damit über 220 Arbeitsplätze zu retten. So hat Müller nach weiteren reporter-Informationen jetzt bereits von Sibelius abgeschlossene Verträge für die kommende Spielzeit 2017/2018 gekündigt, weil sie das vorgegebene Budget überschritten. Für die Umsetzung des laufenden Spielplans, der von Müller wegen der massiven Finanzkrise aktuell überarbeitet wird, zeichnet Operndirektorin Katharina John als stellvertretende Intendantin verantwortlich.

Unterstützung wird Müller demnächst von Ralf Bollig bekommen. Der Geschäftsführer der Messe- und Veranstaltungsgesellschaft (MVG) Trier (Arena) wechselt nach gesicherten reporter-Informationen spätestens zum 1. Januar als neuer Controller ins Theater. Am 6. Oktober hat Bollig die MVG-Mitarbeiter in einem Schreiben, das dem reporter vorliegt, bereits über seine Versetzung an den Augustinerhof informiert. Leibe konzentriert damit die Kräfte am angeschlagenen Kulturhaus. Denn auch bei der MVG hat der Stadtchef inzwischen die Regie übernommen und Thomas Egger – wie jüngst auch bei der ttm – entmachtet. Die Entflechtung in den Hinterlassenschaften des Parteifreundes bei MVG und Arena wird Leibes nächste große Baustelle, die es zu schließen gilt.

Egger lehnte am Mittwochabend einen Rücktritt als Dezernent kategorisch ab. “Ich will den Karren mit aus dem Dreck ziehen und nicht davon laufen”, sagte der Sozialdemokrat vor dem Kulturausschuss. Ob er die Chance dafür aber überhaupt noch bekommt, ist derzeit höchst fraglich. “Wir warten jetzt ab, wie er sich in den nächsten Tagen zu seiner Rolle positioniert und wie die Prüfungen zur rechtlichen Verantwortung für die gesamte Misere ausfallen”, betonte CDU-Chef Köhler nach der Sitzung des Ausschusses. Dann will die CDU entscheiden, ob sie einen Abwahlantrag gegen Egger einbringt. Der könnte möglicherweise auch von Eggers eigener Partei unterstützt werden. Denn die Genossen sind des eigenen Mannes ebenfalls überdrüssig. Kommt im Stadtrat eine Zweidrittelmehrheit zustande, ist nach Sibelius dann auch Egger Geschichte. (et)

Extra

Auf Druck von Oberbürgermeister Wolfram Leibe und Verwaltungsdirektor Herbert Müller hat die Stadt sich mit dem von Intendant Karl Sibelius fristlos entlassenen Opernsänger Christian Sist auf einen Vergleich geeinigt. Die Verhandlung vor dem Bühnenschiedsgericht in Frankfurt war für letzten Montag angesetzt, wurde dann jedoch abgesagt, weil Sist sich zuvor mit der Stadt verglichen hatte. Sist bestätigte die Einigung mit der Stadt gegenüber dem reporter. Über die Konditionen haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Die Abfindung für den geschassten Opernsänger dürfte jedoch in der Größenordnung von 20.000 Euro liegen. 15.000 Euro hatte Kulturdezernent Thomas Egger dem Sänger bereits nach dessen fristloser Entlassung angeboten.

Extra

Das Defizit des Theaters Trier erhöht sich außerplanmäßig um eine weitere Million Euro. Der Steuerzahlerbund (BdSt) sieht sich daher in seiner Forderung bestätigt, dass das Land Rheinland-Pfalz bei finanzieller Förderung von Theatern die effiziente und sachgerechte Verwendung kontrollieren sollte. Für das Theater Trier fordert die Steuerzahler-Organisation die Aufgabe der kostspieligen Sanierungs- und Erweiterungspläne. Nötig sei stattdessen eine geordnete Abwicklung. Ferner fordert der BdSt die Trennung von Intendant Karl Sibelius.

“Kultur ist wichtig. Aber Kulturförderung darf kein Freibrief für Erfolglosigkeit, Unwirtschaftlichkeit und Inkompetenz auf Kosten der Steuerzahler sein”, erklärt René Quante, Geschäftsführer des BdSt Rheinland-Pfalz. “Das Chaos am Theater Trier kann einen nur erschüttern. Offenbar ist die Stadt vollkommen überfordert, den Intendanten zu kontrollieren. Das demonstriert einmal mehr die Notwendigkeit, dass auch das Land Rheinland-Pfalz als Finanzier kommunale Theater mitkontrollieren muss. Wer zahlt, sollte und muss auch mitbestimmen dürfen.”

Der Steuerzahlerbund fordert die Stadt Trier auf, ernsthafte Konsequenzen zu ziehen. “Der Intendant Karl Sibelius ist eine katastrophale Fehlbesetzung und sollte gehen – je schneller, desto besser”, so Quante. “Mit einer Neubesetzung ist es aber nicht getan. Das marode, erfolglose und defizitäre Theater Trier sollte geordnet abgewickelt werden. Die teuren Sanierungs- und Erweiterungspläne, die mindestens 40 Millionen Euro kosten sollen, sollten dringend aufgegeben werden. Trier kann sich kein eigenes Theater leisten.” (tr/et)


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Erstellt am Autor Eric Thielen in Dossier Theater, Featured, Politik 39 Kommentare

39 Kommentare zu Theater Trier – Zwei außer Rand und Band

  1. Anna Majewski

    Der Steuerzahlerbund bringt es auf den Punkt und legt die von vielen geäußerte Vermutung nahe, dass gerade diese Fehlbesetzung bewußt so gewählt wurde, um sich langfristig von dem Theater in der jetzigen Form zu trennen. Da nimmt man die Abfindungen in Kauf, wenn in paar Jahren eine schöne Tiefgarage, ein weiteres Einkaufszentrum und ein Kongresshaus mit Gastspielbetrieb den Augustinerhof zieren. Leid tut es mir um die Mitarbeiter, die dann als Politessen oder ähnliches gehen müssen. Aber so könnten die Pläne sein. Auf direktem Wege wäre eine (gewünschte)Schließung nicht vermittelbar- also geht man den Weg über diesen Theaterskandal. Kann sein, dass ich daneben liege- aber vieles ist bisher eingetreten wie befürchtet.

     
    • Steuerzahler

      Trauen Sie den Stadtratsmitgliedern um Teuber, Köhler und Kleber so viel Intelligenz für einen solch komplexen Masterplan zu?

       
      • Sven Teuber

        Es ist doch schöner, wenn man so von Steuerzahler zu Steuerzahler mit Klarnamen kommuniziert und nicht einfach über Leute urteilt, ohne sein Gesicht zu zeigen.

         
  2. Peter Buggenum

    @Herr Thielen

    Vielen Dank für diesen anschaulichen Artikel!

    Der Einschätzung von René Quante kann man nur vorbehaltlos zustimmen!

     
  3. Steuerzahler

    “Sibelius hat inzwischen über zwei Millionen Euro zusätzlich verpulvert”, sagt ein Kommunalpolitiker aus dem linken Lager gegenüber dem reporter, “jetzt kommt es auf die 250.000 auch nicht mehr an”

    Wenn ich das lese, überkommt mich aus tiefstem Herzen pure Dankbarkeit.
    Dankbarkeit dafür, dass der Stadtrat diesen Herrn für zunächst 11.700 € im Monat zugelassen hat,
    Dankbarkeit dafür, dass der Stadtrat ihn dann bewußt und durch aktives Tun für 4 Jahre fest an Trier gebunden hat,
    Dankbarkeit dafür, dass wider besseres Wissen kein Kulturdezernent und ein Controller das Treiben im Theather kontrolliert hat,
    Dankbarkeit dafür, dass das damalige FDP-Mitglied aus parteipolitischen Interessen ins Amt gehoben worden ist,
    Dankbarkeit dafür, dass freiwillige Leistungen der Stadt Trier wegfallen müssen,
    Dankbarkeit dafür, dass eventuell die Stadt aus dem kommunalen Entschuldungsfond fliegt und weitere Millionen gestemmt werden müssen,
    und zuletzt:
    Dankbarkeit einfach dafür, dass sich das Thema einer millionenschweren Theatersanierung oder eines Neubaus nunmehr wohl erledigt hat.
    Was machen denn da schon 2-3 Millionen mehr oder weniger aus?

     
  4. Spekulatius

    Geht’s noch? Ich habe bisher häufig und gerne Die Linke gewählt, aber zumindest kommunal ist es damit nun vorbei. Auf welchem hohen Roß sitzt ihr, wenn ich mal fragen darf? Wessen Interessen dient ihr? Es geht doch hier nicht nur um das Millionendefizit, es geht auch darum, dass der Spielbetrieb an jetziger Stätte ohne große Investitionen nicht mehr möglich sein wird. Heißt es dann “jetzt kommt es auf die 40 Millionen Euro auch nicht mehr an, wenn wir das Theater dafür wieder konsolidieren können”?

    Setzt euch mal lieber für einen gescheiten Sozialplan für die Mitarbeiter ein – die können für die Scheiße ja nix. Im übrigen finde ich es höchst paradox, dass Charakterdarsteller scheinbar keines Charakters bedürfen.

     
    • Matthias

      Ein “Kommunalpolitiker aus dem linken Lager” muss nicht zwangsweise ein Kommunalpolitiker der Linkspartei sein. Ich wüsste niemanden aus der Linken, dem dieser Satz zuzuordnen wäre. Die Floskel “aus dem linken Lager” kann auch die Grünen, die Piraten oder auch die SPD umfassen.

       
      • Spekulatius

        Stimmt, mein Fehler. Erklärt sich wohl aus meiner subjektiven Sicht, in der ich Grüne und SPD schon lange nicht mehr links verorte, und die Piraten leider zu einem Sammelsurium aller möglichen und unmöglichen Strömungen verkommen sind.

         
  5. Dietmar Marx

    Liebe Leute, das Maß ist voll. Gibt es bei den Verantwortlichen eigentlich überhaupt noch was wie ein Gewissen oder Schamgefühl? Wenn ich mir bei meinen Arbeitgeber so was leisten würde, wäre ich schon 10mal geflogen und zu Recht. Herr Egger, werden Sie wieder Rechtsanwalt, auch wenn Sie dann keine Klienten bekommen, und Herr Sibelius, gehen zurück, ich weiß nicht wohin. Ist mir auch egal!!!

     
  6. Schniddi

    Teeren, federn u aus der Stadt jagen, Ende Gelände. Oder besser noch am Pranger in der Grabenstrasse anketten und jeder darf mal.

     
    • Rainer Landele

      yeah. genau sowas zeigt, warum die heutigen politischen prozesse ein fortschritt sind, während sie noch im kopf im mittelalter fest stecken. oder eben im wilden westen, john wayne…

       
  7. Thomas Schön

    Jede Gemeinde bekommt die Lokalpolitiker, die sie verdient … Irgendjemand muss die Herrschaften doch gewählt haben, oder? Also, Ihr Trierer, Bangemachen gilt nicht. Diese Leute aller politischen Coleur habt Ihr selbst ins Amt gehoben. Nun stellt Euch nicht so an und lebt damit. Scheinbar gibt es keine besseren Stadträte unter Euch.

     
  8. Volker Zemmer

    Die Schlsgzeile ist genial und passt wie die Fäuste auf beide Augen ?

     
    • Afd geschwurbel

      Scheint mir eher auf die eskalierende Kampagne zu passen

       
  9. Bund der Steuerzahler

    Zum Bund der Steuerzahler findet sich bei Wikipedia unter Kritik folgender Absatz:
    “Der Anspruch des Bundes der Steuerzahler, die Interessen aller Steuerzahler zu vertreten, wird von dem Politologen und SPD-Mitglied Peter Lösche als „Teil einer PR-Strategie“ bezeichnet.[8] Von der Mitgliederzusammensetzung seien im Bund vor allem mittelständische Unternehmer und Freiberufler vertreten; von der programmatischen Ausrichtung her konvergiere er mit der FDP.[8]
    Auch in einer Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung wird dargelegt, dass der BdSt kein repräsentatives Abbild der steuerzahlenden Bevölkerung darstellt. Die Mitgliederstruktur wirke sich auf die politischen Forderungen des Steuerzahlerbundes aus: schlanker Staat und niedrige Steuersätze.[17] Diese Einschätzung deckt sich mit den Erkenntnissen, die eine Studie für das Ressort Jugendarbeit und -politik im Vorstand der IG Metall bereits ein halbes Jahr vorher gewonnen hatte.[18] Wolfgang Lieb (SPD) bezeichnet die Studien des BdSt als „sozialstaatsfeindlich“[19], Kai Eicker-Wolf und Patrick Schreiner werfen dem Bund vor mit dem Namen „Etikettenschwindel“ zu betreiben[20], Karl Weiss warf in der Berliner Umschau dem Bund im April 2010 Manipulation von Statistiken vor.[21]
    Peter Lösche kritisiert auch eine Kooperation mit der Hamburg-Mannheimer Versicherung sowie die Höhe der Gehälter des ehemaligen Präsidenten Karl Heinz Däke: Durch Aufsplitterung in drei verschiedene Gehälter (als Präsident des Bundesverbandes, als Präsident des Karl-Bräuer-Instituts und als Vorstandsmitglied des Bundes der Steuerzahler in NRW) verschleiere Däke sein Gesamteinkommen in Höhe von 187 000 Euro.[22]
    Zudem konstruiere der BdSt laut Thomas Trares volkswirtschaftlich ungebräuchliche Kenngrößen, mit denen er eine möglichst große Steuerbelastung suggeriere.[23]
    Der Spiegel warf dem Steuerzahlerbund vor, dass von ihm „angeprangerte Skandale sich allzu oft eher als Skandälchen herausstellten, die zudem aus Rechnungshofberichten abgeschrieben worden waren“”

     
  10. Protestant

    Bürger haften für ihre Politiker …

    (Fast) ALLE waren wieder beteiligt – solange es in dieser Scheindemokratie keine Politikerhaftung gibt, wird sich nicht nur nichts ändern, es wird immer schlimmer werden.

     
    • Rainer Landele

      und wie sieht ihre nicht-scheindemokratie aus? wie soll da die legitimation von entscheidungen und die verantwortlichkeit aussehen?

       
    • Rainer Landele

      nachtrag: politikerhaftung sieht so aus, dass man nicht wieder gewählt wird. außer, man war/wurde kriminell. also, wenn sie von politikerhaftung schwadronieren, was meinen sie? nürnberg 2.0 oder wie?

       
      • Afd geschwurbel

        Die Politikerhaftung ist so AfD-Geschwurbel. Kann aber real kaum funktionieren. Wer geht noch ehrenamtlich in die Politik , wenn sie für jede Entscheidung persönlich haften müssten? (Wobei auch Nicht-Entscheidungen Entscheidungen sind).

        Auch Unternehmer sind übrigens dich die geschickte Wahl der Unternehmensform davor geschützt mit ihrem ganzen Privatvermögen zu haften. Strafe ist bei Politikern die Abwahl, bei Unternehmern die Pleite.

         
  11. derbeobachter

    Es ist wirklich ein provinzielles Possenspiel sondergleichen. Einige haben es so von Anfang an kommen sehen. Das sind die Hetzer, die Schwarzmaler, die, die nicht offen für das Neue sind. Aber es gibt doch einen gesunden Menschenverstand. Und der sagte mir, dass die Trierer Kommunalpolitik zu naiv und Herr Sibelius zu sehr Selbstdarsteller ist, als dass dieses Experiment hätte gelingen können. Aber das im Sommer, nach allem was bekannt war auch noch der Vertrag verlängert wurde und Egger Sibelius bis zuletzt nicht über die Schulter schaute ist das Tüpfelchen auf dem I. Der sensible Künstler ist jetzt wo es ans Eingemachte geht von der Bildfläche verschwunden – er darf sich ja dann noch einige Jahre auf ein bedingungsloses Einkommen aus Trier freuen. Unfassbar!

     
    • Anna Majewski

      Er ist dank geschickter Strategie ganz oben angekommen in der staatlichen Vollversorgung und der Rest wird eingeklagt. Lief doch bestens für ihn. Ein gewisser Bühnenanwalt aus … verdient sich in Trier seit einiger Zeit ne goldene Nase. Kein Wort vom Ex Generalintendanten zu persönlicher Verantwortung, Fürsorge für seine Mitarbeiter usw.Ist das sein Verständnis von Transparenz und selbst propagierter Fairness? Er steht unter Burn-Out Schutz, dafür hat doch jeder Verständnis, nicht wahr?

       
    • Kruemel

      Zitat “Aber das im Sommer, nach allem was bekannt war auch noch der Vertrag verlängert wurde und Egger Sibelius bis zuletzt nicht über die Schulter schaute ist das Tüpfelchen auf dem I.”

      Das ist der Punkt, nicht mehr und nicht weniger.

      Aber was kümmert die verantwortlichen Herren und Damen schon die Steuergelder die jetzt dafür verpulvert werden müssen.

       
  12. Peter Buggenum

    @ Herr Landele

    Sie schreiben: ” nachtrag: politikerhaftung sieht so aus, dass man nicht wieder gewählt wird. außer, man war/wurde kriminell. also, wenn sie von politikerhaftung schwadronieren, was meinen sie? nürnberg 2.0 oder wie? ”

    Nein, das meinen die Vorschreiber sicher nicht.Bislang können wir uns nur aufgrund der Artikel von Herrn Thielen ein Bild davon machen, was da in der Verwaltung abgelaufen ist. Sie finden es also in Ordnung, wenn der zuständige Dezernent so ein Defizit einfährt und sich weigert, die Konsequenzen aus seinem Fehlverhalten zu ziehen?

    Zur Haftung. Es sollte künftig unbedingt eine Haftungsklausel(z.B. bei grob nachlässigem Verhalten des Politkers) geben, das zeigt das aktuelle Beispiel. Was denken Sie denn, wie sich der zuständige Dezernent verhalten hätte, wenn er mit einer persönlichen Haftung rechnen müsste.?

    Darüber hinaus demonstriert ihre Argumentation ein grundlegendes Problem vieler Grüner. Berechtigte Kritik oder Nachfragen werden direkt mit der “Nazikeule” gekontert. “Nürnberg 2.0” ist doch wohl hier etwas übertrieben, finden Sie nicht?

    So wie sich die Sachlage anhand der veröffentlichten Artikel darstellt,bin ich sehr gespannt, was da noch alles ans Licht kommt.

     
    • Kevin

      @Herr Buggenum:

      Die eigentlich interessanten Fragen von Herrn Landele (“wie sieht ihre nicht-scheindemokratie aus? wie soll da die legitimation von entscheidungen und die verantwortlichkeit aussehen?”) haben Sie nicht beantwortet – wenn Sie sie überhaupt beantworten können.

      Das Allheilmittel “Politikerhaftung” löst die von Ihnen dargestellten Probleme nicht und schafft höchstens andere.

      Also: “Butter bei die Fisch”! Und hören Sie auf zu heulen, weil man Sie mit der “Nazikeule” touchiert habe. Eine Vorwurf dieser Art gegen Ihre Richtung habe ich bei den obeigen Kommentaren nicht lesen können und kenne diese Wehleidigkeit eigentlich nur von AfD-Anhängern und nicht von dem mutigen, anonymen (?) Kommentarschreiben “Peter Buggenum”.

       
    • Rainer Landele

      wenn ich das fiasko, das die “zwei außer rand und band” da angerichtet haben, in ordnung fände, wäre ich wohl ein idiot.

       
    • Rainer Landele

      direkt die nazikeule? ich möchte wissen, was politkerhaftung meint. und, falls sie es nicht wissen, “nürnberg 2.0” ist eben keine erfindung von mir, sondern eine der rechten. wo politikern (u.a.!) gedroht wird, sie in haftung zu nehmen, sobald “das volk” ™(c) endlich wieder die macht übernommen hat, denn die habe sie jetzt eben nicht, in unserer angeblichen scheindemokratie. also, paßt doch wie die faust aufs auge, oder?

       
  13. GmbH & Co KG

    Meinen Sie, es will dann noch jemand Politik machen, wenn er mit seinem Gelf für Fehlentscheidungen haftet – der gerne bemühte Vergleich zur Wrtschaft ist nicht zutreffend, da es hier Unternehmensformen gibt, die eben keine private Haftung vorsehen [sonst würde auch niemand ein Unternehmen gründen, wenn er für alle Verluste bei einer Insolvenz gerade stehen muss].

     
  14. meyer

    Die gesamte Stadtverwaltung rührt die Suppe immer und immer wieder.
    Und wenn diejenigen, die die Suppe rühren blind,arrogant, nicht persönlich in die Verantwortung genommen werden, können niemals
    die passenden und richtigen Zutaten in die Suppe gelangen und sie geniessbar werden lassen.
    ” Unter Blinden ist der Einäugige König ”
    ” Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus”
    Es ist unser Geld, was da verschleudert wird.
    Aber ihre Gehälter laufen weiter.
    Welch ein Unsinn – kaum zu fassen.

     
  15. Amelie Quint

    Ich möchte hier einfach mal ein großes Kompliment loswerden. Ich habe in den letzten Monaten die Berichte zum Theater sehr genau verfolgt. Deswegen geht mein Dank und mein Lob an den Trier-Reporter, ohne den alle diese Schweinereien nie und nimmer aufgedeckt worden wären.
    Eingestehen muss ich, dass auch ich bei einigen Berichten (und vor allem Kommentaren) zusammengezuckt bin wegen ihrer Heftigkeit. Letztenendes hat sich aber alles als wahr herausgestellt und ich habe nie gesehen (oder gelesen), dass der Trier-Reporter sich korrigieren musste; im Gegenteil wurden die Fakten von der Realität manchmal sogar noch überboten.
    Als die ersten Bericht kamen (und ich so auf die Seite erst gestoßen bin), habe ich gedacht, dass kann alles nicht wahr sein. Jetzt sind wir alle eines Besseren belehrt. Unsere große Tageszeitung hat sich dabei bis auf die Knochen blamiert.

     
    • Volker Zemmer

      Das kann ich nur bestätigen Frau Quint !

       
  16. Peter Buggenum

    @Frau Quint

    Insbesondere der Kommentar auf die aktuelle Tageszeitung trifft zu. Der TV sollte hier einmal nachschauen, ob da nicht ein verborgenes Talent für das eigene Blatt schlummert!

     
    • Rainer Landele

      m.w. war dieses “talent” bereits beim TV beschäftigt.

      nun, persönliche animositäten erklären vielleicht den ton, ändern aber nix daran, dass die karre komplett in den dreck gefahren wurde.

       
  17. Georg Glasen

    Egger ein Bauernopfern, Herr Schneider, der „jetzt“ (jetzt endlich?!) den Karren aus dem Dreck ziehen will?! Antikenfestspiele, Brot&Spiele, Wirtschaftsdezernat, TTM GmbH, Feuerwehrstandort, Theater Trier. — Wie albern ist Ihre Presseerklärung. Schützen Sie Ihren alten Vorsitzenden? — Aufwachen. Es reicht!

     
  18. Marco Berweiler

    Herr Scheider wird mehr als froh sein, dass Egger kein FDP-Mitglied mehr ist …

     
  19. Theater ade

    Super Berichterstattung – nur wir werden am Ende entweder gar kein Theater mehr oder nur noch eine langweilige Provinzbühne mit Bespieltheater haben. Das Sibeliustheater war wohl nur ein Sommernachtstraum.

     
  20. Peter Johannes Becker

    Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

    Herrn Egger wünsche ich die Einsicht und den Mut, von seinem Amt zurück zutreten, bevor er von der Trierer-Bürgerschaft aus dem Rathaus gejagd wird!

    Schade um das viele Geld – was hätte damit alles gestaltet werden können.

     
  21. Olaf Melchior

    Herr Egger hat sich nahtlos in die rote Steuerverschwendung (Nürburgring, Hahn) eingepasst. Er passt hervorragend in diese Partei.

     
    • Marco Berweiler

      dafür steht dann wohl auch das “S” …

      Es ist absolut unfassbar, es ist erschreckend, wie zwei Leute das Theater bzw. bei Egger auch andere Vorhaben derartig an die Wand fahren, dass Trier fast zur Lachnummer wird, sofern es nicht schon so ist.

      Das Schlimme ist ja, dass die Millionen, die nun noch zusätzlich ins Theater gepumpt werden, an anderen Stellen leider entsprechend fehlen werden.

      Vom Neubau des Theaters muss man gar nicht mehr träumen, selbst eine große Sanierung hat mittlerweile etliche Fragezeichen .. zu Recht !

      Das Theater in der jetzigen Form und Größe ist tot, hier bedarf es überzeugender und fachlich fundierter Konzepte, welches Theater Trier die nächsten Jahrzehnte überhaupt benötigt bzw. sich Trier dauerhaft überhaupt leisten kann und leisten will.

      Es ist ja nicht so, dass es außer im Theater keinerlei Kultur in Trier gäbe. Außerdem wird in 10, 20, 30 Jahre mit Sicherheit eine andere Art Kultur gewünscht (wenn überhaupt) als dies heute der Fall ist.

      Man muss bedenken, dass auch ohne die Budget-Überschreitungen der Theater-Etat bei jährlich ca. 15.000.000 EUR liegt.

      Das muss man dann mal im Verhältnis zu den Zuschauerzahlen setzen …

       
  22. Hans Maier

    Es geht ihm auch nicht darum den Karren aus dem Dreck zu ziehen, sondern nur darum, diese Amtszeit zu überstehen, damit schon mal ein Teil der nicht verdienten Pension gesichert ist. Egoismus pur.
    Die Leute, die er meint nicht alleine zu lassen, würden das locker ohne ihn schaffen.
    Zum Thema Amtshaftung: er ist gewählt worden, um ein Dezernat zu leiten. Zur Leitung gehört auch Kontrolle. Er hat nichts gemacht, oder was hat er die ganze Zeit gemacht?

     

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