Theaterbilanz nicht so negativ wie befürchtet

Als gewählter Intendant war Manfred Langner zum ersten Mal zu Gast im Kulturausschuss. Foto: Rolf Lorig

TRIER. Diesmal waren sich die kulturpolitischen Sprecher von CDU, SPD und UBT einig: Die Zuschauerbilanz der Spielzeit 2016/2017 ist nicht so katastrophal ausgefallen, wie man befürchtet hatte. Mehr noch: Die aktuelle Entwicklung bei der Anzahl der Abonnenten gibt Anlass zur Hoffnung.

Mittwochabend, Sitzungsraum in der Stadtbibliothek Trier. Der Kulturausschuss des Stadtrates tagt. Vier Punkte stehen im öffentlichen Teil auf der Tagesordnung, drei weitere im nichtöffentlichen Bereich. Unter Punkt 4 der Tagesordnungspunkt, der etlichen Ausschussmitgliedern im Vorfeld Bauchgrimmen beschert hatte: ‟Sachstand Theater Trier‟. Vom aktuellen Leitungsteam sind Waltraud Körver (Tanz) und Chefdisponent Marius Klein-Klute in den Ausschuss gekommen. Mit dabei aber auch der im Juni gewählte neue Intendant Manfred Langner, der sein neues Amt erst im Sommer 2018 antreten wird. Für die Ausschussmitglieder hat er gleich eine Überraschung mitgebracht. Doch dazu später.

Kulturdezernent Thomas Schmitt steht die Erleichterung förmlich im Gesicht, als er die aktuellen Zuschauerzahlen bekannt gibt. Danach besuchten 73.294 Zuschauer theatereigene Produktionen auf eigenen Spielstätten. Die Befürchtung, dass die Zahl 70.000 unterschritten werden könnte, ist damit glücklicherweise nicht eingetroffen.

Positiver noch gestaltet sich die Zahl bei der Gesamtsumme, die eigene Produktionen und Gastspiele beinhaltet. Hier kommt die Statistik auf 85.748 Besucher. In der davor liegenden Spielzeit waren es laut Schmitt noch 87.252 gewesen. Und damit genau 1782 Besucher mehr.

Eine Auslastung von 100 Prozent hatte das musikalische Märchen ‟Der Froschkönig‟ beim Kinder- und Jugendtheater erreicht – aufgeführt im Studio. Bei der Oper erreichte die Tango Operita ‟Maria de Buenos Aires‟ eine Auslastung von 96,69 Prozent – allerdings im Kasino auf dem Kornmarkt. Aber immerhin waren es 965 Besucher, die zu diesen Aufführungen kamen.

Im Großen Haus mobilisierte die Benjamin Britten-Oper ‟A Midsummer Night’s Dream‟ 2.625 Besucher, die Auslastung lag damit bei 52,75 Prozent. Noch mehr Zuschauer zog im Bereich der Operette ‟Im weißen Rössl‟ – hier kamen 4754 Gäste und damit lag die Auslastung bei 69,48 Prozent.

Im Bereich des Musicals waren ‟Cabaret‟ und ‟Lola Blau‟ die Zuschauermagneten, beim Schauspiel ‟Terror – Gerichtsdrama von Ferdinand von Schirrach‟ und ‟Happy Hour‟. Gut 10.000 Besucher kamen zu 25 Konzerten und führten dadurch zu einer Auslastung von 89 Prozent.

Hoffnungsvoll, dass man das Tal der Tränen durchschritten haben könnte, zeigt sich der Dezernent angesichts des steigenden Interesses bei den Abozahlen. Hier seien bereits 1582 verkauft und damit liege man schon deutlich über der Zahl des Vorjahres, die er mit 1318 beziffert.

Alle Hoffnungen konzentrieren sich im Augenblick auf den kommenden Intendanten, der sich aber dem Ausschuss gegenüber zurückhaltend zeigt. Er sei noch bei den Überlegungen und Planungen für seine Spielzeit, wolle zu diesem frühen Zeitpunkt aber noch keine großen Versprechungen machen und schon gar keine Hoffnungen wecken, die am Ende nicht eingehalten werden könnten. Etwas Handfestes hat er dann doch im Gepäck: Einen Projektzuschuss in Höhe von 350.000 Euro, verteilt auf drei Jahre. Damit will er über Schulen und interkulturelle Arbeit musikalische Jugendliche mit dem Orchester zusammenführen mit der Zielsetzung, ein Werk zu erarbeiten. 64 Orchester hätten sich um diese Mittel beworben, ‟wir gehören zu den Auserwählten‟ so Langner. (rl)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Kultur 1 Kommentar

Kommentar zu Theaterbilanz nicht so negativ wie befürchtet

  1. Anna Majewski

    Das macht wirklich Hoffnung auf einen Neustart in Trier. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft werden vor lauter Euphorie hoffentlich nicht gleich eingestellt, denn nur so kann man die Theater-Beinahe-Vernichter Eggert und den österreichischen Versager zur Rechenschaft ziehen.

     

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