Thema “Weißhaus“ noch nicht abgeschlossen

Hoch über der Mosel auf dem roten Felsen: Das Weißhaus im Dornröschenschlaf. Foto: Rolf Lorig

Hoch über der Mosel auf dem roten Felsen: Das Weißhaus im Dornröschenschlaf. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Wie geht es mit dem Weißhaus weiter? Gerade hat der Bauausschuss der Stadt Trier für weitere Untersuchungen und die Erstellung eines Konzeptes zusätzliche Mittel bewilligt.

Eine der schönsten gastronomischen Adressen befindet sich seit Januar 2015 im Dornröschenschlaf: Das Weißhaus. Zum Ende des Jahres 2014 hatte sich das Pächter-Ehepaar Adamkiewicz aus Altersgründen aus der Gastroszene zurückgezogen und war in den wohlverdienten Ruhestand getreten. Seitdem ruht auf dem roten Felsen der Betrieb.

Damals war die Stadtverwaltung noch davon ausgegangen, dass die Pause nicht allzu lange ausfallen würde. In einem Gespräch mit dem reporter hatte Rathaus-Sprecher Ralf Frühauf mitgeteilt, dass die Stadt das Haus zunächst einmal genau unter die Lupe nehmen und dabei vor allem die aktuelle Bausubstanz prüfen werde. Eventuelle Schäden sollten behoben, notwendige Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Der Restaurant-Betrieb solle nach einer Pause wieder aufgenommen werden. Und: Es gebe bereits einige Interessenten für die Weiterführung des Betriebes.

Seitdem ist es ruhig geworden um das Weißhaus, das sich seit April 2014 komplett im Besitz der Stadt befindet. Erst vor wenigen Monaten, im Februar, hatte der reporter wegen dieses Themas nochmals bei der Stadt nachgefragt. Doch da hatte die Stadt andere Prioritäten: Sporthallen, Schulen, die Unterbringung von Flüchtlingen. Und das Weißhaus? Rein theoretisch, sagte Dr. Hans-Günther Lanfer vom städtischen Presseamt gegenüber dem reporter, sei fast alles möglich – vom Verkauf über die Verpachtung bis hin zur Überlassung in Erbpacht.

Das Weißhaus hat schon bessere Tage erlebt...

Das Weißhaus hat schon bessere Tage erlebt…

Immerhin lag zu diesem Zeitpunkt das Ergebnis der von Frühauf angekündigten Untersuchung vor: Für die Wiederinbetriebnahme wären laut einer Grobplanung Investitionen von knapp drei Millionen Euro erforderlich. Zur Ermittlung der genauen Summen bedarf es aber einer Feinplanung, deren Kosten in Höhe von 59.000 Euro der Bauausschuss nun einstimmig bewilligte.

Grundsätzliche, zur Sicherung des Gebäudes unabdingbare Arbeiten wurden zwischenzeitlich ausgeführt, das Dach ist dicht und eine Heizung sorgte im Winter für die Vermeidung von Frostschäden. Doch damit ist das Thema Weißhaus noch lange nicht abgeschlossen. Einigkeit besteht darüber, dass man mit den weiterführenden Arbeiten erst dann beginnen wird, wenn auch  klar ist, wer das Objekt künftig in welcher Form betreiben will. Das betrifft die Energiesanierung ebenso wie eine mögliche Erneuerung des Inventars, das mit zusätzlich hohem Geldaufwand auf den aktuellen Stand der Gastronomie gebracht werden muss.

Und noch einen Punkt gibt es zu klären: In der Vergangenheit gab es zwar bereits einige Interessenten, die einen Weiterbetrieb des Restaurants offenbar mit einem Hotelbetrieb verbinden wollten. Doch ist es möglich und sinnvoll, an dieser Stelle ein neues Hotel zu bauen? Passt ein Hotel an diesen Platz und inwieweit würde es die Optik verändern? Und wie hoch wären in diesem Fall die dann entstehenden Kosten?

Fragen gibt es in Sachen Weißhaus zuhauf. Auf die Antworten darf man schon jetzt gespannt sein. (rl)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Politik 1 Kommentar

Kommentar zu Thema “Weißhaus“ noch nicht abgeschlossen

  1. F.Möhn

    Betriebswirtschaftlich sinnvoll ist nur die Erweiterung zum Hotel, allein durch ein Restaurant wird kein Pächter zu finden sein.

     

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