Tomczyk: Ausflüchte statt klarer Worte

OB Wolfram Leibe und Sportdezernent Andreas Ludwig danken Manfred Kronenburg für sein langjähriges Engagement im Motorsport.

OB Wolfram Leibe und Sportdezernent Andreas Ludwig danken Manfred Kronenburg für sein langjähriges Engagement im Motorsport.

TRIER. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage war der Frankenturm in Trier Gastgeber für die ADAC Rallye Deutschland. Nach der Pressekonferenz mit einigen Rallyestars am vergangenen Dienstag stand am Freitag Manfred Kronenburg im Mittelpunkt. Der Abschnittsleiter Trier wurde für seine Verdienste um die Rallye geehrt. Nicht vom ADAC – von der Stadt. Die Feierstunde nutzte Triers OB Wolfram Leibe aber auch zu einer Abrechnung mit dem Namensgeber der Rallye, die nach 16 Jahren ins Saarland umzieht. Mit einem Kommentar von Rolf Lorig

Von Willi Rausch (Text) und Rolf Lorig (Fotos)

Es gab an diesem Abend im mittelalterlichen Wohnturm im Stadtzentrum aber mehr lange als fröhliche Gesichter. Denn Leibe, der sich in seiner gut einjährigen Amtszeit bereits als tatkräftiger Verwaltungschef einen Ruf erworben hat, zeigte wieder einmal klare Kante. Der Anlass für seine Attacke auf den ADAC war der Abzug der Rallye aus Trier und die Verlegung ins Saarland – die Zielperson war ADAC-Sportchef Hermann Tomczyk.

Nach der Begrüßung der Gäste, unter ihnen auch ACAC-Präsident Dr. August Markl und viele Mitglieder des Stadtrats und der Fraktionen folgte ein Rückblick auf die Partnerschaft zwischen der Rallye und der Stadt Trier, die im Jahr 2000 begann und nun 2016 ihr Ende findet, redete Leibe Tacheles – im Ton verbindlich, aber klar in der Sache.

Mit einer Radierung bedankt sich OB Wolfram leibe bei Manfred Kronenburg.

Mit einer Radierung bedankt sich OB Wolfram leibe bei Manfred Kronenburg.

“Wir als Stadt Trier haben uns 2015 bereit erklärt, den Vertrag mit dem ADAC bis 2020 zu verlängern. Das war das eindeutige Zeichen für unser Interesse, die Rallye in Trier zu behalten. Es ist unter Partnern Normalität, dass man erst miteinander redet, bevor man eine Entscheidung trifft. Und wir haben von dieser Entscheidung, die Rallye aus Trier abzuziehen, nicht von unserem Partner erfahren, sondern über die Medien.”

Unterstützung für die Rallye war immer da

Er erinnerte an den gescheiterten ersten Versuch, aus Trier wegzugehen, als der Start der Rallye (2013) in Köln über die Bühne ging. “Sie sind nach Trier zurückgekehrt.” Er räumte auch mit den Gerüchten auf, die Stadt sei nur ein halbherziger Partner gewesen: “Sie sehen, dass hier viele Fraktionen Flagge zeigen. Die Unterstützung für die Rallye war bis zum heutigen Tag immer da. Profis gibt es auch hier, bei uns. Ich gebe zu, viele Menschen sind durch diese Veranstaltung zum ersten Mal nach Trier gekommen. Aber, auch ohne den ADAC haben wir Jahr für Jahr 4 ½ Millionen Touristen in unserer Stadt. Wir sind nicht abhängig von einem Veranstalter. Es gab schon wichtigere Ereignisse in der mehr als 2000-jährigen Geschichte Triers, als die Rallye.”

Von seiner Pauschalkritik nahm er ausdrücklich Dr. Manz vom ADAC Mittelrhein aus: “Ein toller Typ, der für die Stadt was geleistet hat. Jetzt zeigen wir, dass wir gute Verlierer sind. Als OB darf ich aber für den Stadtrat und den Stadtvorstand sagen, dass wir traurig und verletzt über die Entscheidung sind. Wir würden uns aber wünschen, wenigstens die Gründe dafür zu kennen.” Und weiter ruhig im Ton: “Für solche weitreichenden Entscheidungen ist eine andere Kommunikation erforderlich. Weil wir keine Antworten bekommen haben, gibt es zu viele Gerüchte.” Und dann “ehrte” er Hermann Tomczyk, der als ADAC-Sportpräsident den Umzug zu verantworten hat. ” Ich sage das mit einem Augenzwinkern – jetzt baut der ADAC wohl im Saarland die Porta nach. Ich habe ihnen ein Muster mitgebracht, damit ihnen der Nachbau leichter fällt, denn Baupläne gibt es nicht mehr.”

Nachdenklich verfolgen Hermann Tomczyk (links) und ADAC-Präsident August Markl Markl die Rede von Oberbürgermeister Wolfram Leibe

Nachdenklich verfolgen Hermann Tomczyk (links) und ADAC-Präsident August Markl die Rede von Oberbürgermeister Wolfram Leibe

Der angenehme Teil des Abends folgte nach den offiziellen Reden Leibes und Ludwigs. Es galt den “Botschafter Triers beim ADAC” zu ehren. Manfred Kronenburg, ein Mann mit Benzin im Blut, der über Jahrzehnte die Geschicke des Racing Team Trier (“Trierer Bergrennen”) bestimmt hatte, war von Beginn an als Mittler zwischen Stadt und Veranstalter im Einsatz. “Das war damals OB Schröer”, so Leibe, “sonst hätte Trier sich niemals als Zentrum der Rallye etablieren können.” Kronenburg habe das “großartig gemacht”, sagte Leibe, “immer sein Bestes gegeben” und fügte hinzu, auf dessen Dienste auch in Zukunft nicht verzichten zu wollen: “Ich brauche Sie für weitere Großveranstaltungen.”

Dass es gerade eine Zeichnung von der Porta Nigra war, mit der die Stadt den 68-Jährigen ehrte, ist kein Zufall. Neben vielen anderen Verdiensten, die sich Kronenburg erworben hat, kommt ihm auch das Verdienst zu, in jedem Jahr eine beeindruckende Illumination des römischen Stadttors auf die Beine gestellt zu haben.

“Die Entwicklung tut mir persönlich sehr weh”

Bei seiner kurzen Dankesrede war Kronenburg deutlich anzumerken, wie sehr ihn der Umzug der Rallye ins Saarland auch persönlich trifft. “Ich bedanke mich für die Auszeichnung und bei allen, die über die Jahre ihr Bestes gegeben haben, um diese Veranstaltung zu einem Erfolg zu machen. Wir waren immer mit Herzblut dabei und Trier war ein guter Gastgeber, das zeichnet uns aus. Die Entwicklung, die jetzt ihr Ende findet, tut mir persönlich sehr weh.”

Angetreten zur Begrüßung der ADAC-Gäste: Eine Abordnung der Stadtgarde

Angetreten zur Begrüßung der ADAC-Gäste: Eine Abordnung der Stadtgarde

Als Sportdezernent konzentrierte sich Andreas Ludwig auf die Veranstaltung an sich, verpackte aber dennoch einige kritische Anmerkungen. “Zunächst: Der Oberbürgermeister ist der Pilot, ich bin sein Co-Pilot, wir sind also ein Team. Der Rallyesport, der hier geboten wird, ist erstklassig. Ausdrücklich bedauern wir, dass es am Donnerstag einen Toten gegeben hat. Zum Glück, steht dieser Fall nicht im Zusammenhang mit dem Renngeschehen. Diese Veranstaltung ist mit großer Sorgfalt organisiert. Das Sicherheitskonzept ist exzellent, auch Natur- und Umweltschutz kommen nicht zu kurz.”

Er sei stolz, so Ludwig, “dass Trier und die Rallye so lange miteinander verbunden waren.” Er erinnerte an den Circus Maximus, eine Wertungsprüfung durch die Innenstadt, die bis 2012 im Programm war. “Solche Bilder gibt es nur in Trier, Wie auch die Porta und den Hauptmarkt als Kulisse. Das ist Weltklasse. Im Jahr 2007 hat es eine Diplomarbeit der Hochschule Trier über den Zusammenhang zwischen Motorsport und Umweltschutz gegeben. Das ist bis heute einmalig auf der Welt.”

Trier verliere das “internationalste Wochenende” im Veranstaltungskalender: “Wir haben es genossen, mit so vielen Menschen aus so vielen Ländern Kontakte zu knüpfen. Vor allem im Servicepark, diesem Boulevard des Motorsports. Jetzt bleiben uns noch zwei Tage, dann ist dieses Kapitel zu Ende.” Er schloss mit den Worten: “Der Beste möge gewinnen, es lebe der Sport!”

“Die Porta Nigra ist zum Wahrzeichen der Rallye geworden”

Mit Spannung erwarteten die geladenen Gäste nun auf die Rede von Hermann Tomczyk. Vor allem darauf, ob er die Gründe für die Verlegung des Rallyezentrums ins Saarland offenlegen würde. Um es vorweg zu nehmen – er tat es nicht. Er nannte die ADAC Rallye Deutschland “eine der größten, vielleicht die größte Sportveranstaltung in Deutschland” und müsse sehen, “wo wir herkommen”. Der jetzige Stellenwert sei “natürlich auch mit der Unterstützung der Stadt Trier” erreicht worden. Es gebe viele gemeinsame Erinnerungen und: “Die Porta Nigra ist zum Wahrzeichen der Rallye geworden.”

Es sei keineswegs so, dass man nicht mit der Stadt geredet habe, er habe dem OB sogar einen Brief geschrieben. Eine Aussage, die von Leibe sofort mit Kopfschütteln kommentiert wurde. Wie das Stadtoberhaupt später auf Nachfrage erklärte, kam dieser Brief vier Wochen nach der Entscheidung gegen Trier bei ihm an.

Ein Blick ins Publikum

Ein Blick ins Publikum

Das Warten auf die Erklärung der Gründe ging weiter. “Die Entscheidung, die wir getroffen haben, war und ist keine Entscheidung gegen Trier. Es wird nicht überall so einfach sein wie hier, unsere Konzepte durchzusetzen. Auch dank Manfred Kronenburg, der immer ein hervorragendes Bindeglied zwischen uns und der Stadt war. Aber, bedenken Sie, wie es um den Motorsport in Deutschland bestellt ist. Die Probleme mit der Formel 1 oder dem Moto GP. Wir werden den Status als WM-Lauf nur behalten, wenn wir uns weiterentwickeln. Wir als Veranstalter müssen etwas wagen, um im Kalender zu bleiben. Ich stehe in der Pflicht, ein Produkt abzuliefern, mit dem alle zufrieden sind. Wir werden einen neuen Standort haben und, auch ich sage das mit Augenzwinkern, die Porta nicht nachbauen.”

Damit endete die Rede Tomczyks und der offizielle Teil des Abends. Um die Worte des ADAC-Funktionärs richtig einordnen zu können, sei an die Begründung für den Umzug nach Köln im Jahr 2013 erinnert. Damals hieß es: “Gemeinsam mit der FIA und dem Vermarkter sind wir immer bemüht, den deutschen Lauf weiterzuentwickeln, um diesen zum Verbleib im WM-Kalender attraktiv zu gestalten.” Nur ein Jahr später war die Rallye wieder zurück in Trier.

Der Kommentar

Kein Platz für selbstherrliche Könige

Aus, Ende, vorbei. Auch wenn die ADAC Rallye Deutschland an diesem Wochenende noch zu Gast in Trier ist – für die Region und insbesondere die Stadt ist sie bereits Geschichte.

Von Rolf Lorig

Dass der ADAC Trier als Hauptstandort der Rallye Deutschland verlässt, ist sein gutes Recht. Es kommt aber sehr wohl darauf an, wie ein solches Miteinander endet. Wie man bei einer Trennung miteinander umgeht. Bei allem Wehmut der Befürworter: Wenn ADAC Sportpräsident Hermann Tomczyk beim Empfang der Stadt Trier durchblicken ließ, dass die Liebe zur Rallye in Trier nicht immer ungetrübt war, dann hatte er recht. Ja, es gab und gibt in der Bevölkerung auch Gegner. Doch das ist das Wesen einer Gesellschaft. Nicht alle finden alles gleich gut. Schwerer wog, dass insbesondere in der Amtszeit von Klaus Jensen Trier einen Oberbürgermeister hatte, der sich mit der Rallye Deutschland herzlich schwertat.

Das aber ist spätestens seit dem Amtswechsel Geschichte. Als Oberbürgermeister und Finanzdezernent weiß Wolfram Leibe, was diese Großveranstaltung für die Stadt bedeutet. Gerne hätte er sie hier an der Mosel behalten. Doch nicht um jeden Preis. Ja, es stimmt: Die Rallye Deutschland hat die Porta Nigra und damit Trier in der Welt noch ein Stück bekannter gemacht. Knapp 44 Millionen Zuschauer, die 2015 die Rallye Deutschland mit Bildern von und um Trier weltweit an den Bildschirmen verfolgt haben, sind eine klare Ansage.

Was stört, ist die Art und Weise, wie dieses langjährige Miteinander zu Ende gegangen ist. Hier haben sich der ADAC und vor allem sein Sportpräsident Hermann Tomczyk bis auf die Knochen blamiert. OB Leibe brachte es bei dem Empfang der Stadt Trier auf den Punkt: Es hätte sich gehört, dass man vorher miteinander spricht, die Gründe für den Wechsel erläutert. Das aber ist nicht geschehen. Tomczyk hatte an diesem Abend eine letzte Gelegenheit, einen eleganten Schlussstrich zu ziehen. Er hätte nur offen und frei über die Gründe sprechen müssen. Stattdessen kam von ihm nur inhaltsloses Geblubber. Und der wiederholte Hinweis, dass man in Anwesenheit der Presse nicht über alles frei sprechen könne.

‟Le Roi c’est moi”

Der Kommentar

Der Kommentar

Wie bitte? Was hat Tomczyk denn zu verstecken, was darf nicht ans Licht der Öffentlichkeit? Die Außenwirkung dieses Mannes ist katastrophal: ‟Le Roi c’est moi – Der König bin ich!” Tomczyk ist ein Fossil aus einer zum Glück vergangenen Zeit. Wenn der Mann glaubt, die Sportaktivitäten des ADAC auf diese Weise in die Zukunft führen zu können, dann hat er den Schuss nicht gehört. Dieser Schuss war nicht irgendeiner. Es war der, der 2014 dem Traditionsclub wegen Tricksereien und Manipulationen sowie wegen des selbstherrlichen Auftretens einiger Funktionäre fast das Aus beschert hatte. Auch wenn die neuen Verantwortlichen in der Folge nicht müde wurden zu betonen, dass es dieses selbstherrliche Tun und Handeln nicht mehr gebe − der Fall Tomczyk zeigt mehr als deutlich, dass dem nicht so ist und die Aufräumarbeiten noch längst nicht beendet sind. Solange Funktionäre noch derart selbstherrlich agieren dürfen, darf sich der ADAC nicht wundern, wenn ihm die Mitglieder von der Fahne gehen. Tomczyk wäre gut beraten, wenn er von sich aus seinen Hut nehmen würde. Denn er wird gegenüber dem ADAC-Präsidenten Dr. August Markl spätestens jetzt Rede und Antwort stehen müssen. Zum Glück war Markl an diesem Abend ebenfalls im Frankenturm zu Gast. Genau zugehört hat er OB Leibe auf jeden Fall. Er kann nun beweisen, ob sich die neue Führung wirklich von der alten unterscheidet. Indem er  seinem Sport-Präsidenten bei dem längst überfälligen Schritt zum Rücktritt die offenbar erforderliche Hilfestellung geben wird.

Die Leidtragenden aber sind einmal mehr die Menschen, die sich mit den positiven Zielen des Clubs identifizieren. Eben Menschen wie Manfred Kronenburg, die nicht ihre Person oder Funktion, wohl aber ihre Arbeit in den Mittelpunkt ihres ehrenamtlichen Engagements stellen und sich genau damit um das Wohl der Allgemeinheit verdient gemacht haben. Es sind die Kronenburgs dieser Welt, denen unser aller Dank gebührt.


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft 21 Kommentare

21 Kommentare zu Tomczyk: Ausflüchte statt klarer Worte

  1. Joachim Baron

    Auf den Punkt gebracht!

     
  2. Hans Dampf

    Herr Tomczyk möchte die Rallye also weiter entwickeln?
    Wie sieht diese Weiterentwicklung denn aus? Prüfungen in den Weinbergen: bleiben erhalten. Panzerplatte: bleibt erhalten. Prüfung in Ollmuth: wird wahrscheinlich auch 2017 wieder stattfinden.
    Die Entwicklung/Innovation beinhaltet also die Verschiebung des Start- und Zielorts, den Umzug des Serviceparks und der Wechsel des ausführenden ADAC Landesverbandes vom Mittelrhein zum Saarland?
    Bravo Herr Tomczyk, das ist äußerst innovativ und zeigt deutlich Ihre Kompetenz!
    Wenn es da nicht doch nur ums extrem ausgeprägte Ego geht…
    Aber schön von unserem OB Leibe, dass er Ihnen und vor allem Ihrem Präsidium deutlichst Ihre Kompetenz und Ihr Ego vor Augen führen konnte, hoffentlich mit denen im Kommentar vortrefflich beschriebenen Konsequenzen

     
  3. Martin Schmitz

    Wenn ich in den einzeln Gemeinden an der Mosel etwas zu sagen hätte, würde ich sagen dann fahrt doch auch in den Saarländischen Weinbergen Rallye und Testfahrten oder lasst es alles wie es war.

     
  4. Det

    Zu kurz gedacht.
    Sicherlich ist es fragwürdig, wie mit der Stadt Trier umgegangen wurde von Seiten des ADAC, Tomzyc ec. aber erinnern wier uns nur einen kurzen Zeitraum zurück, als ei graues Männchen hier in Trier an der Spitze der Stadt stand, der Mann an “Ihrer”Seite.
    Zu diesem Zeitpunkt fand ein unerträglicher Eiertanz um diese Veranstaltung jährlich statt.
    Gerade Jensen, und sein Anhang,haben bei keiner Gelegenheit es ausgelassen sich positiv zu dieser Veranstaltung zu äußern.
    Im Gegenteil, alles mögliche wurde ins Feld geführt.
    Habe mich seinerzeit schon immer gefragt, warum gerade aus dieser Ecke immer die Querschüsse kamen, gerade das Rallyvolk ist doch genau das was diese Leute immer wie eine Monstranz vor sich hertrugen, nämlich ein buntes Volk, aber vielleicht, hat ja der rosa Ton doch zusehrt gefehlt.
    Übrigens Zeiten, als Politiker noch für Visionen standen, sind in der jetzigen Verwaltungstruppe gänzlich fehl am Platze, schade eigentlich.
    Was ist hier schon alles verschwunden. Das seinerzeit als Europavolksfest ist zu einer “Kirmes” mutiert. Antikenfestspiele, verschwunden, ebenso Brot und Spiele, ob da immer andere Schuld waren?
    Der WRC RALLYE,wünsche ich im kommenden Jahr im Saarland alles, alles Gute.
    Ps. Was macht eigentlich der Nürburgring, der liegt doch in Rhld.Pflz?

     
    • Stephan Jäger

      „…gerade das Rallyvolk ist doch genau das was diese Leute immer wie eine Monstranz vor sich hertrugen, nämlich ein buntes Volk,…“

      Was war denn an dem „Volk“ bunt? Doch bestenfalls die Autos!

      Ansonsten habe ich nie so viele Oberlippenbärte und Bierbäuche aus aller Herren Länder in der Stadt gesehen (obwohl wir davon eigentlich selbst mehr als genug haben), wie immer dann, wenn Rallye war.

      Wenn bunt hier für „jugendlich, unkonventionell, kreativ und sportlich“ stehen sollte, dann sollte es sportliche Großveranstaltungen geben, deren Anhänger diesem Image weitaus besser entsprechen.

       
  5. Dieter Holker

    Da hat der Herr Jaeger aber die ganz dicken Ressentiments herausgeholt. Was soll die Diskriminierung unserer osteuropaeischen und skandinavischen Rallyefans? Oberlippenbart und Bierbauch? So what? Die Stimmung, die waehrend der Rallye in Trier herrscht, war immer friedlich, freundlich und international. Immer gewaltfrei und freundschaftlich. Wenn Herr Jaeger unter Seinesgleichen bleiben will, bitte schoen Aber meinen Hass gegen Auslaender bekommt er nicht!

     
    • Stephan Jäger

      „ Was soll die Diskriminierung unserer osteuropaeischen und skandinavischen Rallyefans?“

      Herr Holker, WER hat denn hier Ressentiments? Lesen Sie meinen Beitrag einfach nochmal durch. Für jede Erwähnung einer Nationalität, die Sie finden, gibt es eine Kugel Eis! Oder gibt es in Frankreich, England, Portugal und Trier-Zewen keine Leute, die sich unter der Nase nicht rasieren und auch sonst optisch wenig auf Sport schließen lassen?

      Dass man sich, da, wo man sich aufhält, benimmt, egal, ob man da lebt oder zu Gast ist, ist das Allerwenigste und – zumindest für mich – nichts, was einer besonderen positiven Erwähnung bedarf. Soviel zum Thema „Gewaltfreiheit“. Wenn sich das bei Ihnen anders verhält, dann möchte ich „Ihresgleichen“ lieber nicht kennenlernen. Und auch „Ihren Hass auf Ausländer“ dürfen Sie gerne behalten. Den will hier keiner. Aber schön, dass Sie drüber geredet haben.

      Kommentator Det sprach von einen „bunten Volk“. Und das, was ich hier im Umfeld der Rallye geheimhin gesehen habe, hatte zumindest mit meiner Definition dieses Begriffs in der Regel eher wenig zu tun. Das habe ich gesagt. Weiter nichts! Das war normalerweise größtenteils in etwa die Sorte Menschen, wie die, die hier irgendwann mal kundgetan haben, dass sie es für ihr gottgegebenes Recht halten direkt am Moselstadion auf dem Radweg zu parken, weil sie zu faul sind, drei Meter zu gehen. Bei solchen „Sport“fans“ ist es mir vollkommen egal, wo sie herkommen. Ich mag sie nicht.

       
  6. Tom Grünewald

    “… Oberlippembärte und Bierbäuche aus aller Herren Länder …”

    Xenophobie geht genau so. Ausländerhass darf nicht geduldet werden. Aber das scheint diesen Herrn Jäger mit seinem scheinbar rechten Gedankengut nicht zu stören. Und selbst wenn jemand übergewichtig ist (und Deutscher ist wie sie, Herr Jäger) oder einfach nur anders ist als der schnelle, zähe und harte Junggermane, dann hat er immer noch keine Diskriminierung verdient!

     
    • Stephan Jäger

      Ich frage es auch Sie gerne (falls Sie nicht „zufällig“ Dieter Holker sind):

      Haben Sie noch nie einen adipösen deutschen Staatsbürger mit Oberlippenbart gesehen? Oder wieso glauben Sie hier anhand eines einzigen, möglicherweise etwas pointierten Satzes auf irgendwelchen bizzarren Wegen, die für keinen logisch denkenden Menschen nachvollziehbar sind, eine „Ausländer-feindliche“ „rechte“ „Gesinnung“ konstruieren zu müssen? Doch nicht etwa um zu versuchen, mich auf eine ziemlich stupide-durchsichtige Art zu diskreditieren, weil ihnen meine Meinung nicht passt?

      Also gerne nochmals zur Klarstellung: Ich werde diesen alljährlichen Einfall einer Heerschar offensichtlicher Proleten (Nicht die Fahrer! Die können sich ihre „Fans“ ja nicht aussuchen.) in die Stadt ganz sicher nicht vermissen. Ob es sich dabei um DEUTSCHE, AUSLÄNDISCHE, oder Proleten VOM MARS handelt, hat dabei für mich keinerlei Bedeutung. Alleine die Tatsache aber, dass Herr Holker in dem Zusammenhang „Friedlichkeit, Freundlichkeit und Gewaltfreiheit“ für durchaus erwähnenswerte „Qualitätskritierien“ hält spricht hier schon Bände.

      Für mich ist halt das Sozialverhalten eines normalen Menschen der Maßstab. Und nicht das eines durchschnittlichen Fußball„fans“.

       
  7. Tom Grünewald

    Wenn Herr Jäger also nichts gegen Ausländer hat, so hat hat er aber etwas gegen Menschen mit Übergewicht und Gesichtsbehaarung, denn das sind für ihn Proleten = Asoziale. Was haben die übergewichtigen Bartträger denn für ein Vergehen begangen, dass Herr Jäger derart urteilen darf? Etwa weil sie mit dem Auto fuhren? Hm, dann gäbe es gemäß Herrn Jägers Rhetorik viele Asoziale in Trier. Ich glaube immer noch, er hat ein Problem mit fremden Menschen in seinem Kiez und mit gelebter Toleranz. Jeder Jeck ist anders – nicht so für Herrn Jäger.

     
    • Stephan Jäger

      Och der Herr Jäger hat sogar Leute mit leichten Figurproblemen im Freundeskreis. Und auch solche, die Bärte tragen. Zum Proleten wird für Herrn Jäger jemand dadurch, dass er sich wie ein Prolet benimmt. Dazu bedarf es nicht unbedingt der Ausübung körperlicher Gewalt. Sich (oder anderen) allerdings den Verzicht auf Gewalt oder praktizierte Friedfertigkeit und Freundlichkeit als besondere Verdienste anzurechnen, geht schon recht deutlich in die Richtung. Es ist also nicht so, dass Herr Jäger ALLE Leute mit Bierbauch für Proleten hält. Ebensowenig denkt er, dass ALLE Proleten Bierbäuche haben. Er hat höchstens hier und da beobachten dürfen, dass manche Arten, sich zu verhalten mit manchen äußeren Erscheinungen eben öfter zusammen als mit anderen. Es kann also jeder tolerante Mensch von Bildung ganz beruhigt sein.

      Was einem wesentlich mehr Sorgen machen könnte, ist der fast schon pathologische Zwang von Herrn Grünewald, bei Mitmenschen diskriminierendes Verhalten zu erkennen. Wobei…man kann es ihm fast nicht verdenken. Das ist halt wirklich schwer en Vogue, seit letztem Jahr. Und ist halt so schön einfach: Sobald man jemanden bezichtigt Gruppen kollektiv schlecht zu behandeln oder auch nur schlecht über sie zu reden oder zu denken, ist man selbst ja einer von den Guten…

      …automatisch!

       
  8. Tom Grünewald

    Stimmt genau, Herr Jäger. Dieser typisch grün-linke Wahn, anderen Diskriminierung vorzuwerfen, ist wirklich kaum noch zu ertragen. Aber jetzt Butter bei die Fische: Was haben die dicken Motorsportanhänger denn gemacht, daß Sie diese als Proleten bezeichnen? Außer Auto zu fahren natürlich.

     
  9. Stephan Jäger

    „Stimmt genau, Herr Jäger. Dieser typisch grün-linke Wahn, anderen Diskriminierung vorzuwerfen, ist wirklich kaum noch zu ertragen.“

    Ja, am schlimmsten ist es immer, wenn die großen Diskriminierungsaufdecker fast zerrissen werden, von ihrer eigene Political Correctnes. Wenn sie also, wie in der aktuellen Burka-Diskussion, garnicht mehr wissen, was sie anprangern und wofür sie „Toleranz“ einfordern sollen, weil sich die Ziele zu 100% gegenseitig ausschließen. Muss man jetzt Diskriminierung verhindern? Oder muss man das Verhindern von Diskriminierung verhindern? Es ist furchtbar!

    Was werden sie gemacht haben (außer Auto fahren) Herr Grünewald? Fast beneide ich Sie ja darum, dass sie offensichtlich noch nie ansehen mussten, wie sich Proleten benehmen, oder, wie es hinterher da aussieht, wo sich Proleten wie Proleten benommen haben. Da hätten wir übermäßigen Alkoholgenuss, nächtliche Ruhestörung, Entsorgung von Müll und Fäkalien, wo man gerade geht und steht. Vielleicht bin ich ja ein verbohrter, bis ins Mark intoleranter Spießer. Aber ich finde das einfach nicht schön.

     
  10. Tom Grünewald

    Kein Problem, Herr Jäger. Bleiben Die einfach weiterhin ein verbohrter und intoleranter Spießer. Tolerante Menschen halten das (Sie) aus.

     
    • Stephan Jäger

      Wer sind denn „Die“, Herr Grünewald?

      Ja,…so wie ich Zeitgenossen aushalte, die in Geschäftseingänge pinkelnden Primaten und Ihrer eigenen „Toleranz“ genannten Selbstgefälligkeit Beifall klatschen.

      Alles gut, also!

       
  11. Tom Grünewald

    Scheint ja nicht schlimmer als bei den lokalen Hochfesten (Altstadtfest, Zurlauben, Olewiger Weinfest …) zu sein. Die Trierer sind’s wohl gewohnt und werden es überleben. Bei uns hier in Singapur gibt es sowas nicht. Da ist alles blitzeblank.

     
    • Stephan Jäger

      Ja, Herr Grünewald, nur ist eben leider irgendetwas, das „nicht schlimmer“ ist, als irgendetwas anderes ist, deshalb nicht gleich schön und erhaltenswert. Glauben Sie mir, wenn man 3 Jahre in der Brotstraße gewohnt hat und diese alljährliche „Vorstellung“ aus der ersten Reihe genießen durfte, hat man das oft genug gesehen und zieht unter anderem DESHALB dort wieder weg. Und auch die Gesichter der Angestellten in den Geschäften, die, immer, wenn Rallye war, morgens erstmal die Eingänge grundentseuchen durften, ehe sie ernsthaft hoffen konnten, dass ein Kunde den Laden betritt, sahen in der Regel nicht allzu fröhlich aus.

      Aber, was schert es Sie? Die Trierer werden es ja „überleben“. Und Sie wollten doch ohnehin nur ein wenig herumtrollen, da das Angebot an sinnvollen Freizeitbeschäftigungen im blitzsauberen Singapur ja bedauernswerterweise überaus bescheiden zu sein scheint.

       
  12. Tom Grünewald

    Ja, Herr Jäger, Sie haben wohl Recht. Was ist eine Millionenstadt in Asien schon gegen die Metropole zwischen Eifel und Hunsrück, die es mittlerweile sogar auf ein Schild der Saarländischen Viezstraße geschafft hat. Respekt, Herr Jäger, Sie haben es zu etwas gebracht!

     
    • Mike Meyers

      was für eine show von zwei selbstdarstellern … macht doch am besten einen privaten chat auf und macht dort weiter … als gäbe es in singapur nix wichtigeres … (da muss ich dann am ende schweren herzens tatsächlich auch herrn jäger recht geben). dieses singapur gemanse ist peinlich !

       
  13. Stephan Jäger

    Dann liegt es etwa alleine an Ihnen selbst, dass selbst diese „Millionenstadt in Asien“ Ihnen nichts bieten kann, dass Ihnen interessanter und Ihre Zeit mehr wert erscheint, als sich in der Kommentarspalte einer Online-Zeitung eines etwas zu groß geratenen Eifelkaffs mit Viezstraßenschild mit dem aufzuspielen, was Sie mit Toleranz verwechseln?

    Ich fürchte fast, man kann seine Wurzeln weder verleugnen noch hinter sich lassen, egal, wo man hingeht. Keine sehr ermutigende Vorstellung!

     
  14. Tom Grünewald

    Wie süß, Herr Jäger.

     

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