Trier-West – Forscher studieren, Erasmy mahnt

Die nachhaltige Sanierung im Gneisenaubering lässt nach wie vor auf sich warten. Im Mai hatte das Land 5,1 Millionen Euro Fördergelder freigegeben.

Die nachhaltige Sanierung im Gneisenaubering lässt nach wie vor auf sich warten. Im Mai hatte das Land 5,1 Millionen Euro Fördergelder freigegeben.

TRIER. Die Stadt Trier plant in den nächsten Jahren erhebliche städtebauliche Investitionen, um die Lebensbedingungen im Stadtteil Trier-West/Pallien nachhaltig zu verändern. Die Raum- und Bauplanung soll sich insbesondere auch an sozialen Kriterien ausrichten. Bisher vorliegende Daten weisen auf einen erhöhten Handlungsbedarf auf dem Gebiet der Kinder-, Jugend- und Familienpolitik hin. Forscher des Fachs Erziehungs- und Bildungswissenschaften der Universität Trier führen nun in Kooperation mit dem Jugendamt der Stadt eine Studie durch, um eine wissenschaftliche Grundlage für die politische Diskussion zu schaffen. Ziel ist es, sozialraumorientiert die subjektiven Lebenslagen von Familien in diesem Stadtteil zu analysieren. Das Vorhaben wird mit 10.000 Euro vom Freundeskreis Trierer Universität e.V. gefördert. Unterdessen hat der Ortsvorsteher von Trier-West/Palllien, Horst Erasmy (CDU), in Abstimmung mit dem Ortsbeirat deutlich schnellere Fortschritte bei den Sanierungsvorhaben im Stadtteil angemahnt.

An der Studie unter Leitung von Prof. Dr. Philipp Sandermann und Dr. Magdalena Joos sind im Rahmen eines Seminars auch Master-Studierende beteiligt. “Wir wollen einen neuen Blick gewinnen und rücken die individuellen Perspektiven der Bewohner und insbesondere der Familien in den Fokus. Wir wollen erfahren, wie sie ihren Stadtteil und die Stadt wahrnehmen, wo sich die Menschen gerne aufhalten und welchen Unterstützungsbedarf sie haben”, umreißt Sandermann den Forschungsfokus.

Die durch quantitative Erhebungen und qualitative Befragungen gewonnenen Daten sollen den Entscheidungsträgern Grundlagen liefern für die Diskussion über Möglichkeiten und Grenzen der Weiterentwicklung von familienfördernden Strukturen und Leistungen für Familien. “Bei der Umsetzung von Maßnahmen können wir allenfalls moderieren, aber wir können nicht die Politik ersetzen”, zieht Sandermann auch eine Grenzlinie zwischen wissenschaftlicher und fachpolitischer Arbeit.

Das Projekt ist im November 2015 mit mehreren Informationsveranstaltungen sowie einem öffentlichen Hearing für engagierte Fachpersonen in Trier-West/Pallien angelaufen. Derzeit wird die Haupterhebungsphase des Projekts durchgeführt. Zum Abschluss im Oktober 2016 ist eine öffentliche Präsentation und Diskussion der Ergebnisse vorgesehen.

Der Irminenwingert ist seit über einem Jahr wegen eines Hausbrandes gesperrt.

Der Irminenwingert ist seit über einem Jahr wegen eines Hausbrandes gesperrt.

Erst jüngst hatte der Ortsvorsteher von Trier-West/Pallien, Horst Erasmy (CDU), deutlich schnellere Fortschritte bei den Sanierungsvorhaben im Projekt “Soziale Stadt” angemahnt. Diese betreffen vor allem die Gebäude in und um den Gneisenaubering sowie die Wohnungen im Irminenwingert. In einem Brief an Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) und Bürgermeisterin Angelika Birk (Grüne) fordert der Christdemokrat nun Aufklärung über den aktuellen Sachstand der Sanierungsmaßnahmen. Erasmy wird in seiner Kritik fraktionsübergreifend von den Mitgliedern des Ortsbeirates unterstützt.

Im Mai hatte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) die ersten Bewilligungsbescheide des Landes über Fördermittel von 5,1 Millionen Euro übergeben. Das Geld soll in Maßnahmen der beiden Projekte “Stadtumbau” und “Soziale Stadt” fließen. Erasmy übt nun scharfe Kritik daran, dass sich bisher – außer bei der Sanierung der städtischen Wohnungen in der Magnerichstraße – im Viertel noch nicht viel getan habe. Die Sanierungsarbeiten in der Magnerichstraße hatte Alt-OB Klaus Jensen (SPD) im Alleingang über den Kopf von Sozialdezernentin Birk hinweg durchgesetzt. Die Grüne ist für die Projektreihe “Soziale Stadt” zuständig, während der “Stadtumbau” unter der Regie von Baudezernent Andreas Ludwig (CDU) steht. (tr/et)


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Erstellt am Autor trier reporter in Featured, Politik 1 Kommentar

Kommentar zu Trier-West – Forscher studieren, Erasmy mahnt

  1. Kai

    Ich finde es gut das endlich was getan wird.Nur leider da wo es sage ich jetzt mal wirklich brennt sehen viele immer noch weg.Man müsste die Familien aus den Mietwohnungen nehmen die auf ca 80qm zu viert oder zu noch mehr mit ihren Kindern auf engsten Raum leben.Auch wenn diese schon über 5 Jahre so leben finde ich sollte das verboten sein.Es gibt sicher geeignerte Plätze.

    Man erlebt quasi jeden Tag mit wie anstregend es ist Kinder großzuziehen spätestens beim benutzen des Treppenhauses.Durch den zu wenigen Platz streiten diese Familien sich häufig lautstark und es kommt zu Häuslichergewalt oder heftigen Streitereien unter den Nachbarn dadurch ensteht Lärmbelästigung.Hier bei uns in der Peter-Schröder-Strasse 18 wurde schon öfter die Polizei gerufen wegen solcher Angelegenheiten.Jeder hat danach jeden beschuldigt die Polizei gerufen zu haben verbessert hat sich hier dadurch aber nichts im Gegenteil.Es ist seit her peinlich irgendeinem Nachbarn zu begegnen.Auch wenn manche von den Nachbarn echt freundlich gesinnt sind.

    Die Hausverwaltung einzuschalten hat sich wohl noch keiner getraut.Oft stößt man bei denen auf taube Ohren oder man muss Angst haben rausgeschmissen zu werden aus der eigenen Wohnung das befürchten hier zumindest viele.
    Für Familien ist in Mietwohnungen einfach oft zu wenig Platz.Und trotz des Bausparfonds pro Kind eine gute Geldsumme kann leider auch nicht jede Familie bauen.

    Die Gesetze werden oft auch verdreht wie es gerade passt gerade bei Lärmbelästigung (die von Eltern nicht aber von den Kindern ausgeht) so wird es auch auf rechtlicher Ebene einem erschwert einzugreifen.

    Ich habe sogar von missglückten Versuchen gehört es von Nachbar zu Nachbar persönlich zu klären.Ich kann mich an einen sehr lauten Streit im Flur erinnern den ich mitbekam.Es ging um den Lärm der ständig gemacht wird beim Versuch die Kinder zu erziehen.Die beschuldigte Frau war so aggressiv das sie wie wild verbal um sich schlug.Das ist besonders schlimm zu hören wenn man sich gerade ausgesperrt hat aus der eigenen Wohnung.Ich musste auf den Schlüsseldienst warten und war schon ungeduldig genug auch ohne das Gezanke hören zu müssen.Die Situation zwischen den Streitparteien war nicht zu lösen offensichtlich die aggressive Frau versprühte ihr Gift noch im davon gehen.

     

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