Trierer Kriminalitätsbelastung landesweit am geringsten

Diese Polieigrafik veranschaulicht die prozentuale Verteilung ausgewählter Straftaten am Gesamtstraftatewnaufkommen. Grafik: Polizei Trier

TRIER. In Deutschlands ältester Stadt und den darum liegenden Gemeinden lebt man nicht nur gut, man lebt hier auch sicher. Das beweist die Kriminalstatistik für das Jahr 2018, die der Trierer Polizeipräsident Rudolf Berg am Freitag den Medienvertretern vorstellte. Danach bewegen sich die Zahlen der registrierten Straftaten im 10-Jahres-Vergleich auf einem absoluten Tiefstand. Gleiches gilt auch für den Bereich der Eigentumskriminalität. Mehr noch: “Landesweit haben die 625.000 Menschen, für die das Polizeipräsidiums Trier zuständig ist, die niedrigste Kriminalitätsbelastung.” Zudem befindet sich auch die Aufklärungsquote weiterhin auf einem sehr hohen Niveau.

Von Rolf Lorig

Die Zahlen beweisen es: 2009 wurden im Bereich des Polizeipräsidiums Trier 37.425 Straftaten gemeldet, in 2018 waren es noch 33.029. Die Spitze verzeichnete das Jahr 2016, da gab es 46.702 registrierte Straftaten. Rechnet man hier die Verstöße gegen das Aufenthalts-, Asyl- und Freizügigkeitsgesetz raus, sinkt diese Zahl jedoch auf 32.574 Fälle. Was auch für das Jahr 2018 gilt: bereinigt sind es dann noch 30.597 Straftaten. Womit der Abwärtstrend der absoluten Zahlen fortgeführt wird.

Ein starkes Gefühl der Sicherheit

Ein starkes Gefühl der Sicherheit vermittelt die Aufklärungsquote (69,8 %), die deutlich über der des Landes (64,5 %) liegt. Präsident Berg unternimmt erst gar nicht den Versuch, seinen Stolz über die Leistungen seiner Beamten zu verbergen. Und zeigt sich dann doch bescheiden: “Das Polizeipräsidium Trier hat damit eine der besten Quoten im Land.”

Wie sieht das Arbeitsgebiet der Beamten aus, welcher Bereich weist die meisten Straftaten aus? “Beleidigung, Sachbeschädigung, Brandstiftung – dieser Bereich beschäftigte uns in 2018 mit 22,43 % der Fälle am meisten.” Wobei Rudolf Berg nicht verhehlt, dass es hier gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme in Höhe von 1,64 % gegeben hat. Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz und das Ausländerrecht folgen in der Statistik mit 19,49 %. Hier kann Berg gegenüber dem Vorjahr eine deutliche Senkung melden, in 2017 lag die Quote noch bei 23,67 Prozent. Weiter geht es mit dem einfachen Diebstahl (17,25 % gegenüber 17,49 %), Rohheitsdelikte wie Raub 16,24 % (Zunahme gegenüber dem Vorjahr um 1,51%), Vermögens- und Fälschungsdelikte wie Betrug und Urkundenfälschung 14,91% (Zunahme um 0,46%) und Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung 1,54 % (Vorjahr 1,31 %). Das Schlusslicht belegen “Straftaten gegen das Leben” mit 0,02 % der Fälle (Vorjahr 0,04%). Alles in allem verbergen sich hinter diesen Zahlen 33.209 registrierte Straftaten, die zu gut einem Drittel in der Stadt Trier begangen wurden. Für Polizeipräsident Berg ist das keine Auffälligkeit, schließlich leben hier auf relativ kleiner Fläche ein Sechstel der Menschen, für die das Polizeipräsidium Trier zuständig ist.

Einbruchszahlen sind stark rückläufig

Stolz kann der Präsident auch auf die rückläufigen Einbruchzahlen verweisen. Im Berichtszeitraum wurden 472 Einbrüche mit 259 versuchten Einbrüchen gemeldet. Hier lag die Spitze im Jahr 2016 noch bei 859 Einbrüchen mit 402 Versuchen. Diese Entwicklung führt der Präsident auf eine verbesserte länderübergreifende Zusammenarbeit der Polizeidienststellen sowie der Einführung des Kommissariats “Bandenkriminalität” zurück. Einen hohen Anteil habe daran aber auch die präventive Arbeit des Präsidiums, die von der Bevölkerung dankbar aufgenommen werde. So habe es in 2018 vor Ort 850 Einbruchschutzberatungen gegeben, die von sechs Beamten durchgeführt wurden. Trotz der großen Zahl gebe es keine langen Wartezeiten: “In der Regel wird ein Termin innerhalb von zwei Wochen vereinbart.”

Rückläufig ist laut der Statistik auch die “Gewalt in engen sozialen Beziehungen”. Hier gab es im vergangenen Jahr 33.029 Fälle, in 2017 waren es noch 36.606. Der Schwerpunkt habe hier bei Körperverletzungen und Bedrohungen gelegen, berichtete der Polizeipräsident. Zur Betreuung der Opfer sei eine hauptamtlich tätige Sozialpädagogin eingestellt worden, zudem arbeite man auch mit kommunalen Einrichtungen wie den Jugendämtern eng zusammen.

Gewalt gegenüber Polizisten hat zugenommen

Bezogen auf die vergangenen zwei Jahre musste Rudolf Berg beklagen, dass die Übergriffe auf Polizeibeamte zugenommen haben. Lag diese Zahl in 2014 noch bei 407 Fällen, so ist sie in 2017 auf 574 angestiegen. Im Berichtszeitraum 2018 gebe es zwar einen Rückgang auf 569, allerdings stehe es zu befürchten, dass es hier zu einer weiteren Zunahme komme. Am häufigsten seien Polizisten der Inspektion Trier betroffen gewesen.
Die Taten ereigneten sich vor allem an Wochenenden Feiertagen sowie im Nachtdienst. Signifikant angestiegen sei dabei der Anteil an Beleidigungen gegenüber den Frauen und Männern, “die aus der untersten sprachlichen Schublade kamen.” Einige Dinge seien besonders auffällig: “Die Gewalt ist männlich. Heranwachsende und Jugendliche sind hier wie auch nichtdeutsche Bürger wie Touristen und Asylbewerber überproportional vertreten.” Was die Sache noch verschlimmere: “Legale und illegale Suchtmittel haben hier eine immer größere Bedeutung, denn durch deren Einnahme wird der Schmerz bei Schlägereien nicht mehr so stark wahrgenommen, weshalb auch die Brutalität zunimmt.” Glücklicherweise kämen nur in Ausnahmefällen gefährliche Gegenstände wie Messer etc. zur Anwendung. In den überwiegenden Fällen hätten sich die Polizisten keine Verletzungen zugezogen.

Diese Grafik zeigt die rückläufige Entwicklung bei Wohnungseinbrüchen.

Beamte haben eine hohe Motivation

Aber: “Als Präsident bekomme ich alle Widerstände gegen die Polizei in Form einer Akte auf den Tisch. Wenn Beamte verletzt wurden, dann steht da in 99 Prozent aller Fälle, dass die betroffenen Frauen und Männer nach einer kurzen ärztlichen Behandlung ihren Dienst sofort wiederaufgenommen haben.” Als Polizeipräsident erfülle ihn das mit Stolz, beweise das doch die hohe Solidarität mit den Kollegen und das starke Pflichtbewusstsein der Frauen und Männer.

Cybercrime – Tatort Internet

Da immer mehr Menschen ihre Geschäfte über das Internet erledigen, nimmt auch die Zahl der Cybercrime-Delikte zu. 1964 Straftaten registrierte das Polizeipräsidium Trier, 84,9 % der Fälle konnten aufgeklärt werden. Allerdings weiß der Polizeipräsident auch, dass diese Delikte weiter zunehmen werden. Dem versuche man beispielsweise durch die Einstellung von IT-Spezialisten, entsprechender Aus- und Fortbildung sowie mit dem Kauf von spezieller Technik zu begegnen. Zudem arbeite man in Projekten auch eng mit den beiden Trierer Hochschulen zusammen.

Dass auch die Polizei ihre Geschäfte zum Teil über das Netz führt, zeigt das Beispiel “Onlinewache”. Die ging am 6. Dezember 2018 an den Start und kommt offensichtlich bei der Bevölkerung schon sehr gut an: Bis zum 28 Februar wurden im Verantwortungsbereich des Polizeipräsidiums Trier 371 Ereignisse gemeldet, wobei alleine 158 Betrugsfälle hier angezeigt wurden.


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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