Und jetzt auch noch der Hausschwamm im Exhaus!

Jürgen Eckstein im Obergeschoss des Mittelteils des Gebäudes. Foto: Björn Gutheil

TRIER. Statt guter Nachrichten meldte das Exzellenzhaus, kurz Exhaus genannt, erneut einen Rückschlag: Bei Untersuchungen der Holzbalken im Obergeschoss wurde festgestellt, dass das Mittelteil in dem historischen Gebäude vom Hausschwamm betroffen ist. Ein  sicheres Betreiben des Gebäudemittelteils sei derzeit nicht zu verantworten, so die Experten. Aus Sicherheitsgründen hat deshalb die Gebäudewirtschaft der Stadt den betroffenen Gebäudebereich am Dienstag, 23. Oktober, geschlossen.

Zur Erinnerung: Das Exhaus befindet sich seit Mai dieses Jahres in einem Insolvenzverfahren. Die finanzielle Schieflage hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass wegen des Umbaus die Einnahmen aus Konzerten deutlich gesunken sind.

Zurück zur Schließung des Gebäudebereiches: Bei der Suche nach dem Pilzbefall und den damit verbundenen Reparaturarbeiten werden die Holzbalkendecken im Erdgeschoss vom Putz befreit. Dadurch ist der Brandschutz der Decken nicht mehr gegeben. Zudem sind die Zwischenbereiche in der Holzbalkendecke mit Lehmwickel versehen, die sich durch Erschütterungen der Decke unkontrolliert lösen könnten, was wiederum zu einer Gefährdung der Bauarbeiter führen würde.

Doch was hat es mit dem Hausschwamm auf sich? Was kann man hier tun? Diese Fragen beleuchtete ein Pressetermin am Dienstag. Der Hausschwamm ist ein Pilz, der das Holz regelrecht zerfrisst. Die Vorgehensweise dabei erläuterte Projektleiter Jürgen Eckstein. Seinen Worten zufolge wird bei den Arbeiten nicht nur das befallene Holz herausgeschnitten sondern darüber hinaus noch ein Meter von dem gesunden Holz entfernt. Das fehlende Holz wird anschließend durch gesundes neues Holz ersetzt. Wie viele Meter insgesamt ersetzt werden müssen, ist derzeit noch offen. Frank Simons, der Leiter der städtischen Gebäudewirtschaft, verwies hier auf die noch laufenden Untersuchungen.

Und wie wirkt sich das auf den laufenden Betrieb aus? Gemeinsam mit dem Exhaus e.V. seien Lösungen gefunden worden, um einen Weiterbetrieb in den Seitenflügeln zu ermöglichen, war zu hören. Die Schließung tangiere daher nur wenige Veranstaltungen.

Direkt betroffen ist danach der offene Jugendbereich und das Café, das für private Partys vermietet wurde. Carsten Lang, Leiter des Trierer Jugendamts, zeigte sich jedoch optimistisch, dass die Arbeit vorübergehend in anderen Räumen weitergeführt werden kann.

Bei den Veranstaltungen dagegen ist das Exhaus mit einem blauen Auge davongekommen: Alle im Balkensaal geplanten Konzerte, dieser befindetsich im rechten Seitenflügel, können wie geplant stattfinden. Wobei Carsten Lang und Baudezernent Andreas Ludwig gemeinsam ausdrücklich für einen verstärkten Besuch warben: “Jeder, der Veranstaltungen besucht, hilft dem Exhaus.“

Natürlich galt eine der Fragen der Journalisten auch den durch den jüngsten Fund ausgelösten Mehrkosten. Die seien wegen der noch nicht abgeschlossenen Untersuchungen im Augenblick noch nicht zu beziffern, sagte der Baudezernent. Für die Sanierung des Exhauses sind aktuell 4,29 Millionen Euro eingeplant.

Über eine weitere Veränderung informierte Sozialdezernentin Elvira Garbes. Durch die umfangreichen baulichen Maßnahmen und Eingriffe im Rahmen der Brandschutzsanierung des Exzellenzhauses sei der Kinderhort mehr und mehr in seinem Tätigkeitsfeld beeinträchtigt gewesen. Deshalb habe man sich dazu entschlossen, die Betreuung in den derzeitigen Räumen nun auszulagern. Dazu seien die Eltern telefonisch vom Träger informiert worden. Die Lösung für den Weiterbetrieb des Hortes bieten nun Räumlichkeiten in der Grundschule Ambrosius. Drei große Klassenräume und weitere Nebenräume sind gut geeignet, um den Hort temporär unterzubringen. Zudem kann die weitere Infrastruktur der Schule genutzt werden. Der Umzug des Hortes nach Ambrosius läuft seit Montag und wird Ende der Woche abgeschlossen sein.

Mit Blick auf den Zeitplan hoffen die Verantwortlichen auf eine Wiedereröffnung der beiden Seitenteile des Gebäudes in der ersten Jahreshälfte 2019. Dort wird derzeit emsig gearbeitet, Konzerte im “Exil” wird es wohl dann wieder geben.

Schwieriger dagegen die Prognose beim mit dem Hausschwamm befallenen Mittelteil. Hier muss erst nach Vorlage aller Untersuchungsergebnisse ein Sanierungsplan samt Kosten erstellt werden. Über den entscheiden dann städtische Gremien und Stadtrat. (-flo-)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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