Unwetter in Trier: Großeinsatz der Rettungskräfte

In der Benediktinerstraße hatte die Feuerwehr gleich mehrere Einsätze. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Einmal mehr hat dieser Sommer seine negative Seite gezeigt: Am Donnerstagnachmittag entlud sich gegen 16.30 Uhr ein heftiges Unwetter mit Hagel über der Innenstadt. Innerhalb kürzester Zeit fiel so viel Wasser vom Himmel, dass die Kanalisation an vielen Straßen die Regenmengen nicht aufnehmen konnte und in Folge dessen zahlreiche Keller unter Wasser standen. Ein Mann wurde durch einen Stromschlag leicht verletzt.

Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot im Einsatz: “Sämtliche freiwilligen Löschzüge sind ausgerückt, gemeldet wurden über 200 Anrufe”, teilte Michael Schmitz, Pressesprecher der Stadt Trier mit. Zahlreiche Keller in der Stadt, so Schmitz, wurden durch den heftigen Regen überflutet. Darunter waren neben vielen Privathäusern auch Gebäude der Berufsbildenden Schulen, Tiefgaragen und das Trierer Brüderkrankenhaus, das zweischenzeitlich rettungsdienstlich nicht angefahren werden konnte. In der Bonner Straße sei es zudem an zwei Stellen zu einem Hangrutsch gekommen.

In diesem noch nicht bezogenen Neubau steht das Wasser gut 30 cm hoch. Wenige Stunden vor dem Unwetter war der Aufzug auf seine Funktion und Sicherheit überprüft worden.

Mit ein Schwerpunkt war das Maarviertel bis hin zum Stadion. Hier standen gleich mehrere Keller unter Wasser. In einem Haus drückte die Kraft des Wassers sogar die Bodenplatte nach oben, weshalb die Bewohner das Haus verlassen mussten. Ein Bausachverständiger hatte deutliche Risse im Boden festgestellt, so dass er um die Sicherheit der Menschen fürchtete. Freunde und Bekannte nahmen die Bewohner auf, am morgigen Freitag wird sich ein Baustatiker ein genaues Bild von dem Schaden machen.

Auch beim Brüderkrankenhaus Land unter

Betroffen war auch das Brüderkrankenhaus mit Kellerräumen und der Zufahrt. Gut 15 Minuten konnte die Notaufnahme nicht von Rettungsdiensten angefahren werden. Beim benachbarten Mutterhaus der Borromäerinnen wurden auf einem kleinen seitlich gelegenen Parkplatz einige dort abgestellte Autos vom Wasser eingeschlossen. Auch im Dombereich und am Pferdemarkt kam es zu Feuerwehreinsätzen, ebenso in einigen Tiefgaragen.

Land unter auch bei den Berufsbildenden Schulen (BBS). Der Schulbetrieb der BBS am Freitag kann jedoch voraussichtlich ohne Einschränkungen stattfinden. Busse der Trierer Stadtwerke hatten bedingt durch die Überschwemmungen teils bis zu 20 Minuten Verspätung.

Stichwort Feuerwehr: Nicht nur die Berufsfeuerwehr war mit ihrer Einsatz- und der Freischicht helfend unterwegs, auch alle Freiwilligen Feuerwehren sowie das Technische Hilfswerk waren zu Einsätzen ausgerückt: “Das waren alles in allem gut 210 Einsatzkräfte”, rechnete Pressesprecher Michael Schmitz, der die Koordinierung der Kräfte in der Einsatzzentrale der Feuerwehr miterlebt hatte. “Das war alles, nur kein normaler Einsatz, bei dem unsere Rettungskräfte eindrucksvoll ihre hohe Professionalität unter Beweis gestellt haben.” Gegen 21.30 Uhr war der Großteil der Einsätze abgearbeitet. (-flo-)

 


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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