Von Blüten, Rosen und Bienenprodukten

Da wird also der Honig produziert – die zweijährige Emma Marx aus Krettnach, hier mit ihrer Mutter Vineta, schaut genau auf den von Imker Albert Walter zeigten Rahmen und die darauf sitzenden Bienen. Fotos: Rolf Lorig

KONZ. Woher kommt der Begriff “bienenfleißig”? Das veranschaulichten am Sonntag im Freilichtmuseum Roscheider Hof Imker des Imkervereins 1907 Konz. Und auch die Arbeitsgrundlage für leckeren Honig und Wachsprodukte, eine Vielfalt von Feld- und Wiesenpflanzen, konnten die Besucher zeitgleich unter die Lupe nehmen. Logisch, dass dabei auch die Königin der Blumen, die Rose, unter einer starken und genauen Beobachtung stand.

Albert Walter ist stolz. Und das nicht ohne Grund. Denn der Vorsitzende des Imkervereins 1907 Konz kann endlich die Früchte der Arbeit einfahren. Seit 2015 nimmt die Anzahl der Mitglieder kontinuierlich zu, aktuell sind es mehr als 90. Das war nicht immer so. Als der Verein 2013 auf dem Gelände des Freilichtmuseums mit dem Bau eines Lehrbienenstands begann, hatten die Imker um die 25 Vereinsmitglieder. “Und die Hälfte davon war hochbetagt”, erinnert sich der Vorsitzende. Das änderte sich aber, als das in Eigenarbeit gebaute Bienenhaus zwei Jahre später fertiggestellt wurde. Plötzlich konnte sich der Verein vor Anfragen kaum noch retten. “Heute haben wir viele Jugendliche und Frauen in unseren Reihen”, freut sich Walter. Die Zukunft des Vereins scheint damit auf absehbare Zeit hin gesichert.

Ein Imker zeigt den Gästen die Vorarbeiten an einem Rahmen, bevor der zum Schleudern in die Maschine kommt.

Menschen wollen heimische Lebensmittel

Doch wie ist es dazu gekommen? Da muss der Imker nicht lange überlegen. “Das Bewusstsein der Menschen hat sich gegenüber der Umwelt völlig verändert. Es ist heute nicht mehr egal, woher die Lebensmittel kommen. Qualität und heimische Produkte sind Begriffe, nach denen eingekauft wird.” Was eben auch für lokal erzeugten Honig gilt.

Wie die Bienen arbeiten, konnten die Besucher der Veranstaltung genau unter die Lupe nehmen. Dazu öffneten Imker ihre Bienenstöcke, zogen Waben heraus und gewährten Kindern und Erwachsenen so Einblicke in die Lebens- und Arbeitswelt der kleinen Tiere. Wobei der ein oder andere Besucher respektvollen Abstand zu den durch die Luft fliegenden Bienen hielt, die sich aber gutmütig zeigten und die Störung durch das Aufdecken der Bienenstöcke großzügig ignorierten.

Wie das mit der Verarbeitung funktioniert, demonstrierten Imker im Vereinshaus. Veranschaulicht wurde, welche Arbeiten erforderlich sind, bevor die Rahmen in die Schleuder kommen, wo der Honig schließlich geerntet wird. Und die Interessenten erfuhren dabei auch, dass der Honig erst eine Zeitlang gerührt werden muss, bevor er schließlich verkauft werden kann.

Betörende Sinneseindrücke gibt es beim Gang durch den Rosengarten

Frühjahrshonig hat eine helle Farbe

Bei all den Demonstrationen konnte, wer wollte, am Ende auch den Honig auf einem Brötchen verkosten. “Das ist jetzt ein Frühjahrshonig den man am einfachsten an seiner hellen Farbe erkennt”, klärte Albert Walter auf und ergänzte: “Je später im Jahr der Honig geerntet wird, umso dunkler seine Farbe.” Die Frage nach der Sorte beantwortete er mit einem Lächeln und wies mit einer ausholenden Geste auf das blühende Umfeld hin: “Ein Misch-Honig.”

Und in der Tat, ein sortenreiner Honig wäre angesichts dieser Blütenvielfalt überhaupt nicht möglich. Auf dem weitläufigen Gelände gab es aber neben Blüten, Bienen und Honig-Produkten noch eine ganze Menge anderer Dinge zu sehen. So hatten auch die Hunsrück-Häuser alle geöffnet, wo Kinder und Erwachsene ohne den geringsten Aufwand eine Zeitreise in vergangene Jahrhunderte vornehmen konnten. Und auf dem Weg zum Ausgang kamen alle Besucher auch noch durch den prachtvollen Rosengarten, wo es neben seltenen Kräutern die verschiedensten handwerklich gefertigten Produkte zu sehen und zu kaufen gab. (-flo-)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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