Von Weißebach über Zimmermann bis zu Leibe

Flankiert vom Preisträger des Vorjahres, Aloys Hülskamp (links) und Prinzenzunft-Sprecher Jürgen Schlich, stellt sich Oberbürgermeister Wolfram Leibe nach der Preisverleihung den Fotografen. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Oberbürgermeister Wolfram Leibe ist der diesjährige Träger des Franz-Weißebach-Preises. Verliehen wird diese Auszeichnung seit 30 Jahren von der Trierer Prinzenzunft. Mit diesem Preis soll an den Mann erinnert werden, dessen Schalk und Großzügigkeit die Stadt Trier den Palastgarten zu verdanken hat.

Eigentlich sind diese Preisverleihungen der inoffizielle Auftakt des Trierer Karnevals. Gut, die Narrenkappe hat noch niemand dabei, wenn man sich im Barocksaal der Sektkellerei Bernard Massard trifft. Aber die Spitzen des Trierer Karnevals geben sich ebenso die Ehre wie die Honoratioren der Gesellschaft. Und wie an Karneval gibt es Küsschen en masse und die gute Laune ist quasi die Eintrittskarte zu diesem durchaus beliebten Festakt.

“Er ist ein toller Mann” singt Barbara Ullmann (rechts) und hat die Lacher auf ihrer Seite.

Eine ‟herausragende Persönlichkeit‟ wolle man an diesem Abend ehren, erklärte mit dem gebührenden Schalck im Nacken Prinzenzunft-Sprecher Jürgen Schlich mit Blick auf den in der Tat aus dem Publikum herausragenden OB. Dessen Qualitäten hatte zuvor mitreißend Barbara Ullmann mit dem Georg Kreisler-Lied ‟Er ist ein herrlicher Mann‟ besungen. Und während das Publikum, darunter die früheren Preisträger Ex-Landrat Richard Groß (2000), Ex-ATK-Präsident Peter Pries (2005), Ministerpräsidentin Malu Dreyer (2007), Bischof Stephan Ackermann (2011) und Pater Aloys Hülskamp (2016) ob der musikalischen Darbietung und den im Lied enthaltenen Anzüglichkeiten noch schmunzelten, stellte Jürgen Schlich an die Adresse des OB eines klar: ‟Das war noch nicht die Laudatio.”

Pater Aloys Hülskamp bei seiner Laudatio

Zahlen und Symbole

Die übernahm der Preisträger des vergangenen Jahres, Pastor Aloys Hülskamp. Und das mit dem gleichen feinen Humor, mit dem der Pater der Don Bosco-Ordensgemeinschaft tagtäglich unterwegs ist. Wie Leibe ist auch Hülskamp kein echter Trierer Jung, doch beide haben hier Wurzeln geschlagen. Und da Zahlen bei einem OB eine große Rolle spielen, hatte Pater Aloys auch mal auf den Kalender geschaut: ‟Sie sind heute auf den Tag genau 949 Tage im Amt‟, eröffnete er dem überrascht dreinblickenden Oberbürgermeister. Die Antwort darauf kam augenblicklich, wenn auch aus einer ganz anderen Kehle: ‟Und ich im Ruhestand‟, freute sich Leibes Vorgänger Klaus Jensen, der an diesem Abend seine Frau begleitete. Und noch einmal blätterte Hülskamp im Kalender: Vor genau 100 Jahren sei Franz Weißebach im gleichen Alter gewesen wie Wolfram Leibe heute, stellte er fest und legte dann los. Wobei er für seine Laudatio auf die gewohnte Aufzählung der Verdienste verzichtete und statt dessen sieben Dinge mitgebracht hatte, die er als Symbole an den Preisträger vorstellte. Symbol Nummer Eins war ein Zeitmesser, ‟denn Zeit, die man anderen zukommen lässt, ist etwas kostbares.” Dann packte er ein paar Arbeitshandschuhe aus, ‟weil ein OB oft und fest zupacken muss.”

Als nächstes zeigte er eine Brille, die ‟den Blick schärfen‟ soll. ‟Für die Kreativität‟ gab es einen Satz Filzstifte und drei Engel für das persönliche Umfeld des neuen Preisträgers. Apfelsinen sollen Leibes Gesundheit schützen und zuletzt Gummibärchen, die sein Dasein versüßen sollen…

Ein Sack voll Geschenke und guter Wünsche bekommt der OB vom Preisträger des vergangenen Jahres

Das Preisgeld erhält Don Bosco

Danach war wieder Jürgen Schlich am Zug. Unter dem Beifall der Anwesenden war es an ihm, Wolfram Leibe die zum Preis gehörende Urkunde, die silberne Anstecknadel und die dazu passende silberne Plakette zu verleihen. Nicht zu vergessen das Preisgeld in Höhe von 500 Euro, das der Preisträger aber laut den Statuten für soziale Zwecke einsetzen muss. Was Wolfram Leibe auch sofort tat. Noch einmal rief er Pater Aloys nach vorne und überreichte ihm den Scheck für die Jugendarbeit des Don Bosco-Ordens in Trier-West.

Für das Rathaus schloss sich mit dieser Preisverleihung ein Kreis, denn der erste Preisträger war vor genau 30 Jahren der damalige Oberbürgermeister Felix Zimmermann. (rl)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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