Vorfreude auf guten Wein und eine schöne Stimmung

Sandra krönt im Beisein von Peter Terges (links) und Protektor Norbert Friedrich ihre Nachfolgerin Ninorta I. Fotos: Rolf Lorig

Sandra krönt im Beisein von Peter Terges (links) und Protektor Norbert Friedrich ihre Nachfolgerin Ninorta I. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Rund 700 Gäste waren im Olewiger Klostergarten zu Gast, als die gebürtige Syrerin Ninorta Bahno von ihrer Vorgängerin Sandra I. zur neuen Trierer Weinkönigin gekrönt wurde. Ninorta I. ist die 68. Trierer Weinkönigin; am kommenden Freitag wird sie das Olewiger Weinfest offiziell eröffnen.

Von Rolf Lorig

Peter Terges, Vorsitzender der Vereinigung Olewiger Winzer, machte aus seiner Erleichterung keinen Hehl: Zum Glück sei es etwas abgekühlt, sagte er bei seiner Begrüßung, in den letzten Tagen sei sein Pulsschlag wegen des riesigen überregionalen Medien-Interesses an der neuen Weinkönigin doch recht groß gewesen. Dass er damit nicht übertrieb, machte der Blick auf die wartenden Fotografen deutlich: Die weltweit tätigen Nachrichtenagenturen Reuters und dpa waren ebenso vertreten wie Journalisten aus regionalen und überregionalen Medien.

Das Ende einer tollen Amtszeit: Sandra I. dankt ab.

Das Ende einer tollen Amtszeit: Sandra I. dankt ab.

Doch bevor Moderator Horst Schmidt das Signal für den offiziellen Amtswechsel geben konnte, waren erst einmal Worte des Dankes angesagt. Und logischerweise stand hier die zu diesem Zeitpunkt noch amtierende Weinkönigin im Mittelpunkt, Sandra Roth. Peter Terges verspürte etwas Wehmut im Herzen, sowohl der neue wie auch der alte Protektor, Norbert Friedrich von der Volksbank und sein Vorgänger Werner Dellwing, lobten das Engagement der scheidenden Weinkönigin. Beigeordneter Thomas Egger bedauerte gar, dass Sandra noch keine Gelegenheit für einen Amtsbesuch in China hatte. Vielleicht, so seine Überlegung, ergebe sich dazu noch die Möglichkeit, wenn Trier in einigen Wochen auf der chinesischen Touristikmesse vertreten ist.

Es bleiben viele Erinnerungen

Groß die Zahl der Fotografen

Groß die Zahl der Fotografen

Es war Sandra anzusehen, dass sie nur schweren Herzens aus dem Amt scheidet. Sie nehme viele Erinnerungen mit, betonte sie, sowohl gute wie auch weniger schöne. Über die weniger schönen Erinnerungen wollte sie an diesem Abend nicht weiter sprechen, erging sich dann aber doch in einer Andeutung: ‟Wein ist ein Kulturgut, das Menschen verbindet. Politik und Medien aber scheiden die Geister.” Während sich noch die anwesenden Lokaljournalisten ratlos anschauten, gab Sandra mit ihrem expliziten Dank an die lokalen Medien Entwarnung. Ein ganz dickes Dankeschön schickte sie aber auch an ihre Eltern sowie an ihren Freund, der sie zu allen Weinfesten begleitet hatte. Sandras Versprechen unter dem Jubel der Anwesenden: ‟Dich geb’ ich nicht mehr her!”

Einen besonderen Dank adressierte sie an Peter Terges für dessen unermüdliches Engagement. Doch auch hier schob sie mit einem Augenzwinkern eine kleine Spitze nach: Über eine persönliche Führung durch die Weinberge hätte sie sich sehr gefreut, meinte sie mit einem charmanten Lächeln. Der so Gescholtene erklärte sich spontan bereit, diese verpasste Gelegenheit schnellstens nachzuholen. Und natürlich hatte er für seine frühere Weinkönigin auch ein Präsent dabei: Einen Essensgutschein für das Olewiger Sternerestaurant Becker.

Ninorta I. hat die Regentschaft übernommen.

Ninorta I. hat die Regentschaft übernommen.

Und dann war es soweit: Die zahlreich anwesenden Weinmajestäten von Mosel, Saar, Ruwer und dem benachbarten Luxemburg erhoben sich von ihren Plätzen, jubelten und applaudierten ihrer Kollegin Sandra noch einmal zu. Und dann dankte Sandra I. vor den Augen ihrer Untertanen ab. Langsam nahm sie die Krone vom Haupt und prostete ein letztes Mal mit ihrem Pokal den Menschen vor der Bühne noch einmal zu.

Das war das Zeichen für Horst Schmidt, der wie in früheren Jahren auch den singenden Kellermeister gab, alle Akteure auf die Bühne zu rufen. Begleitet von der Mosel-Weinprinzessin Katrin verließ Ninorta Bahno ihren Platz und betrat die Bühne. Dort wurde sie bereits von ihrer Vorgängerin Sandra sowie von Thomas Egger, Protektor Norbert Friedrich und Peter Terges erwartet. Ganz langsam, damit auch alle Fotografen den Moment festhalten konnten, krönte Sandra sodann zu den Klängen des Musikvereins Taforst unter der Stabführung von Franz-Josef Schmitt ihre Nachfolgerin.

Stolz auf die neue Aufgabe

Beste Laune kennzeichnet die Stimmung beim 68. Olewiger Weinfest

Beste Laune kennzeichnet die Stimmung beim 68. Olewiger Weinfest

Über ihre Herkunft sei sowohl an diesem Abend wie auch in den Tagen und Wochen zuvor schon viel gesagt und geschrieben worden, sagte die 26-Jährige dann bei ihrer ersten Ansprache. Von da her wolle sie dieses Thema nicht weiter vertiefen. Wohl aber erfülle es sie mit Stolz, ein Jahr lang die Olewiger Winzer und ihren Wein sowie die Bürger der ältesten Stadt Deutschlands als Botschafterin repräsentieren zu dürfen. Wie schon Sandra zuvor dankte auch sie ihrer Familie und ihrem Verlobten für die bereits erhaltene Unterstützung. Besondere Dankesworte hatte sie für Jutta und Thomas Albrecht mitgebracht, die seit ihrer Ankunft in Deutschland immer für sie dagewesen seien. Und auch Christel Hontheim-Monz dankte sie; die Schneidermeisterin hat das Kleid entworfen und gefertigt, das Ninorta I bei all ihren offiziellen Anlässen tragen wird.

Sie sei schon sehr auf das kommende Wochenende gespannt, wenn das Olewiger Weinfest  offiziell eröffnet wird, betonte die neue Weinkönigin. ‟Wir alle sollten uns schon jetzt auf den guten Wein, auf tolles Wetter, auf gute Musik und auf eine schöne Stimmung freuen.”


Drucken
Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse einen Kommentar

* Eingabe erforderlich (Pflichtfelder). Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Die Angabe eines Klarnamens ist nicht erforderlich.