Was ist Mensch-sein ohne Liebe?

Die Schauspielerin und Sängerin Shlomit Butbul. Foto: Andrea Peller.

ECHTERNACH. Ein außergewöhnliches Erlebnis verspricht das Kongress- und Kulturzentrum “Trifolion” am Freitag, 2. März. Um 20 Uhr gastiert hier die österreichische Künstlerin Shlomit Butbul mit ihrem Ensemble Fandujo. Zur Aufführung gelangt “Es ist was es ist” nach Erich Fried.

Was ist Liebe? Was ist Liebe in Zeiten des Krieges? Was ist Mensch-sein ohne Liebe? Die Lyrik von Erich Fried stellt diese Fragen in einer berauschend einfachen, direkten Form, und stellt sich auch der Suche nach Antworten, greift in klarer, direkter Sprache persönliche Sichtweisen auf, und trifft damit oft den Leser mitten ins Herz.

Der Komponist Joe Pinkl hat eine Reihe von Gedichten für eine außergewöhnliche Besetzung vertont und spürt die Zwischentöne und Schattierungen der Texte Frieds auf sehr subtile Weise auf, macht sie hörbar und verwebt Text und Musik zu einem neuen Ganzen. Es entstanden dabei wunderbare kammermusikalische Kleinode, die sich in ihrer stilistischen Vielfalt zu einer Kollage unterschiedlicher Liebesmomente ineinanderfügen.

Mit ihrer intensiven performativen Ausdruckskraft interpretiert die Schauspielerin und Sängerin Shlomit Butbul diese neuen Lieder und verkörpert auf der Bühne den nach Liebe suchenden, sehnenden Menschen.

In der Ausstattung von Erwin Piplits und der Regie von Tania Golden bewegt sich der suchende, sehnende Mensch, dargestellt von Shlomit Butbul, durch die Innenwelten der Liebe. Die Sängerin/Darstellerin wechselt zwischen männlichen und weiblichen Positionen der Liebe. Es ergibt sich eine poetische Auseinandersetzung, die durch den Einbruch des Krieges in ihrer Existenz bedroht wird.

Die Lösung aus dieser Bedrohung wird gesucht und diese Suche wird lebendig verkörpert durch den Gesang der komplexen Melodien von Joe Pinkls Vertonungen. Die Elemente, die auf der Suche gefunden werden, verbinden sich zu einem größeren Bild. Sind es nur romantische Vorstellungen, erotische Projektionen oder existenzielle Bedingung für das Lebendige? Durch die Einwirkung des Krieges relativieren sich bestimmte Konzepte. Es kann nur in einer für den ganzen Menschen gültigen Haltung enden.

Tickets unter diesem Link. (tr)


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Erstellt am Autor trier reporter in Die Reporter-Meldungen, Featured, Trifolion Hinterlasse einen Kommentar

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